Beiträge von L`Breizh au coeur

    die Viecher machen einen Unterschied zwischen großen und kleinen Hunden

    Sorry - ich meinte natürlich Ferkel,Läufer, Sauen, Eber und Altschneider. Ob sich noch mir unbekannte Altersgruppen und Geschlechtsidentitäten darunter befanden, konnte ich in der der Hektik der Situation nicht erkennen oder erfragen. Man möge mir deshalb die eventuell nicht vollständige bzw. korrekte Anrede der Nutztiere verzeihen.


    Nee - also jetzt mal Spaß beiseite. Wir müssen schon arg aufpassen, dass wir unsere Sprache nicht zu sehr verhunzen. Nur weil ein Wort auch negativ besetzt werden kann, muss man das nicht jedes Mal auf die Goldwaage legen. Die Wörter "Vieh oder Viech" sind bei uns vollkommen gebräuchlich zumindest als Bezeichnung für Nutztiere. Ich bezeichne auch gern mal unseren Hund als "komisches Viech", wenn er mal wieder eine seiner Labradormacken an den Tag legt. Beleidigt war er daraufhin jedenfalls noch nicht. Es gab in den 80- gern mal eine Fernsehserie "Der Doktor und das liebe Vieh". Können die Fernsehleute aber von Glück reden, dass sich damals keiner dran gestört hat.

    Im Übrigen sind auch noch die Wörter "Sau ,Ferkel und Schwein" - am besten noch in Verbindung mit "alt,dumm oder blöd" negativ besetzt. Was machen wir denn nun?

    Mal im Ernst, entscheidender ist für jegliche Art von Tieren doch eher, wie jemand mit ihnen umgeht und nicht, ob er sie dem Zeitgeist entsprechend bezeichnet.

    Heutzutage wird aber lieber von den "armen Tieren" gequatscht und dann aber das Kilo Schnitzel für 5€ in der Blisterverpackung beim Discounter gekauft. Da sieht man nämlich das Leid des armen Vieh's nicht.

    Mag sein, dass mancher Hunde von der Größe eines Chihuahua nicht als vollwertigen Hund ansieht. Ich finde die Geschichte trotzdem tragisch und nicht geeignet für Scherze. n((// Und wenn jemand denkt, die Viecher machen einen Unterschied zwischen großen und kleinen Hunden, den darf ich enttäuschen. Wir sind bei einer Wanderung in der Castagniccia unverhofft mitten in eine Rotte von vielleicht 20-30 Tieren jeglicher Größe gekommen. Wenn man dann noch so einen Burschen an der Leine hat, der mehr Mut als Verstand hat, kann das sehr unangenehm werden. Unser Hund ist mit seinen 37kg ganz sicher nicht klein, aber von ihm wäre im Fall der Fälle wahrscheinlich auch nichts übrig geblieben.

    In unserem Fall half auch nur noch der massive Einsatz von Steinen und Stöcken etwas. Wenn ich dann das Verhalten wie von Giacchetto Thomas geschildert sehe oder der eigene Hund aufgefordert wird, sich die ach so niedlichen, neugierigen jungen Schweinchen anzuschauen... :pillepalle:


    VG

    Mario

    Und ich hoffe Du hast meinen Post nicht falsch verstanden!

    Nö, hab ich nicht! ;)party: Das zwischen Theorie und Praxis gerade bei diesem Thema hier wie dort teilweise große Diskrepanzen bestehen ist ja nichts Neues. Deswegen bedarf es ja euch als direkt Betroffene, die das dann mit dem real Erlebten einordnen können. Das kann der Großteil der Forianer ganz sicher nicht. Ich für meinen Teil wollte bloß zum Ausdruck bringen, dass es gerade mir als Touri nicht ansteht, z.B. die prognostizierte Zunahme der Übernachtungen zu kritisieren, auch wenn ich sie für mich selbst gerade in Hinsicht bezüglich der negativen Auswirkungen bei Ressourcenverbrauch,Verkehrsbelastung und Naturschutz nicht gut heiße.

    Ich kann ja schlecht sagen: "Ich darf fahren, ihr anderen, die ihr nur faul rumlümmeln und euch die Wampe vollschlagen wollt, dürft nicht!" Schließlich ist der Tourismus sicherlich eine nicht zu vernachlässigende Einnahmequelle.

    Und wenn es dann lokale Pläne für eine sichere Versorgung mit der Ressource Wasser gibt - bestenfalls noch umweltverträglich - finde ich das gut. Die Umsetzung, wer sich dann wie dabei die Taschen füllt und wer dabei vielleicht auf der Strecke bleibt, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Da bedarf es dann der "Inselforianer", um den Finger in die Wunde zu legen.


    VG

    Mario

    Du hast wohl eigentlich recht, dass die Korsen dass gut alleine entscheiden sollten/könnten, ich frage mich nur, ob sie dazu in der Lage sind.


    Und dann ist mir ein Machtwort aus Paris ehrlich gesagt recht.

    Hallo Ellen,

    ich wollte und kann mir natürlich kein Urteil darüber erlauben, wie die Umsetzung des Konzeptes dann tatsächlich erfolgt. Korsika hat ja dann auch noch das ewige Streitthema "Zentralregierung" und somit Bevormundung (oder auch nicht) der Administration aus Paris. Mir war nur wichtig festzustellen, dass man sich auf Korsika selbst Gedanken macht und nicht auf Entscheidungen von "oben" wartet. Das es weithin trotz der sicher schon jetzt prekären Lage immer noch verantwortungsloses Verhalten bezüglich der Ressourcenschonung nicht nur von Wasser gibt, da sind wir uns sicher einig, müssen aber eben nicht aus Deutschland mit dem erhobenen Finger zeigen.

    Wir sind ja keinen Deut besser. Kleines unbedeutendes Beispiel gefällig? Vorweg, ich bin nicht technologiefeindlich, ewiggestrig usw.

    Das Tesla Werk in Grünheide wurde auf der Fläche von 300 ha Wald (Trinkwasserschutzgebiet) errichtet, 100 ha wurden jetzt zusätzlich beantragt. Der geschätzte jährliche Wasserverbrauch (vorläufig) 1,4 Mio. m³, Vertrag läuft über 1,8 Mio m³. Und das alles in einer der trockensten Regionen Deutschlands.

    Um die Zahlen einzuordnen: Wasserverbrauch einer 40´000! Einwohner Stadt, Neuverträge werden vom Wasserverband Strausberg-Erkner wegen nicht erhöherbarer Förderleistung auf 37m³/ EW/a gedeckelt, Neuansiedlungen im gewerblichen Bereich und neue Bebauungspläne nicht mehr möglich.

    Der Vertrag zwischen Verband und Tesla wurde geschlossen, obwohl das betroffene Wasserwerk gar keine Genehmigung für eine so hohe Fördermenge hatte. Inzwischen wurde die erhöhte Fördermenge vom Landesamt für Umwelt geduldet (ein Schelm, wer böses dabei denkt).

    Noch ein paar Zahlen zur gerodeten Waldfläche: auch wenn niemand pauschal eine CO² Bindung von Wald berechnen wird, so liegen doch die Faustformeln zwischen 6 und 12 t/ha/a und die Sauerstoffproduktion bei rund 30t /ha/a. Die Bilanz der Fläche des Werkes kann wer mag selbst ausrechnen.

    Wenn man dann solche Dinge sieht, wie soll dann der "kleine" Mann eine Einsicht in nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser oder der Natur allgemein bekommen, wenn die "da oben" sich ihre Zugriffsrechte erkaufen können - und sei es mit dem Verweis auf die ökologische Zukunftssicherung.

    Man kann natürlich immer argumentieren, dass man die Sünden der Anderen nicht mitmachen muss, für eine echte Mitnahme seiner Menschen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz muss man als Administrative das auch vorleben.


    VG

    Mario

    Ich finde für diese Übersichtliche Zusammenfassung hast du den Namen"Supermario" verdient.

    Hallo Andreas,

    Danke für die Blumen, aber ich hab's nicht so mit "Super"- lativen. Das ist ja nun wirklich bloß'n bißchen Recherche und das Nutzen von Online Übersetzern. Da haben hier aber Leute, die sich beispielsweise ihre Wanderkenntnisse durch harte "Arbeit" erwerben mussten, eher Anerkennung verdient.

    Aber schön, wenn jemand was damit anfangen kann, das freut mich dann schon.


    200 liter Tagesbedarf/Kopf ist vielleicht eine kaufmännisch vorsorglich hoch gegriffene Zahl

    Ich weiß nicht, ob das jetzt "nur" kaufmännisch bedingt ist, da es in dem Konzept ja um die technischen Herausforderungen geht. Angesichts des Wasserbedarfs gerade in Hotel-/Ferienanlagen mit Wäschewechsel, umfangreicher und/oder überdimensionierter Gastroversorgung,Poolanlagen und Unterhalt von Ach so schönen üppigen Grünanlagen kann ich mir in Summe den Einfluss auf solche Durchschnittswerte gut vorstellen. Und da können wir als Gäste der Insel mit unserem Verhalten schon etwas bewirken.


    VG

    Mario

    Hallo zusammen,

    da mich das Thema nicht losgelassen hat und wir ja die gleiche Problematik in diesem Jahr zumindest in Teilen Deutschlands schon wieder - oder besser gesagt - immer noch haben, wollte ich genauer wissen, ob und wenn ja, wie man das Problem auf Korsika angeht.

    Und siehe da, man macht sich umfangreich Gedanken. Es gibt einen hydraulischen Entwicklungsplan aus dem Jahre 2020 -

    "Acqua Nostra 2050". Dieser Plan wurde direkt auf Korsika vom OEHC (Office d’Equipement Hydraulique de Corse) ausgearbeitet und befasst sich mit der hydrologischen Entwicklung Korsikas auf der Basis der bestehenden Infrastruktur.

    Natürlich hab ich das nicht alles gelesen - 346 Seiten - und alles müsste ich mühsam übersetzen, aber so Einiges konnte ich mir schon herauslesen.

    So stammt die letzte hydrologische Planung aus den 50-ern und wurde von der SOMIVAC erarbeitet und befasste sich wohl vornehmlich mit der Wasserversorgung der Landwirtschaft in der Plaine Orientale.

    Man hat in dem neuen Konzept erstmal vorhandene Bestände und Bedürfnisse analysiert. Feststellend, dass man bisher eher eine kurzfristig saisonale Konzeption betrieb, geht man nun dazu über, in größeren Zeiträumen zu denken. So ist die hydraulische Bewirtschaftung auf Korsika so ausgelegt, dass man im Winter die Speicher füllt, die man im Sommer dann leert. Diese Verfahrensweise birgt das Risiko, das man durch einen trockenen Winter und 2 Dürresommer in Folge Probleme bekommt.

    Man orientiert sich nun an der hydraulischen Bewirtschaftung Sardiniens. Als Vergleich für die Kapazitätsunterschiede beider Inseln gilt der Wert pro EW - 1100m³ auf Sardinien und 322m³ auf Korsika - ein Wert, der sich seit den 80-ern nicht verändert hat.

    Dann hat man eine zukünftige Verbrauchsentwicklung prognostiziert - unter Einbeziehung aller Faktoren wie Bevölkerungsentwicklung, Tourismus und nicht zuletzt der Landwirtschaft. So geht man von einer Zunahme der Bevölkerung in 30 Jahren auf 400000 Einwohner aus und einem Anstieg der touristischen Übernachtungen um 68% !!! Dabei werden z.B. 200l/ Kopf/d angenommen. Weiterhin hat man auch Klimadaten wie höhere Verdunstung, Niederschlagsrückgang (-20%) und Rückgang der durchschnittlichen Flussströmung (-18%) einbezogen.

    Man hat weiterhin untersucht welche Microregionen besonders gefährdet wären. Das wären die Balagne, Cap Corse, der Ballungsraum Bastia und Porto Vecchio. Wenn in diesen Regionen das Szenario zweier aufeinander folgender Dürrejahre eintreten würde, wovon man innerhalb der nächsten 10-15 Jahre ausgeht, wäre die Bedarfsdeckung ohne Erhöhung der Speicherkapazität beeinträchtigt.

    Um das zu verhindern, hat man geeignete Maßnahmen entwickelt. Eine davon ist der Bau von Pipelines und Pumpstationen, um Wasser aus Regionen mit Überschuss in Sektoren mit Defizit zu leiten, wahrscheinlich ähnlich z.B. dem Verbundsystem der Trinkwassertalsperren bei uns im Erzgebirge.

    Dadurch kann man sich den Bau von Zwichenlagern sparen.

    Grundsätzlich wird man um eine Erhöhung der Speicherkapazitäten nicht herum kommen - sei es durch Anhebung der bestehenden Dämme oder Schaffung neuer Dämme. Das will man teilweise im Zusammenhang mit ohnehin anstehenden Wartungs- und Erhaltungsarbeiten ausführen, um Kosten effizienter zu gestalten.

    So sollen beispielsweise der Alisgianu-Staudamm um 1,5 Mio. m³, der Figari-Staudamm um 1-1,5 Mio. m³ und der Codole-Staudamm um 1 Mio. m³ erweitert werden.

    Gerade in den landwirtschaftlich stark genutzten Gebieten wird man aber um den Bau von Wasserreservoirs nicht herumkommen.

    Eingeteilt wurde das Projekt in 8 Sektoren.

    Einziger Unsicherheitsfaktor (wie überall) ist die Finanzierung des Projektes in Höhe von 600 Mio. € über 30 Jahre.


    So, ich hoffe, ich habe das halbwegs korrekt übersetzt und wiedergegeben und niemanden mit zu trockenen Daten gelangweilt, aber ich finde dieses Projekt sehr interessant.

    Natürlich kann man argumentieren, wir müssten zuerst an unserer Lebensweise etwas ändern, was z.B. bezüglich der prognostizierten Trinkwassermenge von 200l/ Kopf und Tag (Deutschland 120l) durchaus erforderlich ist, aber kurzfristig wird uns, oder besser gesagt den Korsen perspektivisch nichts anderes übrig bleiben, als diese Maßnahmen umzusetzen.

    Natürlich sind eine prognostizierte Zunahme der touristischen Übernachtungen um 68% erschreckend, aber wer bin ich als Tourist, dies zu kritisieren oder gar eine Reduzierung zu fordern.

    Also teert und federt mich nicht dafür, wenn ich es gut heiße, wenn man sich auf Korsika selbst Gedanken über seine Versorgungssicherheit macht und dies nicht aus Paris "übergeholfen" bekommt.


    VG

    Mario

    "entkommen" ist gut. :rofl: Die Vorstellung, wie die "kleinen Schelme entkommen" konnten, hat mir dann doch direkt ein schmunzeln entlockt - auch wenn die Vorstellung einer solchen Überschwemmung sicher nicht lustig ist...

    Ja, das sieht ganz nach Aufwuchskörpern einer WSB Kläranlage aus. Was mich jetzt irritieren und etwas besorgt werden lassen würde - wo kommen die in größerer Anzahl her und vor allem an einen Strand. :puke:

    So wie die regulär eingesetzt werden, können die aus den Kammern der Kläranlage gar nicht entweichen.


    VG

    Mario

    Hallo Kirsten,

    hat's ja doch noch geklappt mit dem Reisebericht über eure Mutter/Tochter Tour. ;)party: Sehr schön,hab mich bei eurer ersten Etappe gleich wieder an unsere eigene Wanderung in der Region erinnerte :rollparty: .

    Allerdings hat das nun mein schlechtes Gewissen bezüglich ausstehender Wanderberichte aus dem letzten Jahr wieder geweckt. ;(party:

    Auf jeden Fall ein schöner Bericht und tolle Bilder mit bestimmt wertvollen Hinweisen für Leute, die das mal nachwandern wollen - dankeschön dafür. :prost_04:


    VG

    Mario

    Werner Peters

    Hallo Werner,

    ich stimme dir zu, wenn du andere Handlungsansätze forderst. Akut nützen die den Menschen aber nichts. Denen ist gerade auch vollkommen Wurst , ob und wie wir in den Urlaub fahren. Sie sind einfach dankbar dafür, dass ihnen geholfen wird - ganz unbürokratisch ob privat oder von Kommunen. Das freut mich umso mehr, als dass das auch hier in Sachsen so geschieht, da man den neuen Bundesländern gern mal den pauschalen Stempel der Fremdenfeindlichkeit aufdrückt. Ich finde es in diesem Zusammenhang auch zumindest unangebracht, von okupieren zu reden.

    Ich möchte jetzt auch gar nicht darüber philosophieren, warum aktuell die Hilfsbereitschaft so groß ist. Wichtig ist, daß es so ist. Ich zitiere Mr. Bricolage "Es gibt nichts Gutes außer man tut es".

    Ich weiß nicht,wo an der A4 du wohnst, ich arbeite unmittelbar an dieser Autobahn und befahre sie beruflich auch oft. Ganze Fahrzeugkolonnen, von denen sich eine ukrainische Flüchtlingsbewegung gen Westen ableiten lässt, haben weder ich noch meine Kollegen bisher wahrgenommen. Natürlich sieht man ab und an ein Fahrzeug mit ukrainischen Kennzeichen, aber vielleicht hat sich auch die Wahrnehmung nur geändert.

    Der Großteil der Flüchtlinge hier kam mit dem Bus an, bestenfalls mit einer kleinen Reisetasche.

    Zu den aktuellen Flüchtlingszahlen hier eine Info. Bitte komplett lesen, da auch gewisse rechnerische Diskrepanzen erklärt werden.

    Unabhängig von unserem Urlaub, aus welcher Perspektive man ihn auch betrachtet und welche Deutung man dem Wort zukommen lässt, sollte es uns doch allen nicht schwer fallen, etwas von unserem Wohlstand zu geben (ich sage bewusst NICHT opfern), um Menschen zu helfen, die jetzt akut Hilfe benötigen.


    VG

    Mario

    Einziger Grund nicht

    zu fahren wäre Angst, dass nach dem Urlaub das eigene Haus okupiert ist. (..)

    Hallo Werner,

    bei allem Verständnis für deine angeführten Beispiele, aber beim letzten Satz hast du ganz offensichtlich das Gehirn ausgeschalten. Hast du mal in die Augen so eines "Okupantenkindes" geschaut, wenn du ihm ein Spielzeug in die Hände drückst, weißt du, wie es sich anfühlt, wenn die "Okupantenmutter" dieses Kindes nicht weiß, wie sie ihre Dankbarkeit für ein gebrauchtes Bett und ein paar Stühle ausdrücken soll und wie es sich anfühlt, wenn sie dir sagt, dass alle Männer ihrer Familie in der Ukraine geblieben sind, um ihr Land zu verteidigen und sie seit Tagen keinen Kontakt mehr zu ihrem Mann hat?

    Manchmal ist es es besser, einfach die Kl.... zu halten.


    Gruß

    Mario

    Ich wollte mal ein paar Zahlen für Sächsische Bäche und Flüsse recherchieren,die ja durch Grubenwässer recht hoch belastet sind. Hab aber auf die Schnelle nix gefunden.

    Allerdings werden in Aue-Bad Schlema Bergbauabwässer mit einer Arsenkonzenzration von ~1200μg/l vorm Einleiten in die Zwickauer Mulde behandelt und mit Konzentrationen von unter 100μg/l eingeleitet.

    Nach einer Studie für das Sächsische Umweltministerium sind Arsenkonzentrationen >24μg/l schon toxisch für verschiedene Organismen der Biozönose wie Algen und verschiedene Einzeller und Krebstierchen.

    Vielleicht hilft das,dies einzuordnen.

    Ich bin im Übrigen kein selbsternannter oder wie auch immer Experte, sondern hab beruflich mit Wasserschadstoffen und deren Parametern zu tun und kann sie deswegen zumindest ihrer Grenzwerte wegen einordnen.

    Und damit verabschiede ich mich hier.

    Im Originalartikel sind die Maßeinheiten korrekt benannt. Etwas irritiert haben mich am Ende des Artikels die Angaben für Gesamtarsen in μg/l und für gelöstes Arsen in g/l - und das wäre schon ganz schön fett. Bei der Toxizität muß man unterscheiden zwischen organischen (in Kohlenstoffverbindungen) und anorganischen Arsenverbindungen, die toxisch sind und nicht ausgeschieden werden. Dafür auch der europaweite Grenzwert von 10 μg/l im Trinkwasser, der auch im Artikel genannt wird.

    Arsen wird ja schließlich nicht nur übers Wasser sondern auch über die Nahrung aufgenommen,beispielsweise Fische oder, teils hochbelastet, Reis. Wenn jetzt das Flusswasser auch zum Bewässern von landwirtschaftlichen Flächen genutzt wird und vielleicht aus dem Uferfiltrat Trinkwasser gewonnen wird, dann sind in Summe die hohen Konzentrationen schon relevant.

    Ich glaube nicht, dass ein Bad massive Gesundheitsschäden nach sich zieht, ein ungutes Gefühl hätte ich aber vielleicht schon.


    VG

    Mario

    Unser Mario L`Breizh au coeur kann zu beiden Themen sicherlich schlauer kommentieren.

    Hallo Ernest,

    das ist aber schon eine sehr optimistische Vermutung, liegt doch mein berufliches Tätigkeitsfeld mehr in der Reinigung des Mediums. Aber ich will dann mal versuchen, etwas Brauchbares nach meinem Wissensstand beizutragen. ;)party:

    Grundsätzlich hat ja wohl Korsika eher ein Problem mit der Grundlage des Trinkwassers. Mir ist im letzten Jahr aufgefallen, dass an den östlichen Berghängen im Juni in den entsprechenden Höhen noch Schneefelder vorhanden waren, an den westwärts gerichteten Hängen nicht. Auf unserer Wanderung vom Col de Verde zur Bocca D`Oru querten wir - bis auf ein mickriges Rinnsal - nur ausgetrocknete Bäche. Die Strecke zieht sich an der Westseite der Punta Bocca dell `Oro entlang.

    Bei meiner Wanderung von der Skistation Ghisoni über den Grat von Monte Renoso, Punta Orlandino und Monte Torto zu den Pozzis habe ich nur oberhalb des Lac de Bastani und auf der Ostseite des Grates der Punta Scaldasole größere Schneefelder gesehen, einzelne noch oberhalb der Pozzis auf der Bocca della Calle.

    Auf dem Rückweg über den GR 20 auf der Ostseite des Gebirgszuges musste ich einige ziemlich viel Wasser führende Bäche queren. Daraus könnte man jetzt vermuten, dass die Ostseite der Insel durch das langsamere Abschmelzen des Schnees - so vorhanden - immer noch etwas mehr Wasser abbekommt. Wie das weiter südlich oder am Kap aussieht, kann ich natürlich nicht sagen. Da spielen ja auch noch geologische Faktoren wie Versickerungsfähigkeit der Gesteinsarten in den Bergen eine Rolle. Jedenfalls hat Korsika ähnliche Probleme - nur jetzt schon - wie die Alpen sie bekommen mit ihren immer weiter abschmelzenden Gletschern und Schneefeldern, welche ja ebenso für die Wassergewinnung gebraucht werden.

    Mich verwundert etwas, dass zumindest Teile der korsischen Bevölkerung nur geringe pauschale Wassergebühren zahlen. Das mag dort logisch erscheinen, wo etwa die Kommune eine Wasserleitung aus den Bergen gezogen hat und keine oder kaum Kosten für eine Aufbereitung entstehen. Zum Wassersparen lädt das aber nicht ein und entspricht auch nicht der europ. WRRL, welche vorgibt, das kostendeckende (auch Umwelt- und Ressourcenkosten) - und nach dem Verursacherprinzip angemessene Wasserpreise zu erheben, die idealerweise auch noch Anreize zum Wassersparen erbringen.

    In wieweit man alte Zisternen wieder ertüchtigen kann, weiß ich nicht - zumindest als Brauchwasser macht das schon Sinn. Aber wo kämen beim immer akuteren Niederschlagsdefizit vor allem im Winter die Quellen dafür her? Und Oberflächenwasser gibt es ja dann auch weniger. Bei den vielen frei laufenden Tieren würde das als Trinkwasser ohne eine aufwendige Reinigung und Desinfizierung auch nicht in Frage kommen.

    Eine Meerwasserentsalzung macht, wie Schorschi schon richtig sagte, nur mit Strom aus regenerativen Quellen Sinn, da es sehr energieaufwendig ist. Das Wasser muß vor der Entsalzung mehrfach gefiltert und danach remineralisiert werden. Israel erzeugt damit allerdings mittlerweile wohl einen Großteil seines Trinkwassers. Der nächste Aspekt in energetischer Sicht - Korsika ist ein Gebirge im Meer - das an der Küste gewonnene Wasser müsste mit Hochleistungspumpen in Hochbehälter oberhalb der Dörfer gepumpt werden.

    Kurzfristig würde wohl nur die Einsicht zum Wassersparen etwas bringen. Wie wasserintensiv die Landwirtschaft auf Korsika ist, kann ich nicht beurteilen, wage aber zu bezweifeln, dass sie ähnliche Auswirkungen hat, wie in den Gewächshauswüsten Südspaniens.

    Sicher ein großer Wasserverschwender ist der Tourismus, gerade in den Hotels und Ferienanlagen. Dort wird ein Vielfaches an Wasser pro Kopf verbraucht, als normalerweise. Zum massiven Verbrauch tragen u. A. Grünanlagen, Zimmerreinigung und auch Poolanlagen bei. Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit können aus einem Pool mehr als 12l /m² am Tag verdunsten, das ganze Wasser, was am Körper mit "rausgeschleppt" wird nicht eingerechnet.

    Langfristig wird man um einen anderen Umgang mit Niederschlagswasser - gerade was die Versickerung und damit Grundwasserspeicherung - angeht nicht umhin kommen. Ähnliche Überlegungen werden mittlerweile z.B. in Berlin/Brandenburg angestellt, gerade was die Sommerniederschläge anbelangt. Mit den nicht mehr achtlos abgeleiteten Niederschlägen kann man über Verdunstung einen Kühleffekt erzielen und die ohnehin immer weiter sinkenden Grundwasserstände etwas entlasten.

    Das wäre auf Korsika zumindest im Bereich der Städte eine Möglichkeit.

    Aber das ist alles graue Theorie und den entsprechenden Fachleuten bekannt. Entscheident ist, ob dazu der Wille da ist und die Bereitschaft, diese Kosten zu stemmen. Ansonsten "baden" den sorglosen Umgang mit dem kostbaren Nass sicher wieder die Falschen aus.


    VG

    Mario