Beiträge von rinaldu

    Dieses "Seegras" sind die Blätter der "posidonie" - auf Deutsch auch "Neptungras". Von der gleichen Pflanze kommen auch die "Seegrasbällchen" (aus den Fasern nicht aus ganzen Blättern), die allerorts an den Stränden vorkommen und an denen sich keiner stört.

    Diese Pflanze, die den Meeresboden um Korsika zunehmend flächiger besiedelt, verliert - wie jede Pflanze - jedes Jahr ihre Blätter. Wie Günther ganz richtig sagte, hat die Pflanze auch am Strand eine wichtige Funktion.

    Noch wichtiger ist jedoch, dass die posidonie (im noch lebenden Zustand) der hauptsächliche Sauerstoffproduzent für das Meerwasser ist und somit essenziell für einen guten Fischbestand in Küstennähe verantwortlich ist. Die Kolonien der posidionie sind darüber hinaus Laich- und Schutzgebiete für kleine Fische.


    Die Pflanze steht unter Naturschutz und trotzdem ist ihre übermäßige Ausbreitung insbesondere vor den Sandstränden überwiegend nicht auf "natürlichem" Wege entstanden, vielmehr trägt das Ankern der Boote vor den Stränden dazu bei, dass die posidonie von einer Bucht, wo sie "gebraucht" wird, sich in einer anderen Bucht ansiedeln kann, wo sie typischerweise nicht wachsen würde.

    Wer schon mal Anker über Seegras geworfen hat, weiß, dass man immer ein paar Blätter und Wurzeln der Pflanze am Anker mit hinauf zieht, und wenn man dann in der nächsten Bucht (oder sogar an der nächsten Insel) den Anker wieder fallen läßt ohne ihn gereinigt zu haben, dann geht die Pflanze eben mit an den neuen Meeresgrund und kann dort wurzeln. Dies ist der hauptsächliche Grund, warum manche Strände heute von der posidonie bedeckt werden, die früher dieses Phänomen überhaupt nicht kannten.


    In Mallorca ist es schon seit Jahren generell verboten in Buchten zu ankern, wo Seegras wächst, weil man der anormalen Verbreitung der posidonie Einhalt gebieten will.

    Nein, keine sündteure Therapie in den USA für Kinder oder für Manager mit Burnout, sondern einfach ein Erlebnis, das man - mit sehr viel Glück natürlich – an der Küste Korsikas haben kann.


    Die Bilder sind im Juli 2017 bei einer meiner Bootstouren, die ich mit Urlaubern durchführe, entstanden. Die Bilder wurden mir freundlicherweise von J. L., der Teilnehmer bei dieser Tour war, zur Verfügung gestellt. Es zeigt den „Grand Dauphin“, also die Art, die man in den Delphinarien oder in der Serie „Flipper“ sieht, „pescialfinu“ auf korsisch. Wir haben eine Bande von etwa 8 Delfinen im Golf von Porto gesichtet, ich bin ihnen behutsam mit dem Boot gefolgt und es zeigte sich, dass die Tiere sich genügend für uns interessiert haben, sodass die Gäste auf dem Meer mit Taucherbrillen ins Wasser gehen konnten und die Delfine ihnen im Wasser auf wenige Meter nahe kamen. Delfine zu sichten ist ein häufiges Phänomen an den Küsten Korsikas, dass sie eine „Kontaktaufnahme“ im Wasser annehmen jedoch eine große Gnade, die man nur äußerst selten erfahren darf.



    Betrachtet man auf diesem Bild ( es kam ganz bald ein Boot mit Italiern zu uns hinzu) die Kopfgröße des Schwimmers und die des Delphins (obwohl der Tümmler weiter entfernt ist), dann sieht man sofort den immensen Größenunterschied, der einem hautnah bewußt wird, wenn man neben einem solchen Tier im Wasser schwimmt. Der zweite Eindruck, den Menschen in der Nähe des Delphins unvermittelt erhalten, ist, dass man die Superiorität des Tieres sofort erkennt. Will der Delphin sich nähern, dann kann der Schwimmer absolut nichts dagegen tun, so viel schneller schwimmt der Delphin und so viel größer ist er, will der Delphin die Nähe nicht zulassen, dann schwimmt er in Sekunden davon und es gibt wiederum nichts, was man dagegen tun könnte.


    Diese Erfahrung der völligen Unterlegenheit euphorisiert die Menschen entweder maßlos, oder man wird von großer Angst erfüllt. Erfreulicherweise ist ersteres häufiger der Fall.



    Der „Grand Dauphin“ ist an den Küsten Korsika häufig, etwas vier Fünftel der Population halten sich an der Westküste auf, der Rest im Osten. Er jagt seine Nahrung im Benthal der Golfe Korsikas, also am Meeresgrund auf bis zu maximal 200 Metern Tiefe, selten aber weniger als 50 Meter. Auf dem tieferen offenen Meer kann der Delphin sich nicht ernähren. Man spricht von ca. 200 bis 250 Tieren, die sich stationär, also dauerhaft an der korsischen Küste aufhalten, der Austausch mit Schulen von der nördlichen Mittelmeerküste ist gering, aber doch vorhanden.


    Die Zahl der großen Tümmler um Korsika ging ab den 50er Jahren deutlich zurück, als Grund wird der Konflikt zwischen den Fischern und dem (angeblich) räuberndem Delphin genannt. Damals wurden sog. „pingers pour l’effarouchement acoustique“ (Baken im Wasser, die unangenehme Geräusche aussandten) eingesetzt, denn der Delphin wurde bis in die 90 er Jahre als „espèce nuisible“ (als schädliche Art) betrachtet, erst dann gründeten sich Projekte wie „LINDA“ und das OEC (das korsische Umweltamt) begann sich dem Schutz des Tümmlers anzunehmen.

    Die letzten Zählungen der Art datieren von 2003, demnach ist der Bestand der Art vor Korsika nunmehr besser als konstant und die Fortpflanzungsrate liegt bei 3,8 Prozent – ein Wert, den Fachleute für sehr positiv, mehr als arterhaltend ansehen. Trotz der durch viele Boote sehr belebten Küste, muss man sich also aktuell keine Sorgen um den „Grand Dauphin“ machen - der touristische Bootsverkehr ist offensichtlich an die Stelle der „pingers“ getreten und die Tatsache, das korsische Fischer nur für den Bedarf auf der Insel fischen und nichts exportiert wird, gewährleistet, dass es (vorerst noch) genug Fisch für Delphine und Mensch gibt. Die speziellen Fangnetze, die den Delphinen zur Falle wurden, gehören der Vergangenheit an. Viele Fischer haben ja auch zum Touristenkapitän umgesattelt und profitieren nun von der Anwesenheit der Delphine.

    Hier die Webseiten des Projektes LINDA und des korsischen Umweltamtes, auf dem man die obigen Infos und vieles mehr nachlesen kann.

    http://www.lifelinda.org/grands-dauphins/description.asp

    https://www.oec.corsica/I-cetacei_a91.html

    Ich sehe das ganz ähnlich. Was meinen Beitrag hier betrifft: ich habe Trailrunner als Schuhe für den GR 20 als praktikabel vorgeschlagen - mehr am Thema dran kann man kaum sein, wenn man den Titel des Fadens betrachtet.

    Die Diskussion über die Sportart habe nicht ich eingeleitet, ich habe -wie dort geschrieben - "eine Lanze für "meine" Sportart brechen wollen, weil sie für mich zu unrecht und völlig unbegründet kritisiert wurde. Ich bin keineswegs persönlich geworden.

    Wie man nun aus so einem Beitrag ableiten kann, das dieses "Intermezzo" hier ausgelagert werden soll, ist mir völlig schleierhaft, wie man daraus einen Grund ableiten kann, dieses Forum zu verlassen, schon erst recht.

    Speziell an dich, Helen: bitte ziehe mich nicht in diese Sache mit hinein - wie du es auch in einem anderen Faden angedeutet hast - und suche dir bitte einen anderen Sündenbock.


    Ansonsten würde ich mal folgendes zur Überlegung anregen: wenn in einem Forum wenige konstruktive, neue, durchdachte, anregende Fäden eröffnet werden, dann sind die User unausgelastet und müssen sich mit sich selbst beschäftigen, die inhaltliche Ebene wird durch Metaebene ersetzt und es gibt nur Streit. Wieviel konstruktives, informatives, fesselndes jedoch in einem Forum zu lesen ist, das liegt wiederum nur an den Usern selbst.

    Kanal 72 ist sehr wohl für private Gespräche "navire à navire" vorgesehen, zusätzlich noch die Kanäle 06 und 08, Du kannst dafür auch 77 verwenden.


    9 ist für Kommunikation mit der capitainerie vorgesehen, 79 für den Wetterbericht des Crossmed.


    69 ist ein Militärkanal der "marine national".


    Ansonsten gibt es ja seit einiger Zeit die neue Nummer 196 für Notrufe über ein Handy (anstelle Kanal 16) wenn man keinen Funk hat.

    Hier mal ein Artikel des corsematin , darüber wie Sahara-Staub in der Luft über Korsika zu einer stärkeren Belastung durch andere Schadstoffe flächendeckend führen kann.

    https://www.corsematin.com/art…nes-saison-2018-episode-4


    St. Flo kannst Du mal näher erklären, warum Elektro-Autos "nicht wenig Feinstaub" produzieren - ich fahre nämlich zu 95 % nur noch mit dem Elektroauto über die Insel und insesondere durch Ajaccio.

    Mein Auto produziert - zumindest im Betrieb - kein NOx als vorausschauender Elektroauto-Fahrer bremse ich eigentlich gar nicht mehr, sonder rekuperiere in verschiedenen Stufen, und meine Reifen halten auch eher doppelt so lang, durch die defensive Fahrweise, die das Elektroauto mir anerzogen hat.

    Falls ich da was übersehe, dann wäre ich über eine Aufklärung sehr dankbar.

    Schön wäre es, Cornelia und Thomas, wenn es nur der Sand der Sahara alleine wäre, der die "pollution" über der Insel ausmacht.

    Hier mal der France3 - Bericht, auf den du dich wohl beziehst Cornelia:

    https://france3-regions.france…ttendu-corse-1459147.html


    Aktuell hat es diverse mikro-regionale Inversionslagen, so insbesondere über den beiden großen Städten, wo mangels Wind momentan, die wärmeren bodennahen Luftmassen nicht aufsteigen können. Die durch feinste Sahara-Sand-Partikel angereicherte Luft, die über den Städten steht (Erwärmung durch zuviele versiegelte Flächen) bindet diverse andere Schadstoffe. Und dies hat nun zu einer Überschreitung der Grenzwerte geführt. Deshalb sind aktuell auch aller Arten von Gartenfeuern verboten.


    Ich selbst merke die Feinpartikel, wenn ich den Roboter des Pools ausleere, das ist Sahara-Sand aber auch graues Material (Abrieb z.B. von Reifen, Aschepartikel, etc. alles was so von Ajaccio so zu uns herüberfliegt). So fein, dass selbst das feinste Sieb des Roboters nicht alles filtern kann. Man kann sich vorstellen, was davon alles in die Lunge gelant.

    Dolmen, ein mittelalterlicher Spähturm und eine präromanische Kapelle – Punte di  Montalbi und Punta San Sisto


    Eine Rundwanderung über die Grate der Küstenberge nördlich von Ajaccio, für alle, die sich für die megalithischen Funde auf der Insel interessieren. Eigentlich mehr eine Zeitreise als eine Wanderung. Alle megalithischen und präromanischen Fundstätten liegen völlig natürlich in der Landschaft, nichts ist touristisch aufgearbeitet worden. Ausgenommen das Stück zum „rocher de Gozzi“ ist die Wanderung sehr einsam, aber nicht für die ganz heiße Saison geeignet. Ausgangspunkt ist der Ort Appietto und dort der Parkplatz am Festplatz vor der Kapelle San Chirgu (Saint Cyr).

    Man folgt zunächst dem vielbegangenen und entsprechend deutlichen Weg zum „rocher de Gozzi“, dieser stellt einen fantastischen Belvédère über Ajaccio dar, eine Steilwand bricht über 400 Meter senkrecht nach Ajaccio ab – dort ist auch eine Kletterroute eingerichtet. Erreicht man einen Sattel mit einer weithin sichtbaren Ruine, geht man nach rechts in den felsigen Aufbau des „rocher de Gozzi“ für schwindelerregende Ausblicke.



    Danach direkt zurück zu Ruine und nach Nordosten den Hang zur Punta Pastinaka auf deutlichem Pfad aufsteigen. Im Gipfelbereich weitläufige Bergerie-Anlagen aus alter Zeit. Es geht auf halbwegs deutlichem Pfad über den Grat nach Nordwesten. Kurz bevor man wieder den Aufstiegsweg erreicht aber nach rechts abbiegen (ein gelbmarkierter Pfad) und zur Bocca Foce gehen. Von hier nordöstlich einem diskreten Pfad folgen, der direkt in Richtung der weißen Felsen der „Punte di Montalbi“ (übersetzt: die Spitzen der weißen Berge) führt. Bevor man eine kleine Ruine erreicht, auf den linken Weg abbiegen, der mehr bergauf führt. Man erreicht dann den Grat zwischen Punta San Sisto und Montalbi, dort nach rechts weitergehen, hier ist ein großer Steinmann mit Feuerstelle.


    Auf dem Grat geht es durch dichten Märchenwald, der sich wie ein Tunnel über dem Wanderer schließt.



    Man sieht bald eine „tour de guet“ (einen mittelalterlichen Spähturm, ca 15. Jh, Punkt 808 auf IGN) auf einer Felsnadel sehr versteckt vor sich. Um dort hinauf zu gehen, muss man zunächst an der Felsnadel vorbei gehen und bei einem sehr dicken Baum rechts des Wegs die Steinmänner suchen, die pfadlos durch den Wald hinaufleiten. Nur die Kanzel oben ist mit Trockenmauern gearbeitet, für den Rest hat man sich einer natürlichen, vorhandenen Felsnadel bedient.

    Die Felsnadel mit dem mittelalterlichen Spähturm von Montalbi

    Vom Spähturm Blick zur Punta San Sisto


    Geht man auf dem Grat weiter nach Osten kommt man bald zu den „Punte di Montalbi“, hierzu die Steinmänner die rechts zum Hauptgipfel und links zu einem Nebengipfel leiten. Vom Hauptgipfel kann man mit dem Fernglas sehr gut zwei Dolmen in südwestlicher Richtung in der Macchia erkennen (unzugänglich).


    Das Bild ist stark gezoomt, deshalb unscharf und zeigt einen der Dolmen von Montalbi zu denen man nicht hinlaufen kann.



    Auf dem gleichen Weg zurück zum Steinmann mit Feuerstelle, dort nach Westen auf dem Gratverlauf hinauf gehen.


    Nach 20 Minuten die kleine Abzweigung auf dem Grat nach links nicht übersehen, hier geht ein Abstecher in wenigen Minuten zum größten Dolmen Korsika. Der Dolmen ist ca. 4,50 m breit.



    Zurück zum Gratweg, weiter nach Westen, nach 5 Minuten kommt rechts Weges ein weiterer (kleinerer) Dolmen.


    Auf dem Grat weiter auf den Gipfel der „Punta San Sisto“, weiter zu einem Vorgipfel mit kleinem Kreuz, danach kommen die Überreste der „chapelle de San Sixto“.



    Es ist eine präromanische Kapelle, die genau auf der Grenze der „piève“ (kors. pievi, Diözesandistrikt) von Ajaccio und der Cinarca liegt. In der Apsis steht ein Menhir, der vermutlich zum Altartisch umfunktioniert wurde.



    Man geht weiter den Grat hinab bis bei der Abzweigung nach Calcatoggio (Metalltafel), nach links ein jetzt nur noch schmaler Pfad Richtung Appietto abzweigt, diesen zu einem kleinen Wäldchen absteigen. Bei der Einmündung auf einen breiteren Weg nach links gehen (weg vom Ort) und wenig später nach rechts einem gelb markierten Hohlweg folgen, der meist gut demachisiiert ist. Man quert den Bach bei einer Quelle und eine Sandpiste bringt zurück zum Parkplatz.

    Strecke: ca. 17 km Laufzeit: zwischen 4, 5 und 7 Stunden, einfache Wanderwege, kaum Markierungen, aber relativ deutlich. IGN-Karte Ajaccio sollte dabei sein.

    Martin, du trittst mir nicht zu nahe, keine Sorge, aber ob mein Beitrag hier "relevant" ist oder nicht, das hast du nicht zu entscheiden. Und dass durch das, was ich hier geschrieben habe nun dieser Faden "nicht mehr gut" ist, das halte ich für übertrieben.


    Übertrieben ist auch,wie Du das Phänomen Trailrunning darstellst. Etwa 30 000 Wanderer pro Jahr, man spricht von 400 000 Übernachtungen und von 9 bis 12 Millionen Umsatz jährlich auf dem GR 20. Wieviel Prozent davon sind Trailer ? Ein Prozent ? Zwei ? Die korsische Runner-Szene findet definitiv nicht auf dem GR statt, sondern um Corte, um Ajaccio, um die Ballungsgebiete, logischerweise. Es gibt ein paar Versuche, organisiertes trailen anzubieten, von Veranstaltern auf dem Festland und auch mal von Korsen selbst, aber die Zielgruppe ist doch marginal. Die kämpfen doch alle ums überleben. Man braucht dafür doch Teilnehmer, die es drauf haben, wer sich für eine mehrtägige geführte Tour anmeldet muss ja in der Lage sein, täglich einen Halbmarathon zu laufen.


    Wenn ich von fehlender Grundlage spreche, dann meine ich damit, dass ich auch nach deinem letzten Beitrag immer noch nicht weiß, was Du dem Trailrunning eigentlich vorwirfst, ich meine damit nicht deine Person und Erfahrung, sondern dass du die Kritik daran nicht begründest.


    Das eigentliche "Massenphänomen" ist das Wandern im Allgemeinen, für Wanderer wird viel mehr Gepäck hin- und her transportiert wie für Runner. Ich begegne Runner-Gruppen überhaupt nicht.

    Und was meinst du mit "Verwässerung" der Sportart und "schlechtes Image" , das ist mir zu kryptisch, und wen sollte das stören, wenn es so wäre ? Warum sind Leute, die als "Trittbrettfahrer" sich einer Sportart anschließen, denn schlechter, nicht jeder kann ein Profi sein. Was kümmert dich das ?

    Warum ist Running nicht ökologisch verträglich ? Es ist doch nicht schlechter als Wandern oder Rennradfahren ? Man braucht nicht mal viel Equipment. Und wenn dem so wäre, welche Sportart wäre denn ökologischer ?

    Über ein Konzept, wo man das Gepäck der Wanderer mit Fahrzeugen transportiert und über das generelle Vermarktungskonzept des GR kann man sicher sehr kritisch denken, aber sehe ich das falsch, dass du selbst auch den GR 20 anbietest, angeboten hast, zumindest meine ich, das von dir hier schon gehört zu haben.


    Kurzum: ich kann deiner Argumentation überhaupt nicht folgen, sie erscheint mir widersprüchlich, diffus und übertrieben, und nur das meine ich mit "entbehrt jeder Grundlage".

    Oha, fiamingu, das ist allerdings extrem - der Übeltäter ist vermutlich nicht weit ? Vermutlich eine größere Flussmündung ? Was man da sieht ist natürlich kein typisches "Treib"-Holz,das kommt nicht von weit her, da ist hauptsächlich Schilf und Bruchholz von den Flussufern dabei, das ins Meer geschwemmt wurde, als der Fluss angeschwollen ist (das kommt ja zunehmend häufiger an der Ostküste vor). Erstaunlich aber, dass für solche Ablagerungen, die ja selbst für Sammler relativ unbrauchbar sind, eine "Genehmigung" gefordert wird.

    Gigantisch, wie viele Gearheads es hier doch gibt.


    Mtroja, wenn Du ein "Ultralight-Ego" hast, dann solltest Du vielleicht doch mal Trailrunner ausprobieren. Wenn Du halbwegs sportlich und etwas trainiert bist, nicht zu schwer, dann kannst Du den GR 20 und vor allem auch viel anspruchsvollere Wege damit sehr gut gehen. Ich gehe seit etwa 10 Jahren nur noch mit den Speedcross von Salomon, egal ob zum Laufen oder zum Wandern , auch und gerade mit Gepäck für mehrere Tage in Autonomie (natürlich alles UL). Besonderer Vorteil: man muss keinen Leichtschifferstek mit dreifachem Prusik elegant über den Handrücken werfen können, um sie zu binden, man zieht an der kleinen Schlaufe und der Schuh sitzt. Der Grip der Sohle ist zehnmal besser als alles was ich von La Sportiva, Meindl oder Hanwag früher hatte. In der Szene der Trailrunner hier laufen geschätzte 99,9 % mit den Speedcross, du bekommst in den Läden vor Ort auch kaum andere Trailrunner. Trailrunner haben vor allem auf den felsigen Sektionen am GR Vorteile, weil hoher grip am Fels und der Fuß ist viel beweglicher. Wenn Du nicht gewohnt bis mit flachen Schuhen zu gehen, dann solltest du natürlich erst nur tageweise "umsteigen" und nicht den kompletten GR am Stück laufen bzw. vorher schon üben.


    Martin, ich muss nun doch mal eine Lanze für's Tra ilrunning brechen, denn was Du kritisierst, entbehrt doch jeder Grundlage: wer hier durch die Berge läuft, der kann es, es gibt eine erkleckliche Szene von Runnern auf Korsika, ein Trailrunner schaut nicht auf die Uhr, er hört aus seinen Körper, was der ihm sagt. Runner sind keine "Herde von Bisons", man läuft zu zweit, zu dritt, oft aber (so wie ich) alleine. Abkürzungen in die Serpentinen des GR machen alle möglichen Wanderer, ich - und auch alle Runner die ich kenne - meiden den GR generell zum wandern, und ganz speziell aber zum schnellen Laufen. Ansonsten gilt beim Running: bevor du irgendwas lostrittst, oder bevor du ausrutscht, bevor du Lärm machst, bist du längst schon wieder auf dem andren Fuß -ob man das von jedem "poids lourd" auf dem GR auch sagen kann ?


    Viele Gemeinden organisieren mittlerweile ihren ganz eigenen "Trail", weil die Runner-Szene eben so groß geworden ist. Damit wurde schon so mancher zugewachsene Weg wieder instand gesetzt und für's Wandern reaktiviert . Die Sportart ist doch zutiefst "ökologisch", besonders erfreulich in einer Region, wo die jungen Leute ansonsten immer nur alles mögen und nutzen, was motorisiert ist.

    Nur mal zur Info: Sand, Kiesel und Treibholz vom Strand aufzusammeln und mitzunehmen ist in Frankreich schon immer verboten, das ist keine "neue" Verordnung der préfecture. Alle drei Sachen zählen zu dem, was man "la laisse de mer" (das, was das Meer so anspült) nennt. Das Entfernen vom Strand fällt unter den "article L.321-8 du Code de l’environnement" und wird mit bis zu 1500 Euros bestraft, wenn man es denn durchsetzen will.


    Treibholz gehört zum Strand wie Muscheln und auch die "Seegrasbällchen" der Posidonie, die ja an vielen Sandstränden (leider) ganze Dünen aus Seegras bildet. An großen angeschwemmten Baumstämmen bilden sich Algen, legen sich Muscheln an und Ornithologen weisen darauf hin, dass dies für die Nahrungskette der Seevögel ein wichtiger Bestandteil des Strandes ist. Hinter großem lange stationärem Treibholz sammelt sich auch Sand an, Strände ändern ihre Form durch große Wellen stetig, man kann nicht sagen, dass der Sand dadurch weniger wird, dass zuviel Holz angetrieben wird.


    Das Problem ist eher, dass zunehmend mehr Leute auf die Idee gekommen sind, aus "bois flotté" Dekorationsgegenstände und sogar Möbel zu bauen und zu verkaufen, und die Strände großflächig abgrasen. Mittlerweile können "arénophile" Menschen (Sandsammler) sogar Sand aus Guadeloupe und Martinique, und eben auch aus Ajaccio im Internet einkaufen. Das Problem ist in Sardinien schon lange akut: die Sinis-Halbinsel mit ihrem vielfarbigen Quartzsand, oder der rosa Sand der Maddalena-Insel Budelli sind schon seit langem unter Schutz gestellt.

    Solange ein einzelner mal für sich privat Treibholz aufsammelt, ist es ja völlig in Ordnung, geht es aber in Richtung Kommerz, wird es problematisch und die Behörden müssen ganz logischerweise langsam mal einschreiten.

    Am Ostermontag wurde die diesjährige Saison beendet, die folgenden Bilder zeigen die Skistation am letzten geöffneten Tag, ein Feiertag und schönster Sonnenschein den ganzen Tag. Trotzdem kaum Besucher.


    Hier sieht man die Talstation mit dem "parc piu piu" für die ganz Kleinen, sowie im Hintergrund das kleine Restaurant. Val d'Ese hat drei Tellerlifte, einen Kinderlift, sechs Pisten, einen (Mini-)Snowparc und ein kleines Restaurant. Der Liftpass kostet 20 Euros für den ganzen Tag (9 h00 - 16 h 30), wenn man Material leihen möchte, kostet das nochmals 18 Euros, es gibt zwei Verleiher an der Station und einen weiteren im Dorf Bastelica (nicht immer geöffnet). Die Saison ist meist von Ende Februar bis Anfang April - natürlich von der Schneelage abhängig. Schlange stehen am Lift ist eher unbekannt.


    Hier blickt man vom Nordhang, der Piste "Cuperchiata" nach Norden hinüber zu den einfachen Pisten und weiter rechts sieht man den Tarmini-Lift, der vor 4 Jahren neu, aber etwas verkürzt, wieder errichtet wurde. Die Station "Val d'Ese" hat gut 20 saisonale Arbeitsplätze geschaffen und es gibt eine ESF, ein frz. Skischule wo Kurse für Ski und Snowboard für jedes Niveau angeboten werden. Am letzten Tag der Saison hat man sogar einen Versuch mit Schlittenhunde-Gespannen gemacht, um zu sehen, ob dies womöglich Familien mit kleinen Kindern anlocken würde. Die Liftanlagen werden von der Gemeinde Bastelica betrieben, alles andere wurde in Privathand übergeben. Da die Saison mit gut zwei Monaten extrem kurz ist, die meisten Leute hier auch nur bei allerbestem, sonnigen Wetter skifahren gehen und weil Skifahren generell nicht so weit verbreitet in der korsischen Bevölkerung ist, ist es um die Rentabilität der Station sehr schlecht bestellt. Dieses Jahr gab es zwar überreichlich Schnee (liegt auch jetzt noch), aber das gute Wetter war Mangelware, sodass keiner der Betreiber wirklich zufrieden war. Für eine kleine Gemeinde wie Bastelica sind die Kosten der Instandhaltung und des Betriebes einer solchen Station immens hoch.


    Hier sieht man die Bergstation Tarmini-Lift, den höchsten Punkt des Skigebietes. Von hier oben blickt man auf's Meer, man sieht die îles Sanguinaires im Golf von Ajaccio und etwas südwestlich die Insel Asinara, die Sardinien vorgelagert ist.Val d'Ese ist (meine Meinung) die einzige ernstzunehmende Skistation auf der Insel und trotzdem am Ende jeder Saison von der Stillegung mangels Wirtschaftlichkeit bedroht. Es gibt ja noch die Station von Ghisoni und neuerdings auch wieder die Station in Haut-Asco, beide sind aber so winzig und unprofessionell , das es kaum lohnt. Schade, dass die Kräfte nicht gebündelt werden, sondern dass Investitionen nun wieder auf drei Stationen verteilt werden, obwohl die Frequentation kaum für eine ausreicht.


    Kurzum: fahrt auch mal im Winter zum Skifahren auf die Insel, unterstützt die netten Leute, die in Val d'Ese eine so familiäre und nette Atmosphäre schaffen, wie in keiner anderen Skistation auf dem Festland.

    Und ja, ich habe versprochen, dass ich die Station mal in einem Forum vorstelle, aber ganz uneigennützig, ich habe keine Aktien da drin, nur viel Spaß beim Skifahren da oben.

    Helen, also zum kleinen See bin ich noch nicht von den cascades de Meli gegangen, aber vom GR20 zum lac d'Oro bzw. petit lac d'Oro.


    Wenn man nach den Cascades du Meli den GR erreicht läuft man etwa 1.5 km in Richtung refuge de l'Onda. Im Wald zweigt ein anfangs halbwegs deutlicher Weg nach Osten und führt in wenigen Minuten auf die Crête de Grutaccia, wo sich das dichte Buschwerk zumindest etwas lichtet. Dort geht es auf der Kammlinie hinauf, bis man nach links zu den Ruinen der bergerie de Giargialiccia (nicht verzeichnet auf IGN) absteigt, von dort sind wir damals (ist allerdings schon über 20 Jahre her) zur bocca Nardona aufgestiegen.

    Ist es dieser Weg, den du als "Weg zum Grand lac d'Oro" bezeichnest ?


    In jedem Fall kannst Du bei diesen Ruinen den Bach queren und stattdessen südöstlich aufsteigen, es geht pfadlos teils durch Macchia, teils durch offenes Gelände, du erreichst den Punkt 1594 (IGN), hältst dich östlich am Kamm der Punta Marencina und erreichst ein langes, stark geneigtes Geröllfeld. Das bringt dich zum kleinen See.


    Als "Weg" kann man das sicher nicht bezeichnen, es gibt auch keine Steinmänner, bis zur bergerie ist es eher einfach zu gehen, danach ist die Orientierung schon anspruchsvoll und Anfangs auch viel Vegetation - ich kenne Euer Niveau ja nicht. Ich fand die ganze Gegend auch nicht so attraktiv (von den Seen abgesehen), deshalb sind wir nie wieder hingekommen. Überleg dir also gut, ob ihr euch so was antun wollt.


    Capitella, Du hast Recht, die Ortschaft kenne ich auch, wir sind mal vom col de Santa Lucia direkt oberhalb zur "tour de Sénèque" und weiter immer auf der Wasserscheide zu den Menhiren "Pinzi è Verghine" gegangen, wie am Cap Corse so oft, blickt man auf zu beiden Seiten auf's Meer.

    Was die Herleitung von fenum anbetrifft, könnte ich mir vorstellen, dass da nicht so ganz genau zwischen Stroh und Heu unterschieden worden ist und nach dem Dreschen hat man ja aus den Halmen Stroh gemacht. Auf dem von dir genannten Wanderweg kommt man übrigens am "aghja di Fenu" vorbei - also dem Dreschplatz von Fenu. Wenn Du mal Gelegenheit hast mit einem Dorfansässigen zu sprechen, fänd ich es toll, wenn Du hier mitteilst, wie die Leute im Dorf ihren Dorfnamen herleiten.


    Helen, ich glaube dein Foto zeigt keinen Dreschplatz, sondern eher einen Acker oder sogar einen ehemaligen "verger" einen Obstgarten, die Dreschplätze sind ja üblicherweise rund. Aber in der Nähe der ermitage sind bestimmt welche.

    Hallo Helen,


    eine wunderschöne Tour, ich kenne sie auch - man kann dort auch im gesamten Winter sehr schöne Momente verbringen.

    Schön dass Du dich nun auch hier beteiligst und wir den Begriff "Fenu" - zumindest was Wanderungen anbetrifft - zusammen abgearbeitet haben.


    Da ich mich auch immer für die Toponymie Korsikas interessiere hier eine Hypothese, was der Name "Fenu", ursprünglich bedeutet haben kann:


    FENICCIE (Va), LE FENIC CIE (V1839), LA FENICCIA (V6), /E Feniccie/,
    FENICCIA (Ge), /A Feniccia/. De « fenu » = foin ? – A remarquer que les deux lieux-dits,
    l’un situé sur le territoire de Valle, l’autre sur celui de San Ghjulianu, ont la même situation
    par rapport à la mer : ils se trouvent sur les premières pentes après l’étroite plaine. Peut-on
    penser à des établissements phéniciens ?


    Also kann der Name vom Wort "fenu" für Heu kommen (ich weiß jetzt gar nicht ob es da Dreschplätze gibt ?) oder aber durch die meernahe Lage dieser Orte kann der Name auch auf die Phönizier hinweisen - was für zwei so ausgeprägt vorgelagerte Felsenkaps ja auch durchaus sinnfällig wäre.


    Dies kommt aus dem großartigen Fundus der ADECEC: http://www.adecec.net/parution…oponymes-du-campolori.pdf


    Hallo Birgitta,

    ich habe auch in einem anderen Faden und eigentlich auch speziell für Dich die Wanderung zum Capu di Fenu beschrieben. Vielleicht hast Du es ja noch gar nicht gesehen.

    Cime ignoti è passaghji scurdati - wenig begangene Gipfel und vergessene Wege


    Wenn Du die also mal machen möchtest, dann sei ein wenig vorsichtig, wie Du dort lesen kannst, schrecken manche Korsen - ganz im Gegensatz zur Reputation, die man ihnen generell gerne zuschreibt - auch nicht vor Aggression gegen Frauen zurück. Ein freundliches Lächeln und ein paar nette französische Formulierungen helfen aber auch bei solcher Art Abenteuer-Urlaub ungemein.

    Der neuerliche Wintereinbruch war - zumindest im Gebirge und insbesondere an der Westküste - deutlich schwächer als gemeldet. Da wir aber immer hungrig auf Neuschnee sind, waren wir heute mal wieder auf einer Tour, Ausgangspunkt war ganz klassisch der Col de Verghjiu und die Strasse dorthin war gut befahrbar -es war wohl in der Nacht Salz gestreut worden.

    Ziele waren Capu a u Tozzu via Capu a Rughia - die Kälte, das späte Loskommen, der Wind, der weiche Pulverschnee im unteren Bereich und die heftige Vereisung über 1800 Metern führten aber dazu, dass wir das Capu a u Tozzu nicht erreicht haben. Zudem waren für den Nachmittag stärkere Schneefälle gemeldet, der Himmel schien zwar schwanger damit, aber es kam nichts, wir waren trotzdem etwas übervorsichtig und sind vorzeitig umgedreht.


    Die hohe Luftfeuchtigkeit der Nacht mit etwas Sprühschnee hat alle Bäume eingehüllt.


    Das Capu a Rughia - es sah deutlich nach Schneefall aus und die Temperaturen waren bei minus 6 Grad.


    Blick vom Gipfel zur Westküste, man sieht Capu d'Ortu und der Himmel wurde nicht unbedingt heller.


    Blick vom Gipfel zur Paglia Orba nebst Tafunatu, die Paglia Orba hatte sich bereits zugezogen.



    Auf dem Weiterweg Blick in das Tal von Calacuccia und auf die weiße Punta Artica - wir haben es im Winter noch nie auf diesen Gipfel geschafft, der Anweg ist einfach zu lang und zu anstrengend.



    Neben der Kälte kam auch zunehmend kalter Westwind hinzu, wohl dem, der ein warmes Fell hat.


    Beim Abstieg klarte es wieder etwas auf und manchmal kam sogar ein ganz klein wenig Sonne durch.


    Abends zurück an der Küste schien die Sonne, das Meer plätscherte und es waren immerhin sieben Grad plus.


    Rundwanderung zum Capu di Fenu und die Geschichte vom „Sheriff vom Eselsstrand“

    Wie versprochen hier nun die Wanderbeschreibung zu einer Küstenwanderung, die zu den allerschönsten Korsikas gezählt werden darf. Besonderheiten dieser an sich ganz leichten Tour sind: die einzige Population von etwa 60 völlig unabhängig und frei (also der korsische Traum) lebenden Eseln, das einzige noch bebrütete Seeadlernest außerhalb der réserve naturelle de Scandola, zwei traumhafte, nur zu Fuß erreichbare Sandstrände, ein Genueserturm, der vollkommen unrestauriert geblieben ist. Einziger kleiner Haken wäre dann nur der oben genannte Sheriff, aber dazu später.



    Ausgangspunkt ist die Ortschaft Villanova ein paar Kilometer nördlich von Ajaccio am Fuße der Punta di Lisa gelegen (die auch ein interessantes Wanderziel darstellen kann). Im Ort die Stichstraße komplett bis zu Ende fahren, dann kommt ein nicht asphaltiertes Stück von etwa 500 m. Dort wo die (gut zu befahrende) Piste nach rechts schwenkt, ist eine Parkmöglichkeit neben dem kleinen Eisentor mit Schild „Capu di Fenu“.

    Man folgt einem breiten Weg auf gleicher Höhe bleibend zum Col de Marcuggio (zwei Dreschplätze). Dort links halten (es gibt zwei weitere Pfade, einen Weg der geradeaus bergauf führt, das wäre der Rückweg und den „chemin de la Bomba“, der Richtung plage de Lava führt) und zuerst nach Süden den Ficarella-Bach queren, dann immer südwestlich und orographisch links am Ficarella-Bach entlang auf einem unmarkierten aber sehr deutlichen Pfad stets mit leichtem Gefälle hinab laufen. Der ganze Weg eignet sich sehr gut zum Running. Nach ca. 45 Minuten trifft man auf einen etwas breiteren Weg, dem man nach rechts folgt und man erreicht nach wenigen Minuten die Fahrstrasse zum Strand von Minaccia. Diese nur queren und die gegenüberliegende Piste zum Strand nehmen. Bis hierhin etwa eine gute Stunde Laufzeit.


    Den Strand nun nach rechts queren und einem deutlichen Pfad immer so nah wie möglich am Wasser folgen – dies ist die „servitude du littoral „ auf der man ganz offiziell laufen darf. Man kommt zu einem unbenannten Sandstrand und kurz danach (über etwas felsige Klippen) zum „Eselsstrand“ der „plage de Fica“ genannt wird. Spätestens hier trifft man auf die zahlreichen Esel. An diesem Strand befindet sich auch die „funtana di Navarro“ – eine der seltenen Süßwasserquellen, die direkt am Strand liegt und von Spaniern erbaut wurde. Sie ist leider nur noch als Tränke für die Esel geeignet, ansonsten das Wasser filtern.




    Nun kommt der abenteuerliche Teil, der „verbotene“: den Strand über das Bächlein queren und ganz nah am Wasser über die Felsen laufen und erst etwa 100 m weiter versuchen zur kleinen Piste hinauf zu queren, die direkt oberhalb verläuft. Die Piste ist am Strand von Fica durch ein Tor mit Schild „Rottweiler, je monte la garde“ meistens abgesperrt. Der Rottweiler ist jedoch ein Border Collie und viel sympathischer als sein Herrchen.



    Hat man die Piste erreicht, so dieser in einer Rechtskurve nicht folgen, man liefe dem Sheriff sicher in die Arme, sondern geradeaus einem schmalen Pfad folgen, der nur gering ansteigt. Nach wenigen Minuten führt dieser enge Pfad aber auch nach rechts den Hang hinauf, dabei kann man links eine Felsnadel auf einem Sporn erkennen, auf der sich das Seeadlernest befindet (bis Anfang Juni ist immer ein Kleines drin). Auf einem Sattel angekommen stößt man auf den von den Quads ausgefurchten Weg, der von der Hütte des Sheriffs hochkommt. Hier zügig immer weiter bergauf gehen, dann in einem Linksbogen um die Bucht von Fenu herum, bis man auf den Weg, der von Villanova kommt, stößt. Hier links immer auf dem Gratausläufer hinab nach Westen auf deutlichem Weg zum Turm. Bis hierhin hat man 2.5 bis 3 Stunden gebraucht.



    Ma kann einen Abstecher zu einer fantastischen „Robinson-Hütte“ machen, die unten in der Felsküste versteckt ist. Hierzu am kleinen Sattel vor dem Turm undeutlichen Pfadspuren nach Süden hinab folgen, am Wasser dann etwas nach links gehen. Auf gleichem Weg wieder zurück hinauf. Der Abstecher dauert hin und rück gut 20 Minuten.




    Der Rückweg nach Villanova führt zunächst auf gleichem Weg zurück bis zur Weggabelung. Diesmal den anfangs noch breiten Pfad geradeaus leicht bergauf nehmen, der aber bald schmaler wird. Ganz vereinzelt gibt es blaue Markierungen. Man bleibt stets auf dem Gratrücken und über Punta Marinaccia und col de Marcuggiolu geht es zurück zum Col de Marcuggio, zu dem man steil absteigt. Von dort auf dem Hinweg zurück zum Parkplatz.

    Die Tour hat 20,13 km, etwa 770 Höhenmeter und dürfte zwischen 3,5 und 5 Stunden reine Laufzeit brauchen. Sie ist einfach zu gehen, nur nach der Cala di Fica ist der Pfad kurzzeitig nicht sehr eindeutig. Landschaftlich (und mit den Eseln, dem Seeadlernest, den Stränden) braucht sich diese Tour keinesfalls vor den Küstenwanderungen im désert des Agriates oder bei Bonifacio (wo es auch ein Capu di Fenu gibt) verstecken.


    Nun zum „problème corse“ und dem Sheriff : 


    der Küstenstreifen zwischen Minaccia und Capu di Fenu hat 144 verschiedene Grundbesitzer, die zum Teil kleine „cabanes“ (natürlich illegal) auf ihrer Parzelle errichtet haben. Die ganze Gegend ist mit dem Label „Natura 2000“ und als ZNIEFF (eine Zone von faunistischem und floristischem Interesse) gekennzeichnet und unterliegt dadurch verschiedensten Umweltschutzbedingungen. Die Gemeinde Ajaccio hat vor einigen Jahren eine sogenannte „servitude littorale“ festgelegt und freigeschnitten – eine solche „servitude littorale“ basiert auf dem frz. Prinzip, dass ein Streifen von 3 Metern (vom höchsten Wasserstand gemessen) am Wasser öffentlich bleiben muss und keinen Privatgrund darstellen kann. Leider endet diese am Strand der Cala di Fica, danach ist dieser Streifen nicht begehbar, da überwuchert, und man ist gezwungen in das Gelände der „domaine de Fica“ einzudringen.

    Der Sheriff (ich nenne seinen Namen nicht, er geht aber aus den links hervor) hat seine „domaine“ eingezäunt und versucht unermüdlich alle Wanderer vom Begehen, mehr oder weniger freundlich abzuhalten. Die weiteren 143 Landbesitzer lassen immer wieder verlauten, dass er nicht in ihrem Namen spricht. Die „Ausschreitungen“ des Sheriffs sind seit vielen Jahren in der frz. Presse mediatisiert worden, ich verlinke diverse Quellen weiter unten. Er hat vor ein paar Jahren seine „domaine“, auf der er eine Incentive-Firma betreibt, in ein Spielgelände für Quads (die er vermietet) umgewandelt, die daraus resultierende Erosion ist allenthalben deutlich sichtbar.

    Der Sheriff und ebenfalls sein Sohn sind aktuell nur auf Bewährung frei, da sie vor zwei Jahren zwei Umweltschützerinnen und einen Fernsehkameramann tätlich angegriffen haben, als diese eine Sendung über die Privatisierung der Küsten und die umweltschädlichen Offroad-Aktivitäten in einem Schutzgebiet drehen wollten. Er wird auch nicht müde Leute vom Strand zu verscheuchen, um diesen für seine Offroad-Gäste zu monopolisieren. Die korsische Umweltorganisation „U Levante“ versucht seit langem dem Sheriff sein Handwerk zu legen, aber er wird von einem Anwalt verteidigt der auch die bekannten Führer der Nationalisten verteidigt hat. Die Bevölkerung Ajaccios betrachtet den Weg nach Fenu als Wochenendausflug, den man „schon immer“ gemacht hat, also Gewohnheitsrecht und kommt zu Fuß oder mit dem Motorboot, um auf den Stränden der „cala di Fica“ zu picknicken.

    Kurzum, eine typisch korsische, unendliche Geschichte, die bestimmt noch einige Überraschungen bringen wird. Eine ganz ähnliche Situation, nämlich des Versuches, Strände und Küsten zu privatisieren gibt es aktuell auch am Strand von Murtoli, nördliches Ende des „plage d’Erbaghjiu“ an der südlichen Westküste oder auch auf der Insel Cavallo in den „bouches“.

    Wo kommen diese Probleme her ? Es prallen aufeinander: findige Korsen suchen nach neuen touristischen Nischen (hier Offroad-Incentives) auf sonst nicht nutzbarem Land (Schutzgebiet), weil sie erleben, dass um sie herum der Tourismus floriert und sie nicht selbst daran teilhaben. Auf der anderen Seite gibt es mittlerweile auch auf der Insel aktive Umweltorganisationen, die Verstöße anprangern und mediatisieren. Schon ist genügend Zündstoff da, der das, was früher durch ein „Gefühl des Gewohnheitsrechtes“ einfach so vor sich hinplätschern konnte, zu einem Zankapfel voller Gewalt und Hass macht.

    Mein letztes Gespräch mit dem Sheriff war sehr sachlich und moderat – immerhin hat er ja Bewährungsauflagen einzuhalten, aber die läuft Ende 2018 ab.



    Umweltorganisation U Levante http://www.ulevante.fr/qui-sommes-nous/


    [definition='8','[object Object]'][definition='8','[object Object]']corsematin[/definition][/definition] zum Thema https://www.corsematin.com/art…n-mine-pour-les-promeneur


    Le Figaro zum Thema http://www.lefigaro.fr/actuali…s-a-une-plage-de-reve.php


    France 3 zur Verurteilung des Sheriffs https://france3-regions.france…re-et-le-fils-247919.html


    U Levante zur Tätlichkeit gegen zwei ihrer Aktivistinnen http://www.ulevante.fr/aiacciu…ur-un-sherif-de-la-plage/


    Communiqué der Präfektur zur "servitude littorale" http://www.corse-du-sud.gouv.f…e_servitude_littorale.pdf


    Karten und Pläne zur servitude littorale http://www.corse-du-sud.gouv.f…r_presentation_capo_2.pdf




    Übrigens fände ich es wirklich interessant, wenn hier mal jemand anderes noch eine Tour vorstellen würde, die er/sie besonders findet.

    Die Rede Macrons am Mittwoch in Bastia hat in klaren Worten die Politik Frankreichs zu Korsika definiert, es sind diese Richtlinien mit denen sich die Korsen in den nächsten Jahren abfinden müssen. Macron war minutiös vorbereitet, hat alle von ihm erwarteten Themen präzise und eindeutig beantwortet.

    Da ich hoffe, dass hier im Forum Interesse daran besteht zu wissen, was in dieser Amtszeit das Verhältnis Frankreich – Korsika prägen wird, habe ich mal die wesentlichen Punkte zusammengeschrieben und gebe sie in der Reihenfolge wieder, wie sie gesagt wurden:


    - die Mittel für die Sicherheit auf der Insel werden finanziell und personell aufgestockt, Gendarmerie, Brandbekämpfung (insbesondere Fluglöschung)


    - Weitere umfangreiche Gelder sollen für die Gesundheit, Altenpflege und sog. „maisons de santé“ bereitgestellt werden (Macron wies auf die 130 Millionen hin, die bereits für das neue Hospital in Ajaccio geflossen sind, welches zu 100 % staatlich finanziert ist)


    - Alle staatlichen und départmentalen Behörden in Bastia sollen nicht geschlossen werden (nachdem durch die CTU Ajaccio ja nun alleiniger Hauptort der Region ist.


    - Große finanzielle Mittel sollen in den Ausbau von Kabeln für die flächendeckende Internetversorgung fließen, damit die Insel in den nächsten Jahren die gleiche „haut-débit“-Versorgung hat, wie das Festland


    - Korsika soll ein Aushängeschild Frankreichs werden für innovative und nachhaltige Projekte in den Bereichen: Abfallwirtschaft, Umweltschutz, Küstenschutz, Agrarwirtschaft und Energieproduktion, dafür sollen finanzielle Mittel bereitgestellt werden


    - Macron wies darauf hin, dass die neue CTU die weitreichendsten Befugnisse und Möglichkeiten hat, die jemals ein Département in Frankreich genießen durfte, und bat die anwesenden Präsidenten Simeoni und Talamoni, sich dieser großen Verantwortung kompetent zu stellen


    - Der « Statut de résident corse » wird rundweg abgewiesen, Macron wies darauf hin, dass dies nicht das richtige Mittel sei um das Wohnraumproblem der Insel zu lösen, es würden einerseits zu viele hochpreisige Objekte, die nicht für die Bevölkerung zugänglich seien und andererseits blieben erzielte Gewinne aus Immobilienspekulationen in jedem Fall in Händen korsischer Besitzer


    - Jede Form einer zusätzlichen „fiscalité locale“, also spezielle regional erhobene Steuern wurden ausgeschlossen. Korsika könne nicht die Einnahmen lokaler Steuern für sich behalten und zudem Ansprüche erheben, aus den staatlich erhobenen Steuern ebenfalls versorgt zu werden, es gäbe keine „fiscalité magique“. Stattdessen sollten die im Überfluss bereits erhaltenen eurpäischen Zuschüsse endlich verbraucht und Projekten zugeteilt werden.


    - Macron zeichnete das Bild einer „méditerranen“ Politik, die Frankreich ins Leben rufen möchte und rief die korsischen Politiker auf, sich zu erinnern, das der Mittelmeerraum, die Wiege der menschlichen Kultur, sich auf Austausch, Kontakt und Zusammenarbeit gründet und niemals einen Geist der Abspaltung und Abgeschlossenheit beinhaltete. Er rief die korsische Jugend dazu auf, den méditerranen Geist der Aufgeschlossenheit einer nationalistischen Idee zu bevorzugen. Geldmittel sollen bereitgestellt werden, um méditerrane Projekte bezüglich Universitäten, touristische Entwicklung und Ausbildung, sowie Umweltschutz ins Leben zu rufen, dabei sollen insbesondere auch die französische (kontinentale) Mittelmeerküste, die nordafrikanischen Staaten und andere Anrainerstaaten einbezogen werden.


    - Die „co-officialité“ der korsischen Sprache wurde abgelehnt, ein Bilingualismus jedoch befürwortet. Dies soll heißen, dass alle Mittel bereit gestellt werden sollen, die Verbreitung der Sprache in der Bevölkerung zu fördern, jedoch dürfe keinem Bürger ein Nachteil daraus entstehen, wenn er diese Sprache nicht beherrscht (berufliche Bewerbungen, offizielle Dokumente und Berichterstattungen etc), was möglich wäre, wenn Korsisch in den Stand einer zweiten offiziellen Amtssprche erhoben würde. Macron wies darauf hin, dass in der Republik keine andere Regionalsprache auch nur annähernd so gefördert werde, wie das Korsische, 9 Millionen seien geflossen, jedoch sei der festzustellende Fortschritt nicht im gleichen Maßstab festzustellen


    - Macron befürwortet eine Aufnahme des korsischen Besonderheitsstatus in die französische Konstitution, jedoch nur in den § 72, der das Einsetzen eines Regionalsparlaments regelt, nicht aber dessen Befugnisse signifikant erweitert, die korsischen Verantwortlichen sollen darüber nachdenken, ob sie einen Status ähnlich eines Übersee-Départements überhaupt anstreben wollen



    Soweit diese – für mich epochale – Rede Macrons. Es fiel auf, dass er ruhig und sehr entschlossen war. Immer wieder wandte er sich an Talamoni und Simeoni und wollte sie für die ihnen neuerdings überantworteten Befugnisse in die Pflicht nehmen, zeigte (teils mit typisch korsischer Gestik) die Absurdität vieler ihrer Forderungen auf. Insbesondere Macrons Vision einer méditerranen Politik finde ich bemerkenswert, weil sie der Konfrontation Festland versus Insel eine zusätzliche Dimension hinzufügt.


    Vielleicht wäre der Ton wärmer gewesen, wenn ihn die gesamten nationalistischen Delegierten nicht bei seinem offiziellen zuvor anberaumten Mittagessen versetzt hätten -ein Affront gegen das Protokoll .


    Nur ein einziger Punkt wurde in Bastia nicht angesprochen, die Amnistie für sog. „politische“ korsische Häftlinge. Macron hatte bereits am Vortag bei der 20jährigen Gedenkfeier für das Attentat am Präfekten Erignac deutliche Worte dazu gefunden: „die Ermordung sei nicht zu rechtfertigen, zu verteidigen und kann auch nicht erklärt werden“ – damit war geklärt, dass es hier keine angeblich „politischen“ Häftlinge gibt, ein besonders hartes Wort aber auch speziell gegen Simeoni, der ja tatsächlich der Strafverteidiger Yvan Colonnas war. Bereits zu dieser Zeremonie der Trauer, war Talamoni nicht erschienen – auch kein Zeichen der Versöhnung. Besondere Boshaftigkeit dabei: er begründet sein Fernbleiben damit, dass die Familie Erignac sein Beisein sicher nicht wünschten.

    Die jetzt anstehenden Reaktionen auf der Insel sind bereits angekündigt und Simeoni interpretierte den Besuch Macrons als „Demütigung des korsischen Volkes“.