Mare a Mare Nord - Hauptweg oder Variante?

  • Hallo,


    wir wollen nächste und übernächste Woche den Mare a Mare Nord von Moriani Plage nach Cargese gehen, sind aber immer noch unschlüssig, ob wir ab Sermano die klassische Nordroute oder die Südvariante nehmen. Der Rother-Wanderführer beschreibt beide Varianten sehr genau, gibt aber keine wirkliche Empfehlung. Aus den Recherchen im Internet entnehme ich, dass die Nordroute mehr Attraktionen bietet, während die Südvariante einsamer ist.


    Kann uns Irgendjemand noch einen Tipp geben, was für die eine oder andere Variante spricht und uns so vielleicht das entscheidende Argument liefern? Sind die Unterkünfte vielleicht bei einer der beiden Strecken schöner? Stört bei der Nordroute ggf. die Nähe zur D84 auf längeren Abschnitten? Wir sind im Übrigen bisher noch nicht auf Korsika gewesen.


    Vielen Dank im Voraus für hilfreiche Antworten.


    Viele Grüße,

    Christoph

  • Hallo,

    beide Wege sind schön und abwechslungsreich, aber der südliche ist wie du schon vermutest weniger begangen. Da ihr zum ersten Mal in Korsika seid, würde ich euch die klassische Nordroute empfehlen, da sie durch viele highlights der Insel führt. Von Sermano nach Corte ist relativ unspektakulär und ein wenig fad, durch die Ebene nach Corte. Aber an der D 84 ? führt er nicht vorbei : http://wandern-auf-korsika.de/…kstage/mare_a_mare_nord-4

    Aber dann könnt ihr gleich Corte erleben und entdecken. Weiter durchs Tavignanotal bis zur Segahütte, herrlich und dann auch der Übergang ins Niolu mit dem Cinto und der ganzen Bergkette. Auch der Weiterweg bis dann letztlich Cargese sorgt immer wieder für echt wilde Natur und korsische Entdeckungen. Es empfliehlt sich aber eine Voranmeldung bei den Refuges, da die Auslastung unterschiedlich ist und schon mal größere Wandergruppen alles besetzen, oder der Wirt nur aufsperrt wenn eine Anmeldung da ist z.B. in Penti.

    Gutes Wetter und viel Spaß

    Helen

  • Hallo Helen,


    vielen Dank für die schnelle Antwort. Meinst du mit den "Highlights" an der Nordroute bspw. die Wasserfälle? Die scheint es tatsächlich an der Südroute nicht zu geben. Und kann es sein, dass auch die berühmten Badegumpen an der Nordroute häufiger und schöner sind? Die Südroute verläuft laut Karte mehr durch den Wald.


    Die D84 führt laut Karte zwischen Calacuccia und Evisa mehr oder weniger in der Nähe des Weges (Nordroute). Zumindest die Übernachtungen scheint man sich mit den Autotouristen teilen zu müssen.


    Viele Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph,

    highlights würde ich an der Nordroute den Weg ab Corte - Segahütte und Bocca Arinella (Panorama Cintokette) und erstes Drittel im Abstieg. Der Weg nach Albertacce leider etwas fad. Aber der Weg von Albertacce - Col de Vergio - Evisa führt nicht nicht an der D 84 sondern mehr am Golofluß entlang , im Wald.(was hast du für eine Karte? Schau mal auf die IGN 1:25000)https://www.geoportail.gouv.fr/carte Also die Straße ist weit weg An der Bergerie Radule könnt ihr einen Abstecher zu den Cascaden machen und auf dem Weiterweg zum Col de Verghio kurz nach der Bergerie Radule gleich rechts hoch (nicht zum Fèr á Cheval) dann kommt ihr noch an den "Ancien Lac et pozzinies de Catamalzi-Verghiu" vorbei, falls sie im September nicht ausgetrocknet sind. Der Weiterweg vom Col de Verghiu nach Evisa führt durch den Wald von Aitone und an den sehr schönen Cascaden entlang.


    Schwierig zu sagen, ob die Süd- oder die Nordroute mehr durch Wald verläuft. Das Teilstück zwischen Sermano -Poggio di Venaco- Vivario findet ich persönlich nicht so besonders. Das anschließende Vivario bis zur Onda-Hütte ist sehr schön, aber dann Richtung Patricciola usw. Natur pur aber weniger spektakulär wie die Nordroute.

    viele Grüße

    Helen

    Tavignano Tal:


    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von cinto ()

  • Ein Argument für den Norden könnte sein, dass man nach Vivario keine echte Einkaufsmöglichkeit mehr hat, evtl Reste in L'Onda sondern alles in den Gites kaufen muss.

    Aber auch zwischen Ostküste und Corte gibt es keine Möglichkeit einzukaufen nur die Mahlzeiten in den Gites. Stellt euch darauf ein!!!

    Sega und Marignana verkaufen auch Lebensmittel. In Corte und Evisa gibt es alles alles.


    MAMNVS: Guagno - Marignana Streckenverlauf ist sehr schräg


    Und wie Helen schon andeutete: ab Oktober ist Reservierungspflicht, auf Revinda (immer), gibt es zB keinen Gardien, der kommt nur, wenn

    jemand kommt, der reserviert hat. Und damit weder Essen noch Trinken, Klos etc nur Wasser.


    Die Südvariante wird sehr einsam sein, der Anfang im Osten auch.


    Gruss,

    Tom

  • Hallo Helen, hallo Tom,


    vielen Dank für eure nützlichen Tipps. Die ersten Unterkünfte und E Case haben wir schon reserviert, den Rest wollen wir dann vor Ort machen. Wirklich keine leichte Entscheidung, auch wenn ihr Beide für die klassiche Tour plädiert.


    Ist die Nordroute schwierig, d. h. gibt es ausgesetzte Stellen? Ich bin nicht ganz schwindelfrei. Auf Helens Bildern sieht das ein bisschen danach aus. Ist es besser in der Bergerie de Radule oder in Castellu di Vergio zu übernachten?


    Wir hätten für die Südroute einen Tag zu wenig, müssten also ggf. Venaco - Vivario mit dem Zug fahren. Auf der Nordroute hätten wir dagegen einen Tag zuviel.


    Schöne Grüße,

    Christoph

  • salute Christoph,


    in Korsika hat man nie einen Tag zu viel:)party:! Vor allem beim Wandern kann immer mal was dazwischen kommen z.B. das Wetter! Lieber mit etwas Luft im Verlauf als Stress wenns knapp wird.

    Keine Bange, da ist nirgends etwas ausgesetzt oder schmal mit Abgrund. Das täuscht etwas auf dem Bild, der Weg ist gut 1,5 m breit. An der Radule würde ich nicht übernachten, alles ziemlich primitiv. Das "Hotel" am Col de Verghio oder Camping sind jetzt zwar landschaftlich auch nicht das highlight aber die Unterkunft ist ok und man kann dort auch essen. Am nächsten Tag geht's ja gleich in den Wald den herrlichen Foret de Aitone...

    Habt ihr ein Zelt dabei und wie wolltet ihr euch verpflegen?

    Übrigens wird euch ziemlich sicher der Korsikavirus (-begeisterung) erwischen und ihr wollt dann die anderen Mare à Mares auch angehen. Und dann das Teilstück im Süden nachholen und dann könntet ihr einfach von Guagno - Marignana- nach Norden den "Mare e Monti" nord! anschließen. Aber dafür empfehle ich das blühende Frühjahr - Mai !


    Grüße

    Helen

  • Bergerie de Radule oder in Castellu di Vergio zu übernachten?

    Hallo Christoph,


    an der Bergerie gibt (gab es 2016) es keine Toiletten, was ich nicht verstehen kann, dass

    das so Golo-nah möglich ist (war).


    Ich plädiere auch für Barack de Verghio....


    Gruss,

    Tom

  • Sind bisher nur die Nordvariante gelaufen, aber die hat uns damals sehr gut gefallen (war 2009, 2010, wir mussten 2009 nach der Hälfte abbrechen, wegen Gewitter und krankem Hund). Im Bereich des GR20 haben wir auch einige Wanderer getroffen, aber ansonsten war es auch da nicht gerade voll, aber das mag sich inzwischen auch etwas geändert haben.


    Die erste Hälfte mag nicht so spektakulär sein, aber gerade wenn man noch nie auf Korsika war, hat auch sie viel zu bieten. Freilaufende "Haustiere", alte knorrige Bäume, korsiche Dörfer...

    Die Nordvariante ab Corte hat dann wirklich viel zu bieten. Gerade die 2 Etappen über die Sega Hütte, da konnten wir uns am Panorama kaum satt sehen


    Zu Hütten kann ich nichts sagen, im ersten Teil wars 2009 mit Hütten noch schwierig, wir hatten das Zelt mit und haben einfach im Dorf nach nem Schlafplatz gefragt und immer einen bekommen. 2010 im 2. Teil haben wir nur bei der Sega Hütte übernachtet und auch das im eigenen Zelt. Die Hütte war recht voll, der Zeltplatz aber nicht so sehr. Und wir waren damals Ende August, Anfang September unterwegs, wo auf der Insel noch mehr los ist als jetzt.


    Bei deiner Entscheidung wird dir das nun nicht viel helfen, da ich zur Südvariante nichts sagen kann, die haben wir uns für die Zukunft aber auch noch vorgenommen.

    Vielleicht nur ein bißchen Lust drauf machen, mit ein paar Bildern (sind allerdings viel Hunde drauf...):
    2009: http://www.crazy-dogs-team.de/…_Korsika/20090822_01.html
    2010: http://www.crazy-dogs-team.de/…9_Korsika/20100909_1.html

    Viele Grüße

    Nina

  • Hallo Helen, Tom und Nina,


    zuerst nochmal vielen Dank für die guten Tipps. Da ich auf dem Handy nichts im Forum schreiben konnte, kann ich leider erst jetzt, wo wir wieder zurück sind, darauf reagieren.


    Wir sind letztlich die Nordvariante gelaufen und ich denke, es war auch gut so. Landschaftlich ist der Mittelabschnitt tatsächlich am spektakulärsten. Besonders gefallen hat mir der Wasserfall Radule. Aber auch das Tavignanotal war sehr beeindruckend. In diesem Bereich war es dann auch am "vollsten", wobei bis auf einzelne Abschnitte, die von Tagestouristen frequentiert werden, trotzdem sehr wenige Leute unterwegs waren. Aber auch die ersten Tage zwischen dem Meer und Corte und die Letzten vor Cargese haben ihren ganz eigenen Reiz. Hier ist es wirklich sehr einsam und man sieht viele schöne Dörfer. Corte selbst war für mich etwas gewöhnungsbedürftig, da doch etwas ziemlich angestaubt.


    Zum Gelingen des Ganzen haben aber sicher auch die netten Menschen, die wir unterwegs kennengelernt haben und das nahezu perfekte Wetter beigetragen. Am Ende haben wir noch zwei Tage am Meer in Cargese verbracht, haben gebadet, einen Bootsausflug zur Halbinsel La Scandola gemacht oder einfach gefaulenzt. Einfach eine Runde Sache.


    Insgesamt war es eine tolle Reise und ich denke Helen wird Recht behalten ... es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.


    Viele Grüße,

    Christoph

  • Salute,

    das hört sich ja gut an! Vielen Dank für deine Rückmeldung und wie waren die Übernachtungen? Nun habt ihr noch die Auswahl zwischen den anderen MaM's und den Mare e Montis, da empfehle ich aber den Mai, wenn alles blüht.

    z.B. Mare e Monti von Calenzana bis Marignana, von dort auf die Variante des Mare à Mare Nord, dann könnt ihr das südliche Teilstück davon auch erkunden!


    à bientot

    Helen

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von cinto ()

  • Die Unterkünfte waren recht unterschiedlich. Insgesamt spartanischer als erwartet, aber letztlich sind es ja auch Wanderherbergen. Pianello war etwas schlicht, Marignana und E Case etwas schmuddelig. E Case punktet durch die herrliche Lage und die urige Hütte. Penti, Valle d'Alesani und Sermano waren aber bspw. sehr schön eingerichtet. Letztlich wurden wir aber eigentlich überall freundlich empfangen und köstlich bewirtet.


    Irgendwo hatte ich hier gelesen, man bräuchte keinen Schlafsack, und so haben wir uns den auch gespart. Letztlich gab es dann aber vor Ort kein Bettzeug, sondern nur Wolldecken. Ich habe nicht weiter drüber nachgedacht, wie oft die gewaschen werden ;-)


    Wir sind elf Tage gewandert und waren anschließend noch zwei Tage am Meer in Cargese. Für An- und Abreise gingen auch ein paar Tage drauf, da wir mit Bahn, Bus und Schiff unterwegs waren.


    Gruß,

    Christoph

  • Irgendwo hatte ich hier gelesen, man bräuchte keinen Schlafsack, und so haben wir uns den auch gespart. Letztlich gab es dann aber vor Ort kein Bettzeug, sondern nur Wolldecken.

    Ich glaube Hüttenschlafsack war die Empfehlung :-)