GR20: Welche Rucksacktypen empfehlt ihr?

  • Zelt unter dem Rucksackboden finde ich jetzt eher unpraktisch, sitzt ja doch nie so stramm wie es sollte und dann schlackern da mehrere hundert Gramm oder gar Kilos dumm rum und treten mich bei jedem Schritt in den Allerwertesten..., ich bevorzuge das Zelt im Rucksack, allerhöchstens das Gestänge seitlich. Alles was draussen dranbaumelt leidet unter der korsischen Macchia und dem Erlengestrüpp..

    Beim GR20 hatte ich das Zelt in der Tat im Innenraum, da der eh nicht voll war. Bei anderern Touren war innen drin schlicht kein Platz mehr. Wenn man die Gurte für das Zelt (1,3 kg) stramm anzieht, hat da aber nichts mehr gewackelt und den "Allerwertesten" hat es auch nie berührt. Außerdem hat es den Schwerpunkt nach unten verlagert. Wo ich war, gab es kein Gestrüpp, aber im Prinzip hast Du freilich recht, dass man mit allem, was draußen dran hängt, potentiell irgendwo hängenbleiben kann, bzw. es beschädigt. Der tatsächlicher Nachteil war, dass der Rucksack nach dem Absetzen in keinem Fall mehr stehenblieb, sondern ich ihn immer ablegen musste. Das war manchmal etwas blöd.

    Aber viel größer sind meine Bedenken wegen der Reinigung des Beutels. Aber vielleicht ist das halb so wild.

    Deine Bedenken bezüglich der Trinksysteme kann ich gut verstehen. Ich benutze es nun schon unregelmäßig seit vielen Jahren und wüsste nicht, dass ich dadurch irgendwie krank geworden wäre. Ich denke wichtig ist, die Beutel nach dem Einsatz gut auszuwaschen und vor allem zu trocknen. (Vielleicht steht auch irgendwo wie heiß das Wasser hierzu sein darf. Ich habe es zugegebenermaßen mit normalem Leitungswasser gemacht). Anschließend habe ich den Verschlusssteg so ins Innere geklemmt, dass der Beutel offen blieb und ihn kopfüber aufgehängt, bis er absolut trocken war.


    Die Schläche bekommt man nicht wirklich ganz trocken, aber es gibt eine Art Bürste. Ich habe sie einmal verwendet. Sie lässt sich extrem schwer durch den Schlauch ziehen und der Draht hat sich in meinen Finger geschnitten. Vielleicht war ich einfach zu blöd, sie zu benutzen, aber im Prinzip sollte man den Schlauch damit wirklich sauber bekommen.

    viel schlimmer finde ich folgendes Problem: Trinkblase im Innenfach verstaut, Rucksack stramm gepackt...und jetzt unterwegs Trinkblase nachfüllen. Blase rausnehmen geht ja, um aber die gefüllte Blase wieder zurückzustecken musst du fast den ganzen Rucksack auspacken...

    […]

    und manchmal finde ich es auch einfach nur geil eine halbe Flasche auf einmal in mich reinzuschütten anstatt immer nur am Schlauch zu nuckeln...

    Du sprichst mir aus dem Herzen. Trinkblase im Innenfach kann extrem mühsam sein, es sei denn man hat eh nur an den Übernachtungsstellen Wasser und muss/kann unterwegs nicht nachfüllen. Aber selbst dann kann es hilfreich sein, den Rucksack fix- und fertig zu packen und ganz zum Schluss noch den Beutel mit frischem Quellwasser füllen und versorgen zu können.

    Das System mit den Adaptern für Flaschen finde ich interessant, allerdings dürften Flaschen für 3 Liter Wasser deutlich schwerer sein als die Blase und somit dem Ultra-Light-Gedanken widersprechen. Auch wenn es einem mal gut tut, richtig große Schlucke zu nehmen, sollte man bedenken, dass es in der Regel sinnvoller ist, die Flüssigkeit gleichmäßig verteilt zu sich zu nehmen. Da ist der Schlauch einfach praktischer. Ich hätte nicht die Disziplin alle viertel Stunde eine Flasche hervorzukramen und u.U. den Rucksack abzusetzen, nur um ein paar Schluck nehmen zu können.

    Hauptsache das schmeckt nicht ewig nach Plastik.

    Das Wasser selber empfand ich geschmacksneutral, allerdings hat das Mundstück, auf das man beißen muss, schon einen leichten Plastik-Geschmack. Hat mich letztlich aber nicht gestört.


    Und wenn wir schon bei MYOG sind (Ich musste nachschauen, was das bedeutet: Make Your Own Gear) hier noch eine Modifikation des Trinkschlauchs. Bei einer anderen Tour musste ich einen Handfilterpumpe verwenden, um die Trinkblase aus Bächen u.ä. aufzufüllen. Da ist es recht mühsam, die Trinkblase offen zu halten, den Schlauch des Filters hineinzuhalten und gleichzeitig die Pumpe zu bedienen. Daher habe ich einen "Befüllungsschlauch" eingebaut:

    Die Blase war "fest" im Rucksack installiert. Zum Befüllen habe ich den Schlauch des Filters direkt an den Stutzen des Befüllungsschlauchs aufgesetzt, das Ventil (Bild rechts) geöffnet und das frische Wasser direkt in die Blase gepumpt. Das hat super funktioniert, und ich musste die Blase selber nie manipulieren. Den Füllungsstand muss man halt durch tasten oder optisch kontrollieren. Ich hatte mal mit so Flussmessern experimentiert, die man in den Schlauch einbauen kann, die waren aber zu ungenau.

    Die Verbindungsstücke und den Schlauch gibt's im Baumarkt, das Ventil habe ich von einem (ungenutzten) Blasenkatheterbeutel aus dem Krankenhaus abgestaubt. Wenn die Schläuche schwer auf die Verbindungsstücke zu schieben sind, kann es hilfreich sein, sie leicht zu erwärmen, dann dehnen sie sich etwas und werden weicher. Anschließend halten sie umso besser.

    Für den GR20 braucht es das aber nicht.


    mtroja

  • Und zu guter letzt noch ein Tipp zu MYOG und den Nieten.

    Wenn man mal die Scheu überwunden hat, in teure Ausrüstung Löcher zu machen, sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt.

    Ich wollte meinen Batteriepack (PowerTraveller) direkt an meinem Solarpanel fixieren. Mit Klettband und Nieten kein Problem:


    Wie Ihr auf dem letzten Bild anhand der diversen Löcher sehen könnt, gab es da schon andere Befestigungen, weil der Vorgänger des PowerTravellers (der PowerGorilla) kleiner war. Aber was soll's. Schließlich habe ich das Solarpanel nicht, damit es neu aussieht, sondern damit es seinen Dienst tut, und da stören die Löcher nicht.


    Lasst Euch inspirieren.


    mtroja

  • Zitat von mtroja

    einem (ungenutzten) Blasenkatheterbeutel aus dem Krankenhaus

    Davon wäre ich schon ausgegangen..:winking2:

    Der Tipp für den Batteriepack ist super, aber wie du schon sagst - die Scheu in teure und vor allem neue Ausrüstung Löcher zu machen. Ich werde bei Bedarf mal meine Frau fragen,was da mit nähen geht.

    MYOG ist ein interessantes Thema, gibt's tolle Internetseiten dazu. Hab ich auch nicht gekannt.


    VG

    Mario

  • Hallo,


    diese Frage ist es ein bisschen alt, trotztem kann ich vielleicht jemanden helfen dank meiner Erfahrung.

    Ich habe einen Trekkingrucksack für meinen Mann als Geschenk für Weihnachten 2018 gesucht. Ich habe viel gelesen und gefragt und endlich ich habe mich für den Mardingtop Trekkingrucksack entschieden.

    Wenn jemand Interesse hat, kann in diesem Artikel mehr Infos finden

    Werbung entfernt

    Mein Mann, und das freut mich am meisten, hat den Rucksack viel benutzt - und er ist immer noch in einem top Zustand.


    Lg Mary

  • Hallo!


    Bin gerade auf diesen Beitrag gestoßen und kann Maryauswien nur zustimmen. Habe auch diesen Rucksack und bin total zufrieden, gibt ihn auch in verschiedenen Größen.

    Er hält bei mir auch schon mehrere Jahre.


    Grüße! Emily

    Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende :thumbsupparty: