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Guenter

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1

Freitag, 13. Oktober 2017, 15:45

...ich hätte da mal wieder was zum Rätseln ...

Es ist wahrscheinlich ziemlich schwierig und sicher eher was für gute Korsikakenner.
Das Foto zeigt ein Gebäude (ok ..sieht man ja ::))) ) Was für ein Bewandtnis hat es damit und wo findet man dieses Steinhaus?
Zur Eingrenzung: Man findet den Ort entlang der D39 zwischen Bustanico und Morosaglia.
Gegebenenfalls gebe ich weitere Hilfestellung.
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2

Freitag, 13. Oktober 2017, 20:33

Lieber @Guenter: ,
ich gestehe, dass ich keine Ahnung habe, möchte aber trotzdem raten:

Dient dieses Haus der Lagerung von etwas?

Sei gegrüßt von
wolfgang, der sich freuen würde, wenn man sich langsam an die Lösung herantastet
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3

Samstag, 14. Oktober 2017, 00:21

Das Geburtshaus von Pascal Paoli , oder auch der Aufbewahrungsort seiner Urne?

Beste Grüße
Christian

Guenter

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4

Samstag, 14. Oktober 2017, 01:35

@wolfgang: Aufbewahrung ja ... wenn auch nicht das Steinhaus so wirklich direkt
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5

Samstag, 14. Oktober 2017, 08:37

was die Verwendung dieses Gebäudes angeht:
in "normalen" Jahren würde es wahrscheinlich in etwa vier Wochen mit den auch heuer wieder so raren typisch korsischen Früchten befüllt werden. Danach würde unter selbigen über mehrere Wochen hinweg ein schön gleichmässiges nicht zu heißes Feuer entzündet werden bevor die getrockneten Früchte weiterverarbeitet werden.
Kurz gesagt, für mich sieht dieses Gebäude nach einem sehr gut erhaltenen sechoir für Kastanien aus.

Wo genau aber ....? es gibt viele kleine Dörfer zwischen Bustanico und Morosaglia, und in der Mediatheke der Uni von Corte ist dieses Gebäude nicht katalogosoert (sofern es sich wirklich um ein sechoir handelt)

Gruss
Thomas

Guenter

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6

Samstag, 14. Oktober 2017, 09:35

Hallo Thomas,

nein ... nichts für Kastanien.
@can: ... hat nichts mit Pasqual Paoli zu tun

Hinweis: Das Gebäude hat einen kultischen Zweck
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wolfgang

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7

Samstag, 14. Oktober 2017, 10:00

Ahaaaa!
Es wurde etwas geschlachtet? Oder gar geopfert?
Oder ist es eine Leichenhalle? Könnte sein wegen der Luftlöcher als Fenster.

OK, gestorben wurde jedenfalls. Dann wird im Sinne von "Aufbewahrung" nebenan ein alter Friedhof sein.
Gruß
wolfgang
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Samstag, 14. Oktober 2017, 10:08

hallo,
es könnte bei Corsoli sein, dort gibts auch ein Kultstätte "Petra frisciata" mit Menhir, dann auch ein Kirchlein "Santa Maria" und San Quilico???

Grüße
Helen

Guenter

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Samstag, 14. Oktober 2017, 11:58

Helen @cinto: ist nahe dran (am Ort).
Ich löse es mal auf.
Das Örtchen heißt Loriani.
Das Steinhaus steht beim Friedhof am Dorfrand.
Was für eine Bewandtnis hat es damit?
Über viele Jahrhunderte gab es einen Totenkult auf der Insel der noch bis Mitte des 19 Jahrhunderts vielerorts praktiziert wurde . Bis dieser entgültig, nach erfolglosen Verboten zuvor, z.B. von Napoeleon, untersagt wurde.
Man hatte die Toten nicht begraben oder in Steinsärge gelegt etc. sonder, anfangs in Kirchen/Kapellen (später auch einfache Steinhäuser) ein tiefes Erdloch ausgehoben, darüber eine Platte als Verschluss. Der Verstorbene bzw. die Verstorbenen wurden schlichtweg, dies dann mit einer rituellen Zerenomie, in dieses Erdloch geworfen. Letztlich ein Massengrab. Dieses Steinhaus ist so ein Ort in welchem solch eine Gruft vorhanden ist.
Dazu auch diese Info.

Sinngemäße Übersetzung des Textes auf dem Foto:

Der Totenkult ist auf Korsika sehr präsent. Dies ist die Zeit, in der die Clan-Familie ihre Verbundenheit, ihre Einzigartigkeit, ihre Verbundenheit mit ihren Wurzeln zeigt. Vor dem französischen Gesetz von 1850 verboten, praktizierten die Korsen in der "archa", eine Art Massengrab. Diese Kollektivbestattung befand sich in der Krypta einer Kirche, unter dem Pflaster eines Klosters oder war ein Gebäude, das an eine Kultstätte angrenzt. Es war ca. 3 Meter tief aus und wurde von einer Platte oder einem Stein abgeschlossen, die bei jedem Begräbnis bewegt wurde.
Die Riten der Begleitung des Verstorbenen sind archaisch. Ihre Ursprünge sind verloren gegangen, aber der Brauch bleibt erhalten, ebenso wie der, auf seinem eigenen Land begraben zu werden, vorausgesetzt, es gibt Platz!
Auch wenn Grabmale und Friedhöfe dem Arca folgten, so sind doch die mit dem Totenkult verbundenen Traditionen noch durchaus in den Köpfen der Korsen.
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cinto

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Samstag, 14. Oktober 2017, 12:14

@Guenter:
danke für das interessante Rätsel und den informativen Beitrag. Endlich mal wieder eine kulturelle Information, auch wenn's Totenkult ist. Das ist in letzter Zeit hier im Forum selten geworden.
Grüße
Helen

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Samstag, 14. Oktober 2017, 12:15

Die von Helen angesprochenen Orte befinden sich tatsächlich in der Nähe:
- die Eglise Santa Maria (sehr einfache, schlichte Kapelle
- der Menhir Stantare Santa Maria dicht anbei
- auf dem Weg dahin: Petra Frisgiada >>> ein Fels der als Wegpunkt auf einem seit Urzeiten benutzten Transhumanzweg diente. Übersät mit Unmengen von Ritzungen.
- die Eglise San Quilicu. Die Schwesterkapelle zur Eglise Santa Maria. Wunderschön, mit vielen Reliefen. Nicht unähnlich zur Eglise Saint-Michel de Murato
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Samstag, 14. Oktober 2017, 12:28

San Quilizu
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U Liamone (16.10.2017)

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Hallo, hier noch eine Seite mit Infos zu Kapelle und Menhir (auf Französisch) ...hierdie übersetzte Seite.
Es gibt einen neues Übersetzungstool. Ist besser als bisherige Andere...find ich zumindest.
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