Wie uns Mailand den Traum von Korsika zerstörte

  • Hallo liebe Korsika-Fans,


    ich habe hier schon mal ein Thema aufgemacht, wobei es um die seit Wochen sehnsüchtig erwartete erste Reise für kleines Geld, mit meiner Freundin und Camper (VW Transporter) auf Korsika gehen sollte. Wir haben unfassbar viele Tipps und Unterstützung von euch bekommen und diese auch in unsere Planung einfließen lassen. Daher bedanke ich mich schon mal vorab vielmals an all diejenigen, die sich für uns zu Wort gemeldet haben. Die vielen interessanten Infos von euch über die Insel findet man hier: Um Korsika reisen mit einem Studentenbudget


    Wie der Titel schon vermuten lässt, haben wir es nicht auf die Insel geschafft. Wir waren sehr gut darauf vorbereit, wenn nicht gar fast zu gut. Wie schon erwähnt, wir freuten uns sehr darauf und planten früh alles mögliche.


    Am Abreisetag (30. Juli) waren wir 6 Stunden im vollgepackten Camper unterwegs Richtung Genua, wo uns am nächsten Morgen die Fähre nach Korsika hätte erwarten sollen. Den größten Fehler, den ich mir selbst nie verzeihen werde, ist der, dass ich vorgeschlagen habe wir könnten einen kurze Pause in Mailand machen, da es auf dem Weg lag. Also fuhren wir mitten in die Stadt rein. Da mir die großen Städte sowieso nicht geheuer waren, dachte ich der beste Parkplatz für das Auto wäre an einer stark befahrenen vierspurigen Straße mit vielen Menschen drum herum. Diese lag etwa 1 KM vom Stadtkern entfernt und heißt "Foro Buonaparte"... An den Scheiben hingen Vorhänge. Man konnte kaum in das Auto sehen.


    Keine zwei Stunden befanden wir uns in der Stadt, machten Fotos, aßen italienisches Eis und tranken italienischen Kaffee. Voller Vorfreude und immer noch in Urlaubsstimmung machten wir uns um 19 Uhr zurück zu unserem Auto. Dann kam der Schock. Die Fahrerseitenscheibe war eingeschlagen, die Fahrertür offen. Ein Polizist (oder Politesse) war an unserem Auto, er konnte uns jedoch mangels Englischkenntnisse nichts sagen und war auch schnell weg.


    Im Auto merkten wir, dass mein Tablet und von meiner Freundin drei Rucksäcke weg waren. Der Schock war dann noch viel größer als uns bewusst wurde, dass all ihre Papiere dort drin waren.


    Jetzt wussten wir nicht weiter. Wir wusste nicht ob wir überhaupt noch auf die Fähre kommen, oder den Weg noch nach Genua ohne Scheibe schaffen oder gar erst aus der Parklücke rauskommen, da der Boden voller Glasscherben war.


    Auch die Polizisten am Telefon konnten nur brüchig Englisch sprechen und wollten keine Streife vorbeischicken. Deshalb hab ich mich um 20 Uhr auf zur nächsten Polizeidienststelle gemacht und 2,5 Kilometer gejoggt. Auch dort hat man uns abgewiesen, denn sie seien "nicht zuständig" (?!). Auf dem Rückweg verfolgte ich nach Hilfe schreien mit den Armen wie wild wedelnd eine Polizeistreife. Diese ignorierte mich gekonnt und wurde erst nach gut 1/2 Kilometer von einer Straßenbahn zum anhalten gezwungen. Auch diese beiden Polizisten wiesen mich ab, denn sie hätten "wichtigeres" zutun, dabei befanden sie sich nicht mal im Einsatz! :cabezazo:


    Zurück am Auto warteten wir auf den Abschlepper und eine Kehrmaschine, die aber nie kam. Uns passierten während diesen 3 Stunden hunderte bis tausende Passanten. Keiner von ihnen hielt an. Niemand bot Hilfe an oder fragte was los sei. Und die Menschen, die ich um Rat fragte, interessierte es auch nicht... :thumparty:


    So kehrten wir die Straße selbst mühsam auf (ein paar Autos hatten sich schon platte Reifen geholt, super!) und machten uns um 22 Uhr auf eine andere Polizeiwache.


    Diese war komplett überfüllt und wie man es von den Italienern kennt, langsam. So waren wir dort für Stunden festgesetzt. Hier lernten wir drei Fälle kennen, denen es an diesem Abend ähnlich schlimm wie uns widerfahren ist.

    Fall 1: Einem deutschen Pärchen, Anfang 20, wurde ebenso die Scheibe eingeschlagen und Wertgegenstände aus dem Auto gestohlen. Sie parkten in einer Nebengasse.

    Fall 2: Einer französischen Mutter und Tochter wurden Mitten in Mailand das Auto samt Wohnwagen gestohlen, KEIN WITZ!!! ::,,II8

    Fall 3: Zwei sehr junge deutsche Männer, wahrscheinlich gerade 18 geworden und hilflos wirkend, wurden im Park überfallen, mit einem Messer bedroht, wobei einem von beidem fast der Bau aufgeschlitzt wurde. m##)


    Mit diesen Menschen und vielen weiteren warteten wir bis um 4 Uhr, um am Ende einen lächerlichen DIN A4 Bogen zu erhalten, auf dem wir den Vorfall nur grob Schildern konnten. Keine Anhörung, keine Detailaufnahme, keine Hilfe, NICHTS! :dash:


    Wir waren zu diesem Zeitpunkt schon richtig fertig mit den Nerven, aber entschlossen es trotzdem in Genua zu versuchen. Doch wir hatten immer noch ein offenes Fenster und 150 Km Fahrt vor uns. Und so machte ich die einzig positive Erfahrung an diesem Abend mit einem Mailänder. Ein Barbesitzer zeigte uns um 3 Uhr nachts sein Erbarmen, als er unsere Geschichte hörte und schenkte uns eine Rolle Frischhaltefolie. Mit dieser umwickelten wir die offene Scheibe.


    Mit Tempo 60 ging es dann auf die Autobahn und nach 4 Stopps, um die Folie immer wieder nachzubessern und über 2 Stunden waren wir um 6 Uhr Früh angekommen. Gerade rechtzeitig für die Fähre.


    Wie hätte es auch anders kommen sollen. Alles bibbern und hoffen hat nichts gebracht. Sie ließen uns nicht auf die Fähre, da der Personalausweis meiner Freundin gestohlen war. Für Ersatzpapiere war es zu spät.


    Wochenlange Vorbereitungen und Vorfreude wurden auf einen Schlag zerstört. Wir beide hatte nach 24 Stunden ohne Schlaf eine unserer schlimmsten Nächte durchgemacht und waren am Boden. c$i/ng




    Was ich euch hiermit sagen möchte, da ich und wahrscheinlich viele andere davor nichts davon wussten: MAILAND IST GEFÄHRLICH!!! Bleibt bei Möglichkeit fern davon!!! :blah:

    Ich habe noch nie eine derart schlechte Erfahrung mit einer Stadt, seinen Bewohnern und der Polizei gemacht. Es kam mir vor als seien alle Menschen dort gegen uns gewesen. Kein Interesse für einen, keine Empathie, keine Unterstützung in keinster Weise. Ich kann bis heute nicht fassen wie mit uns umgegangen wurde, und hatte daher einige Zeit zum verarbeiten gebraucht. m##)


    Ich möchte nur davor warnen eine Reise nach Mailand oder in einer der anderen größeren Städte Italiens (Genua, Bologna, Florenz, Rom) zu machen und zu meinen es wird schon alles gut gehen. NEIN, denn das was dort drüben mittlerweile Abläuft ist organisierte Kriminalität, wie es mir einige Polizisten versicherten. Seit einigen Jahren scheinen sich dort vermehrt Banden zu bilden, die es auf organisierten Raub abgesehen haben. Auf Autos, Handtaschen und wenn es sein muss auch mit Gewalt gegen Menschen!!!


    Was wir dort erleben mussten war keine heile Welt mehr. Ich musste mich eher noch wundern, dass diese Stadt noch in Europa liegen will...

    Mailand und generell Italien sollte sich über diese Zustände schämen. :nono:


    Ich entschuldige mich, wenn ich hier etwas Dampf abgelassen habe. Mit diesem Thema hier möchte ich dennoch bewirken, dass mehr Menschen über diese Gefahren in Italien bescheid wissen. Der ein oder andere wird sicherlich auch für die nächste Korsika-Reise durch dieses Land müssen. w&&((k


    Für mich war's das jetzt erst mal die nächsten Jahre mit Italien.

    Im nächsten Jahr möchte ich einen zweiten Versuch nach Koriska unternehmen, dann aber mit Flugzeug und Leihwagen. Das ist sicherer t&&)(

  • Erstmal danke für deine ehrliche Geschichte. Das tut mir natürlich sehr leid wie es gelaufen ist. Ich selber musste zum Glück bis jetzt so etwas nicht erfahren. Allerdings muss ich dir Recht geben, von Mailand habe ich schon sehr viel schlechtes gelesen und gehört, grade was das Aufbrechen von Autos angeht(egal ob gesicherter Parkplatz oder Nebenstraße).

    Deswegen meide ich diese Stadt auch. Meine Freundin wollte dieses Jahr unbedingt hin. Ich konnte es ihr irgendwie ausreden.

    Ob es nun allerdings in ganz Italien so schlimm ist, mag ich nicht zu sagen. Finde ich vielleicht etwas übertrieben. Aber ich habe nun auch etwas Bammel, weil wir nächste Woche nach Korsika fahren und in einer italienischen Stadt übernachten werden :Sparty: ich hoffe einfach mal das alles gut wird.

    Und euch wünsche ich, dass euer nächster Versuch nach Korsika zu gelangen, erfolgreich sein wird und ihr dann die Schönheit der insel genießen könnt.

  • Lieber Bruno,


    erst einmal herzlichen Dank für die ausführliche Schilderung Deiner/eurer schändlichen Erlebnisse!! ;(party:

    Und Deiner damit verbunden Warnungen ... herzliches Beileid zu den Umständen und dem damit verpassten Urlaub! :stopping:

    Aber - trotz aller eurer euch erniedringenden Erlebnisse: war das nicht alles etwas blauäugig von euch?!?! :Sparty:


    Schon allein die Tatsache dass mir kein Post hier im Forum bekannt ist in dem eine Zwischenstation in Mailand vorgeschlagen wird hätte euch hellhörig werden lassen müssen!

    Darüber hinaus warnen alle automobil-orientierten Vereine vor solchen Taten bzw. Umständen ... :thumbupparty:


    Und dass ihr noch wichtige Papiere in eurem KFZ zum Stehlen freigegeben habt (Papiere Deiner Begleiterin?) ist für mich persönlich nur als "Selbstverschulden" deklarierbar !! Sorry für die Härte meiner Anmerkung ...

    Ihr habt nicht alles falsch gemacht - aber eben Vieles!! w§§§l/ng

    Im nächsten Jahr möchte ich einen zweiten Versuch nach Koriska unternehmen, dann aber mit Flugzeug und Leihwagen. Das ist sicherer

    Sehe ich persönlich nicht so!

    Aber bis dorthin habt ihr auch sicherlich eure Blauäugigkeit überwunden ... :appl:


    LG Ernest

  • Was euch passiert ist, tut mir leid, aber ich sehe es wie Ernest. Man parkt doch sein vollgepacktes Fahrzeug nicht irgendwo in einer Stadt und bummelt dann erstmal. Mein Auto lasse ich nicht aus den Augen, bis ich auf der Fähre und dann am Mietobjekt bin. Ausnahme: Raststätte, wo was los ist, und da nehmen wir Geldbeutel und Handys natürlich mit. Deine Freundin ist ohne Ausweis in der Gegend rumgelaufen und der war im Rucksack? Will ich fast nicht glauben.


    Was ich aber bei allem Frust nicht in Ordnung finde, ist dein Italien-Bashing. Völlig überzogen! Ich war mehrfach in Italien. Ich war die letzten Jahre in Rom, nahezu jeder Stadt der Toscana (Florenz mehrfach), Neapel und anderen, nicht ganz so bekannten Orten. Nie ist etwas passiert und die Leute sind sehr nett. Im Süden sicher herzlicher als im Norden.


    Ich packe mein Auto doch auch nicht voll und stelle es mitten in Frankfurt ab. Da hätte ich auch beste Chancen, dass es aufgebrochen wird...


    Wie gesagt: Dumm gelaufen, aber auch dumm angestellt. Sorry, muss man so deutlich sagen. Und dann sollte man nicht gleich ein ganzes Land verteufeln. Das hätte euch überall passieren können!


    Und die Lösung ist jetzt also fliegen. Na dann...Land und Leute habt ihr ja schon kennengelernt::,,II8

  • Ob es nun allerdings in ganz Italien so schlimm ist, mag ich nicht zu sagen. Finde ich vielleicht etwas übertrieben. Aber ich habe nun auch etwas Bammel, weil wir nächste Woche nach Korsika fahren und in einer italienischen Stadt übernachten werden :Sparty: ich hoffe einfach mal das alles gut wird.

    Und genau deshalb ärgern mich solche Generalverurteilungen. Was soll euch denn passieren? Euer Fahrzeug steht hoffentlich auf einem sicheren Parkplatz der Unterkunft. Das ist bei voll beladenem Fahrzeug ein wichtiges Kriterium bei der Buchung. Ansonsten müsste man nahezu alles ausräumen. Gelegenheit macht Diebe...

    Und ansonsten wünsche ich euch eine tolle Zeit in der italienischen Stadt. Lucca könnte auf dem Weg liegen und ist wunderschön mit toller Atmosphäre. Nehmt es an und seid positiv. Dann wird das ein toller Abend!

  • Das hätte euch überall passieren können!

    Hallo Bruno,


    selbst hier in der Region um meine Geburtsstadt Mannheim herum würde ich mir nur SEHR spezifische Nachtplätze auswählen wollen - eben wg. deren mir historisch vorbelasteten Historie dorten ...

    Ist halt einfach eine Frage der Region - z.B. der Auvergne!

    LG Ernest

  • Das hätte euch überall passieren können!

    Dass der Themenstarter einen gewissen Leichtsinn zugegeben hat, hast Du wohl überlesen, neben anderen, die sich hier zu ähnlichen Schlaumeiereien bemüßigt fühlen.


    Ich lese aus dem Text vor allem aber einen Frust heraus, WIE Behörden und deren Repräsentanten mit solchen Delikten umgehen und die Geschädigten im Regen stehen lassen. Dass die Motivation hier gering ist, mehr als lediglich Dienst nach Vorschrift zu tun, kann auch mit der vergleichsweise miserablen Bezahlung im Öffentlichen bzw. Staatsdienst in Italien zu tun haben. Insofern ist eine Verallgemeinerung nicht unzulässig. Wer selbst mit Behörden in Italien zu tun hat, weiß ein Lied davon zu singen. Die allermeisten hier in diesem Forum haben und hatten damit nie zu tun.


    Und die Zukunft ist wenig verheißungsvoll. Anstatt sich bekannten Defiziten in der Öffentlichen Verwaltung und der Sozialpolitik zu widmen, tut der Rechtsausleger Salvini (Innenminister und Möchtegern-Premier) so, als sei es das einzige Problem, dass alle paar Wochen die im Mittelmeer verbliebenen NGOs ein paar Dutzend Schiffbrüchige an Land bringen wollen.


    L'Italie á la dérive, nicht erst seit heute.


    Philipp

  • Ich lese aus dem Text vor allem aber einen Frust heraus, WIE Behörden und deren Repräsentanten mit solchen Delikten umgehen und die Geschädigten im Regen stehen lassen. Dass die Motivation hier gering ist, mehr als lediglich Dienst nach Vorschrift zu tun, kann auch mit der vergleichsweise miserablen Bezahlung im Öffentlichen bzw. Staatsdienst in Italien zu tun haben. Insofern ist eine Verallgemeinerung nicht unzulässig. Wer selbst mit Behörden in Italien zu tun hat, weiß ein Lied davon zu singen. Die allermeisten hier in diesem Forum haben und hatten damit nie zu tun.

    Es war ca. 1979 als ich mit der Mutter meiner späteren Kinder Urlaub machte an der Riviera nahe Pietra Ligure im Mai.

    Am Morgen war das Autoradio + Zusatzverstärker entwendet worden! Wir sprechen kaum die Landessprache ...


    Die mit uns Wartenden auf der Polizeistation gaben uns aber zu verstehen dass in der Nacht zuvor wohl eine bekannte Diebesbande den Ort heimgesucht hätte zu genau diesen Geräten! Wir warteten - bis kurz vor die Mittagspause der Station.

    Da kam die Freundin des Wachhabenden herein - und wollte Mittag machen!

    Da wir ihre auf frz. gestellten Fragen als einzig Anwesende beantworten konnten war das das Protokoll nach ca. 3 Minuten vollständig und rechtssicher aufgenommen ... die Versicherung zahlte!


    LG Ernest

  • Hallo Bruno,


    das tut mir sehr leid für Euch!!!

    Und die Gleichgültigkeit der Polizei und auch der Passanten hat das Erlebnis sicher noch einmal doppelt so schlimm gemacht! Ich denke, das Fazit wäre nicht ganz so schlimm ausgefallen, wenn sich jemand gekümmert hätte!

    Zum Vorwurf: "Man lässt sein Auto nicht aus den Augen, bis man an der Unterkunft angekommen ist": Wenn man mit einem Bulli reist, dann ist der ja Fortbewegungsmittel und Unterkunft zugleich. Den muss man, wenn man auf einer Reise ist, zwangsläufig mal irgendwo abstellen, wenn man sich eine Stadt o.a. ansehen will. Und seine Sachen hat man dann nun mal da drin. Klar, Papiere, Geld etc. sollte man schon mitnehmen. Das werden die beiden jetzt auch sicher immer tun. Uns sind auch schon Autos aufgebrochen worden, nachts vor der Haustür, bei meinen Eltern (Die wohnen in einem Dorf!) auf dem Parkplatz am Haus, in Holland auf einem belebten Parkplatz mitten am Tag, in Paris... Wir hatten Glück, dass die Autos noch da waren, es ist nur einmal ein Autoradio geklaut worden. Soll heißen, es kann jedem passieren, überall. Eine gewisse Sorgfalt sollte man walten lassen, aber das reicht nicht immer. Schuld sind die, die das Auto aufbrechen, nicht derjenige, der den Schaden hat!


    Liebe Grüße und allen nur gute Erfahrungen


    Mila

  • Hallo Bruno, ist schade das durch solch einen "Fehler" der ganze Urlaub den Bach runter geht. Aber ein wenig müsst ihr euch die Schuld an diesem Schlamassel ja selber geben. Auch uns wurde im Urlaub das Auto aufgebrochen, zum Glück nichts geklaut, da nichts drin war was sich gelohnt hätte. Als ich nach der Schule mit einem Freund mit dem Motorrad nach Afrika gefahren sind, waren wir auch noch ziemlich grün hinter den Ohren;)party: Aber eines hatte ich da schon vorher gelernt, Papiere und Geld niemals am oder im Fahrzeug lassen, immer am Mann/Frau mitführen!

    Das muss nicht zwangsläufig immer sicher sein - siehe Überfälle! - aber meine Erfahrungen beim weltweiten Reisen hat mir gezeigt, das eine gewisse Vorsicht/Umsicht nicht schaden kann.

    So lange ihr diese Sache körperlich unversehrt überstanden habt, ist es ja bis auf die Sachverluste und dem Verlust des Urlaubs, zu ertragen. Es gibt genug Beispiele wo dieses nicht so ist.

    Also Nase abputzen und den nächsten Urlaub planen....:prost_02:

    VG Arne

  • Hallo,


    ich entschuldige mich bei Bruno für den etwas unsensiblen Text. War wohl etwas zu scharf.


    Ob das nun Schlaumeierei ist, lasse ich mal dahingestellt. Nur kurz philipp hinsichtlich "Behördenschelte": Ich zitiere mal kurz und dann kann jeder entscheiden, ob das Behördenschelte oder viel zu allgemeines Schlechtmachen eines Landes samt seiner Menschen ist:


    Was ich euch hiermit sagen möchte, da ich und wahrscheinlich viele andere davor nichts davon wussten: MAILAND IST GEFÄHRLICH!!! Bleibt bei Möglichkeit fern davon!!! :blah:

    Ich habe noch nie eine derart schlechte Erfahrung mit einer Stadt, seinen Bewohnern und der Polizei gemacht. Es kam mir vor als seien alle Menschen dort gegen uns gewesen. Kein Interesse für einen, keine Empathie, keine Unterstützung in keinster Weise.


    Ich möchte nur davor warnen eine Reise nach Mailand oder in einer der anderen größeren Städte Italiens (Genua, Bologna, Florenz, Rom) zu machen und zu meinen es wird schon alles gut gehen. NEIN, denn das was dort drüben mittlerweile Abläuft ist organisierte Kriminalität, wie es mir einige Polizisten versicherten. Seit einigen Jahren scheinen sich dort vermehrt Banden zu bilden, die es auf organisierten Raub abgesehen haben. Auf Autos, Handtaschen und wenn es sein muss auch mit Gewalt gegen Menschen!!!


    Ich hätte noch weiter quasi den halben Text zitieren können, der damit schließt, dass alle Korsika-Fahrer gewarnt sein sollten und Italien die nächsten Jahre gemieden würde.


    Nur mal so: Auch auf Korsika kann mal was passieren und sei es, wenn man seinen Bus mal eben für ein Paar Stündchen irgendwo an der Straße parkt. Wird dann ein Schmähtext über Korsika verfasst und alle reagieren verständnisvoll?


    Zum Abschluss: Ja, in Italien läuft sicher vieles falsch. Aber eine Reisewarnung muss man weiß Gott nicht aussprechen. Wobei dann mehr Platz für uns ist. Auch ok. Also umfahrt das Gebiet bitte weiträumig;)party:

  • So etwas kann einem überall passieren.

    Hier in Hameln wurde mir vor langer Zeit mal mein damalieger Golf 1 !! aufgebrochen und meine Schimanski Jacke, inkl. Blaupunkt Autoradio geklaut !! ::,,II8Ihr hört schon, 80 er Jahre.


    Auf Korsika waren wir mal, 1991 mit 30 Leuten und 25 Motorrädern. Bei einer Gumpentour in der Solenzara wurden uns angeschlossene Helme an den Motorrädern geklaut, bei eine Maschine wurde das Lenkradschloß geknackt. Wahrscheinlich wurden die Diebe gestört. Bei den anderen Motorrädern wurden teilweise die Kerzenstecker abgerissen und in die Pampa geworfen. Wohl um eine etweige Verfolgung zu verhindern.


    Einem Bekannten wurde das neue Motorrad, Nachts vom Campingplatz gestohlen, neben seinem Zelt weg, in dem er geschlafen hat.


    Das nächste Jahr haben wir einen völlig fertigen Yamaha Fahrer an einer Rastanlage getroffen. Er erzählte uns folgende Geschichte.

    Nachdem er, mit seinem Kumpel, in [definition='3','0'][/definition] die Fähre verlassen hatte, wurden sie schon verfolgt. In der Pension angekommen, wurden die Motorräder in einer Garage eingeschlossen.

    Nachts wurde die Garage aufgebrochen und eine Maschine geklaut. In der nächsten Nacht hat er Wache gehalten und die tatsächlich erneut anrückende Diebesbande daran gehindert sein Motorrad auch noch zu klauen. In der darauffolgenden Nacht, das selbe Spiel. Er hat sich dann völlig fertig auf sein Motorrad gesetzt und hat die Flucht nach Hause angetreten.


    In letzter Zeit ist es aber glaube ich ruhiger geworden auf der Insel, was Motorraddiebstähle angeht.


    Aber auch bei uns bleiben niemals Wertgegenstände oder Ausweispapiere im Auto zurück und wenn, dann nur sehr, sehr gut versteckt.

  • Hallo Bruno,


    vielen Dank für Deinen Bericht! Auch mir tut es leid, was Euch da widerfahren ist. Das ist eine Erfahrung, die keiner hier machen möchte. Und allen Besserwissern (das Kind ist schon in den Brunnen gefallen!) möchte ich mal raten, sich in die Lage von Bruno und seiner Freundin zu versetzen und zu überlegen, wie es einem selber in so einer Situation ginge. Ein bißchen mehr Sensibilität bitte, auch wenn ich mich selbst in die Reihe derjenigen einreihen würde, die der Ansicht sind, daß da auch schon etwas Fahrlässigkeit im Spiel war.


    Mir ist auch nie ganz wohl, wenn wir die vollbepackte Karre zum Einkauf beim Lidl o.ä. abstellen, obwohl es sich dort um einen gut einsehbaren und belebten Parkplatz handelt.


    Grüße

    Georg

  • Hallo Bruno, auch mir tut es sehr leid was euch passiert ist. Und für alle die jetzt mit dem erhobenen Zeigefinger kommen, er hat ja deutlich gemacht wie sehr er sich ärgert und das wir den beiden wohl so nicht mehr passieren. Das zu verallgemeinern ist glaube ich menschlich und wird sich mit der Zeit geben. Mir ist als 15 jährige auf einer Klassenfahrt in Arles in einer Jugendherberge mein ganzes Geld geklaut worden. Ich hatte bemerkt das ich meinen Brustbeutel in der Tasche vergessen hatte, wollte ihn holen, man macht mir in der Jugendherberge die Tür vor der Nase zu und als die Türen nach der Mittagspause wieder aufgingen, war das Geld weg. Das war eine Lektion fürs Leben. Und ich war damals sehr froh, das ich getröstet wurde und für mich gesammelt wurde, so das es dann noch eine unvergessliche Klassenfahrt wurde. Trotzdem fahre ich nach wie vor nach Frankreich, hat aber ein paar Jahre gedauert.......

    VG Birgitta

  • Sorry Leute, wenn so eine Generalverurteilung von Land und Menschen hier unwidersprochen stehen bleiben darf, verstehe ich die Welt bzw. das Forum nicht mehr. Und mit Verlaub: Bruno ist Student und kein Schuljunge mehr!

  • ich bin auch nicht für eine Generalverurteilung und glaube trotzdem das uns das immer wieder mal passiert..und dann kann man das auch kritisieren. Aber jetzt noch draufzuhauen und damit möchte ich keinen persönlich angreifen geht mir zu weit.

  • Sorry Leute, wenn so eine Generalverurteilung von Land und Menschen hier unwidersprochen stehen bleiben darf, verstehe ich die Welt bzw. das Forum nicht mehr. Und mit Verlaub: Bruno ist Student und kein Schuljunge mehr!

    Pablo, laß' gut sein. Versuch' Dich doch mal wirklich in die konkrete Situation in zu versetzen: Du bist auf dem Weg in den Urlaub. Dafür hast Du evtl. Urlaub genommen. Du hast das Fährticket bezahlt, viel Aufwand in die Vorbereitung gesteckt und bist mit großer Vorfreude auf dem Weg auf die Insel. Und dann kommen ein paar Idioten und machen Dir - der Du nichts böses getan hast - innerhalb weniger Augenblicke einen Strich durch die Rechnung. Da geht's Dir doch mal einfach so richtig Scheiße und Du hast einen riesen Hals! Und genau das kommt bei Bruno zum Ausdruck und ja, vielleicht schießt man in dem Moment über das Ziel hinaus und nimmt das ganze Volk in Sippenhaft. Hier bzw. in dem Moment spielen die Emotionen eine große Rolle, das rationale Betrachten kommt dann mit gewissen Abstand. Wobei so ein Erlebnis denke ich für alle Zeiten prägt.


    Grüße

    Georg

  • Das ist ja eine wirklich beängstigende Erfahrung von Bruno und Freundin, insbesondere die Art der italienischen Polizisten!

    in diese miese Erfahrung kann ich mich einreihen: wir haben in Portugal in Bathalia an der riesigen Kathedrale geparkt, wollten nur nochmal kurz hineinschauen, da wir sie kannten. Zurück am Auto war meine Tasche mit allem, auch dem Personalausweis(!)tueren Fotoobjektiven etc. Damals wie bei Bruno einfach jugendlicher Leichtsinn. Die Polizisten meinten, dass das Spanier waren! Allerdings kam im Dezember ein Päckchen mit der Tasche und alles ausser dem Bargeld war vorhanden.

    Diese böse Erfahrung hat fürs Leben angehalten. Wir übernachten in Italien nur dort wo es einen abgeschlossenen Parkplatz gibt. Und wenn man mal mit offenen Augen durch die italienischen Städte geht , egal ob auf dem Land oder in einer mittleren Stadt, fallen schnell die Tore und hohen Umzäunungen auf. Die Italiener schützen sich selbst sehr umfangreich.

    Die Bandenkriminalität ist in ganz Südeuropa unterwegs, Nachbarn erzählten betroffen von Diebstählen aus dem geschlossenen Kofferraum, egal ob Spanien oder Frankreich.

    An Bruno und Freundin, ich wünsch euch alles Gute und einen hellwachen Blick für die Zukunft. Ein bepacktes Fahrzeug nur in bewachten Parkplätzen abstellen und keine Wertsachen drinlassen.

    Grüße

    Helen