Beiträge von Nanook

    Nachdem sich Nana nicht mehr traut, hier noch irgendeinen Beitrag zu posten (und das ohne das Buzzerwort "Wildcampen" auch nur erwähnt zu haben) ggfgfbnhjk,klj , mache ich mich jetzt unbeliebt und übernehme die sprachwissenschaftliche Interpretation Ihrer Frage 8)party: :


    Hallo,


    ich denke Korsika müsste sich ein wenig auf Corona einstellen, statt Campingplätzen mehr Stellplätze anbieten???


    Was meint Ihr??? d%$c)4


    ICH habe das so gelesen und bin fast sicher, dass sie das auch so gemeint hat, dass Stellplätze für Wohnmobile gegenüber Campingplätzen den Vorteil haben, dass es dort eben KEINE gemeinsame Duschen, KEINE (gemeinsamen?) WC´s und auch sonst WENIGER gemeinsame Treffpunkte gibt, sodass IN ZEITEN VON CORONA die Ansteckungswahrscheinlichkeit sinkt!


    Das ist meines Erachtens eine interessante Hypothese. Bekanntlich soll es in den Sommermonaten (also sozusagen gerade eben) auf den CP-Plätzen etwas beengter zugehen als im Mai oder September :thumbupparty: . Und wir wissen: Delta ist auch draußen durchaus erfolgreich in der Suche nach neuen Wirten!


    Stellplätze für wirklich autarke Camper (Toilette und Bad an Board) sind möglicherweise deutlich weniger "gefährliche" Orte als CP. Natürlich sind Stellplätze nicht "umsonst", sonder kosten gerne auch mal 10,-- oder 20,-- EURO pro Nacht - je nachdem was an Annehmlichkeiten sonst noch geboten wird.


    Über die Auswirkungen erhöhter WoMo-Dichte auf das korsische Sozialprodukt will ich jetzt - in Ermangelung validierter Prognosemodelle - nicht spekulieren :search:. Ob ich jetzt ein weiteres WoMo gerne in der Calanche vor mir fahren hätte ..... nun ja .... :rofl:


    VG

    Jörg

    Hallo Florentine,


    wir machen uns bezüglich der Fähre die gleichen Gedanken. Und selbst als jemand, der schon ein bisschen Korsika-Fähren-Übung hat, glaube ich, dass es schwer ist, der Hektik und dem Gedränge - spätestens bei Ankunft - zu entgehen.


    Als bekennender CoViD Hypochonder oute ich mich: wir tragen für diesen Abschnitt der Reise FFP3 und versuchen das Boarding für Frau und Hund zu verändern, sodass die zu Fuss auf das Boot gehen.


    Das ein- und ausladen eines älteren, reichlich schweren Hundes ist (Rampe raus, Hund rein/ raus, Rampe weg) ist bei uns kein echter Spass beim Boarding. Aber die Illusion, dass man da etwas Zeit gewinnen kann möchte ich dir lieber nehmen. Wenn du keine Nerven dick wie Drahtseile hast, funktioniert das mit dem etwas langsamer-machen nicht im Schiffsbauch! Da willst du dich freiwillig nicht lange aufhalten.


    Aber es wird trotzdem ein toller Urlaub - versprochen (auch wenn diese Phase der Schiffspassage nicht dazu beiträgt) :Pparty:


    VG

    Jörg

    Hallo Nadja,


    wir haben das auch schon erlebt, dass - obwohl Hunde prinzipiell erlaubt sind - im JULI und AUGUST keine Hunde akzeptiert werden. :curparty:


    Aber "in der Ecke" wo ihr gerade seid, lässt sich sicherlich sehr einfach ein hundefreundlicher Platz finden (ohne dass ich jetzt reflexhaft "Chez Antoine" rufe ggfgfbnhjk,klj )


    Viel Glück

    Jörg


    PS: Bei uns sind es noch drei lange Wochen ... hoffentlich hält sich Delta etwas zurück plkjerjil

    Hallo Abre,


    aber nein doch - wir machen seit ca. 25 Jahren nur dort und dann Urlaub, wo der Hund dabei sein darf. Mehr als 2 oder 3 Tage ohne Hund hat es in dieser Zeit nie gegeben.


    Nein - die Klassifikation der französischen Gruppen hat doch den Rottweiler (evtl. auch den Dobermann) in der Gruppe 2. Unserer ist ein Beauceron, also eine alte französische Hütehundrasse. Die Rasse ist in D ziemlich unbekannt und eher selten. Viele fragen uns, ob das ein Mischling zwischen Dobermann und Rottweiler wäre? Darauf habe ich angespielt! Also: nein - die Franzosen setzen doch eine Ihrer zentralen Hütehundrassen nicht freiwillig auf den Index :-).


    Normalerweise antworte ich auf die Frage, ob es ein Rotti/ Dobermann-Mischling ist - je nachdem wie nett ich den/ die Fragende*n finde - mit: nein, das ist die Ur-Rasse aus der im 15Jh der Rottweiler und im 19Jh der Dobermann herausgezüchtet wurde :-). Führt meistens zur Verwirrung, habe ich aber in einem älteren französischen Hundebuch einmal gelesen. Vermutlich hält das keiner hundekundlichen Begutachtung stand. Kommt aber gut als Antwort :winke:


    VG

    JÖrg

    Hallo Thomas,


    danke für das Coaching :)party: ... aber weißt du, ich bin ganz neu im Umgang mit "übersetzten" WebSeiten ;)party: . Ich Depp, da hätte ich selbst drauf kommen können :dash:


    "Animal

    Les chiens de catégories 1 et 2 et les chats sont interdits. La tenue en laisse est obligatoire. Le carnet de vaccination doit être à jour et doit être présenté à la réception."


    Na - dann werde ich mal zügig reservieren :thumbsupparty: , bevor es zu spät ist.


    Danke, dass ihr mich von der Leitung auf der ich gestanden habe, weggeschubst habt :hail:


    VG

    Jörg

    Thomas: auf diese Klassifikation bin ich auch gestoßen ... es heißt halt auf der WebSite:


    "Animal

    Dogs in categories 1 and 2 and cats are allowed. Holding a leash is required. The vaccination must be current and must be presented at the reception."


    Ich habe etwas bedenken, dass die Kategorisierung etwas mit Größe (unter 50cm) oder Gewicht (bis 25kg) zu tun haben könnte, weil ich das in frz. Hotels schon erlebt habe. Das schafft unserer mit 70cm Schulterhöhe und 50kg nicht ganz :-)



    abre: wo hast du das "genießbar" / "ungenießbar" gefunden :)party: ?


    Können diese Augen lügen ?



    NEIN - es ist kein Rottweilerähnlicher Typ, sondern ein urfranzösischer Beauceron aus der Nähe von Verdun ...

    Hallo an Pfingsten und eine etwas komische Frage :-):


    Ich wollte gerade für die letzten Tage unseres (diesjährigen) Korsika-Tripps ein Mobile Home buchen. Dabei sties ich auf den Buchungshinweis "Hunde der Kategorie 1 & 2 erlaubt". Wenn man das googelt, findet man eher Hinweise darauf, dass Kategorie "1" sogenannte Listenhunde sind (die eigentich gar nicht/ oder eingeschränkt nach Frankreich eingebracht werden dürfen). Das kann also nicht die vom CP gemeinte Kategorisierung sein ::,,II8.


    Hat jemand eine Idee, was mit Cat. 1 oder 2 gemeint sein könnte? Leider geht niemand ans Telefon ... ;(party:


    VG

    Jörg

    ... uppps .... das sind wirklich "traurige" Nachrichten. Dann müssen wir dieses Jahr unbedingt noch einmal auf U Paradisu, bevor daraus ein Glamping-Platz wird ::,,II8.


    Ich sehe es wie Felix: bestimmt macht der ein oder andere einheimische Fahrer in seinem 4x4 Patrol von 1992 auch mal ein Stück Strecke kaputt, aber die "Touri-Fahrer" sind das eher nicht. Ich habe auf der Strecke noch sehr, sehr wenige "rasende Touris" gesehen. Das liegt schon allein daran, dass man mit dem Fahrzeug mit dem man auf Korsika ankam auch gerne wieder heimfährt. Die Strecke ist zwar offroad-technisch nicht fordernd, aber kaputtmachen kann man sich in den Löchern einiges bis man am Strand ist.


    Zu U Paradisu: wir "outen" uns als kleine Fans dieses Platzes. Nicht, dass ich dort den ganzen Urlaub verbringen möchte, aber so drei/ vier Tage auf U Paradisu führen doch zu eriner erheblichen Entschleunigung. Klar braucht man für den Sanitärbereich eine gewisses Maß an Schmutz-Resilienz - aber das gbt sich :thumbsupparty: und irgendwann weiß man, wann das Wasser warm sein könnte und vielleicht jemand (ein wenig) geputzt hat. Es ist einfach dieses Gefühl "wie ganz früher", so als hat sich seit 40 Jahren nichts getan; das bewirkt bei uns Besinnung & Entschleunigung. Wir hatten zudem schon außergewöhnlich nette Begegnungen auf dem Platz. Es hat was von "bist auch heil hierhin gekommen?". Aber ich kann auch jeden verstehen, der den Platz schauderhaft findet.


    Ob jetzt ein 12km Wanderweg durch die Désert des Agriates von Juni bis August so der wirkliche "Bringer" ist, bin ich mir nicht sicher. Da stelle ich mir lieber etwas luftigere Regionen mit mehr Schatten vor. Auch fragt man sich, wie Casta davon profitieren soll, wenn der Eingang in die Strecke verlegt wird?


    Aber natürlich kann man den Gang der Dinge nicht aufhalten und es gibt keinen touristisch verbrieften Anspruch darauf möglichst rustikale Habitate im Urlaub zu erkunden.


    VG

    Jörg

    Hallo Andreas,


    also wir (2 Personen plus Nanook) lassen uns normalerweise immer über die Insel treiben, wobei das üblicherweise mit einer Cap Corse Umrundung (gegen den Uhrzeigersinn!) beginnt. Das politisch unkorrekte Gefährt nimmt auch nicht allzu viel Platz weg :-).


    Mir fehlen einfach die Erfahrungswerte für den August und ich habe so oft gelesen, dass man im Juli und August den Mindestabstand nicht einhalten kann :-). Vorreservierungen würden mich - glaube ich - arg aus dem Konzept bringen.


    Schlimmstenfalls fahre ich in der ersten Woche auf U Paradisu und warte bis es ruhiger wird :-). Dort lassen sie mich zur Not sicher auch auf der Kuhwiese hinter dem CP nächtigen, was nicht wirklich ein großer Komfortverlust gegenüber dem Hauptcampingplatz bedeutet ::,,II8:Pparty:. Nur muss ich dann zuvor genug Pietra und Vin Rouge einpacken, denn Zwischen-Einkauf in St. Florent ist mir dann einfach zu weit ...


    LG

    Jörg

    Also ich würde einfach aus "Sehnsuchtsgründen" lieber heute als morgen losfahren ::,,II8 . Fast zwei Jahre ohne Korsika ist schon eine ziemlich harte Bestrafung ... Wir waren in den letzten Jahren oft ab Mitte Mai da und dass es da regelmäßig eine stabile Hochdruckwetterlage gab, kann ich nicht so richtig bestätigen. Extremer Wind, Schnee auf dem Niolo-Pass und orderntlicher Regen ist uns nicht gänzlich unvertraut (wobei unsere Historie nur bis lächerliche 2015 zurückreicht).


    Wir haben sicherheitshalber unsere Juni-Tripp (wegen Pandemie, nicht Wetter!) auf Ende August bis Mitte September umgebucht. Also in dieser Zeit bestehe ich jetzt auf gutes Wetter :thumbupparty:


    Gruß

    Jörg


    PS: Muss ich eurer Meinung nach bei Anreise am 20. August entgegen unserer sonstige Gewohnheiten Campingplätze vorbuchen? Unabhängig davon, dass natürlich niemand weiß, wie untypisch die 21er Saison verlaufen wird.

    Ich möchte nur noch kurz auf Nanooks "Schachbrett"-Vergleich eingehen, der passt nämlich für Epidemien hinten und vorne nicht. Einfach deswegen, weil die Zahl der Körner (sprich der Menschen) endlich ist und sich eben gerade nicht bis in alle Ewigkeit verdoppeln kann.

    Du hast Recht! Auf dem 33 Feld, wäre die Bevölkerung durchseucht (2^33 = 8 Mrd.). Deshalb habe ich das Schachbrett NIE als Synonym für epidemiologische Berechnungen genutzt, sondern dazu, um zu verdeutlichen, wie wenig Zeit zum Reagieren bleibt, wenn man es mit exponentiell wachsenden Kurven zu tun hat; auch wenn das Ausgangsniveau zunächst kleiner als gedacht scheint. Nicht mehr und nicht weniger.



    Seit dem Beginn der Pandemie im letzten Jahr hatten wir in Deutschland nur während des gesamten Oktobers 2020 einen exponentiellen (sprich "an Fahrt aufnehmenden") Anstieg. Auch jetzt gibt es keinen, wohl aber einen linearen.

    Wie viele exponentielle Anstiege siehst du in der folgenden Darstellung?



    Also ich sehe mehr als einen im Oktober. War dir das nicht bekannt, oder wolltest du die Wahrheit etwas frisieren?



    Auch der Verweis auf Bergamo passt nicht, es sei denn wir sollen auf die "Macht der Bilder" hereinfallen. Die bedauerlich hohen Opferzahlen in Norditalien sind durch den geringen Kenntnisstand zu Beginn der Pandemie entstanden: zu frühe Intubierung älterer Menschen und Verlegung von Kranken ausgerechnet in Pflegeheime. Das sollte heutzutage nicht mehr passieren.


    Ja - wir haben dazugelernt - das ist korrekt; trotzdem ist die CFR ("Sterberate") immer noch um die 2-3% in D. B117 scheint zudem die IFR auch über 0,5% zu heben. Du siehst doch auch, dass wir - trotz recht guter Durchimpfung der Hoch-Risikogruppen - Tag für Tag über 200 Tote haben. Jeden Tag die Opferzahl eines abgestürzten Mittelstreckenflugzeugs als normal zu empfnden finde ich ethisch unakzeptabel und du?


    RKI (aktuell von KW14): "Die ARE-Aktivität (=akute Atemwegserkrankung inkl. Covid) lag seit dem harten Lockdown Ende 2020 bis Ende Februar 2021 auf einem vorher nie erreichten, niedrigen Niveau in den Wintermonaten." Quelle: Influenza-Wochenbericht (rki.de)

    Was genau hat die erfreuliche Nachricht, dass Masken und Abstand die Grippe verhindern mit der Tatsache zu tun, dass sich die ICU´s mit CoVID Patienten füllen? Verstehe ich nicht ...


    Und was soll den eigentlich noch härter werden? Es ist doch eh schon alles zu und Treffen bereits jetzt untersagt. Seit einem halben Jahr!!!

    Frag mal in UK nach, was ein LD ist. Kleiner Tipp: in KiTa´s, Schulen, Büros, Werks- und Produktionshallen verbreitet sich der Virus erstaunlicherweise auch. Letzteres haben wir bislang noch nicht einmal angetastet. Allein der Privatbereich und der Dienstleistungssektor wurden geknebelt; alles andere ist weitgehend offen und die Mobilitätsdaten sind kaum unter dem Niveau vor der Pandemie. Also ich glaube, wir hätten eine ganze Menge Luft nach oben ... wenn wir nur Politiker mit ("Zitat Oliver Kahn") hätten.


    Vielleicht noch was zum anschauen?



    Und zum Schluß: nichts wäre erfreulicher als wenn ich mich im Hinblick auf die ein oder andere (gerne auch mehrere) Prognosen irren würde!


    Ich habe fertig ...


    VG

    Jörg

    .... puhhh ist das anstrengend. Aber ok ein letztes Mal:


    Jepp, du hast Recht! Ein positiver PCR Test zeigt an, dass du (mindestens) Bruchstücke des Coronavirus in dir trägst. Nicht mehr und nicht weniger!


    Ob du krank bist oder nicht, das merkst du in der Tat auch ohne PCR ganz alleine. Funktioniert bei Halsweh und wenn du Bauchweh hast, auch bei Bänderrissen oder Armbrüchen. Aber für die Diagnose brauchst du halt doch einen Streptokokkennachweis, eine Magenspiegelung oder ein CT. Die PCR ist die Diagnose, nicht die Krankengeschichte.


    Eine der tückischen Eigenschaften von CoVID ist (und ich bin mir sicher, dass du das weißt und es nur nicht in deine Argumentationslinie passt, oder?), dass es eine asymptomatische Infektiösität gibt. D.h. du kannst andere anstecken, obwohl du gar nicht weißt, dass du infiziert bist (und dich auch nicht krank fühlst!). Und da ist eben der PCR Test das Mittel der Wahl. Er gilt zwar als vielleicht zu empfindlich und man vermutet auch, dass ab ct >30 keine Infektiösität mehr da ist, aber das ändert nichts dran, dass du mit positivem PCR eine potentielle Gefahr sein kannst.


    Die Eindämmung von CoVID erfordert von uns die soziale Intelligenz einzusehen, dass wir ein Problem für andere sein könnten, verbunden mit der Notwendigkeit eines anderen Umgangs mit dieser Gefahr als mit anderen Bedrohungen. Wäre CoVID ausschließlich symptomatisch, könnten wir es locker angehen lassen: wer Symptome hat, bleibt zu Hause. Und die Pandemie wäre schnell vorbei. Wäre aber blöd für den Virus und diejenige Mutation, die sich auch asymptomatisch verbreiten könnte, hätte einen ziemlichen evolutionären Vorteil ...


    Ja - die 100 sind vielleicht nicht alle infektiös und nicht alle eine Gefahr, vielleicht sind es nur 50 oder 60. Das ist jedoch bei Exponentialfunktionen "Jacke wie Hose", wie man in Hessen sagt. Nimm dir ein Schachbrett und eine Tüte Reis und fang mit dem ersten Korn auf dem ersten Feld an. Sicher weißt du, was jetzt kommt, oder? Irgendwann so in der Mitte der Schachbretts (vielleicht bei 2^20) werden deine hausinternen Reiskörner zu Ende sein. Und wenn du am Anfang mit einem halben und nicht mit einem Korn startest, dann kommt dieser Punkt (also dass dir der Reis ausgeht) genau 1 FELD SPÄTER. Und wenn du anfangs von nur 25 durchgerutschten Infizierten ausgehst, dann sind es halt 2 FELDER SPÄTER. Exponentialfunktionen überlisten oft unserer Vorstellungsvermögen. Übrigens EIN FELD wäre bei CoVID ein Inkubationszyklus - also 4-6 Tage!


    Aber - ganz jenseits aller Mathematik: Reicht es nicht , dass wir in Kürze über 5.000 Patienten auf der Intensiv haben? Und wir haben bislang nichts anders gemacht, als vor wenigen Wochen. D.h. 6.000 - 7.000 Patienten sind uns praktisch unvermeidbar sicher. Das ist mehr, als wir ordentlich versorgen können. Sollte uns nicht spätestens das zu denken geben? Wir sind wesentlich dichter vor Bergamo 2020 als wir das wahrhaben wollen. Und das Schlimmste: alles nur, weil wir nicht in der Lage sind/ waren, die Ausbreitung mit einem wirklich harten und konsequenten LD noch einmal so zu bremsen, dass wir mit den Impfungen das Ausbreitungsgeschehen in den Griff bekommen. An Israel sieht man, dass bereits weit unterhalb der Schwelle von 2/3 Geimpften, das Infektionsgeschehen zur Ruhe kommt. (Und an Neuseeland könnte man erkennen, was eine intelligente No-CoViD Strategie bewirkt. Aber dazu: siehe das das o.a. Video).


    VG

    Jörg

    Da hat heute Morgen ein Blick ins Web genügt >>> T-Online news, Die Zeit, Welt, FAZ, NTV-Nachrichten, Merkur, usw. schön untereinander aufgereiht ...die einen so, die anderen so.

    Zudem war dies nicht wirklich Medienschelte. Es war eine Feststellung.

    Wenn ich das richtig sehe, orientiert sich vor alle die FAZ (nenne es "faul" oder nicht) an den RKI-Zahlen. Dort findest du für heute (also eigentlich gestern!) 23.804 Neuinfektionen gegenüber 24.097 vor einer Woche und 18.129 vor zwei Wochen. Die Zeit weist 25.041 Fälle aus, weil SIe angeblich so gute Drähte zu den Gesundheitsämtern haben. D.h. wir haben eine Seitwärtsbewegung gegenüber letzter Woche und eine klare Zunahme gegeüber dem Wert vor 2 Wochen. Auch n-tv berichtet irgendwas von 25.000 gegenüber 25.900 von letzter Woche, also auch Seitwärtsbewegung. Also ich kann daraus jetzt keine ernsthaften Widersprüchlichkeiten erkennen. Man mag darüber streiten, ob es gut ist, dass es nicht weiter steigt, oder schlecht, weil es nicht fällt - aber widersprüchlich erscheint mir das eher nicht! (Anmerkung: mir sind allerdings die Fallzahlen insgesamt viel zu hoch, weil von den 25.000+/- von gestern in ca. 4 Wochen mindestens 200 Tod sind und weitere 200-400 auf der Intensivstation liegen und danach (mit hoher Wahrscheinlichkeit) nicht mehr das Leben haben, was sie zuvor hatten - auch wenn Sie davonkommen!)


    Jetzt noch mal zur Testtheorie in der Hoffnung, dass du zumindest versuchst das nachzuvollziehen:


    Bei einer Inzidenz von 150 (pro 100.000 pro Woche), geht das RKI (und viele andere) davon aus, dass ca. 2/3 der Fälle unerkannt bleiben. D.h. eine Indizenz von 150, heißt "eigentlich", dass von 100.000 Personen nicht 150 sondern eher 500 infiziert sind. Ich denke, das ist eine ganz realistische Situation gegenwärtig.


    - Würde man jetzt 100.000 Leute testen, ist zu erwarten, dass 500 infiziert sind und 99.500 sind gesund

    - Nun haben die Antigenteste (wie ALLE anderen Tests auch) leider keine 100%ige Sicherheit.

    - Die Wahrscheinlichket, dass sie einen POSITIVEN korrekt identifizieren ist (optimistisch) bei 80% (vgl. RKI Bulletin und diverse Veröffentlichungen von Drosten u.a.)/ Sensitivität

    - Die Wahrscheinlichkeit, dass sie einen gesunden korrekt als NEGATIV identifizieren ist demgegenüber (ca.) bei 99%/ Spezifität.


    Für unser Beispiel heißt das:


    - Von den 500 Infizierten findet der AG Test 80% also 400! (die sind korrekt positv und werden später im PCR bestätigt). 100 bleiben unentdeckt und werden fälschlicherweise als FALSCH-NEGATIV durchrutschen (die können jetzt einkaufen gehen, ins Kino oder sonstwas).


    - Von den 99.500 Gesunden identifiert der Test 99% (also 98.505) korrekt als Negativ. Allerdings werden (99.500 - 98.505) 995 fälschlicherweise POSITIV gestestet und bekommen dann erst über den PCR die erlösende Nachricht! Bei 100.000 Tests wird es also ca. 1.395 positive Ergebnisse geben (400 korrekte und 995 nicht korrekte) von denen nur ein knappes Drittel beim PCR bestätigt wird. Das ist die Mathematik, die sich logisch aus der Testtheorie (mit Spezifität und Sensibilität) ableiteten läßt, die der begabte Autor in der östereichischen Gazette aber als "Problem" beschreibt.


    - Kleiner Fun-Fact am Rande: das Verhältnis Korrekt-Positiv (in unserem Fall 400) zu Falsch-Positiv (hier: 995) verbessert sich grandios, wenn die Durchseuchung zunimmt und die Inzidenzen steigen. Wäre die Inzidenz zum Beispiel 5.000/ 100.000, dann erkennt der Test 4.000 korrekt und von den Gesunden 90.000 würden weiterhin nur 1% (900) FALSCH POSITIV deklariert. Der PCR wird dann in über 80% und nicht mehr in nur 30% der Fälle die POSITIVE Testung bestätigen!


    - Aber zurück zum Beispiel: uns rutschen bei einer Sensitivität von 80% (und die ist allemal optimistisch) bei 500 Infizierten 100 als gesund durch, die es nicht sind! Und diese Falsch-Negativen sind das eigentliche Problem. Die fühlen sich subjektiv sicher ("bin doch getestet") und können und werden die Infektion unerkannt weitergeben. Das Risiko kann man unter Umständen für geschlossene Gruppen bei regelmäßigen Testungen (Betriebe / Schulen / KiTa) eingehen (weil die (a) beim nächsten Test auffallen und (b) weil die Bezugsgruppen fix sind und daher Kontakte nachvollzogen werden können); als Öffnungsstrategie taugen die Tests in einer Zeit anschwellender Inzidenzen dagegen nichts. Sie werden das "Leiden" nur verlängern, weil wir die Seuche nicht in den Griff bekommen. Siehe Tübingen, siehe Rostock (wobei ich allergrößten Respekt vor Madsen habe) und siehe Saarland. Alle mittlerweile am aufholen bei den Inzeidenzen und im Saarland sogar mittlerweile ein ICU-Problem.


    Soweit meine Ansicht zum Thema. Das meinte ich mit kritischer Auseinandersetzung mit Medien, ohne zu "bashen", aber schon feststellen zu müssen, dass der Qualitätsjournalismus in D arg gelitten hat im letzten Jahr (oder es wurde in der Pandemie besonders auffällig!).


    Übrigens: wenn ich den Unsinn, der mir den ganzen Tag von Politikern und Teilen der Medien entgegenschlägt, gar nicht mehr ertragen kann, dann empfehle ich ...



    Die Sprache ist gewöhnungsbedürftig, die Form auch (für uns allemal), aber seine Beiträge sind (oft) überragend klug, sehr befreiend und leider allzu wahr! Auch wenn ich weit jenseits seiner Zielgruppe bin, tut es gut, ihm zuzuhören (wenn man sich darauf einlassen kann phhpgd



    VG

    Jörg

    Nachtrag weil gerade in den Medien gelesen: So unterschiedlich kann eine Darstellung sein: Einmal Schlagzeile inhaltlich >>>Fallzahlen Neuinfektionen leicht unter Vorwochennievau und dann gleichzeitig eine andere >>> Fallzahlen Neuinfektionen steigen weiter stark an!

    Was soll man da jetzt glauben?

    Günter, nenne bitte die Quellen und sofern es nicht hinter einer Paywall ist, lässt sich das sicher aufklären. Permanente Medienschelte bringt uns nicht weiter, Medienkompetenz ist gefragt. Wir sind noch nicht "durch" mit dem Sch ...; das Schlimmste steht uns noch bevor in den nächsten Wochen, wenn die ICU´s überlaufen. Da hilft "Medienbashing" nicht weiter (außer gegen die BLÖD natürlich!).


    UND: auch in Österreich weiß man, dass Falsch-Negativ das größere Problem ist als Falsch-Positiv - zeig mir eine seriöse Quelle, der diesbezüglich was anderes behauptet.


    VG

    Jörg

    ... Falsch positiv ist ärgerlich, aber kein Beinbruch (zumindest nicht für die Eindämmung der Pandemie). Viel problematischer hingegen, sind die "Falsch negativen", die sich in Sicherheit wähnen.


    Und, dass die Aussage ....


    "Insbesondere bei negativen Ergebnissen weisen Antigentests eine hohe Genauigkeit auf, wie man aufgrund vergangener Erfahrungen weiß."


    ... richtig sein könnte, erschient mir mehr als zweifelhaft und widerspricht (fast) allem, was man ansonsten zu dem Thema findet.


    Da beschleicht mich doch der Verdacht, dass beim ORF mal wieder ein Praktikant, der Mathematik frühzeitig abgewählt hat, die Recherche gemacht hat.


    VG

    Zum Thema Statistik >>> Es lohnt sich mal dies  reinzuziehen . Sehr interessant


    Guenter, das ist ein spannender Film und natürlich ist Prof. Krämer aus Dortmund ein Klassiker der Statistik-Aufklärung. Einige seiner Bücher ("So lügt man mit Statistik") sind Kult. Aber als "gelernter" Statistiker ist seine These natürlich niemals, dass man keine Wahrscheinlichkeitstheorie oder Statistik machen sollte, sondern nur, dass man sich die Interpretation der Daten kritisch anschauen soll.


    Diese ganze R0/ Reff Betrachtungen oben sind relativ "unschuldige" mathematische Modelle, nicht mehr und nicht weniger. Da greift meines Erachtens die Kritik aus dem Film nicht, weil eine Formel eben nicht moralisch gut, ethisch schlecht oder inhaltlich böse ist. Die ist einfach nur richtig oder falsch ...


    Interessanter wirds bei der Interpretation von Zahlen, da würde das Krämer Team reingrätschen:


    - Warum ist eigentlich genau eine Inzidenz von 100 (200) ein Schwellenwert, ab dem was passieren sollte?

    - Warum wird (in D) fast nur die Inzidenz herangezogen und nicht auch die Positivrate? (die Positivrate verrät viel über das Ausmaß der "Untertestung", was wir mutmaßlich in D machen, um Maßnahmen zu verhindern ...)

    - Ist es statistisch in irgendeiner Weise sinnvoll, sowohl Öffnungen als auch Schließungen an einem einzigen Wert festzumachen - z.B. 100? (Nein! Denn in Anbetracht dessen, dass das Vertrauensintervall der Meßungen sowieso immer mindestens +/- 10-20 beträgt, wäre es viel vernünftiger den "Öffnungswert" zum Beispiel auf 50 zu setzen und den "Stopwert" auf 100. Dannn hätte man wenigstens die Sicherheit nicht zu öffnen und zu schließen bei einem mögicherweise unveränderten Infektionsgeschehen; nur deshalb weil der Wert geschwankt hat ...)


    Bei solchen Dingen gehen diese Statistikkritiker dazwischen, leider derzeit relativ ungehört. Aber mathematische Modelle und Formelberechnungen können zwar falsch oder richtig sein, haben aber mit der "Interpretationskritik" oder dem Thema "Interessengeleitete" Grenzwerte (aus dem Film) erstmal nichts zu tun!


    VG

    Jörg

    Kurz eine Ergänzung zu „Klausens 80%“ und euren Erklärungen zur Herdenimmunität:

    All diese Zahlen gelten für den statistischen Durchschnitt. Corona aber verbreitet sich in Cluster.

    Hallo Klaus,


    Herdenimmunität ist eine rein statistische Betrachtungsweise der Pandemie. Sie ist nicht der Punkt, wo die Bevölkerung an sich immun ist, sondern nur der Punkt, wo die Pandemie nicht mehr "wächst" (sich nicht mehr ausbreitet). An dem Punkt sinkt der R-Wert (also der Wert, der besagt, wieviel Personen ein Infizierter DURCHSCHNITTLICH ansteckt auf < 1). Also 100.000 Infizierte stecken weniger als 100.000 neu an, so dass über kurz oder lang der Zauber zu Ende ist. Superspreader hin oder her; wenn 2/3 immun sind, schaffen die es dann auch nur mehr 1/3 anzustecken (wo sie früher 3/3 angesteckt hätten).


    Natürlich kann immer noch einer mit hoher Viruslast und vielen (schlecht geschützten Sozialkontakten) viel Unheil anrichten ... aber statistisch schleicht sich der Virus raus (solange nicht ... nein .... keine Escape-Diskussion jetzt ...)


    VG

    Jörg