Beiträge von flachlandtiroler

    Nur mal ein paar Beispiele:


    Der Normalweg auf den Monte Cinto vom Refuge de l’Erco hört auf halber Höhe auf, ist aber im Gelände markiert.


    Den Aufstieg zur Bocca Minuta vom Refuge Tighiettu gibt’s nicht mehr, desgleichen den Pfad durch den Kessel der Einsamkeit. Dass er nicht mehr zum GR20 gehört ist ja einzusehen, aber den gleich ganz zu löschen?

    Der Normalweg ist evtl. ab da nur noch eine Folge von Markierungen, aber kein physischer Weg mehr?

    edit: Bis zur Bocca ist das ja ein Wanderweg... aber jetzt halt Sackgasse.

    Im Cirque Solitude wurden doch AFAIK alle Versicherungen abgebaut --> alpine Route, aber kein "Weg" mehr.


    Kann man in der digitalen Karte historische Karten abrufen?

    Erstmal, jetzt in der Nachsaison wird's da wohl kaum ein Problem geben.


    In der Saison ist die Regelung ernst zu nehmen und die "Weiße Pest" gerät dann dort auch zur Plage. Wenn's denn unbedingt sein muss: Früh reinfahren.

    Und klar gibt es Autos unter 1,90m Breite (Spiegel ausgenommen/eingeklappt...).

    Bitte entschuldigt das OT, wenn ich noch den Gedanken zuende führe:

    Ich kann es garnicht so streng nach Kriterien sagen, was aus meiner Sicht "alpin" ist.

    Positivkriterien sind jedenfalls:

    • Gletscher oder zumindest Eis & Schnee (ggf. auch sommers, was auf Korsika nur noch bedingt der Fall ist)
    • Höhenunterschiede Berg - Tal von erheblich über 1000 Hm, eher über 2000 Hm
    • Absolute Höhe ist irgendwie auch ein Punkt, aber angesichts der Randbedingung hier "Berge und Meer" eigentlich kaum relevant
    • Schroffe Gipfelformen; Berge die auch auf dem (per Def.: leichtesten) Normalweg technisch anspruchsvoll sind
    • Fels statt Botanik über einen größeren Teil der/des Berge/s (da punktet Skandinavien mitunter, die milden Lofoten halt weniger)

    Ich schrieb bewusst "richtige" Berge (und meinte damit: "alpine" Berge).


    Sardinien, Lofoten? Berge und Meer. Oder geht du da von der reinen Höhe der Berge aus?

    Auf Sardinien haben mir die Schluchten-Wanderungen gut gefallen und es gibt wohl auch ein paar spitzige Granitzacken mit bisschen Kletterei, allerdings mit recht geringer relativer wie absoluter Höhe. Das meiste andere kam mir eher wie Mittelgebirge vor -- runde Kuppen, oben bloß Schutt.


    Die Lofoten enden auch bei 1200m; im Hoch-/Spätsommer wo's quasi keinen Schnee hat kam mir das nicht wirklich alpin vor -- alles grün bis fast oben, nasse Botanik und rutschige Schlammhänge statt Schnee & Eis. Felstouren gibt's da spektakuläre, Vagarkallen... aber halt nichtmal tausend Meter hoch.

    Vor allem hängengeblieben ist mir der Geitgaljen, einer der höchsten Lofotenberge und doch noch nichtmal eine Halbtagestour.


    Korsika bietet Gipfeltouren, die schon an der Grenze zur Zweitagestour sind; von den großen Überschreitungen nicht zu reden. Klar kann man auch auf den anderen Destinationen glücklich werden, aber "alpin" ieS des Wortessind die nicht IMHO. Korsika dagegen schon.


    Teemitrum : Dovrefjell ist nicht auf den Lofoten, oder? Norwegen hat/ist ein alpines Gebirge mit Gletschern, hohen Bergen und langen Touren.

    Ich habe meinen Tunnelblick nach mehr als einem Dutzend Korsikaurlauben erfolgreich abgelegt glaube ich: Sizilien, Sardinien, Bretagne, Wales, Lofoten, ...

    Meine Familie hat das nicht so ganz geschafft :Pparty: und so werden wir über kurz oder lang nach mehrjähriger Pause mal wieder auf Korsika urlauben, schätze ich.


    Das große Alleinstellungsmerkmal an Korsika ist für mich: Richtiges Meer und richtige Berge.

    Die ganzen og. Urlaubsregionen stehen in laufender Konkurrenz zu Bergurlauben, die ich normal mehrfach jährlich einlege. Korsika bietet beides.

    Ich bin mir nicht so sicher, ob sich der Modus vivendi aus den frz. Alpen einfach auf Korsika übertragen lässt:

    Zum einen würde ein legalisiertes Biwak in der Hochsaison chaotische Zustände in den Bergtälern heraufbeschwören (wie im it. Feragosto...).

    Und das Publikum am GR20 ist schon etwas anders als in den Hochalpen, da sind mehr Langstreckenwanderer und Abenteuerurlauber, kurz Ersttäter dabei als auf den CAF-Hütten mMn.


    Auch komfortablere (und größere) Unterkünfte würden mMn. nur zu noch mehr GR20-Tourismus führen inkl. der allfälligen Probleme (Unfälle, Vermüllung, intensivere Versorgung der Hütten).


    Insofern sehe ich die etwas abstoßenden, unterdimensionierten GR20-Refuges als notwendige Bremse gegen Überfrequentierung. Ob Bettwanzen da auch ein geeignetes Mittel sind... ::,,II8

    ACK. Stellplätze gibt's mehr oder weniger immer, Mietzelt Glücksache und Betten sind idR ausgebucht; jedenfalls kann man nicht die gesamte Wanderung darauf stützen.


    Was mich erstaunt hat, mittlerweile scheint die Gebühr für 2 Leute im eigenen Zelt bereits bei 25 Euro zu liegen...


    IMHO:

    Entweder man nimmt wenigstens ein Tarp mit und kann flexibel planen.

    Oder man versucht halt, lückenlos für alle Etappen Betten vorzubuchen.

    Dritte Option: Warten bis alle Hüttenwarte abgestiegen sind (ca. Anfang Oktober), allen Proviant selber tragen und einen relativ einsamen GR20 erleben.


    OT:

    Ich bin gespalten, ob ich das kritisierte Miß-Management der GR20-Refuges gut oder schlecht finden soll.

    Die schlechtes Lösung in meinen Augen wäre, wenn wir auf Korsika luxuriöse Hotelhütten-Zustände bekämen wie in den Ostalpen -- nebst den entsprechenden Wanderermassen und der entsprechenden Wanderer-Klientel.

    Ich oute mal, dass ich zwar etliche der größeren korsischen Gipfel bestiegen habe, einzig dezidiert nicht den Renoso.

    Gründe:

    1. Anfahrt, meistens waren wir in anderen Inselecken stationiert.

    2. Die Tour schaut eher wie eine Wiesenwanderung aus und flacht oben ab (?), d.h. das zieht sich nachher hin...

    3. Das "Ambiente" der Skistation...


    --


    Zur Seenrunde im Restonica:

    IMHO ist das fast die Laufstrecke des 7-Seen-Laufs, k.A. ob der so noch stattfindet.

    Persönlich kenne ich auch nur die Runde über Capitello, Soglia und Melo. Die ist für Familien eine schöne, nicht langweilige Tagestour und für einen konditionierten, geübten Bergwanderer technisch wie von der Orientierung her leicht. Ein paar kurze Kraxelstellen, kein ernstes Gelände.


    Die Traverse von Soglia zum Rinoso-See schätze ich ebenfalls als einfach ein (GR20), bleibt als Unbekannte der Aufstieg durch das Rinoso-Tälchen. Der ist der Karte nach zuunterst steil und hat oben auch nochmal eine Felsbarriere, ich würde von der Papierform her gleich zu cinto (Post #3) raten... da kommt dann noch ein Kamm dazu, den man überschreiten muss und somit wird das eine tagesfüllende Unternehmung, die selbststäniges Bergsteigen erfordert.


    Kompromisslösung: Die Standardrunde plus Ausflug von der Bocca Soglia zum Rinoso-See, retour auf gleichem Weg.


    Eine kurze Tour mit viel Kraxelanteil und da südseitig ohne Altschnee hätte ich auch noch:

    Von Haut-Asco auf die Bocca di Stagnu und zura Muvrella; etwa 4h retour zzgl. Pausen.

    Für den schnellen Bergsportler als Abstiegsvariante gleich noch die Runde über die Punta Culaghia, das werden dann 6h oder so.


    --


    Was auch immer letztlich rauskommt: Pfingsten ist heuer ja recht spät, aber zumindest auf den Nordseiten musst Du mit Schneeresten rechnen!

    Höchstreisezeit, nie gehört... der Italiener spricht von Ferragosto

    Dazu muss man wissen, obzwar französisch sind die Korsen nicht nur sprachlich nach Italien orientiert.

    Insbesondere ist die Insel von zahlreichen Großstädten Italiens binnen weniger Stunden kostengünstig erreichbar.


    Langer Rede kurzer Sinn:

    Anfang August ist "normal" alles ausgebucht.


    Und maximal teuer (strandnah Faktor 2x-3x ggü. Nebensaison...)

    oder zu Fuss nach Corte mit Übernachtung in der Refuge de la Sega.

    Das ist ein guter Vorschlag. Das Ref. Sega liegt traumhaft und die Tavignanoschlucht ist einen Extratag wert.


    Wenn es darum geht, den GR20 zu einer Rundtour zu "biegen", bietet sich das eher ab/bis Corte an (Bahn Vizzavona/Corte).

    Was mich grad hier stört ist das: "(zumal mit Kindern)"

    Kann man Kinder nur adäquat in Großraumlimousinen befördern?

    Gemeint war wahrscheinlich, dass mindestens kleinere Kinder ihr Gepäck nicht selber tragen, man also beim Umsteigen zusätzlich zur Beaufsichtigung der Floh-Herde noch paar extra Bremsklötze zu bewegen hat. Bahnreisen mit (kleinen) Kindern ist schon bisschen unkomfortabler, wenn man öfters umsteigen muss.


    Was Familie und Auto angeht braucht es keine "Großraumlimosinen". Das kann ich sagen, obwohl wir mitunter zusätzlich Camping- und Kletterkram transportiert haben.

    Und auf der Insel sind viele schöne Ecken mit ÖPNV kaum erreichbar. Für den Familie-Strandurlaub vielleicht keine große Einschränkung.

    Das korsische Gebirge bietet so viel mehr als sich um grammgenaue Gewichte der Ausrüstung Gedanken zu machen ;) Außerdem fand ich es schon immer schade, dass der GR20 zielstrebig um die meisten Gipfel drumherum kurvt...

    Geht mir ja auch so, allerdings gibt es eben auch viele gute Gründe für den GR:

    • nette Gesellschaft auf den Hütten (wer's mag)
    • Null Orientierungsprobleme, keine überbordenen Vorplanungen nötig
    • die Gipfel kann man ja zusätzlich (ggf. an Extratagen) machen: Muvrella, Cinto, Paglia Orba, Rotondo, ...

    Eventuell habe ich übersehen wenn wer anders es schon geschrieben hat:

    • 3 Wochen Zeit für Gipfel, Strand-Pause oder Strand-Ausklang machen Sinn
    • Die Ausrüstung sieht im großen Ganzen sehr gut und auch passend aus :)party:
    • Proviant kann man auf den Hütten ergänzen, aber Du kannst auch in der Saison nicht 100% drauf bauen.
    • Wenn Du selber kochst reicht eine Kartusche natürlich nicht. Für den Gutemorgen-Tee alleine wär's wohl ok.
    • Wenn Hochsommer, dann lieber gleich vor der Ferienzeit also spätestens Ende Juni bis max. Anfang Juli.
    • In dem Fall drastisch Gewicht reduzieren bei der Ausrüstung... die Franzosen pflegen einen erheblichen "Mut zur Lücke", ob man selber auch so risikobereit ist bleibt Geschmacksache.
    • Wenn Selbstverpflegung lieber einen Extratag ab Vizzavona Proviant kaufen gehen und nur für eine Woche schleppen... die Fressalien haben den allergrößten Hebel bei der Gewichtseinsparung IMHO
    • Das Zelt ist sagenhaft leicht, Iso/Tüte/Rucki sind in Relation und für Hochsommer schwer
    • Das kleine Zelt bekommst Du auf jedem noch so überfüllten Refuge noch aufgestellt ;-)
    • Bisschen Schnee ist wahrscheinlich sogar landschaftlich ganz schön, musst Du halt verfolgen wieviel Schnee das Frühjahr diesmal so übrig lässt (Webseite des Parks etc.)
    • Wieviel alpine Erfahrung ist denn vorhanden für Sidetrips oder Vor-/Nachsaison? Mitte September ebbt der Betrieb wahrscheinlich ab (Tage kürzer), Ende September steigen die Gardiens ins Tal ab und es gibt nichts mehr zu beißen oben. Beides reduziert den Auflauf am GR20 jeweils deutlich...