Was wollen die Gilets Jaunes ?

  • Seit 3 Wochen protestieren in Frankreich zehntausende, wenn nicht hunderttausende von Menschen gegen die Regierung und Präsident Macron. Damit mann/frau sich selber über die Foderungen informieren kann, hier eine Liste von Franceinfo - kopiert und übersetzt mit Deepl. Übersetzer, unbearbeitet .... hier der Text:

    Aus: franceinfoFrance Télévisions Aktualisiert am 01/12/2018 | 17:38 Uhr


    Die Ansprüche der "gelben Westen" gehen nun offiziell über die Frage der Kraftstoffpreise hinaus. In einer ausführlichen Erklärung, die am Donnerstag, den 29. November, an die Medien und Parlamentsabgeordneten geschickt wurde, listete die Delegation der Bewegung eine Reihe von Forderungen auf, die sie umgesetzt sehen wollte:

    Erhöhung des Mindestlohns auf netto 1.300 Euro, Rückkehr in den Ruhestand mit 60 Jahren oder Wegfall der Quellensteuer....... Die Liste enthält viele soziale Maßnahmen, aber auch Maßnahmen im Verkehrsbereich, wie z.B. das Ende der Erhöhung der Kraftstoffsteuern und die Einführung einer Steuer auf Schiffskraftstoff und Kerosin.

    Hier ist eine nicht abschließende Liste von Ansprüchen:


    - Null Obdachlose: URGENT.


    - Mehr Progressivität bei der Einkommensteuer, d.h. mehr Einstufungen


    - Smic bei 1.300 Euro netto.


    - Förderung von Kleinunternehmen in Dörfern und Stadtzentren. Stoppen Sie den Bau großer Gewerbegebiete in der Nähe von Großstädten, die kleine Unternehmen töten, und mehr kostenlose Parkplätze in den Innenstädten.


    - Großwohnungsisolierung plant, Ökologie zu schaffen, indem sie den Haushalten Geld spart.


    - Steuern: dass große Unternehmen (MacDonald's, Google, Amazon, Carrefour...) BIG zahlen und dass kleine Unternehmen (Handwerker, VSE, KMU) kleine zahlen.


    - Gleiches Sozialversicherungssystem für alle (einschließlich Handwerker und selbständige Unternehmer). Ende des RSI.

    Das Rentensystem muss vereint und damit sozialisiert bleiben. Kein Punkt Rückzug.


    - Ende der Erhöhung der Kraftstoffsteuer.


    - Kein Ruhestand unter 1.200 Euro.


    - Jeder gewählte Vertreter hat Anspruch auf das Mediangehalt. Seine Transportkosten werden überwacht und bei entsprechender Begründung erstattet. Anspruch auf Essensgutscheine und Urlaubsgutscheine.


    - Die Gehälter aller Franzosen sowie die Renten und Zulagen müssen an die Inflation angepasst werden.


    - Schutz der französischen Industrie: Verbot von Standortverlagerungen. Der Schutz unserer Branche bedeutet den Schutz unseres Know-hows und unserer Arbeitsplätze.


    - Ende der abgeordneten (Entsende-Leih) Arbeit. Es ist anormal, dass eine in Frankreich arbeitende Person nicht das gleiche Gehalt und die gleichen Rechte erhält. Jeder, der auf französischem Gebiet arbeiten darf, muss einem französischen Staatsbürger gleichgestellt sein, und sein Arbeitgeber muss auf dem gleichen Niveau wie ein französischer Arbeitgeber beitragen.


    - Für die Arbeitsplatzsicherheit: Weitere Begrenzung der Anzahl der befristeten Verträge für Großunternehmen. Wir wollen mehr unbefristete Verträge.


    - Ende der CICE. Verwendung dieses Geldes zur Gründung einer französischen Wasserstoff-Autoindustrie (die im Gegensatz zum Elektroauto wirklich ökologisch ist.)


    - Ende der Sparpolitik. Die Zinsen auf die Schulden, die für unehelich erklärt werden, und wir beginnen, die Schulden zu tilgen, ohne Geld von den Armen und weniger Armen zu nehmen, sondern indem wir die 80 Milliarden an Steuerhinterziehung einziehen.


    - Dass die Ursachen der Zwangsmigration angegangen werden.


    - Dass Asylbewerber gut behandelt werden. Wir schulden ihnen Unterkunft, Sicherheit, Nahrung und Bildung für Minderjährige. Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen, um sicherzustellen, dass in vielen Ländern der Welt Auffanglager eröffnet werden, bis der Asylantrag abgeschlossen ist.


    - Die abgelehnten Asylbewerber werden in ihr Herkunftsland zurückgeschickt.


    - Dass eine echte Integrationspolitik umgesetzt wird. In Frankreich zu leben bedeutet, Französisch zu werden (Französisch-Sprachkurse, Französisch-Geschichtskurse und Staatsbürgerkundekurse mit einem Zertifikat am Ende des Kurses).


    - Das maximale Gehalt beträgt 15.000 Euro.


    - Schaffung von Arbeitsplätzen für Arbeitslose.


    - Erhöhung der Invalidenleistungen.


    - Begrenzung der Mieten. Günstigere Wohnungen (insbesondere für Studenten und prekäre Arbeitnehmer).

    Begrenzung der Mieten. Günstigere Wohnungen (insbesondere für Studenten und prekäre Arbeitnehmer).


    - Verbot des Verkaufs von Immobilien aus Frankreich (Staudamm, Flughafen....)


    - Erhebliche Mittel für Justiz, Polizei, Gendarmerie und Armee. Ob Überstunden der Strafverfolgungsbehörden bezahlt oder eingezogen werden.


    - Alle Einnahmen aus der Autobahnmaut werden für den Unterhalt der französischen Autobahnen und Straßen sowie für die Verkehrssicherheit verwendet.


    - Da die Preise für Gas und Strom seit der Privatisierung gestiegen sind, wollen wir, dass sie wieder öffentlich werden und die Preise deutlich sinken.


    - Sofortiges Ende der Schließung von kleinen Linien, Postämtern, Schulen und Geburtskliniken.


    - Lasst uns das Wohlbefinden unserer älteren Menschen fördern. Verbot, mit älteren Menschen Geld zu verdienen. Das weiße Gold ist vorbei. Die Ära des grauen Wohlbefindens beginnt.


    - Maximal 25 Schüler pro Klasse vom Kindergarten bis zur High School.


    - Das Volksreferendum muss in die Verfassung aufgenommen werden. Schaffung einer lesbaren und effektiven Website, die von einem unabhängigen Kontrollorgan überwacht wird, bei dem die Bürger einen Legislativvorschlag unterbreiten können. Wenn dieser Gesetzentwurf 700.000 Unterschriften erhält, dann muss dieser Gesetzentwurf von der Nationalversammlung diskutiert, ergänzt und geändert werden, die verpflichtet ist (ein Jahr auf den Tag nach Erhalt von 700.000 Unterschriften), ihn zur Abstimmung aller Franzosen vorzulegen.


    - Rückkehr zur 7-jährigen Amtszeit des Präsidenten der Republik. Die Wahl der Abgeordneten zwei Jahre nach der Wahl des Präsidenten der Republik ermöglichte es, dem Präsidenten der Republik ein positives oder negatives Signal für seine Politik zu geben. Dies würde also dazu beitragen, der Stimme der Menschen Gehör zu verschaffen.


    - Pensionierung mit 60 Jahren und für alle Personen, die in einem körperabtragenden Beruf gearbeitet haben (z. B. Maurer oder Ständer), Anspruch auf Pensionierung mit 55 Jahren.


    - Ein 6-jähriges Kind, das sich nicht um sich selbst kümmert, Fortsetzung des Pajemploi-Assistenzsystems, bis das Kind 10 Jahre alt ist.


    - Förderung des Güterverkehrs auf der Schiene.


    - Keine Quellensteuer.


    - Befristung der Amtszeit des Präsidenten.


    - Verbot, Händler dazu zu bringen, eine Steuer zu zahlen, wenn ihre Kunden die Kreditkarte verwenden.


    Steuer auf Schiffsheizöl und Kerosin.


    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator

  • Ein ziemlicher Rundumschlag quer durch die Sozial-, Arbeits-, Wirtschafts- und Steuerpolitik, oder?


    Was ich an den Franzosen ja bewundere, ist, daß sie landesweit auf die Straße gehen. Bis der Durchschnittsdeutsche mal seinen A.... hochkriegt muss schon arg viel zusammen kommen. Von dieser Art der direkten Demokratie könnten wir uns noch eine Scheibe abschneiden, unsere Politiker erhalten glaube ich viel zu wenig Rückmeldung über ihre für den Normaldenkenden teils doch schwer nachvollziehbaren und oft wenig mutigen Entscheidungen. Das soll nun keine allgemeine Politikerschelte sein, im Großen und Ganzen geht es uns ja schon recht gut...


    Grüße

    Georg

  • Ja, deswegen ist es jetzt sehr spannend wie in Frankreich die politischen Diskussionen fortgesetzt werden. Es muss doch möglich sein, den unsäglichen Einfluß - oder besser Diktat - der Lobbyisten auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene wieder zu begrenzen. Und ich finde es gut, das die Gilets Jaunes sich in keine Schublade einordnen lassen. Begonnen hat es mit dem Protest gegen die steigenden Benzinpreise, andererseits fordern Sie jetzt die Besteuerung von Kerosin und Schiffschweröl . Dann wird die Reise nach Korsika eben teurer. Es ist aber nicht nachvollziehbar, das ich bei Anreise mit Europa Spezial für 39,00 € die Mehrwertsteuer zahle, bei Anreise mit dem Super-Sparpreis der Airline XY keine Mehrwertsteuer! Ein Muster-Beispiel für Lobbyarbeit.Von den Folgen der Umweltverschmutzung sind wir alle betroffen....

  • Sehr sozialistisch angehaucht, die Forderungen. Und damit wohl genau das, was sich die Franzosen mal vom Macron erhofft hatten.

    (Ich konnte nur das mit den hohen Spritpreisen im Sommer beobachten. Zum ersten Mal war das tanken in Italien teurer als auf Korsika.)

  • Ja, die lieben Spritpreise. 1,60 Teuronen.......

    Wir haben doch hier Petroleum für unsere Zibro Öfen........

    1 € der Liter. Es fährt und fährt......... Ich, der in F. lebt, bin ja

    auch davon betroffen und bin da bei den Gilets Jaunes. Wenn das

    dann ausufert in Vandalismus, finde ich das Sch..... Protest ja aber

    nicht auf Kosten der Bürger. Dem Franzosen zolle ich auch enormen

    Respekt in Punkto Durchhaltevermögen. Der Deutsche ist da hingegen

    ein Schaf das zwei Wochen blökt und sich dann wieder dem grasen

    zuwendet.

    (kann Spuren von Senf enthalten)

    Mark, der mit dem Holz tanzt.

  • Gerade gelesen: 80jährige Frau in Marseille gestorben.

    Sie hatte gerade Ihr Fenster schließen wollen, als 2 Polisten Ihr eine Tränengas-Granate in die Wohnung geschossen haben. Die Frau wurde schwer am Gesicht verletzt und starb im Krankenhaus.

    Im Tele waren aber auch Bilder zu sehen wie die Gendamerie - in gelben Westen - einzelne PKW und LKW unter Beifall der Demonstranten umleitet. Und uneinsichtige PKW Fahrer am Weiterfahren hindert.....was gibt es eigentlich aktuell aus Korsika zu berichten?

  • Hallo zusammen,


    Monsieur Macron ist 2017 demokratisch ins Amt gewählt worden.

    Nicht von allen, aber von einer Mehrheit.

    Hat er in seinem Wahlprogramm nicht Reformen angekündigt, von denen nicht wenige behaupten, dass vieles davon seit Jahren/Jahrzehnten überfällig ist?

    Dann brennen Reifen und mit ihnen das Dekret der Steuererhöhung.

    Gelernt ist gelernt: "Das Original - Seit 1789".

    Das ganze ohne cgt-Fahnen, sondern nur mit Herrn Zuckerbergs "Demokratie"-Maschine "makes the world more open and connected". Glückwunsch.

    Schon Gedanken gemacht, wer mit jedem gelben Männchen mehr, Herrn Macron nachfolgen wird?


    Viele Grüße

    Bobby

  • Mobilisation in ganz Korsika? Die Gilets jaunes sind lt. corsematin immer aktiver. Heute wurde mehreren Orten der Insel protestiert , u.a. war der Kreisverkehr am Bahnhof von Ajaccio dicht. In Propriano wurde die Fähre blockiert. Am WOE fallen in Frankreich 4 große Fußballspiele der 1. Liga aus. Auch interessant:

    Die Verbände der ländlichen Bürgermeister und Kleinstädte in Frankreich bitten ihre gewählten Vertreter, ihre Rathäuser am Samstag, dem Tag der angekündigten Mobilisierung der "gelben Westen", zu öffnen, damit die Bürger ihre Wut und ihre Forderungen äußern können. Auf die Idee müßten die vom Diesel Betrug geschädigten Bürger hierzulande auch mal kommen

    Nur noch 18% der Franzosen unterstützen Macron (Franceinfo), immer mehr Promis wie z.B. Brigitte Bardot und Michel Polnareff unterstützen die Giets Jaunes (Mediapart), die Gewerkschaft Sud fordert die Eisenbahner auf, in den Zügen die Fahrgäste mit gelben Westen nicht so doll zu kontrolieren damit die Teilnehmer kostenlos anreisen können....

  • Ich finde es immer wieder beeindruckend wie die Franzosen ihren Forderungen Nachdruck verleihen, allerdings finde ich die Gewaltausbrüche und Sachbeschädigungen an historischen Kulturgüter alles andere als gut auch wenn es offensichtlich schon zu einem Teilerfolg geführt hat.

    Ich möchte mir jetzt kein Urteil über den Sinn und Unsinn der aufgestellten Forderungen der Gelbwesten erlauben, aber vielleicht sollten sich unsere Politiker mal anschauen und als Warnung verstehen, was passieren kann, wenn man es in den Augen der Betroffenen, übertreibt. Das Politiker abgehoben und volksfremd geworden sind, ist ja nicht nur ein französiches Problem, sondern durchaus auch ein Problem in Deutschland. Hoffen wir mal, das es am Wochenende nicht wieder eskaliert und niemand verletzt wird oder schlimmers passiert.....

  • Auf dem Festland ist es auch gerade interessant. Im Département Ardèche ist es dieses Wochenende verboten Benzin/Diesel in Kanistern zu tanken!

    Die Begründung soll wohl der Mangel an den Tankstellen sein! Es kann natürlich auch sein das verhindert werden soll, das man sich Brandbomben bastelt:huhparty:


  • Hallo, ich bin gespannt, wie es weiter geht. Verläuft sich der Protest im Sande oder wird eine Revolution daraus? Bislang sind wir Korsika ja treu geblieben. Das könnte sich aber ändern. Denn auf Korsika könnten auch Touristen unter den Protesten leiden.

    Gruß


    Werner