Schutz der Küste - Petition von U LEVANTE
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Signez la pétitionProtégeons ensemble nos littoraux, soutenons le Conservatoire du littoralwww.change.orgmir ist wieder eingefallen, wie ich den link hier reinbekomme. ich und technik

würd mich freuen, wenn einige hier unterschreiben würden. damit die corsische küste nicht noch mehr verschandelt wird! ausserdem, je schlechter immobiliendeals für die mafia laufen, desto eher sucht sie sich einen neuen spielplatz

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Grundsätzlich finde ich Umwelt-, Natur-, Küsten- und Meeresschutz klasse und unterstütze, wo ich kann.
Aber diese Petition ist mir zu nichtssagend. Es wird weder konkret gesagt, wie Le Conservatoire du littoral eingeschränkt werden soll, noch das gesagt wird, wogegen oder wofür sich die Petition richtet bzw. einsetzt. Mir ist das a) zu schwammig und b) dürfte so eine Petition ohne Zielrichtung wenig Erfolg haben.
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im newsletter von u levante war das problem genau beschrieben. ich hab gelesen, verstanden, unterschrieben, bissl werbung gemacht - und die email gelöscht. mhh... behalten hab ich:
die franz. regierung plant, den unabhängigen CONSERVATOIRE DU LITTORAL in eine staatliche behörde o.ä. einzugliedern. das würde z.b. bedeuten, dass der CdL in France (incl. kolonien/besetzten gebieten) keine küstengrundstücke mehr kaufen könnte, die dann "für immer" unter naturschutz stehen. diese rettungskäufe sind ein wichtiges werkzeug, das andere naturschutzorganisationen nicht haben weil weniger geld.
stell dir vor, der NABU wäre teil des umweltministeriums

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bei wikipedia gibt's einen artikel über den CdL in englisch, deutsch finde ich nix. da sind die aktivitäten gut beschrieben. ich hab mal im tv eine doku über den NATIONAL TRUST in england gesehen, fand ich super.
Conservatoire du littoral - Wikipediaen.m.wikipedia.org -
Finde ich ja grundsätzlich gut, aber es kann nicht angehen, dass man erstmal recherchieren muss, wofür eine Petition sein soll.
Dann ist eine Petition eine Totgeburt.
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die petition ist an menschen gerichtet, die in France+ leben und sicher in den medien von der geplanten "umstrukturierung" gehört haben. die müssen nicht recherchieren. die mitglieder von u levante, die den newsletter bekommen, auch nicht, z.b. ich.
haste jetzt genug gemeckert?

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- Offizieller Beitrag
Finde ich ja grundsätzlich gut, aber es kann nicht angehen, dass man erstmal recherchieren muss, wofür eine Petition sein soll.
Dann ist eine Petition eine Totgeburt.
Das muss ich in D aber auch oft. Viele Petitionen sind schwammig formuliert.
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Es soll ja in dem Sinne kein Meckern sein. 😜😘
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DANKE für deinen Hinweis!
In Corte habe ich schon einmal eine Veranstaltung von U Levante besucht. So hat mich dein Hinweis dazu animiert mich über das Thema zu informieren. ICH hab's hier gemacht (falls noch jemand interessiert ist und nicht lange suchen möchte):
Soutien à l’avenir du Conservatoire du littoral en CorseUn rapport du Sénat prévoit la suppression du Conservatoire du littoral via son absorption par l’Office français de la biodiversité (OFB). Si cette…www.ulevante.frVG Lisa
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danke
ich hab vorhin auf der seite nix gefunden. da waren nur ältere texte. welche art veranstaltung war das? -
Grad ist mein Kumpel, der beim Littoral arbeitet, nach Hause gegangen, den muss ich nächstes mal zu dem Thema befragen. Mal schauen, welche Meinung er dazu hat.
Grüße
Georg -
Die Arbeit des Littoral scheint gut zu sein und ist vor allem nötig, nachdem was ich gelesen habe.
Ich verstehe halt diese Petition nicht.
Wenn da klar stehen würde "Bitte unterschreiben sie dafür, dass der Littoral nicht verändert wird." oder "Bitte unterschreiben sie dafür, dass der Littoral nicht als normale Behörde eingegliedert wird.", wäre ja alles gut.
So kommt es bei mir an "Schön das es den Littoral gibt und seine Arbeit macht."
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Also, ich habe meinen Kumpel mal gefragt, was er davon hält beziehungsweise warum der Staat das ganze etwas näher an sich ziehen möchte. Hintergrund des Ganzen ist, dass es wohl zu viele Beschwerden über den Conservatoire beziehungsweise dessen in vielen Augen zu strengen, ja beinahe dogmatischen Regeln/Vorgaben gibt.
Beispielsweise dürfen die Eigentümer betroffener Grundstücke diese nicht verkaufen, außer an den Littoral. Und der diktiert dann den Preis. Für landwirtschaftlich nutzbare Flächen, die der Littoral dann an Landwirte verpachten würde, werden so strenge Vorgaben gemacht, dass es für die Landwirte nicht mehr attraktiv ist, diese zu bewirtschaften. So geht z.B. der örtliche Schäfer nicht mehr auf die Grundstücke, die nun dem Littoral gehören. Es gibt Grundstücke, bei denen der Littoral die Vorgabe gemacht hat, dass der Zugang nur noch per Pferd, aber nicht mehr mit einem Fahrzeug gestattet wird. Das ist für einen Landwirt natürlich völlig indiskutabel. Es ist auch der Littoral, der nicht möchte, dass an Stränden Mülleimer aufgestellt werden. Mit dem Denken, dass es dort, wo es keine Mülleimer gibt, auch keinen Müll gibt. Oder der rigoros gegen Strandbars vorgeht, die zuvor über Jahrzehnte existiert haben und der Umwelt nicht wirklich geschadet haben.
Er, der als Beamter beim Littoral angestellt ist, betrachtet viele der Regelungen einfach als völlig übertrieben und nicht zweckmäßig. Er regt sich auch über die Verwendung der Gelder auf. Für den Grundstückskauf seien Millionen vorhanden, aber wenn sie mal einen Lastwagen mieten möchten, um irgendwo größere Mengen an Müll oder Schutt abzutransportieren, dann wird das abgelehnt. Sie hatten wohl auch mal die Anfrage nach einem Boot gestellt, um Strände, die mit dem Fahrzeug nicht erreichbar sind besser erreichen zu können, auch das wurde abgelehnt. Er selbst befürwortet jedenfalls eine gewisse Reform des Ganzen, um mehr Augenmaß in die Angelegenheit zu bringen.
Falls jemand noch konkrete Fragen dazu hat, kann ich die gerne stellen.
Grüße
Georg -
Das mit den Grundstücken habe ich noch nicht verstanden.
@ "Beispielsweise dürfen die Eigentümer betroffener Grundstücke".
Werden vom Conservatoire Grundstücke identifiziert, die dann umgewandelt werden sollen und deren Eigentümer dürfen nur an den Conservatoire verkaufen?
@ "Und der diktiert dann den Preis."
Ist halt die Frage, ob die Preise marktüblich oder realistisch sind - womit die Mafia ja sicher nicht einverstanden sein dürfte. 😂
Wenn das mit dem LKW, dem Boot und dem Müll stimmt, ist es natürlich vollkommener Quatsch und typisch Behörde.
Fingerspitzengefühl darf man bei Behörden oder behördenähnlichen Konstrukten wohl eher weniger erwarten.
Ob sich das ändern würde, wenn der Conservatoire näher an den Staat angegliedert würde?
Bzw. wie sieht es dann mit Cliquenwirtschaft und Seilschaften aus, die ja nicht unbedingt besser als die Mafia wären - außer das sie vielleicht niemanden umbringen?
Aber auch Letzteres weiß man nicht.
Bei dem Rest, wenn es so ist, wäre es nach meinem Wissensstand ja sogar schädlich für Corse, wenn landwirtschaftl. genutzte Flächen noch weniger bewirtschaftet werden.
So viel ich weiß ist die Maccia in dem Sinne ja nicht natürlich und da sie immer mehr Land erobert, versucht man sie ja auch in bestimmten Gebieten wieder zurückzudrängen.
Fällt dies weg, hat die Maccia ja noch mehr freies Spiel.
Dann sollten sie lieber das Erbrecht auf Korsika reformieren und versuchen, verlassene Dörfer oder Gebäude wieder zu besiedeln.
Bspw. für jeden aktiven Forumsteilnehmer ein geschenktes Haus mit der Verpflichtung auf Corse zu leben, wo wir dann alle mit anpacken, um die Häuser zu restaurieren.
Und natürlich ein Vereinsheim! 😂
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Das mit den Grundstücken habe ich noch nicht verstanden.
@ "Beispielsweise dürfen die Eigentümer betroffener Grundstücke".
Werden vom Conservatoire Grundstücke identifiziert, die dann umgewandelt werden sollen und deren Eigentümer dürfen nur an den Conservatoire verkaufen?
Das hat mit dem Abstand der Grundstücke zur Küstenlinie zu tun, näheres kann ich gerne noch erfragen. Da steht irgendein Gesetz dahinter. Folge ist jedenfalls, dass doch einige nicht verkaufen, die Grundstücke werden innerhalb der Familie weitergegeben und keiner kümmert sich mehr darum.
Grüße
Georg -
Das korsische Erbrecht hatte ich ja schon erwähnt. U.a. deswegen verfallen ja auch so viele Häuser bzw. sind Dörfer verlassen.
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Da geht es gar nicht mal um das korsische Erbrecht, das es als solches denke ich auch gar nicht gibt, weil in Frankreich die Gesetze aus Paris kommen. Hier gibt es einen ehemaligen Garten, der einer Frau aus Paris gehört. Die hat einen Sohn, der das Gelände erben wird. Verkaufen lohnt sich nicht für ihn, das Gelände wird also weiter brachliegen.
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Auch hier muss ich meinen Senf dazugeben, da in der Familie meiner Frau das Thema ist. Es ist nicht immer so einfach wie es scheint.
Das sogenannte „Korsische Sondererbrecht“
In bestimmten Fällen kommt auf Korsika ein vom französischen Recht abweichendes Erbrecht zur Anwendung – insbesondere im Département Corse-du-Sud (2A), und hier speziell in ländlichen Regionen.
Was ist das Besondere?
Einige Gewohnheitsrechte (droit coutumier corse) gelten dort weiter – insbesondere im Hinblick auf:
Unveräußerlichkeit von Familienbesitz („indivision perpétuelle“),
Vererbung ohne Teilung bestimmter Immobilien (z. B. ländlicher Grundbesitz),Bevorzugung männlicher Nachkommen (historisch, heute kaum noch relevant),
Vermeidung der Zerschlagung von Familienbesitz.
Diese Regelungen sollen verhindern, dass landwirtschaftlicher oder kulturell bedeutender Besitz durch Erbteilungen zerstückelt wird.Diese Ausnahmen stützen sich auf den Artikel 713 ff. des Code civil, der Raum für regionale Gewohnheitsrechte lässt und Sonderregelungen nach dem französischen Gesetz von 1985 über nicht aufgeteilten Familienbesitz in bestimmten Regionen Korsikas.
Grüße Heiko
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Danke!
Deswegen gibt es wohl auf Corse häufig Fälle mit Erbengemeinschaften, wo nicht selten 20, 25 Parteien beteiligt sind
Treibt dann einer quer, passiert halt nix und bspw. Gebäude verfallen lieber (auch angerissen in der Doku über Corse bei Arte, wo ein paar Korsen ein Dorf wiederbeleben wollen und Häuser restaurieren. Können sie aber bei manchen Häusern nicht, weil die Erblage nicht eindeutig ist oder quergetrieben wird.)
Das mit dem Quertreiben schein in korsischen Familien auch nicht sooo selten zu sein. 😀
Da liebe ich mir doch Mallorca. Dort gibt es das Recht, wenn jemand ein unbewohntes Haus für Zeitraum x bewohnt und instanhält, und niemand etwas dagegen sagt, geht der Besitz auf den neuen Bewohner über.
Sowas würde manchem Haus auf Corse gut tun. 😂
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