Cime ignoti è passaghji scurdati - wenig begangene Gipfel und vergessene Wege

  • Keine Angst vor Geheimtipps, viele Wege durch die korsische Natur verdienen es einfach, dass mehr Menschen auf ihnen unterwegs sind. Dies muss überhaupt nicht zu einer Gefahr für die Unversehrtheit der Natur führen, denn wenn man den Wunsch verspürt und natürlich auch die Fähigkeit hat, sich abseits der „sentiers battus“ zu bewegen, dann ist meist auch das Umweltbewusstsein mit von der Partie. Vielmehr ist das Begehen eines einsamen Weges immer auch ein Beitrag zu mehr Sicherheit, zur leichteren Orientierung und zu mehr Komfort für alle die, die diesem Pfad dann später folgen.


    Ich weiß, es gibt hier einige Kennerinnen und Kenner der korsischen Natur, die sich gerne von einer ausgefallenen Wegbeschreibung inspirieren lassen, wo man vielleicht niemandem „bonjour“ sagen muss, die aber auch gerne selbst ihren Beitrag dazu leisten würden. Es soll nicht unbedingt um spektakuläre, technisch anspruchsvolle Ziele gehen, sondern um das andere, das einsame, das ausgefallene, sprich um das erhaltenswerte, bevor die Macchia, die Erlen und die Erosion alles wieder zudecken.

    So könnten hier Wegbeschreibungen, Bilder und Hintergrundinformationen dazu aneinandergereiht werden, zu denen dann Rückfragen, eigene variierende Erfahrungen und Varianten hinzukommen.


    Da es an anderer Stelle nachgefragt wurde, werde ich den Anfang machen mit einem ganz unbedeutenden Gipfel, der aber eben die „etwas andere Perspektive“ bietet. Vielleicht kommen ja noch mehr dazu,

    C'est pas l'homme qui prend la Corse, c'est la Corse qui prend l'homme.

  • Monte Ravu – zwischen Cargèse und Piana



    Ausgangspunkt: Auf der D81 ca. 2,5 km vor dem Col de San Martinu (von Süden kommend). Links der Strasse in einer leichten Strassenbiegung nach rechts, eine Parkmöglichkeit von der eine Sandpiste nach Norden führt (die nicht nehmen) und ein zweite nach Westen zurück zu einem Häuschen mit großem Schweinestall daneben. Dorthin laufen wir in wenigen Metern. Rechts zieht sich ein Ziegenpfad an einer Viehtränke hinauf, es geht über einen sehr schmalen Wiesenrücken hinauf zu einer kleinen Baumgruppe. 10 Meter vor dieser Baumgruppe in steilerem Gelände geht links ein weiterer Tierpfad ab, diesem folgen wir entlang eines Zaunes. Dort wo der Zaun nach rechts knickt, geht es weiter geradeaus, es kommt eine Piste und kurz danach die Müllentsorgungs-Station. Rechts an dieser vorbei gehen, bei einer Gabelung die linke Piste nehmen (oder halblinks weglos den Hang hinauf und oben dann links gehen). Es folgt ein eingezäuntes Weidegelände, dieses rechts umgehen und am Zaun auf einer Piste entlang. In einem Rechtsbogen führt die Piste zum Fuße des Gipfelaufbaus und endet dort.


    (der Monte Ravu von Osten, kurz nach der Mülldeponie)


    Ab hier schwenkt die Aufstiegsrichtung nach West und es beginnen die Steinmänner. Anfangs führen noch Ziegenspuren über einen schmalen Wiesengrat, dann geht man durch ein einfaches Couloir aus Felsen, Blöcken und Schrofen immer steil nach Westen hinauf. Kurz vor dem Gipfel erreicht man den Südwestgrat, es wird kurz flacher und man muss einen Vegetationsgürtel nach Norden (zwei kleine Durchschlüpfe) durchqueren, bevor man dann wieder westlich orientiert in einer Minute den Gipfel mit Kreuz erreicht.

    Laufzeit hin- und rück zweieinhalb bis drei Stunden. Höhenmeter: höchstens 400.


    (oben sieht man die Piste, die nach der Mülldeponie hinaufleitet)


    Ich habe im Dezember 2017 eine „ligne de cairns“ gelegt, sodass die Steinmänner ab dem Pistenende jeden unproblematisch hinaufleiten - das konnte Georges (paglia orba.free.fr) natürlich noch nicht wissen (zuvor waren auch einige Steinmänner da, aber sie gingen in alle möglichen Richtungen) Auf ihn ist immer Verlass und er läßt keine interessante Tour aus, kein Wunder dass er auch den Monte Ravu ausfindig gemacht hat.

    Hier nochmals der link, den Helen gefunden hat, wo auch ein topo für's GPS für diese Tour ist: http://paglia.orba.free.fr/rando/r28ravu.htm

    Jedoch: der Start vom Col de San Martinu ist über die asphaltierte Zufahrtsstrasse zur Müllanlage nicht empfehlenswert, es gibt ein Tor, das abgeschlossen ist, wenn die Deponie nicht geöffnet ist und es ist unangenehm zu laufen.


    (Blick vom Gipfel zum Capu d'Ortu und Vitullu)


    Soweit der "Normal"-Anstieg von Osten - es gibt noch drei Alternativen dazu, die aber alle deutlich anspruchsvoller sind.


    Von Süden - definitiv der schönste Anstieg : Ausgangspunkt ist das Nordende des "plage de Chiuni". Dort den Bach an der Mündung waten (oder mit dem Auto die Piste auf der anderen Seite des Baches nutzen). Nach Norden führt ein deutlicher Pfad hinauf zur "Tour d'Orchinu" (ein anderer Pfad leitet aber auch links zu einer Runde um die Halbinsel). Kurz vor dem Turm (Kanonenloch) und kurz vor einem Sattel kommt man an einer kleinen Ruine vorbei, dort aufpassen, den Aufstiegsweg nach rechts (östlich) verlassen und ca. 20 Meter weiter oben sieht man einen Pfad der zunächst nach Süden zurück, dann aber im Bogen wieder nach Nordosten sich wendet. Er führt dann hinab in die "crique de Topiti" (höchst geschichtsträchtig, die Anladung der Casabianca im 2. Weltkrieg). Dort geht es durch ein Gatter, ein vager Pfad führt den Hang nach Norden hinauf, wendet sich dann bald nach nordosten und mündet in eine Piste ein, die von Chiuni kommt. Hier links und dann in einem Rechtsbogen zu den Felsabstürzen des Ravu gehen. Die Piste wird immer undeutlicher, am Ende auf einem Sattel nur noch ein Kuhpfad. Im Anstieg den Felsaufbau genau eruieren: es gibt zwei kleine begrünte Rinnen. Am Felsaubau angekommen, rechts halten und leicht aufsteigend den Einstieg in die zweite Rinne finden, diese hochsteigen, (geht man zu weit rechts (südlich) sieht man einen großen Steinmann, aber er leitet in die Südabstürze, ich habe das als zu gefährlich betrachtet.)

    In und nach der Rinne sind einige leichte Kletterstellen und die Vegetation ist oft hinderlich. Man erreicht dann den Südwestgrat (und ist schockiert wie weit der Gipfel noch weg ist). Aber es wird dann leichter.

    Dieser Aufstieg ist nur für sichere Bergwanderer zu machen und nur bei "météo béton", man muss sich den Aufstieg komplett selbst erarbeiten, keine Steinmänner.

    C'est pas l'homme qui prend la Corse, c'est la Corse qui prend l'homme.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von rinaldu ()

  • rinaldu :

    Forum-Team :


    ich finde diese Idee mal richtig gut. Aber gabs da nicht schon mal eine ähnliche Rubrik ?? Wenn das Team einverstanden ist, könnte ich hier die ein oder andere bereits von mir vor längerer Zeit eingestellte Torenbeschreibung verlinken oder nochmals neu einstellen.


    Ich finde mean sollte an rinaldus Idee dranbleiben


    Gruss

    Thomas

  • hallo, Forum-Team :

    ich finde das ebenfalls eine prima Idee.

    Praktisch wäre eine Funktion zum downloaden des Textes.

    Diese einsamen Wege richten sich dann hoffentlich an "orientierungsfähige" Wanderer, denn die "sentier sauvage" erfordern meist einen guten Blick auf versteckte Markierungen oder eben eine Idee für die Richtung. Nicht selten blieben schon Leute in der Macchia stecken und fanden den Weg zurück nicht mehr.

    Trotzdem wäre ich sehr interessiert.

    viele Grüße

    Helen

  • Als Nachtrag noch der Anstieg zum Monte Ravu von Westen, also von "plage d'Arone". Die Laufzeit für den "Normal"-Anstieg habe ich im voherigen Beitrag schon mit 2,5 bis 3 Stunden angegeben. Durch die Steinmänner im Gipfelaufbau ist dieser Anstieg ungefährlich, da geht keiner verloren, vielleicht braucht man hin- und wieder mal die Hände.


    Etwa 600 Meter vor dem Straßenende an der "plage d'Arone" geht nach Süden eine kleine Piste ab, diese führt an ein paar etwas heruntergekommenen Grundstücken vorbei. Orientierung muss eine sehr hohe Palme sein, die aus der Macchia herausragt. Bei der Palme beginnt dann ein halbwegs deutlicher Pfad, der den Ghiargalone-Bach zunächst orographisch rechts hinaufführt, den Bach dann quert, es folgt eine gefasste Quelle, der Weg windet sich dann westlich den Hang hinauf, folgt im Bogen der Küstenlinie und mündet zuletzt in die Piste ein, die von Chiuni kommt (Südanstieg). Von dieser Einmündung ist man in 10 Minuten am Felsaufbau des Südwestausläufers des Ravu.


    Der Anstieg (in den Rinnen) ist - wie schon gesagt - anspruchsvoll und grenzt an das, was man auf der Insel gerne mit "ravinisme" bezeichnet - also nicht für jeden geeignet.


    Wer aber gerne eine Küstenwanderung macht, und nicht die komplizierte Gipfelbesteigung des Ravu riskieren will, der kann nun die "plage d'Arone" mit der "plage de Chiuni" verbinden, oder sogar noch weiter bis zur "plage de Pero" laufen - das kann im Frühjahr eine sehr schöne und einsame Küstenwanderung sein.



    Dieses Bild ist zwar nicht schön, aber es zeigt das Massif des Ravu von Süden, man kann links oben (rechts vom Capu Rossu), "la tour d'Orchinu" erkennen, dann rechts davon einen grünen Höhenrücken, der zum Felsaufbau des Ravu führt. Der Südwest-Grat ist die sonnenbeschiene helle Felsfläche (nicht die darüber liegende Kontur), die sich dann nach links hinab zieht).


    Den vierten Anstieg schenke ich mir, "c'est l'approche la plus merdique" und man sollte mindestens die Machete nicht vergessen - er beginnt an der "pont de Chiuni" beim Monument, das an die Anlandung des U-Boots "Le Casabianca" erinnert.

    C'est pas l'homme qui prend la Corse, c'est la Corse qui prend l'homme.

  • Punta a e Cricche - 2057 m

    (Blick vom Gipfel zu Tafunatu und Paglia Orba)


    Die Cricce ist ein etwas abgelegener Gipfel mit hochalpinem Flair – trotz seiner moderaten Höhe – und spektakulärem Ausblick. Ich werde zwei unterschiedliche Aufstiege beschreiben, beide als Rundwanderungen. Die erste und von der Orientierung leichtere von Süden, vom Col de Verghju, die andere., längere, von der Piste de Saltu, also etwas westlich des Col de Verghju. Das besondere an beiden Runden ist sicherlich, dass es kaum einen anderen Plat auf der Insel gibt, an dem man im Frühsommer mit so hoher Wahrscheinlichkeit Mufflons beobachten kann. Damit ist auch gesagt, dass man sich bei diesen Touren als Wanderer absolut ruhig verhält und nicht versucht, den Tieren näher zu kommen. Die Bilder sind auf verschiedenen Touren und zu verschiedenen Jahreszeiten entstanden.


    Anstieg von Süden (Col de Verghiu, die Runde dauert 4 bis 7 Stunden, ca. 900 Hm): 

    (Aufstief vom Col de Verghju, man sieht in der Ferne den Stausee von Calacuccia)


    Vom Pass nach Norden einen markanten „rocher bifide“ (ein zweigeteilter Felsturm auf dem Grat) erkennen, den man „le diapason“ (Stimmgabel) nennt, der Übergang über den Grat geschieht links (südwestlich) davon. Vom Pass also nicht die markierten Wege zum „fer à cheval“ oder zur „bergerie de Radule“ nehmen, sondern einen mit nur wenigen Steinmännern markierten Weg, der sich links der anderen Wege direkt den Hang nach Nordwesten hinaufzieht. Immer auf diesem Höhenrücken bleiben bis ein kleiner Kessel erreicht ist (Bergerie-Reste). Hier weiter in gleicher Anstiegsrichtung steil über Geröll und Schrofen zur Scharte südlich des „diapason“, dort am Punkt 2017 (IGN) vorbei und man erreicht den Kessel von Casterica. Im Geröll im Bogen immer in gleichbleibender Höhe (und knapp links unterhalb des Gratverlaufes bleiben) sehr wenigen Steinmänern folgen und auf den Pass 1970 (IGN) zwischen Capu a u Cuccula und Punta Cricce zulaufen. Vom Pass nach rechts (nordöstlich) auf den Gipfel der Cricche in leichter Kletterei – sehr einfach und nicht ausgesetzt - steigen.


    Man kann auch schon kurz vor dem Pass durch kniehohen Wacholder zum Gipfelanstieg abkürzen.

    Zurück geht es zunächst auf dem Anstiegsweg am „diapason“ vorbei und hinab zum kleinen Kessel mit den Ruinen der bergerie. Dort nach links (nordöstlich) abzweigen, hochsteigen, dann durch eine grasige Senke (Quelle des Catamalzi-Baches), über ein paar Platten hochklettern und ein kleines Juwel entdecken: das „mare de Catamalzi“.


    Und hier der kleine Teich gefroren:


    Von hier zurück bis kurz vor dem Bachlauf, hier links halten, orographisch links etwas oberhalb des Baches im Fels bleiben (es gibt ein paar Steinmänner).


    Nun steht man vor dem gewaltigen „glacier de Catamalzi“ – steile abgeschliffene Plattenschüsse senken sich hinab zu einem grünen Kessel, den „pozzines de Catamalzi“, dieser ist links und rechts eingerahmt von den beiden Lateralmoränen. Ein Anblick „beau à couper le souffle“.

    (diesen "cirque" kommt man hinunter)


    Steinmänner leiten über Stufen und geneigte Platten zum winzigen Bachlauf, man muss auf die orographisch rechte Seite des Baches gelangen, bevor die Platten zu steil werden (manche laufen leichter im leicht gestuften Bach, sofern dieser nicht zuviel Wasser führt). Danach gibt es Pfadspuren am Fuße der Steilwände rechts vom Bach, man steigt hinab zur südlichen Lateralmoräne und von dort weiter zu den Pozzi-Wiesen.

    (das Bach"bett" ist leicht gestuft)


    Von der Wiese muss man sich einen unscheinbaren Pfad suchen (wenige Steinmänner), der die nördliche Moräne überwindet, ansonsten aber zunächst auf etwa gleicher Höhe bleibt. Hat man ihn gefunden, dann folgt man leicht bergab der Spur, quert ein felsiges Bachbett, und bleibt dann auf gleicher Höhe bis man den steileren Geröllhang des „ravin de Spicie“ erreicht, dort geht es in Serpentinen hinab (man kann unten die bergerie de Radule schon erkennen). Man quert dann noch den Spicie-Bach (ganz kleines Badebecken) und steigt über Plattenschüsse zur bergerie de Radule ab.

    Für den Rückweg zum col de Verghju nimmt man den orange markierten Weg, der kurz nach der bergerie halbrechts vom GR 20 abzweigt.

    Gefahren:

    - in den Kessel von Casterica zieht ab Mittags schnell mal der Nebel hinein, deshalb ganz früh aufbrechen und den Gipfel vor 11 h 00 erreichen, nur bei sehr stabilem Wetterbericht gehen.

    - Regen oder Schneeschmelzwasser auf den Platten des „glacier de Catamalzi“ bedeuten, dass die Passage absturzgefährlich ist, dann auf jeden Fall auf dem Aufstiegsweg zurück zum Col de Verghju

    - die Orientierung ist auf der gesamten Strecke etwas anspruchsvoll, die IGN-Karte muss mit, ein Kompass und Höhenmesser ebenso.


    Aufstieg von Südwesten (die Runde dauert 6 bis 9 Stunden, ca 1000 Hm): 


    Vom Parkplatz „piste de Saltu“ an der D 84 von Evisa kommend,zweigt eine Forstpiste ab, dieser folgen. An einer Gabelung die rechte Piste nehmen, dann weiter über zwei Brücken hinauf zum abri de Saltu. Dort eine Piste nehmen, die nach rechts schwenkt (nicht mehr markiert) und diese in Bögen bis zum Ende hinauf gehen. Steinmänner weisen den Weg durch den Wald hinauf (es sind nur wenige und der Pfad ist undeutlich, erst mehr westlich dann mehr nördlich). Am Grat angekommen sucht man die „bergeries de Piazze“ mit markantem „abri“ unter einem ausgehöhlten Felsen. Der Weiterweg geht durch Wacholder, Macchia und Erlen in Richtung zum Felsturm 1904 (IGN), also nicht vagen Spuren zum Cuccula-Bach hinab folgen. Am Felsaufbau angekommen, bleibt man auf einem engen Pfad zwischen Fels und Erlen und erreicht bald einen Sattel auf dem Südgrat des Capu a Cuccula. Von dort ist es leicht auf dem breiten Grat zur Cuccula zu gehen, die Blöcke des Gipfels zu überschreiten und zum Pass 1970 der obigen Runde zu gelangen. Von dort zur Cricche.

    (der Grat zwischen Cuccula und Cricche, von Cricche aus gesehen, ist leicht zu gehen)


    Für den Rückweg von der Cricche geht man bis zum Cuccula-Gipfel zurück, bleibt dann aber auf dem Westgrat der Cuccula und nähert sich dem Cuccula-Bach nur langsam und leicht absteigend. Man läuft am Fuße des Felsmassifs 1832 (IGN) und kommt dann zum Cuccula-Bach. Bis dahin keine oder kaum Steinmänner. Den Bach nicht queren, sonder orographisch rechts relativ nah am Bach einigen Steinmännern folgen. Achtung: die Spur zweigt rechts vom Cuccula-Bach ab, kurz bevor der Bach steiler abfällt, an dieser Stelle gibt es Steinmänner, Dann führt ein deutlicherer Pfad durch höhere Erlen und Brombeeren hinab zum Col de Cuccàvera (kurz oberhalb des Passes eine Quelle). Von hier folgt man dem markierten Weg links zurück zur Piste de Saltu (rechts geht es zum Refuge de Puscaghja, geradeaus hinab ins Lonca-Tal).

    Bei dieser Runde durch völlige Einsamkeit hat man die besten Chancen Mufflons zu beobachten (Mai, Juni, bei Piazze und im Cuccula-Tal sowie auf dem Grat), die Runde ist länger, die Orientierung ist teils schwieriger, dafür ist das weniger steiles Felsgelände zu bewältigen. Sie muss sehr früh morgens begonnen werden um die Cricche vor 11 h oo zu erreichen. Keine Quelle bei Piazze – nur im Bach kann Wasser gefiltert werden.


    Vielleicht war ja schon mal jemand in diesem Gebiet und kann aus eigener Sicht sagen, wie anspruchsvoll er/sie diese Touren empfunden hat ?

    C'est pas l'homme qui prend la Corse, c'est la Corse qui prend l'homme.

  • Die von rinaldu : beschriebenen Rundtouren bin ich in dieser Form noch nicht selber gegangen. Bestätigen kann ich aber, daß der liebliche, versteckte cirque de Catamalzi auch für sich alleine genommen einen kleinen Abstecher wert ist. Von der Passhöhe am Col de Verghju sind es nur etwa 40 min bis zum Erreichen des cirque. Die Plattenschüsse sollten meiner Ansicht nach wirklich nur bei trockenen Verhältnissen begangen werden !!

    Lohnend ist auch ein Ausflug im Herbst, wenn die Birken sich in ihr goldgelbes Flammenkleid kleiden. Die folgenden Bilder sind Ende Oktober entstanden.






    zum Thema Lonca werde ich demnächst noch mal aktiv werden.


    Gruss

    Thomas

  • Rundwanderung zum Capu di Fenu und die Geschichte vom „Sheriff vom Eselsstrand“

    Wie versprochen hier nun die Wanderbeschreibung zu einer Küstenwanderung, die zu den allerschönsten Korsikas gezählt werden darf. Besonderheiten dieser an sich ganz leichten Tour sind: die einzige Population von etwa 60 völlig unabhängig und frei (also der korsische Traum) lebenden Eseln, das einzige noch bebrütete Seeadlernest außerhalb der réserve naturelle de Scandola, zwei traumhafte, nur zu Fuß erreichbare Sandstrände, ein Genueserturm, der vollkommen unrestauriert geblieben ist. Einziger kleiner Haken wäre dann nur der oben genannte Sheriff, aber dazu später.



    Ausgangspunkt ist die Ortschaft Villanova ein paar Kilometer nördlich von Ajaccio am Fuße der Punta di Lisa gelegen (die auch ein interessantes Wanderziel darstellen kann). Im Ort die Stichstraße komplett bis zu Ende fahren, dann kommt ein nicht asphaltiertes Stück von etwa 500 m. Dort wo die (gut zu befahrende) Piste nach rechts schwenkt, ist eine Parkmöglichkeit neben dem kleinen Eisentor mit Schild „Capu di Fenu“.

    Man folgt einem breiten Weg auf gleicher Höhe bleibend zum Col de Marcuggio (zwei Dreschplätze). Dort links halten (es gibt zwei weitere Pfade, einen Weg der geradeaus bergauf führt, das wäre der Rückweg und den „chemin de la Bomba“, der Richtung plage de Lava führt) und zuerst nach Süden den Ficarella-Bach queren, dann immer südwestlich und orographisch links am Ficarella-Bach entlang auf einem unmarkierten aber sehr deutlichen Pfad stets mit leichtem Gefälle hinab laufen. Der ganze Weg eignet sich sehr gut zum Running. Nach ca. 45 Minuten trifft man auf einen etwas breiteren Weg, dem man nach rechts folgt und man erreicht nach wenigen Minuten die Fahrstrasse zum Strand von Minaccia. Diese nur queren und die gegenüberliegende Piste zum Strand nehmen. Bis hierhin etwa eine gute Stunde Laufzeit.


    Den Strand nun nach rechts queren und einem deutlichen Pfad immer so nah wie möglich am Wasser folgen – dies ist die „servitude du littoral „ auf der man ganz offiziell laufen darf. Man kommt zu einem unbenannten Sandstrand und kurz danach (über etwas felsige Klippen) zum „Eselsstrand“ der „plage de Fica“ genannt wird. Spätestens hier trifft man auf die zahlreichen Esel. An diesem Strand befindet sich auch die „funtana di Navarro“ – eine der seltenen Süßwasserquellen, die direkt am Strand liegt und von Spaniern erbaut wurde. Sie ist leider nur noch als Tränke für die Esel geeignet, ansonsten das Wasser filtern.




    Nun kommt der abenteuerliche Teil, der „verbotene“: den Strand über das Bächlein queren und ganz nah am Wasser über die Felsen laufen und erst etwa 100 m weiter versuchen zur kleinen Piste hinauf zu queren, die direkt oberhalb verläuft. Die Piste ist am Strand von Fica durch ein Tor mit Schild „Rottweiler, je monte la garde“ meistens abgesperrt. Der Rottweiler ist jedoch ein Border Collie und viel sympathischer als sein Herrchen.



    Hat man die Piste erreicht, so dieser in einer Rechtskurve nicht folgen, man liefe dem Sheriff sicher in die Arme, sondern geradeaus einem schmalen Pfad folgen, der nur gering ansteigt. Nach wenigen Minuten führt dieser enge Pfad aber auch nach rechts den Hang hinauf, dabei kann man links eine Felsnadel auf einem Sporn erkennen, auf der sich das Seeadlernest befindet (bis Anfang Juni ist immer ein Kleines drin). Auf einem Sattel angekommen stößt man auf den von den Quads ausgefurchten Weg, der von der Hütte des Sheriffs hochkommt. Hier zügig immer weiter bergauf gehen, dann in einem Linksbogen um die Bucht von Fenu herum, bis man auf den Weg, der von Villanova kommt, stößt. Hier links immer auf dem Gratausläufer hinab nach Westen auf deutlichem Weg zum Turm. Bis hierhin hat man 2.5 bis 3 Stunden gebraucht.



    Ma kann einen Abstecher zu einer fantastischen „Robinson-Hütte“ machen, die unten in der Felsküste versteckt ist. Hierzu am kleinen Sattel vor dem Turm undeutlichen Pfadspuren nach Süden hinab folgen, am Wasser dann etwas nach links gehen. Auf gleichem Weg wieder zurück hinauf. Der Abstecher dauert hin und rück gut 20 Minuten.




    Der Rückweg nach Villanova führt zunächst auf gleichem Weg zurück bis zur Weggabelung. Diesmal den anfangs noch breiten Pfad geradeaus leicht bergauf nehmen, der aber bald schmaler wird. Ganz vereinzelt gibt es blaue Markierungen. Man bleibt stets auf dem Gratrücken und über Punta Marinaccia und col de Marcuggiolu geht es zurück zum Col de Marcuggio, zu dem man steil absteigt. Von dort auf dem Hinweg zurück zum Parkplatz.

    Die Tour hat 20,13 km, etwa 770 Höhenmeter und dürfte zwischen 3,5 und 5 Stunden reine Laufzeit brauchen. Sie ist einfach zu gehen, nur nach der Cala di Fica ist der Pfad kurzzeitig nicht sehr eindeutig. Landschaftlich (und mit den Eseln, dem Seeadlernest, den Stränden) braucht sich diese Tour keinesfalls vor den Küstenwanderungen im désert des Agriates oder bei Bonifacio (wo es auch ein Capu di Fenu gibt) verstecken.


    Nun zum „problème corse“ und dem Sheriff : 


    der Küstenstreifen zwischen Minaccia und Capu di Fenu hat 144 verschiedene Grundbesitzer, die zum Teil kleine „cabanes“ (natürlich illegal) auf ihrer Parzelle errichtet haben. Die ganze Gegend ist mit dem Label „Natura 2000“ und als ZNIEFF (eine Zone von faunistischem und floristischem Interesse) gekennzeichnet und unterliegt dadurch verschiedensten Umweltschutzbedingungen. Die Gemeinde Ajaccio hat vor einigen Jahren eine sogenannte „servitude littorale“ festgelegt und freigeschnitten – eine solche „servitude littorale“ basiert auf dem frz. Prinzip, dass ein Streifen von 3 Metern (vom höchsten Wasserstand gemessen) am Wasser öffentlich bleiben muss und keinen Privatgrund darstellen kann. Leider endet diese am Strand der Cala di Fica, danach ist dieser Streifen nicht begehbar, da überwuchert, und man ist gezwungen in das Gelände der „domaine de Fica“ einzudringen.

    Der Sheriff (ich nenne seinen Namen nicht, er geht aber aus den links hervor) hat seine „domaine“ eingezäunt und versucht unermüdlich alle Wanderer vom Begehen, mehr oder weniger freundlich abzuhalten. Die weiteren 143 Landbesitzer lassen immer wieder verlauten, dass er nicht in ihrem Namen spricht. Die „Ausschreitungen“ des Sheriffs sind seit vielen Jahren in der frz. Presse mediatisiert worden, ich verlinke diverse Quellen weiter unten. Er hat vor ein paar Jahren seine „domaine“, auf der er eine Incentive-Firma betreibt, in ein Spielgelände für Quads (die er vermietet) umgewandelt, die daraus resultierende Erosion ist allenthalben deutlich sichtbar.

    Der Sheriff und ebenfalls sein Sohn sind aktuell nur auf Bewährung frei, da sie vor zwei Jahren zwei Umweltschützerinnen und einen Fernsehkameramann tätlich angegriffen haben, als diese eine Sendung über die Privatisierung der Küsten und die umweltschädlichen Offroad-Aktivitäten in einem Schutzgebiet drehen wollten. Er wird auch nicht müde Leute vom Strand zu verscheuchen, um diesen für seine Offroad-Gäste zu monopolisieren. Die korsische Umweltorganisation „U Levante“ versucht seit langem dem Sheriff sein Handwerk zu legen, aber er wird von einem Anwalt verteidigt der auch die bekannten Führer der Nationalisten verteidigt hat. Die Bevölkerung Ajaccios betrachtet den Weg nach Fenu als Wochenendausflug, den man „schon immer“ gemacht hat, also Gewohnheitsrecht und kommt zu Fuß oder mit dem Motorboot, um auf den Stränden der „cala di Fica“ zu picknicken.

    Kurzum, eine typisch korsische, unendliche Geschichte, die bestimmt noch einige Überraschungen bringen wird. Eine ganz ähnliche Situation, nämlich des Versuches, Strände und Küsten zu privatisieren gibt es aktuell auch am Strand von Murtoli, nördliches Ende des „plage d’Erbaghjiu“ an der südlichen Westküste oder auch auf der Insel Cavallo in den „bouches“.

    Wo kommen diese Probleme her ? Es prallen aufeinander: findige Korsen suchen nach neuen touristischen Nischen (hier Offroad-Incentives) auf sonst nicht nutzbarem Land (Schutzgebiet), weil sie erleben, dass um sie herum der Tourismus floriert und sie nicht selbst daran teilhaben. Auf der anderen Seite gibt es mittlerweile auch auf der Insel aktive Umweltorganisationen, die Verstöße anprangern und mediatisieren. Schon ist genügend Zündstoff da, der das, was früher durch ein „Gefühl des Gewohnheitsrechtes“ einfach so vor sich hinplätschern konnte, zu einem Zankapfel voller Gewalt und Hass macht.

    Mein letztes Gespräch mit dem Sheriff war sehr sachlich und moderat – immerhin hat er ja Bewährungsauflagen einzuhalten, aber die läuft Ende 2018 ab.



    Umweltorganisation U Levante http://www.ulevante.fr/qui-sommes-nous/


    [definition='8','[object Object]'][definition='8','[object Object]']corsematin[/definition][/definition] zum Thema https://www.corsematin.com/art…n-mine-pour-les-promeneur


    Le Figaro zum Thema http://www.lefigaro.fr/actuali…s-a-une-plage-de-reve.php


    France 3 zur Verurteilung des Sheriffs https://france3-regions.france…re-et-le-fils-247919.html


    U Levante zur Tätlichkeit gegen zwei ihrer Aktivistinnen http://www.ulevante.fr/aiacciu…ur-un-sherif-de-la-plage/


    Communiqué der Präfektur zur "servitude littorale" http://www.corse-du-sud.gouv.f…e_servitude_littorale.pdf


    Karten und Pläne zur servitude littorale http://www.corse-du-sud.gouv.f…r_presentation_capo_2.pdf




    Übrigens fände ich es wirklich interessant, wenn hier mal jemand anderes noch eine Tour vorstellen würde, die er/sie besonders findet.

    C'est pas l'homme qui prend la Corse, c'est la Corse qui prend l'homme.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von rinaldu ()

  • rinaldu :

    wie inzwischen von dir gewohnt: interessant und informativ zugleich !!


    Wie oben schon mal erwähnt möchte ich zum Thema Lonca nochmal auf meinen Beitrag vom Juni 2016 hinweisen:

    3-Tage Wanderung durch das obere Lonca-Tal


    Aufgrund ihres Umfang ist die Beschreibung von mir leider nur als dreigeteiltes downloadbares pdf angefügt. Die von rinaldu erwähnte Verbindung von der Bocca u Saltu über die Bergeries de Piazze ist durchaus als Verlängerung der von mir zum Schluß erwähnten Variante 3 vorstellbar und würde die von mir beschriebene Tour nochmals verlängern.


    Gruss

    Thomas

  • rinaldu : und alle Interessierten

    eine schöne Tour zum Tour, aber auf das Rendevous mit dem Sheriff hätte ich schon gar keine Lust - sehr schade!

    Da empfehle ich mal die Rundwanderung zum gleichnamigen Turm im Süden: "Tour de Fenu".

    Sie beginnt an der Chapelle de Trinite und ist gut markiert.


    Zunächst verläuft der Weg etwas ins Landesinnere

    und geht im Bogen an die Küste.

    Zum Tour ists ein kleiner Abstecher.

    Weiter gehts dann nach Osten mit herrlichem Blick nach Bonifacio und den Golf von Paragan.


    Diese Wanderung eignet sich gut für Frühjahr und Herbst. Im Hochsommer wird's zu heiß, da es wenig Schatten gibt.

    Viel Spaß

    Helen

  • Hallo Helen,


    eine wunderschöne Tour, ich kenne sie auch - man kann dort auch im gesamten Winter sehr schöne Momente verbringen.

    Schön dass Du dich nun auch hier beteiligst und wir den Begriff "Fenu" - zumindest was Wanderungen anbetrifft - zusammen abgearbeitet haben.


    Da ich mich auch immer für die Toponymie Korsikas interessiere hier eine Hypothese, was der Name "Fenu", ursprünglich bedeutet haben kann:


    FENICCIE (Va), LE FENIC CIE (V1839), LA FENICCIA (V6), /E Feniccie/,
    FENICCIA (Ge), /A Feniccia/. De « fenu » = foin ? – A remarquer que les deux lieux-dits,
    l’un situé sur le territoire de Valle, l’autre sur celui de San Ghjulianu, ont la même situation
    par rapport à la mer : ils se trouvent sur les premières pentes après l’étroite plaine. Peut-on
    penser à des établissements phéniciens ?


    Also kann der Name vom Wort "fenu" für Heu kommen (ich weiß jetzt gar nicht ob es da Dreschplätze gibt ?) oder aber durch die meernahe Lage dieser Orte kann der Name auch auf die Phönizier hinweisen - was für zwei so ausgeprägt vorgelagerte Felsenkaps ja auch durchaus sinnfällig wäre.


    Dies kommt aus dem großartigen Fundus der ADECEC: http://www.adecec.net/parution…oponymes-du-campolori.pdf


    C'est pas l'homme qui prend la Corse, c'est la Corse qui prend l'homme.

  • rinaldu :

    hallo Rinaldu,

    das ist ja eine wirklich interessante Herleitung des Worts "Fenu"! Es könnte tatsächlich einen Dreschplatz am Weg entlang mal gegeben haben. s. hier, der Weg führt durch diese Wiese, ein ummauertes Gelände mit Bergeriecharakter, es gibt auch einen Bewässerungskanal dort durch.


    Sag mal Rinaldu, kennst du zufällig einen Weg zum Petite Lac d'Oro?

    Wir haben mal einen Versuch unternommen immer am Ruisseau Meli entlang, ab und an gabs cairns, aber nach einem Felssturz war nichts mehr zu finden. Man könnte auch den Weg zum Grand Lac d'Oro nehmen und an der Bocca Nardona dann absteigen. Aber das sieht nicht so prickelnd aus.

    Bin mal gespannt.

    viele Grüße

    Helen

  • :winke:


    Es gibt auf dem Cap Corse auch einen Ort (eher ein hameau) namens Fenu!

    Von dort aus eine schöne Wanderung zum Tour de Seneque (selbst noch nicht gemacht):

    https://location-gites-cap-cor…spip.php?article3&lang=fr


    Wenn der Name, aus dem Lateinischen abgeleitet, Heu bedeutet, dann würde ich das allerdings nicht mit einem Dreschplatz in Verbindung bringen (Heu dreschen?). h/%

    Vielleicht kann ich dazu demnächst mal Näheres erfahren ...


    Gruß Capitella ;)party:

  • Helen, also zum kleinen See bin ich noch nicht von den cascades de Meli gegangen, aber vom GR20 zum lac d'Oro bzw. petit lac d'Oro.


    Wenn man nach den Cascades du Meli den GR erreicht läuft man etwa 1.5 km in Richtung refuge de l'Onda. Im Wald zweigt ein anfangs halbwegs deutlicher Weg nach Osten und führt in wenigen Minuten auf die Crête de Grutaccia, wo sich das dichte Buschwerk zumindest etwas lichtet. Dort geht es auf der Kammlinie hinauf, bis man nach links zu den Ruinen der bergerie de Giargialiccia (nicht verzeichnet auf IGN) absteigt, von dort sind wir damals (ist allerdings schon über 20 Jahre her) zur bocca Nardona aufgestiegen.

    Ist es dieser Weg, den du als "Weg zum Grand lac d'Oro" bezeichnest ?


    In jedem Fall kannst Du bei diesen Ruinen den Bach queren und stattdessen südöstlich aufsteigen, es geht pfadlos teils durch Macchia, teils durch offenes Gelände, du erreichst den Punkt 1594 (IGN), hältst dich östlich am Kamm der Punta Marencina und erreichst ein langes, stark geneigtes Geröllfeld. Das bringt dich zum kleinen See.


    Als "Weg" kann man das sicher nicht bezeichnen, es gibt auch keine Steinmänner, bis zur bergerie ist es eher einfach zu gehen, danach ist die Orientierung schon anspruchsvoll und Anfangs auch viel Vegetation - ich kenne Euer Niveau ja nicht. Ich fand die ganze Gegend auch nicht so attraktiv (von den Seen abgesehen), deshalb sind wir nie wieder hingekommen. Überleg dir also gut, ob ihr euch so was antun wollt.


    Capitella, Du hast Recht, die Ortschaft kenne ich auch, wir sind mal vom col de Santa Lucia direkt oberhalb zur "tour de Sénèque" und weiter immer auf der Wasserscheide zu den Menhiren "Pinzi è Verghine" gegangen, wie am Cap Corse so oft, blickt man auf zu beiden Seiten auf's Meer.

    Was die Herleitung von fenum anbetrifft, könnte ich mir vorstellen, dass da nicht so ganz genau zwischen Stroh und Heu unterschieden worden ist und nach dem Dreschen hat man ja aus den Halmen Stroh gemacht. Auf dem von dir genannten Wanderweg kommt man übrigens am "aghja di Fenu" vorbei - also dem Dreschplatz von Fenu. Wenn Du mal Gelegenheit hast mit einem Dorfansässigen zu sprechen, fänd ich es toll, wenn Du hier mitteilst, wie die Leute im Dorf ihren Dorfnamen herleiten.


    Helen, ich glaube dein Foto zeigt keinen Dreschplatz, sondern eher einen Acker oder sogar einen ehemaligen "verger" einen Obstgarten, die Dreschplätze sind ja üblicherweise rund. Aber in der Nähe der ermitage sind bestimmt welche.

    C'est pas l'homme qui prend la Corse, c'est la Corse qui prend l'homme.

  • Salute,

    ich bin da fast 8 Jahre mehrfach im Jahr diverse Runden von Fenu aus gegangen.

    Als erstes merke ich mal an das vor Ort auch von Fienu gesprochen wird, in der IGN Fieno. Und kann in dem Zusammenhang Rinaldu zustimmen vor Ort jemanden von den Älteren Bewohnern Fragen gibt bestimmt genauere Infos. Ich bin da aber nie auf die Idee gekomemen nachzufragen. Mich interessieren die Namen zwar auch ist aber nicht oberste Prioriät bei mir. Viel los ist da aber nicht muss man schon mal warten um jemanden zu treffen. Da Robert von Altre Cime in dem Weiler unterhalb u licett wohnt, könnte ich den im Mai mal bei Gelegenheit Fragen.


    Zur Wanderung von Fenu/Luri am Cap Corse.

    Es gibt die von Rinaldu beschriebene Tour die wirklich schön ist. Wegen der tollen Ausblicke. Und sie ist gut als Rundwanderung zu machen mit Start in Fenu.

     


    Der erste Teilds Weges wurde ziemlich neu angelegt und man geht zum alten Kloster unterhalb des Seneca Turms. Von diesem steigt der Weg noch ein wenig bis man mit der Gratwanderung beginnt. Über den Monte Grofiglieta (836m) bis zu den "Menhiren" Pinzu a Vergine. Man was hatte ich da das erste mal gesucht nach den umgekippten "Steinen". Von da abwaärts wieder nach Fienu. Dauer ca 4,5 Stunden. Markierung Steinmänner ab den Menhirnen gelber Strich.

    Hier bin ich manchmal auch eine kleine kurze Variante gelaufen. die aber zum Teil schwer zu finden ist. Nach dem Anstieg vom Seneca zum Grad den bis zu dem Bocca Ventiggiole von da dann überwiegend ohne Weg runter zur Souce Captee. Das ist ein schöner flacher mehrstufiger Felsen und eindeutig zu erkennen. Guter Picknick Platz wenn es windig ist. Danach wird es etwas wild für 5- 10 Minuten, da kommt dann doch kurz die Gartenschere zum Einsatz, bis der Weg breiter wird und und man auf den Absiteg von der pinzu a vergine kommt. Schöne kurze einsame Runde. Dauer ca 3 Stunden.


    Als es mal richtig nach schlechtem Wetter aussah bin ich den dann neu angelegten Weg ganz gegangen. Muss sagen Super angelegt und auch gut markiert mit Pfeilen auf natürlichen Metallplatten. (Foto reiche ich nach).


    (Den habe ich bei mir auf einer Unterseite beschrieben und kopier ihn mal so rein)

    Der Wanderweg Sentier de Patrimoine "Chiassu di a Memoria" in Luri.


    Länge: ca 4,3 Km | Höchster Punkt 455m | Tiefster Punkt 170m | Dauer: Ca. 3 Stunden

    Eine wunderschöne, abwechslungsreiche Wanderung durch das Hinterland des Cap Corse bei Luri. Schöne Ausblicke und informative Geschichten am Wegesrand. Dieser Weg ist überwiegend schattig und auch in den Sommermonaten begehbar und eine gute Alternative zum warmen, sonnigen und überlaufenen Zöllner Weg am Cap Corse.

    Da der Wanderweg in den letzten Jahren neu markiert und ausgebaut wurde, konnten wir ihn auch erst am Ende der Saison (2014) im Oktober erstmalig komplett laufen. Er startet in dem kleinen Weiler Fieno in der Gemeinde Luri.

    Zunächst geht es durch einen zauberhaften Wald zu einem ehemaligen Kloster (Heute Unterkunft /Tage und Wochenweise) unterhalb des Seneca Turms. Von da dann über Serpentinen abwärts in die kleinen Weiler Hameau d´i Fundali, Hameau d´a Piana. Von dort wieder aufwärts über U Sorbu, U Liccetu nach U Fenu (Fienu). Die alten Routen wurden sehr schön restauriert und passen sich gut ins Landschaftsbild ein.

    Ab dem Startpunkt erklären immer wieder neu angebrachte Tafeln (französisch/korsisch) die Umgebung.


    Schwierigkeit: Einfacher gut ausgebauter Wanderweg Markierung: Pfeil aus Eisen


    Das Projekt das diese Wege macht findet ihr hier im Netz

    Sentier de Patrimoine Seite

    Den Weg noch mal hier


    Hier jetzt mal einige der Tafeln:



    Aber eigentlich viel mir bei Fenu die Bergerie de Feno unterhalb der Punta di Feno (1621m) bei Bastelica ein.

    Das ist dann aber noch mal eine neue ganz andere Tour mit vielen weiteren Varianten. Wenn ich mal Zeit habe.....

  • Ist es dieser Weg, den du als "Weg zum Grand lac d'Oro" bezeichnest ?

    rinaldu :

    ja, genau den meinte ich. Ich kenne ihn vom Rückweg unserer Abenteuertour petit lac d'Oro von dort quer durch den Wald auf die Anhöhe Depi 1256 dann wie du beschrieben hast über den GR 20 zurück nach Canaglia. Auf der Anhöhe Depi war der Weg mit vielen cairns markiert, ist vielleicht inzwischen verbessert worden. Unsere Entdeckertour war schon spannend, aber die Zeit reichte auch nicht mehr für eine längere Sucherei. Im Buch "Lacs de la Montagne Corse" gibts eine Beschreibung und Skizze. Solche Entdeckertouren sind für mich die spannendsten und wir haben auch genug Erfahrung,auch um zu wissen, wann mal umkehren sollte. GPS mit Karte ist dabei sehr hilfreich!

    Der Vorschlag von der Bocca Nardona zum petit lac d'Oro abzusteigen in ein steiles Geröllfeld reizt mich allerdings überhaupt nicht....

    Hätte ja sein können, dass ein Insider wie du diesen verschwiegenen Weg kennt.


    Grüße

    Helen

  • hi,

    die Tour vom Tour Seneque über den Monte Rotto, Monte Grofiglieta zur Pinzu Vergine ist im Frühjahr ein Traum mit Aussicht auf die tiefverschneite Hauptkette Korsikas und rechts und links des Caps das tiefblaue Meer. Wie Eric beschrieben hat kann man von der Pinzu Vergine absteigen nach Fieno. Aber auch weiter wandern über die Crete .....

    Grüße

    Helen