Beiträge von Fren

    Nur die Ruhe, Nanook, ich bin sicher, wir wollen alle dasselbe, nämlich ohne gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden durch eine verrückte Zeit kommen.


    Auf der allseits bekannten Inzidenz-Kurve gibt es einen zweiwöchigen linearen Anstieg im März 2020, der viel zu kurz ist, um da Tendenzen abzuleiten. Im Oktober 2020 folgte leider der von mir erwähnte exponentielle Anstieg. Im Dezember ein linearer und um den Monatswechsel Februar/März einen flachen linearen Anstieg, gefolgt von einem steileren linearen Anstieg in der zweiten Märzhälfte. Hoffen wir, dass der Knick ganz am Ende der Zeitleiste eine Trendumkehr einleitet! Folge der Wissenschaft: Es gab einen exponentiellen, d.h. sich steigernden, Anstieg nur im Oktober 2020.


    Mit meinem RKI-Zitat will ich zum Ausdruck bringen, dass die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen, zu dem Covid gehört, um diese Jahreszeit noch nie so gering war wie derzeit. Damit korrespondiert die Tatsache, dass die Sterberate im März um über 10% unter dem langjährigen Mittel lag (nachdem sie zum Jahresende aber auch deutlich darüber lag). Das sind einfach mal hochoffizielle Fakten.


    Ethisch unakzetabel finde ich, schwere Krankheits- und und tragische Todesfälle in abgestürzten Flugzeugen umzurechnen. Das ist für mich genauso eine schäbige Instrumentalisierung wie "die Bilder von Bergamo". Panik ist ein schlechter Ratgeber.

    Corona halte ich für eine ernste, mitunter tödliche Sache. Einem Staat, der bei der Bekämpfung dieser ernste Sache so dermaßen kläglich versagt und stattdessen willentlich lieber eine mediale Massenhysterie verursacht und die Grundrechte schleift, vertraue ich kein Stück über den Weg.

    Ich möchte nur noch kurz auf Nanooks "Schachbrett"-Vergleich eingehen, der passt nämlich für Epidemien hinten und vorne nicht. Einfach deswegen, weil die Zahl der Körner (sprich der Menschen) endlich ist und sich eben gerade nicht bis in alle Ewigkeit verdoppeln kann. Irgendwann ist es unwahrscheinlich, dass infektiöse Menschen noch auf gesunde treffen, was ja der Grundgedanke der Herdenimmunität ist. (Die Angabe der Verdopplungszeit hat das RKI ja im letzten Frühsommer aufgegeben, als diese Zahl beruhigend hohe Werte angenommen hatte.) Der Verlauf einer Welle ist immer so eine Art Glockenkurve und nie dauerhaft exponentiell. Auch bei Covid nicht. Seit dem Beginn der Pandemie im letzten Jahr hatten wir in Deutschland nur während des gesamten Oktobers 2020 einen exponentiellen (sprich "an Fahrt aufnehmenden") Anstieg. Auch jetzt gibt es keinen, wohl aber einen linearen.


    Auch der Verweis auf Bergamo passt nicht, es sei denn wir sollen auf die "Macht der Bilder" hereinfallen. Die bedauerlich hohen Opferzahlen in Norditalien sind durch den geringen Kenntnisstand zu Beginn der Pandemie entstanden: zu frühe Intubierung älterer Menschen und Verlegung von Kranken ausgerechnet in Pflegeheime. Das sollte heutzutage nicht mehr passieren.


    Und zur angeblichen Überlastung des angeblich besten Gesundheitssystem der Welt verweise ich erneut auf den Wochenbericht des RKI (aktuell von KW14): "Die ARE-Aktivität (=akute Atemwegserkrankung inkl. Covid) lag seit dem harten Lockdown Ende 2020 bis Ende Februar 2021 auf einem vorher nie erreichten, niedrigen Niveau in den Wintermonaten." Quelle: Influenza-Wochenbericht (rki.de)

    Wozu also ein "noch härterer Lockdown", wenn das Krankheits-Niveau eh schon historisch niedrig ist? Und was soll den eigentlich noch härter werden? Es ist doch eh schon alles zu und Treffen bereits jetzt untersagt. Seit einem halben Jahr!!!


    Habt einen schönen Sonntag,

    viele Grüße, Swen

    Nanook: Deine Rechnung ist schlüssig und nachvollziehbar. Was du aber völlig außer acht lässt ist, dass der PCR Test eben keine Infektiösität nachweist, sondern "nur" eine Infektion, unabhängig davon, wie lange die her ist. Und eine Krankheit schon gleich gar nicht, da sagt ja die WHO ja höchstselbst, dass der PCR-Test nicht ausreicht um eine Erkrankung nachzuweisen. Heißt: von den deinen 100 "durchgerutschten" aus 100000 ist auch nur wieder ein Bruchteil infektiös, also evt. gefährlich für andere. Und da sind wir schon im Zehntel-Promille-Bereich.


    By the way: Hat sich eigentlich noch niemand gefragt, warum die Inzidenten auf 100000 angegeben werden und nicht in Prozenten wie sonst üblich? Vielleicht weil "100 Infektionen auf 100000" viel dramatischer klingt als "0,1% positiv getestete pro Woche"? Nur mal so als Denkanstoß...

    Bin gespannt ob wir es überhaupt schaffen, dem Bund eine Ordnungskompetenz zu übertragen ("in Deutschland"... "ganz Deutschland").

    Hoffentlich nicht!! Bei allem, was der Bund die Pandemie betreffend tun sollte, hat er kläglich versagt, am offensichtlichsten bei der Impfstoff-Beschaffung. Bei jeder der vergangenen Minister-Konferenzen hat man einen konkreten Plan der Bundesregierung erwartet und nie hat er einen geliefert. Geschweige denn einen gescheiten. Und diese Versager-Truppe soll jetzt noch mehr Macht bekommen? Ohne dass es Möglichkeiten gibt, dagegen einzuschreiten? Niemals, never!

    Wenn sich aber herausstellen sollte, daß Corona für die jüngeren auch nicht gefährlicher ist, als z.B. eine Grippe, dann wird's schwer, noch irgendwelche Maßnahmen aufrecht zu erhalten. Ich denke, daß man in Zukunft dann auch nicht mehr den reinen Inzidenzwert betrachten kann, sondern eben die Belegung der Intensivstationen bezogen auf den Bevölkerungsanteil bestimmter Altersgruppen heranzieht oder heranziehen muß.

    Das hoffe ich auch, und wie gefährlich es für jüngere ist lässt sich schon seit Monaten an den Statistiken des RKI ablesen: Nämlich kaum (Stand heute ~125 Todesfälle U35 bei ~3 Mio positiv Getesteten, das sind 0,004%)


    Um so wichtiger ist es, dass die geplante Änderung des Ermä...Infektionschutzgesetzes nicht beschlossen wird, denn dann spielen solche Überlegungen keine Rolle mehr und einzig die Inzidenz von 100 (egal ob gefährlich oder nicht) steht als Kriterium für Grundrechtseinschränkungen im Gesetz! Ohne dass wie bisher per Verwaltungsklage die Prüfung der Verhältnismäßigkeit mehr möglich wäre - gegen Gesetze bleibt nur der Gang vors Verfassungsgericht.

    In Unwucht steckt der richtige Ansatz: Mit Wucht muss alles dafür getan werden um die Impfbereitschaft zu erhöhen.

    Das stimmt, aber so ein PR-Desaster zu fabrizieren wie mit dem Herrn Günther Jauch (macht Fernseh-Werbung damit, dass er geimpft wurde, ist aber jetzt an Corona erkrankt weil die Impfung nur Show war) ist da definitiv der falsche Weg. Das zeigt nur, dass auf nichts mehr Verlass ist und jede Nachricht und jede Aufforderung, etwas zu tun, hinterfragt werden sollte.

    Ich möchte hier einwerfen, dass Grundrechte deshalb Grundrechte sind weil sie gerade nicht an Bedingungen geknüpft sind. Die müssen weder erarbeitet noch verdient werden, sondern die sind einfach da Deswegen heißen sie "Grundrechte" und nicht "Privilegien".


    Dass es in diesem Lande soweit gekommen ist, dass eine Gruppe gegen die andere ausgespielt wird (hier beispielhaft Geimpfte gegen Nichtgeimpfte) anstatt gemeinsam gegen das ursächliche Problem anzugehen (in diesem Beispiel die zur Impfstoffbeschaffung absurd inkompetente EU bzw. Frau Merkel, die der EU zum Schaden Deutschlands diese Aufgabe übertragen hat) ist ein Leerstück in Sachen Propaganda und zeigt mal wieder, wie einfach das Prinzip "teile und herrsche" selbst in modernen Gesellschaften funktioniert. Und das macht mich traurig.

    Und ich dachte, die Offroad-Gemeinde liebt die Freiheit ;)


    Dein Gegenüber, dem du befürchtest „in den Tod zu schicken“, hat genau wie du selbst eigenverantwortliche Entscheidungen getroffen.

    Diese kann entweder lauten: Verkriechen in den Keller, oder: Rausgehen und mit einem Risiko leben. Jeder wie er mag, und das ist auch gut so.

    Das wir neuerdings Schuldgefühle haben sollen, wenn wir jemanden treffen, ist Ergebnis der täglich auf uns einprasselnden Propaganda.


    Zur Beruhigung: Die aktuelle (dritte) Welle der positiv Getesteten hat an Fahrt verloren, ein exponentielles Wachstum gab es nie (wohl aber ein lineares).

    Die (zweite) Welle der Todesfälle ist am auslaufen, da die gefährdetsten Mitbürger zum großen Teil geimpft sind.


    Noch ein Zitat vom Wochenbericht des RKI 2021-12.pdf (rki.de):

    "Die ILI-Rate (=akute Atemwegserkrankungen mit Fieber) befindet sich wie die ARE-Rate (=akute Atemwegerkrankungen allgemein)

    deutlich unter den Vorjahreswerten auf einem für diese Jahreszeit außergewöhnlich niedrigen Niveau."


    Ich sehe da wahrlich keinen Grund, auf sich bietende legale Möglichkeiten des Verreisens verzichten zu müssen.

    Wir hätten die möglichkeit gehabt auf div. Offroadgeländen in Frankreich uns eine Woche lang bis Ostermontag aus zu toben unter einhaltung gültiger Regeln.

    Wir machten es nicht weil es sich falsch anfühlt.

    Die Einstellung gefällt mir: Wer Angst vor etwas hat, macht es eben nicht.

    Wer keine hat, dem soll aber auch bitte schön die Möglichkeit gelassen werden sein selbstbestimmtes Leben zu führen!

    Ich selbst habe auch noch nie wildgecampt, aber wunderschöne einsame Nächte in den unbewirtschafteteten aufgebenen Bergerien erleben dürfen. In der Bergerie de Tova im Bavella Gebiet zum Beispiel. An den Osthängen des Monte Cardo gibt es auch zwei oder drei davon. Die Bergerie de Galghello wurde vor kurzem im Blog erwähnt, und noch interessanter sind die Steinhütte bei der Quelle Vetta di Muro...


    Das wäre für mich so ein Mittelding zwischen wildcampen und den Refuge-Hütten. Und ich gehe mal davon aus, das ist nicht illegal, da diese auch in offiziellen Karten auftauchen.


    Viele Grüße,

    Swen

    Aufgrund dieser Regelungen und der damit verbundenen Unsicherheiten käme bei mir kaum "Urlaubsfeeling" auf. Für mich hab ich Korsika jedenfalls für dieses Jahr leider erneut abgeschrieben... Schade zwar, aber die Welt ist groß und schön. Sardinien sieht zwar momentan vielversprechender aus, aber wie bei allen Insel bleibt immer der "Flaschenhals" Fähre bzw. Flugzeug, die von seiten der Regierung gewisse Restriktionen verursacht. Da wird´s wohl eine Ferienwohnung auf dem Kontinent mit Autoanreise werden, seien es die Alpen oder Kroatien oder irgendwo in Mittelosteuropa (wenn die ihre Lage in den Griff kriegen.) In einer Fewo ist man jedenfalls nicht gefährdet und gefährdet statistisch auch keinen anderen, siehe RKI-Bericht im Parallel-Thread. Das wird dann wahrscheinlich am ehesten möglich sein.

    Das RKI hat übrigens jetzt höchstselbst das weitverbreitete Vorurteil widerlegt, dass der Urlaub im Sommer ein Pandemietreiber gewesen sei. Man hört ja manchmal sogar, dass der Sommerurlaub hauptverantwortlich für das Infektionsgeschehen ab Herbst gewesen wäre. Da stimmt definitiv nicht:

    Epidemiologisches Bulletin 8/2021 (rki.de) (ab Seite 10) bzw. populärwissenschaftlich aufbereitet z.B. bei RKI-Studie widerlegt Politiker: Reisen in Urlaubsländer kein Pandemie-Risiko - FOCUS Online

    Das heißt dann wohl, wenn man alle Vorsichtsmaßnahmen, die man hierzulande trifft, auch anderswo einhält, ändert sich weder etwas an der Gesamtlage noch an der individuellen Gefährdung von sich selber oder anderen.

    Dann möchte ich auch mal einen Beitrag zum winterlichen Weiß bringen: Die Aussicht vom Gipfelchen östlich der A Maniccia mit Blick auf den Speerspitzen-Pass Col du Fer de Lance und den Lac de Betaniella. Der Monte Rotondo wäre noch ein wenig links davon.

    Hat die Kuppe, von der das Foto aufgenommen wurde eigentlich auch einen Namen? A Maniccia heißt ja scheinbar nur der Westgipfel. Ich habe nirgends einen eigenen entdecken können... Ist der etwa noch frei? Dann würde ich gerne einen vergeben ;)

    Oh, da hätte ich besser "Abnahme" schreiben sollen, statt wissenschaftlich "Zerfall" :)

    Jedenfalls verringert sich in Deutschland die Zahlen seit Weihnachten die Zahl der positiv getesteten überdeutlich, also ganz anders als befürchtet.

    Diese Entwicklung wünsche ich dauerhaft jedem Land auf der Welt.

    Haltet die Ohren steif, Grüße,

    Swen