Mare a Mare Sud Mai 2019

  • Liebe Forianer,


    im Mai diesen Jahres bin ich den Mare a Mare Sud gegangen. Alleine. Das war zwar nich ganz so geplant, aber es war ein gutes Gefühl und ein unvergessliches Erlebnis. Es war eine neue Erfahrung, am Ende einer wanderung nicht zum Ausgangspunkt zurück zu kommen, und nach 5 Tagen sagen zu können: Ich habe es geschafft. Ich habe Korsika einmal von West nach Ost durchquert. Das macht stolz und gibt Kraft. Für neue Abenteuer.


    Aufgrund logistischer Probleme bei der Anreise habe ich mich entschieden, den Mare a Mare Sud von West nach Ost zu gehen. Von Propriano habe ich mich mit einem Taxi nach Burgo zum eigentlichen Einstieg der Wanderung bringen lassen, um nicht zu Beginn 7 km Straße laufen zu müssen. Am Vormittag des 13. Mai ging es dann los. Nachdem ich ein bißchen an Höhe gewonnen hatte, boten sich tolle Rückblicke auf die Westküste, ebenso wie auf die umgebende Bergwelt. Immer wieder blühende Macchia. Am Nachmittag rückt dann das etappenziel ins Blickfeld, die Gîte d´etappe in Saint-Lucie-de-Tallano. Dort bin ich der einzige Gast, die Wirtin ist sehr freundlich, die Zimmer sauber. Nach einer heißen Dusche wartet eine reichhaltige Mahlzeit auf mich.

  • Hallo Kirsten,

    vielen Dank für die Rückmeldung.

    Schön dass es dann doch noch geklappt hat und du es bis zum Ziel geschafft hast.

    Das Wetter war ja nicht gerade das beste was die Insel zu bieten hat.

    Danke für die Bilder, gerne mehr.

    (kann Spuren von Senf enthalten)

    Mark, der mit dem Holz tanzt.

  • Am nächsten Tag geht es weiter nach Serra-di-Scopamene. zu dieser Etappe schreibt mein Wanderführer, die Markierung sei teilweise mangelhaft. Mit leicht gemischten Gefühlen laufe ich los. In der Tat sind die Markierungen im ersten Teil der Wanderung sehr spärlich gesät, aber es gibt auch kaum alternative Möglichkeiten, die man als Weg gelten lassen könnte, und jedes Mal, wenn ich mir Sorgen mache, dass ich nun schon lange keine Markierung mehr gesehen habe, taucht dann doch irgendwo orange auf. Beim Abstieg in das Rizzanesetal hat man tolle Ausblicke. Nach Überquerung des Flusses auf einer bequemen Brücke geht es noch einmal ordentlich bergan, hier ist die Markierung wieder vorbildlich. An diesem Tag bin ich viel zu zeitig an meinem Etappenziel, die Gîte hat noch zu. Also begebe ich mich in die örtliche Bar, dort treffe ich zwei Wanderer, denen es genauso geht. Mit einem netten Gespräch vergeht die Zeit viel schneller, unterdes verschlechtert sich das Wetter.

    Auch die Gîte in Serra-di-Scopamene ist ein gastlicher Ort, außer mir sind noch 6 andere Wanderer da, die allerdings in der Gegenrichtung unterwegs sind.

  • Mittwoch, der 15. Mai. Eigentlich erwartet mich heute eine recht lange Etappe, wenn man den Bogen über Aullène und Quenza geht. Der Blick aus dem Fenster bringt Ernüchterung: Schneeregen. Der Wetterbereicht verspricht ab Mittag Besserung. Also entschließe ich mich, zunächst mit einem Taxi nach Quenza zu fahren. Dort verbringe ich wieder einige Zeit in einer Bar. Im Fernseher ein Nachrichtensprecher, der über winterliche Verhältnisse am Col de Vizzavona berichtet.

    Mittags wird der Regen weniger, und ich trete die nun deutlich verkürzte Etappe nach Levie an. Kaum habe ich die letzten Häuser von Quenza hinter mir gelassen, kommt die Sonne wieder durch. Kurz vor Levie geht es durch einen märchenhaften Wald vorbei an den prähistorischen Stätten Cucuruzzu und Capula. Dann wieder herrliche Ausblicke auf die nun verschneite Bergwelt.

    In der Gîte d`etappe treffe ich wieder auf andere Wanderer, diese sind von Cartalavonu durch eine Winterlandschaft gelaufen.


  • Am Donnerstag wieder herrliches Wanderwetter. Der halbe Ruhetag hat mir gut getan, der Muskelkater ist auch weg. Zunächst geht es erstmal wieder bergab, in das Tal des Fiumocioli. Von Carbini aus hat man dann wieder grandiose Ausblicke auf die Bavellagruppe. Nach einer Stärkung im Café du centre ist der lange Anstieg auch gar nicht so schlimm. Oben angekommen, rückt der stausee von Ospedale und die Ostküste ins Blickfeld. Die Zimmer der Gîte in Cartalavonu sind deutlich spartanischer, durch die rückwärtige Lage in dem Haus Richtung Berg eher düster, aber sauber.

  • Freitag, der letzte Tag der Wanderung. Nach einem kurzen Abstecher auf die Punta di a Vacca morta begebe ich mich auf den Abstieg nach Ospedale, genieße dort noch einmal leckere korsische Spezialitäten und kaufe auch in der kleinen Epicerie ein paar Leckereien für die familie zu Hause ein.

    Am Samstag bleibt dann in [definition='18','1'][/definition] noch Zeit für einen kleinen Stadtbummel, bevor es mit dem Bus wieder zurück nach [definition='3','0'][/definition] geht.

    Die Infektion mit dem Korsikavirus ist bei dieser Wanderung wieder akut aufgeflammt und ich denke schon über neue Projekte nach. Wann das allerdings sein wird, kann ich jetzt noch nicht sagen.

  • Hey Kirsten, dein Bericht weckt bei mir die Lust so eine Streckenwanderung doch mal in Angriff zu nehmen. Bisher schreckten mich die gites........vielen Dank für deinen Bericht.:)party:

    Viele Grüße Birgitta

  • Moin Kirsten Korsika Neuling ,

    vielen Dank und meinen Respekt für diese tollen Berichte!

    Das Käsebild ist schon etwas gemein. Ich kann ihn förmlich schmecken, den Tomme corse und wie sie alle heißen. Von Riechen will ich gar nicht reden... Dazu ein kühle Orangina und reichlich Baguette. Was kann es Schöneres geben...


    lg

    wolfgang

    Es grüßt

    wolfgang, klein geschrieben

  • wolfgang : ich hau noch mal in die Kerbe: der Käse war ausgesprochen lecker, und dann noch die Aussicht dazu :)party:. Aber du dürftest doch auch bald auf der schönen Insel sein. ich sollte mir wohl langsam auch mal einen neuen Usernamen zulegen ::,,II8


    island66 : Die Gîtes sollen sehr verschieden sein, an den Mare a mare wohl generell besser als am GR20. Die auf dem MaM sud sind wirklich gut, bis auf Cartalavonu Übernachtung in 4-Bettzimmern (Doppelstockbetten), Bad meist am Zimmer. Ein Hüttenschlafsack ist zu empfehlen, Laken und bezogenes Kissen vorhanden, ein zweites Laken für die decke gibt es meist nicht oder höchstens auf Anfrage. Die bereit liegenden Decken sahen sauber aus, in Cartalavonu allerdings ziemlich alt. Es gab überall Halbpension, so dass man auch nicht viel Essen mitschleppen muss. In Cartalavonu 6-Bett-Zimmer, bei voller Belegung sicher ziemlich eng, hier aber auch Doppelzimmer verfügbar. Der MaM sud ist ein sehr schöner Weg, gerade im Frühjahr. Ich kenne Korsika bisher ja nur im Sommer. Als nächstes liebäugel ich mit dem MaM Nord von [definition='12','0'][/definition] bis Evisa, dann noch eine Etappe Mare e Monti bis Ota und mit dem Bus wieder zurück. Da hätte ich dann allerdings eine Übernachtung im Refuge, da gibt es auch keine Alternative. Aber bis jetzt gibt es da ja noch keine konkreten Pläne.


    Fiamingu : So schnell lasse ich mich nicht unterkriegen, und im Süden war das Wetter wahrscheinlich noch um einiges freundlicher als bei euch, mal abgesehen von dem Wintereinbruch.


    Allen die jetzt bald nach Korsika fahren einen schönen Urlaub.


    Kirsten

  • island66 : Als nächstes liebäugel ich mit dem MaM Nord von [definition='12','0'][/definition] bis Evisa, dann noch eine Etappe Mare e Monti bis Ota und mit dem Bus wieder zurück. Da hätte ich dann allerdings eine Übernachtung im Refuge, da gibt es auch keine Alternative. Aber bis jetzt gibt es da ja noch keine konkreten Pläne.

    Korsikaneuling : In der Refuge a Sega ist allerdings die Gefahr groß, dass du von Flöhen gebissen wirst. So erging es uns letztes Jahr Ende Mai. Bei der nächsten Übernachtung in Calacuccia wollte uns deswegen der Hotelier zunächst nicht das vorbestellte Zimmer geben. Zur Info sind hier die Daten unserer Tour: KORSIKA-Wanderurlaub 2018 Nachlese.pdf