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Guenter

Korsika-Urgestein

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Ich bereise die Insel seit: 1979

Vor- oder Rufname: Günter

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21

Donnerstag, 5. Oktober 2017, 13:43

Bin ich jetzt im web zufällig darüber gestolpert zum Thema Wildschweinjagd auf Korsika. Warum auf dem Foto aber Ziegen zu sehen sind???

Das trotz der vielen Wildschweine dann doch relativ wenig davon auf Speiekarten zu finden ist dürfte schon, wie ja zuvor bereits gesagt, ein "Verdienst " der EU sein.
Die Veterinärärztlichen Untersuchungen kosten Geld und machen Umstände.
In deutschland ist es so ...oder war so. bin da nicht auf aktuellen Stand. Der Jäger hat das erlegte Tier auf seinen gesundheitszustand zu beurteiel, Gibt es Auffälligkeiten ist ein Tierarzt beizurufen. Pflicht ist das Tier auf Trichinen untersuchen zu lassen. Das muss von einem amtlichen Veterinär durchgeführt werden und kostet natürlich Gebühren
Signatur von »Guenter« Gruß Günter

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Dreamcaster (06.10.2017)

der_Corse

Möchtegern-Korse :-)

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22

Donnerstag, 5. Oktober 2017, 14:25

waren in 2014 längere Zeit auf Sardinien
na ja, das ist nahezu 3 Jahre her. Da kann sich viel verändern.

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Guenter (05.10.2017)

Mufflon

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23

Donnerstag, 5. Oktober 2017, 16:21

Dadurch würde eine gesundheitlich unbedenkliche Herstellung des Käses gesichert siehe hier. ???
danke für den interessanten Link...
dachte die keimfreie Milch würde den Larven/Maden keinen Nährboden geben...?

Aber keimfreie Fliegen... das hört sich spannend an


Apropos Korsika und Käse...

auf dem Wochenmarkt in Sartène hat mir ein korsischer Marktverkäufer erzählt,
dass in Wahrheit, die Korsen die Kunst der Käseherstellung, größtenteils von den Sarden gelernt hätten.
Ob das stimmt, weiss ich nicht.


Signatur von »Mufflon« Gruß
Martin

... verwirren sie mich nicht mit Tatsachen,

meine Meinung steht fest!

Dreamcaster

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24

Donnerstag, 5. Oktober 2017, 17:18

Das hätte ich gerne erlebt wie die Insel zu dieser Zeit noch ausgesehen hat.
1968 war ich als Gast genauer gesagt als "Deckhand" auf einer Segelyacht in Calvi , Bonifacio und Bastia , wir liefen auch einige noch menschenleere Buchten an. Besonders auffällig ist die Erosion des Sandstrandes in Calvi - meinem späteren Lieblingsort. Dort war der Sandstrand etwa 30 Meter breiter als heute, wo die Strandkneipen ja schon fast direkt am Wasser stehen - da blutet mir das Herz. Die Steindämme zur Rückgewinnung des Sandes machen das Ganze ja auch nicht schöner. In Bastia war der Hauptplatz hinter dem Hafen noch nicht geteert und fürs Boule-Spielen optimiert und die halbe Stadt saß dort am frühen Abend rum um etwa 20 Partien zu beobachten. In Bonifacio war es ruhig und gemütlich und es gab oben gerade etwa 3 Restaurants. Am Plage de U Paradisu bzw. dem Plage de Rondinara lagen wir alleine vor Anker - inzwischen völlig unvorstellbar.

Mich würde interessieren, ob auch noch heute die "Familien" so großen Einfluss auf das Geschäftsleben haben, damals konnte man nur Geschäfte mit der Genehmigung des örtlichen Clans machen und es war sehr gefährlich mit mehreren gleichzeitig Handel zu betreiben. (sorry, ist off-topic, aber Martin lebt dort und ich bin neugierig)

Gerade noch angenehm scharf (sehr scharf) aber ein Aroma und ein Geschmack, da langte eine
ganz kleine Menge (Teelöffel), um damit ein halbes Baguette zu essen und ungelogen, ich hatte den
Geschmack noch weitere 1-2 Tage auf der Zunge.
Genau so war es beim Fromage du Diable, aber der war bräunlich und eher hart - mehr wie eine Messerspitze voll war zu viel.

da empfehle ich Spanien, Cordoba, genauer "Villanueva de Cordoba"
mit dem neuen Schienennetz und den irrsinnig schnellen Zügen (knapp 400 km/h)
ist man da schnell dort....

Hatte dort ein Steak bestellt ca. 10,- € und tippe nicht unter 700 gr. vom Allerfeinsten!
Einfach nur gegrillt ohne großartig Gewürze....
Klar in Andalusien ist auch die Stierzucht zu Hause, das wirkt sich wohl auch auf die anderen Rinder aus. Nach dem Abi bin ich 1969 rund um die iberische Halbinsel gefahren - ich erinnere mich noch an vorzüglichen Stierschwanz in dunkler Weinsoße (Malaga), aber auch an eine Muschelvergiftung in Algeciras.

Bin auf meinen Reisen immer auf der Suche nach landestypischen Essen und bin sehr experimentierfreudig. In Korsika fiel mir allerdings bei der Charcuterie auf, dass ich viel schon vom schwäbischen Bauernhof meiner Großeltern (mit eigener Schlachtung und Räucherhaus) kannte, früher musste man eben überall alles haltbar machen.

Im Ausland vermisse ich allenfalls das dunkle deutsche Brot und manchmal ein gutes bayerisches Weißbier. :prost_02:

25

Donnerstag, 5. Oktober 2017, 19:51

Grüss dich Luke,
vielleicht kann man es auf Korsika übertrage, ich bin in einer Metzgerei großgeworden, die den Schwerpunkt auf Donauschwäbischen Wurstwaren hatte.
Irgendwann brach aber der Umsatz ein, weil die jüngeren Generationen woanders kauften.
Dies sehe ich im eigenen Umfeld, wer isst denn noch sichtbares Fett ?!
Wir verbrachten ganze Wochenenden damit, die Zutaten von Hand zu schneiden. Die Gerüche bei der Herstellung waren unschlagbar und die Produkte ebenso. Obwohl ich diesen Beruf im elterlichen Betrieb erlernt hatte, war mein Paprikaschwartenmagen nie so gut wie der meines Vaters.
So Kleinigkeiten wie Paprika oder Knoblauch fanden erst nach und nach ihren Platz in den Küchen der schwäbischen Haushalte, die Flüchtlinge in den Neubausiedlungen wussten lange nicht, daß sie in der Saustallsiedlung lebten.
So geht wohl auch auf Korsika vieles verloren, taucht aber bestimmt wieder auf.
Wir haben Freunde in Roanne, die sich ein Bein abfreuen wenn wir endlich wieder zu Besuch kommen, unter anderem aber wegen der Charcuterie, die wir mitbringen.
Die fahren so auf unsere Wurstwaren ab, daß es fast peinlich wird.
Hoffentlich kehrt die Entwicklung auf der Insel in Richtung heimisch, beim Bier hat es ja auch funktioniert.
Liebe geräucherte Grüsse vom Hans.

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St.Flo (05.10.2017), Dreamcaster (06.10.2017)

WHans

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26

Donnerstag, 5. Oktober 2017, 21:06

Es kann doch nicht sein, dass die vielen Schafe und die jährlich 15.000 geschossenen Wildschweine nur noch von den Korsen selbst verzehrt werden.


Der berühmt, berüchtigte Madenkäse viel einer EU-Regelung zum Opfer...
Käse nur noch aus pasteurisierter oder thermisierter Milch herzustellen....



Die EU ist nicht immer an allem schuld:
Beispiele für Hartkäse, immer aus Rohmilch:

Parmigiano Reggiano D.O.P.
Hobelkäse
Greyerzer
Sbrinz
Emmentaler AOC
Allgäuer Emmentaler g.U.
Emmental de Savoie AOP
Cantal, Salers, Laguiole

Es gibt sie, die Rohmilchkäse, auch der sard. Madenkäse, den es übrigens z.B. auch im Piemont gibt, ist legal. Die Herstellung unterliegt nur bestimmten, stregen Vorschriften.
Und an die wollen sich wahrscheinlich die Korsen nicht halten. Mit der Jagd ist es ähnlich. Statt die Voraussetzungen zu schaffen, die Wildschweine zu vermarkten, importiert man die lieber aus Polen oder lässt die geschossenen vergammeln, wenn man die selber nicht essen kann.

Gruß

Hans

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der_Corse (05.10.2017), Dreamcaster (06.10.2017)

Guenter

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27

Samstag, 7. Oktober 2017, 12:45

..da passt das doch gerade wieder >>> Rückruf von Rohmilchkäse. Sind halt meist die industriell hergestellten Produkte die davon betroffen sind. Ähnlich gab es ja bereits mehrere Fälle in diesem Jahr. Alles Bio ? "handwerkliche" Herstellung, nur von glücklichen Kühen (könnte man meinen,.... ???

@Dreamcaster: ... da musst Du halt in die Pfalz ... Pfälzer Leber- und Blutwurst, Saumagen, Dosenbratwurst (oberlecker), .... :winking2:
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wolfgang (07.10.2017), Dreamcaster (08.10.2017)

Ralph-Peter

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28

Montag, 9. Oktober 2017, 08:33

Normalerweise kaufen wir unser Frischfleich auch immer beim örtlichen Metzger, aaaaber in dem oberen kleinen Supermarkt in Porto sind wir dann ganz schnell von dieser Grundregel abgewichen. Der "Metzger" den wir da hinter der Theke gesehen haben, hat uns zur SB Theke in den unteren größeren Supermarkt getrieben. :zombie: Die ehemals weiße Schürze über und über mit altem Blut besudelt, Klamotten an, die, so sahen sie aus vor Wochen schon hätten gewaschen werden müssen, die Haare so fettig, als hätte er sie vorher in einer Fritteuse gehabt, Schuppen fielen aus den "Haaren" ohne Ende. Die Fleischtheke war dreckig und voller Fliegen und das Fleisch hätte sich wohl in den nächsten Tagen von selber wieder bewegt. c$i/ng

Mufflon

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29

Samstag, 14. Oktober 2017, 22:59

Mich würde interessieren, ob auch noch heute die "Familien" so großen Einfluss auf das Geschäftsleben haben, damals konnte man nur Geschäfte mit der Genehmigung des örtlichen Clans machen und es war sehr gefährlich mit mehreren gleichzeitig Handel zu betreiben.
Hallo @Dreamcaster,

tut mir leid, dass ich mich erst jetzt wieder melde...
Aus meiner Region betrachtet würde ich deine Frage eindeutig mit JA beantworten.

Es ist alles fein säuberlich nach Familien aufgeteilt.

Ich hatte z.B. einen Mietvertrag mit der Familie Geronimi und die versteht sich nur mit Familie xy.
Das hieß für mich (im Winter bin ich Schreiner), so wurde mir es freundlich nahegelegt, keine Aufträge
ausserhalb dieses Verbundes anzunehmen.
Hätte ich trotzdem machen können, nur wäre mein "Ansehen" gesunken und damit auch die Wahrscheinlichkeit aus dieser Ecke
wieder einen Auftrag zu bekommen.

Das ist noch keine 8 Jahre her.
2 große Patrones sind mittlerer Weile verstorben und den "Jüngeren" (meine Generation Bj.:+/- 60er) sind da schon etwas toleranter.
Es ist trotzdem sehr von Vorteil wenn man die Zusammenhänge durchschaut.
Familie first, heisst es hier immer noch.

Vor allem in der Bau- und Transportbranche geht nichts ohne die großen Familien (die man beinahe tatsächlich Clan nennen könnte).

PS:
segelst du immer noch?
mein Langkieler ist vor ein paar Jahren auf Grund gegangen... :cabezazo:
wenn du hier vorbeikommst mit nem Segler komm ich mit...
Signatur von »Mufflon« Gruß
Martin

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Dreamcaster (15.10.2017)

Dreamcaster

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30

Sonntag, 15. Oktober 2017, 10:01

segelst du immer noch?
mein Langkieler ist vor ein paar Jahren auf Grund gegangen...
wenn du hier vorbeikommst mit nem Segler komm ich mit...
Nach meiner letzten Erfahrung in der Karibik (2015) lass ich das besser bleiben, denn meine Beweglichkeit bzw. Kraft ist dahin und ich bin nun auf Deck eher ein Hindernis. Früher konnte ich mich vor Einladungen (auch bezahlte) kaum retten, da ich alle Patente hatte, extrem stark und seefest war. Ein eigenes Boot nach meinen gehobenen Vorstellungen konnte ich mir nie leisten.

Danke für Deine Antwort betreffs der Familien-Clans, dachte mir schon, dass sich die Strukturen auflösen und die Nachfahren an Einfluss verlieren. Zumindest konnten sie in der Vergangenheit verhindern, dass sich keine internationalen Hotelketten ansiedelten und der Tourismus gemäßigt und meist in korsischer Hand blieb - nicht zu vergleichen mit den Balearen.