Beiträge von Fren

    Ganz ehrlich, in dem Bericht werden die Besucherzahlen der Corona-Jahre 2020 und 2021 mit den ganzen Reisebeschränkungen mit denen von 2022 ohne diese Beschränkungen genommen und daraus wird dann eine Steigerung und Überfrequentierung abgeleitet. Das ist mieser Stil und man nennt es "politische Instrumentalisierung". Desgleichen die Mautgedanken. Auch in den Alpenländern ist die Maut nicht etwa zum Regulieren der Besucherströme gedacht, sondern zum Unterhalt der Straßen und zum Geldverdienen.

    Und in dem Restonica-Artikel wird es ganz gut auf den Punkt gebracht: Ab wann ist viel "zu viel"? Das sieht wohl jeder anders. Mir zum Beispiel ist es wurscht, wenn der Restonica-Parkplatz mittags rappelvoll ist weil ich schon früh um sieben dort bin, ein anderer stört sich dran des er am Melo-See nicht alleine ist.

    Mich schrecken wie weiter vorn beschrieben die verdammt kurzen Tage ab. Ich würde mindestens zwei Drittel des Tages im Wohnwagen/Auto hocken und mich "langweilen", während man sonst im Mai/Juni bis spät am Abend umherstreifen kann.

    Einen Vorteil gibts für den, der Wintersport mag: Auf der Hin- und Rückfahrt kann man in den Alpen in einem Skigebiet Zwischenstop machen.

    Um mal zum Thema zurückzukommen: Beim Streifzug über eine online-Karte habe ich einen (relativ neuen?) Stellplatz etwas oberhalb von Tollare am Cap Corse entdeckt. Scheint, als ob der ganzjährig zugänglich wäre und Entsorgungsmöglichkeit bietet. Ich kann mich dunkel erinnern, das vor Jahren direkt am Strand mal einige Wohnmobile standen, bin aber selber nie die Nacht dort geblieben. Scheinbar hat man jetzt 200 Meter landeinwärts einen offiziellen Stellplatz gebaut.

    (Da im Winterhalbjahr die Tage recht kurz sind werd ich wohl nicht auf die Insel reisen. Das ausgedehnte umherstreifen auf der Insel würde mir fehlen, stattdessen ist es zwei Drittel des Tages dunkel und ich müsste mich im Kleinbus langweilen...)

    Ganz genau Günter, die Insel wäre nach einigen Jahrzehnten ein flächendeckendes Fiuminale Sottano.

    Wir können außerdem nicht fremden Landstrichen das eigene Urlaubsbild aufzwingen, wohl aber ein Urlaubsziel wählen, was dem unseren entspricht. Und Korsika gehört da definitiv dazu, sonst wären wir ja nicht hier im Forum versammelt.

    Wenn ich weiß, dass beispielsweise in Ajaccio ein ziemlicher Trubel herrscht, ebenfalls beispielsweise in Callacuccia aber nicht, ja dann rege ich mich (als Gast!) nicht drüber auf, wie schlimm es mit den Leuten in Ajaccio ist sondern verbringe meine Zeit im Niolo und genieße die Landschaft!

    - riesen Kreuzfahrtschiffe in Ajaccio,

    - Busladungen in der Calanches, so dass man nicht von A nach B kommt,

    - Scharen in den Badebuchten (Fango)

    Das ist doch aber genau das, was dieser unselige Leserbrief fordert: "Konzentrieren Sie den Tourismus auf klar definierte Nutzungspunkte "

    Und wir alle hier bestimmt nicht wollen oder unterstützen bzw. diesem Trubel aus dem Weg gehen!

    Oh oh, bei dem Leserbrief gruselts mich ja regelrecht, was für ein Schmarren, meiner Meinung nach kommt da eine völlig naive Weltsicht zum Vorschein: Alle böse, außer Mutti.

    Aufhören, über schöne Orte zu schreiben? Da können wir das Forum ja einstampfen.

    Immobilienspekulaten, die die Jugend vertreiben? Wie soll das gehen? Die Jugend zieht (wie überall auf der Welt) dahin, wo es Verdienst/Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Gäbe es die nicht nur in den paar Sommermonaten, bliebe manch einer sicherlich länger da.

    Einheimischen wird ihr Eigentum weggenommen? Gibts auf Korsika jetzt etwa Enteignungen? Verkäufe sind immer noch freiwillig, niemand wird gezwungen, die Summe x anzunehmen.

    Tourismus auf klar definierte Nutzungspunkte? Ich glaube jeder hier im Forum will genau das nicht: Massentourismus an künstlich vorbereiteten Hotspots.


    Der Leserbriefschreiber scheint mir einfach nur in Ruhe gelassen werden zu wollen und verkörpert wahrscheinlich die zu schätzen gelernte korsische Grantigkeit ;)


    PS: Die "Schuhsohle Gottes" ;) ist das offiziell?

    PSS: Da ist ja die Einwohnerdichte von Korsika sogar geringer als die von Afrika (=43)!

    Nichtsdestotrotz wäre ich schon neugierig, wie sich ein überwintern auf Korsika so macht. Da würde ich mich freuen, von Chris57 seinen Erfahrungen dann nächstes Jahr zu lesen.

    Was hat man denn in Strandnähe so für ein Wetter zu erwarten, vielleicht fällt ja das campen/im Auto schlafen schon von vornherein aus, weil zu ungemütlich?

    Und mal aus reiner Neugier: Wie ist die Cmapingplatz-Situation im Winter eigentlich weiter südlich, auf Sardinien?

    Gilt diesbezüglich: Andere Länder, andere Sitten und man trifft dort auf mehr geöffnete Plätze?

    Es war wohl doch nicht so weit her mit der vorgeblichen Hilfsbereitschaft von Korsika. Die Ocean Viking hat vor einigen Tagen in Toulon angelegt:

    Frankreich: »Ocean Viking« legt mit 230 Migranten in Toulon an - DER SPIEGEL

    (Es sollen wohl nur drei Erkrankte per Hubschrauber vom Schiff nach Korsika geflogen worden sein.)


    Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, dass man in Korsika so begeistert von den Migranten sein soll. Die Probleme mit den "pieds noirs" der 1960er Jahre will wahrscheinlich niemand. Auf der Insel gibt es ernste Ressentiments zu kulturnahen Festlandsfranzosen und wie in vielen Episoden hier im Forum zu lesen und auch aus eigenem Erleben ist man dort ja selbst Touristen gegenüber erst mal skeptisch, und die bringen Geld und verschwinden wieder. Und da sollen Migranten herzlich willkommen geheißen werden? Daran glaube ich nicht.


    Viele Grüße,
    Fren

    Danke für deinen tollen Bericht, sowas liest man immer wieder gerne!

    Bei deiner vierten Unterkunft bin ich neugierig geworden, was fandest du am Golf von Porto nicht berauschend? Ich finde es immer besonders schön und abwechslungsreich da, die Calanche, der Hafen, die Bootsfahrten wers mag und natürlich die Fahrt in die Berge zum Col de Verghio oder noch weiter ins Niolo...

    Ich oute mich an dieser Stelle mal als Besitzer des Buches "Korsika auf Abwegen - 25 ausgewählte Enduro-Touren" von 1988. Hab aber nicht eine davon bewältigt, da bisher immer nur mit Pkw auf der Insel. Ach und freistehen tu ich auf der Hinfahrt immer irgendwo in den Alpen wo es grad nicht verboten ist. Bitte verstoßt mich jetzt nicht :bandera blanca:

    Ich könnte mir vorstellen, dass im Moment der Gefahr der Wille, sein Eigentum zu schützen bzw. zu retten höher als der Fluchtgedanke ist. So war ähnlich war es ja auch im Ahrtal, wo einige Leute beim Versuch, ihr Auto vor den Fluten zu retten, in der Tiefgarage ertrunken sind. Sehr tragisch das alles, aber doch irgendwie menschlich...

    „Ich bin so so dankbar, keine Toten aus den Zelten unter umgestürzten Bäumen bergen zu müssen. Die Welt ist in vielfacher Hinsicht unsicherer geworden. Es ist an der Zeit das zu begreifen und das Leben als unser wichtigstes Gut mehr zu schützen als unseren Profit.“

    Wäre ich Campingplatzbesitzer würde ich, bevor ich gezwungen werde irgendwelche Gebäude zu bauen, die ich einmal in 50 Jahren brauche, die Bäume allesamt fällen -> Gefahr gebannt.

    Und daher gilt, was vor kurzen ein Vorposter sinngemäß schrieb: Bei Risikobewertungen nie von Gefühlen leiten lassen! ;)

    "Klimaanpassung von Campingplätzen" (durch Schutzräume für die ganze Belegung z.B.) klingt schon... ziemlich schräg. Ging es beim Camping nicht eher darum, sich selber der Natur anzupassen und nicht umgekehrt?

    Na genau deswegen sind die Aufkleber dieses Jahr ja so beliebt: Keiner tut sich die Fahrt mit CF mehr an, aber aus Nostalgiegründen möchte trotzdem jeder den gelben Streifen auf der Heckklappe haben ;)