Beiträge von Fren

    Vielen Danke für eure ersten Beiträge!


    Dieses eigenartige Gefühl, von dem Margarete schreibt, habe ich gerade auch. War im Oktober für über drei Wochen in Nepal und bin dort über etliche 5000er-Pässe und auf etliche 5000er-Hügel gekrabbelt - ein ungeheuer intensives Erlebnis! Einerseits weil man inmitten von berühmten 8000ern steht, andererseits, weil das Leben und die Menschen dort so fundamental anders ist als in unserem vergleichsweise geregelten und gesicherten Europa. Auf der Insel dagegen ist die reizvolle Landschaft sicherlich eine andere und viel schönere als die zuhause, aber das Leben funktioniert da in den bekannten und verläßlichen Bahnen. In dieser Richtung sind da keine neuen EIndrücke zu erwarten - wohl gemerkt im Vergleich zur Dritten Welt.


    PS: Das mit den Gewissensbissen war eher augenzwinkernd gemeint. Sobald man am Ziel ist - egal wo - ist die Urlaubsstimmung da und der Alltag vergessen. Die Gedanken gibts nur in der Vorbereitungsphase zuhause. Meine persönliche Lösung für das "Dilemma" lautet übrigens so ungefähr: Gehaltsverzicht und dafür mehr Freizeit ;)

    Winterzeit ist Planungszeit!


    Und natürlich ist Korsika auch 2019 wieder mit dabei.


    Doch inzwischen ertappe ich mich bei ganz ganz bösen Gedanken: Wie ist denn die Welt so da draußen? Sollte man auch mal woanders hinfahren?

    Konkret: Wie wäre es auf Sardinien, Elba, Kreta oder Kroatien? Wie würde man sich dort nach 15 Jahren Korsika fühlen?


    Nicht falsch verstehen, auf der Insel fühle ich mich pudelwohl. Bin ja der Bergfreund und durch die einsamen Landschaften fernab vom GR20 zu streifen und sich danach in einer Bucht zu sonnen ist die pure Erholung. Trotzdem ist die Welt da draußen groß und schön und auch woanders gibt es sicherlich viel zu entdecken. Wie ist das bei euch: Korsika und sonst gar nix? Oder nur ab und zu mal? Schaut ihr auch mal über den Tellerrand ohne Gewissensbisse?


    (Ich mach es inzwischen so, dass die Auto-Anreise auf mehrere Tage ausgedehnt wird. Da kann man hin und rückzus irgendwo in den Alpen zwischenlanden. So hab ich inzwischen den ganzen Alpenbogen von Nizza über Zermatt bis zu den Dolomiten kennengelernt.)


    Wäre neugierig auf eure Erfahrungen bezüglich anderer Ziele, insbesondere im Mittelmeeraum.


    Viele Grüße,

    Swen

    Sehr sozialistisch angehaucht, die Forderungen. Und damit wohl genau das, was sich die Franzosen mal vom Macron erhofft hatten.

    (Ich konnte nur das mit den hohen Spritpreisen im Sommer beobachten. Zum ersten Mal war das tanken in Italien teurer als auf Korsika.)

    Vielen Dank Martin für deine Mühe,

    da merkt man mal, dass man trotz einem Dutzend Jahre Korsika-Reisen nur einen Bruchteil der Plätze kennt!


    Mal etwas Off-Topic: Dieser "Abriss der Geschichte früheren Foren" klingt recht interessant,

    aber beim Klick darauf kommt "keine Zugriffsberechtigung". Was hat´s denn damit auf sich?


    Viele Grüße,

    Swen


    PS: und da du auch ein Elba-Projekt am Start hast: Lohnt es sich, auch auf dieser Insel mal vorbeizuschauen, wenn man Korsika-Fan ist (in ein, zwei Sätzen ;) )

    Hallo Teemitrum, ich kann deine Post grad nicht deuten,

    weil das geschriebe Wort nicht transportiert wie es gemeint ist.

    Findest du das jetzt gut oder schlecht mit dem "Geheimtipp"?

    Viele Grüße,
    Swen

    Bin spät dran mit Tipps und weiß auch nicht, ob das im Rother drin ist,

    aber wer in Solenzara Station macht sollte unbedingt nach Sari-Solenzara hochfahren und zum Monte Santu hochwandern.

    Strecke ist markiert und ausgeschildert und dauert hochzus nicht ganz eine dreiviertel Stunde.

    Der Lohn ist ein Prachtblick ins gesamte Bavella-Massiv, was so annähernd mühelos nirgendwo anders geboten wird.

    (Im Bild links unten ein Kloster, zu dem auch abgestiegen werden kann, hab ich aber selbst noch nicht probiert.)

    Es kommt mir irgendwie so vor, als ob Thomas seine etwas unentspannt wirkende Sichtweise bestätigt bekommen möchte... sorry.

    Ich glaub du interpretierst in das Verhalten viel zu viel hinein, weil du davon ausgehst, andere Leute verhalten sich genauso wie du selbst es auch tun würdest.


    Selbst wenn es zu kniffligen Situationen kommt, wo die anderen Beteiligten nicht so reagieren wie man selbst es erwartet,

    hab ich das nach ner Viertelstunde abgehakt. Und im Urlaub erst recht.

    Da erfreu ich mich doch lieber an der Aussicht bei der nächsten Straßenkurve und genieß entspannt den Tag.

    Aber ich reg mich nicht noch Tage später darüber auf und verbing die Freizeit mit Grübeleien...


    Viele Grüße,

    Swen


    PS: Nach meiner Erfahrung gilt: Je südlicher in Europa, desto weniger "Streng nach Vorschrift" und umso mehr "Schaun wir mal, wie sichs entwickelt".

    Gilt nicht nur für den Straßenverkehr sondern fürs ganze Leben an sich. Wer das verwechselt eckt immer an.

    Da möchte ich ein kleines Erlebnis vom August beisteuern, was ich nicht so recht einordnen kann, weil ich das so nicht kenne.

    Nach einer herrlich ruhigen Nacht in der Bergerie Tova (bei Solaro) steige ich am nächsten Morgen in aller Frühe zur Bocca d'Asinao an.

    Auf dem Weg dort hin treffe ich nach einer Stunde Wanderung ein korsisches Paar, deren Auto-Ankunft an der Bergerie ich wohl verschlafen haben muss.

    Wie man das so macht, mit freundlichen Worten und Lächeln versuche ich ein Gespräch anzufangen.

    Sonst ist es da ja echt einsam und man trifft keine Menschenseele.

    Der Mann ist aber eher mürrisch drauf, und die Frau macht mir auf französisch klar, dass sie das übliche "Touri-BlaBla" (Zitat von ihr mit abwertender Gestik)

    ("wo kommst du her, wo willst du hin usw.") überhaupt nicht mag. Nun gut, da zieh ich eben höflich vorbei.


    Später dann muss man zu einem kleinen Bach hinunterqueren. Diese Stelle verpass ich aber und steige stattdessen weglos den falschen Hang hinauf.

    Da pfeift es aus der Ferne. Der Mann hat meinen Fehler bemerkt und winkt in die richtige Richtung. Sehr schön, danke!

    Als ich wieder zurück am Pfad bin treffen wir uns wieder. Ich bedanke mich kurz und fange extra nicht wieder ein Gespräch an,

    sondern ziehe von dannen. Normalerweise, in den Alpen meinetwegen, wäre diese Situation Ausgangspunkt für eine Rast und eine zwanglose Plauderei.

    Die beiden wollten aber ihre Ruhe haben... Da wusste ich echt nicht, wie man sich richtig verhält...


    Auf dem Rückweg Stunden später ungefähr an gleicher Stelle, hab ich dann übrigens drei Forstbeamte getroffen.

    Die haben dort nach eigenem Bekunden Bäume untersucht, ausgemessen und fotografiert.

    Die haben sich gewundert, dass in dem abgelegenen Tal jemand rumkriecht

    und dass in der Bergerie sogar mal jemand übernachtet. Ein sehr angenehmes Gespräch.

    Als ich denen sagte, dass ich vom Monte Malo komme, der mit einem 4km langen Grat mit dem Incudine verbunden ist,

    haben die nur gestaunt und haben die Daumen-hoch-Geste gezeigt...

    Später auf dem Fahrweg nach Solaro haben die mich mit ihren Geländefahrzeugen überholt

    und noch mal freundschaftlich gehupt. So verschieden sind die Leute.


    Viele Grüße,

    Swen

    Ich kram das Thema noch mal hervor, weil ich im August in Calvi war.

    Beide Parkplätze, der Dreckplatz am Kreisverkehr und der etwas kleinere an der Tankstelle, sind beschrankt und kosten, und zwar nicht zu knapp.

    Je nach Anzahl der Stunden ändert sich der Preis. Ich hab mir nur gemerkt: 10,50 € für 7 Stunden...

    Es ist noch nicht allzu lange her, da konnte man auf den Platz einfach so drauf.

    (Ich finds ja ganz schön happig, weil es ja auch nur ein staubiger Dreckplatz mitten in der Stadt ist.

    siehe Thema "Weniger Touristen auf der Insel" bzw. die dort vermuteten Gründe.)


    Inzwischen ist auch der Parkplatz vom Super-U gegenüber beschrankt.

    Zum Einkaufen Ticket ziehen und nicht länger als zwei Stunden shoppen, sonst kostets auch da.

    Klar dass bei den Preisen die Touristen sonst dahin ausgewichen wären...

    So unrealistisch wird das nicht sein.

    Ich bin Anfang August mit der Fähre von Livorno nach Bastia gefahren. Planmäßige Ankunfstzeit war 23:30.

    Da frage ich mich, was sollen die ganzen Wohnmobile denn machen, nachdem sie von Bord gerollt sind?

    Auch die Ferienwohnungs-Nutzer werden kaum um Mitternacht in ihre Bude können...?

    Ich bin auch der meinung, dass sich Wanderer und Offroader nicht kreuzen sollen.

    Ich hab da bis jetzt ausnahmslos gute Erfahrungen gemacht.

    Einmal bei besagter Bergerie Tova hat mich ein Einheimischer auf seiner Pickup-Ladefläche mitfahren lassen.

    Älter als 15 waren Fahrer und Beifahrer nicht. Ich sass da nun hinten zusammen mit drei Ziegen - schönes Erlebnis!


    Im Gegenzug hab ich mal beim Abstieg vom Cinto ein Pärchen mit runtergefahren, die sich dort völlig verausgabt hatten.

    Vermutlich hatten die den Anstieg total unterschätzt. Damals war ich noch mit der "Krönung der ostdeutschen Automobilbaukunst",

    einem 1.3er Wartburg, dort unterwegs. Mit dem hatte ich damals auch den Saleccia-Strand besucht.

    Erst am Strand von Porto, an dem damals die Bäumchen noch nicht standen und der noch befahrbar war,

    hab ich dann meinen Auspuff eingebüßt...


    (Das zählt nun aber alles zugegeben nicht als "offroad", sondern als "unbefestigte Piste".)


    Viele Grüße,

    Swen

    Leider sind ja inzwischen viele ehemals legal befahrbare Erdwege abgesperrt oder verboten.

    Beispiel: Die ca. 13 Kilometer von Solaro bis zur malerischen Bergerie Tova. Da hängt jetzt eine zahlenschlossgesicherte Kette quer über dem Weg.

    Die Piste zum Monte Cinto wurde in einem anderen Thread bereits erwähnt.

    Oder die Piste von Serriera bei Porto zur Bocca Vergiolu, die ist auch verboten.

    Nicht das ich Geländewagenfahrer wäre, aber solche Strecken habe schöne Wanderungen immer ganz wesentlich verkürzt.

    Potz-Blitz, wer hätte das gedacht! Hab grad mal auf den Luftaufnahmen von goggle-maps und geoportail IGN geschaut. Und tatsächlich, alles in Ordnung, mit stählernen Querrinnen und seitlichem Graben zur Entwässerung, alles in Ordnung gebracht! Sogar ein paar Autos sind auf den Aufnahmen zu sehen. Jetzt wäre mal die Frage, wer die "Befehlsgewalt" über die Schranke hat.

    Ich war nun ein paar Jahre nicht mehr an den Campings von Lozzi und hab ganz erstaunt gelesen dass es da eine Schranke gibt. Hat jemand da ein Foto parat? Ich kenne noch den auf die Mauer aufgesprühten Spruch "This "road" is absolutly bullshit" an der Mauer hinter dem zweiten Camping, der war Warnung genug.

    Und wer stellt die Schranke dahin da auf und warum? Die Piste ist eh ruiniert, da ist es doch kontraproduktiv, die Wanderer grundsätzlich an die Konditionsgrenzen zu bringen. Damit sie, wenn sie denn in den felsigen Partien des Cinto angelangen möglichst fertig sind...?? Also kennt ihr die Hintergründe, also privat gebaut oder von der Gemeinde?

    PS: Wie siehts da am Hang gegenüber aus? Hinter der Staumauer begann ja auch eine Piste mit der man hoch zur Bocca a croce fahren konnte. Ist das auch Geschichte?

    Den Eindruck mit den sinkenden Besucherzahlen hab ich ehrlich gesagt auch. Bin seit 2004 einmal jährlich auf der Insel. Früher Mai/Juni aber inzwischen in den Sommerferien. Und meist einmal auf dem Camping Monte Cinto in Lozzi. Der ist jedes Jahr 50 Cent teurer geworden. Vor drei Jahren, im Juli, war ich erschrocken, weil nur fünf andere Stellplätze besetzt waren! Sonst im Juni war da meist alles voll. Seitdem war ich nicht mehr dort, anhand von Fotos scheinen die Ubernachtungspreise rückläufig zu sein. Das nur Mal als Beispiel für die Rückläufig Keith im Bericht.

    Ja der Padru, gutes Beispiel. Ich bin da 2016 hoch. Welche Route hast du denn markiert? Ich bin vom Forsthaus Tartagine die übliche Piste auf der anderen Talseite ein Stück lang und dann die vor ein paar Jahren geschlagene Forstpiste zu einem Rücken hoch, diesen höher und dann zu einem überraschend auftauchenden Bergeriegelände. Da waren ein paar Steinmännchen zu finden. Danach gings aber nur noch wild durchs Gelände. Hat man einmal das riesige Erlenkar erreicht braucht es keine Markierungen mehr. Nur Geduld und Ausdauer, also viel Geduld und viel Ausdauer!

    Ich glaube ja, für den Otto-Normal-Urlaube sind die hohen Berge viel zu anstrengend und die Mühen viel zu groß, als dass da irgendwann mal was überlaufen wäre. Mal als Beispiel der Monte Grosso hoch über der Balagne. Der steht in allen Führern von Hans Schymik seit den 1960er drin. Fanatstischer Aussichtsberg mit Blick nicht nur auf Calvi sondern eben die ganze Nordwest-Küste. Da hoch zu laufen dauert von Calenzana fünf Stunden und von der Bocca di Battaglia genauso lange. Beide Anstiege hab ich mal im Abstand von drei Jahren unternommen. Oben am Nordgipfel liegt ein Gipfelbuch. In den drei Jahren gab es ganze sieben Einträge, davon zwei von mir selbst! Soviel zum Thema überlaufen. Sobald man mal eine halbe Stunde vom GR20 (oder vom Rother-Führer) entfernt ist hat man Ruhe, (fast zuviel Ruhe falls mal Hilfe nötig würde...)

    Hallo und Guten Morgen,

    ja, nach Corbara müsstest du natürlich vorher aufsteigen von der Küste.

    Das geht (laut Karte, hab das selbst noch nicht gemacht) von Marina de Davia. Oder von Algajola über Pigna.

    Wenn du noch keine Karte hast kannst du auch online schauen: https://www.geoportail.gouv.fr/carte

    google maps ist für den Wanderfreund meist nicht das richtige.


    Zu Occhi, ja genau, das ist der Pfad.

    Man kann das auch sehr schön als Rundwanderung von Lumio gestalten und nach Süden absteigen.

    Dort steht an einem Sattel auch eine kleine Kapelle. Danach geht es genau in westlicher Richtung runter nach Lumio.

    Siehe auch dazu die IGN-Karte und die Luftbilder auf dem Link oben.


    Viele Grüße,

    Swen