Korsika ist eine der reichsten Regionen​

  • Hallo zusammen!


    Das hat mich sehr überrascht: ist doch Korsika die ärmste Region Frankreichs, aber das stimmt so nicht...



    "Korsika ist zwar das französische Territorium mit der höchsten Armutsquote, aber die Insel ist auch eine der Regionen mit den reichsten Menschen. Die Besonderheit dieser sehr hohen Einkommen besteht darin, dass sie überwiegend aus Eigentum und selbständiger Tätigkeit stammen.


    Korsika, einer der reichsten französischen Gebiete. Laut einer am 12. Mai veröffentlichten Studie des INSEE (Nationales Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien) verfügt 1% der Inselbevölkerung über ein sehr hohes Einkommen.


    So haben 2.500 Personen ein durchschnittliches Monatseinkommen von mindestens 9.100 Euro für eine alleinstehende Person und 19.020 Euro für ein Paar mit zwei Kindern.

    "Der Anteil der Region an der Bevölkerung mit sehr hohem Einkommen liegt nach der Auvergne-Rhône-Alpes an zweiter Stelle und weit hinter der Île-de-France (2,3%)", so die Studie.


    Im Einzelnen sind fast die Hälfte der wohlhabendsten Personen zwischen 60 und 74 Jahre alt und meist Paare ohne unterhaltsberechtigte Kinder.


    "Angesichts der Wirtschaftsstruktur der Insel und ihrer Arbeitsplätze erhalten Haushalte mit sehr hohen Einkommen häufiger den Großteil ihres Einkommens aus nicht entlohnten Tätigkeiten", so das INSEE. So beziehen auf Korsika ein Drittel von ihnen ihr Einkommen aus Vermögen (30 %) und ein weiteres Drittel aus selbständiger Tätigkeit (33 %). Diese Raten sind fast 10 Punkte höher als der nationale Durchschnitt.

    Von diesen sehr hohen Einkommen besitzen 85% ein Eigenheim (gegenüber 55% aller korsischen Haushalte). Fast die Hälfte von ihnen (47%) lebt in Ajaccio, Bastia und Porto-Vecchio.


    Mehr Steuerbeteiligung

    Korsika ist die erste Provinzregion, in der die sehr hohe Einkommen am meisten zu den Steuern beitragen: 13,3% gegenüber durchschnittlich 9,6% im Rest des Landes. "Dies ist sowohl auf eine hohe Quote sehr hoher Einkommen und ihr hohes Niveau an Ressourcen zurückzuführen, aber auch, am anderen Ende der Skala, auf häufigere Armut", erklärt das INSEE. Beispielsweise verfügen die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung über ein 3,6-mal höheres Einkommen als die ärmsten 10 Prozent.


    Die Insel ist die französische Region mit der höchsten Armutsquote: 19,6% der Bevölkerung, fünf Punkte über dem nationalen Durchschnitt." (Übersetzt mit Deepl)


    Quelle France 3



    Gruß

    Dieter

  • Mhhhh,


    ich kenne Korsen, die vor 30 Jahren investiert haben . Fewos !

    Auf dem Äckerle :)party: vom Opa !

    Oder das Restaurant von Maman übernommen mit Stammgästen, ja, das haut schon hin !

    Dazu gute Beziehungen untereinander - jeder hilft jedem - da geht dann schon was !


    Wenn ich daran denke, was unsere deutschsprachigen Bekannten im Süden der Insel vor 35 Jahren für Ihre Villa bezahlt haben ........

    Überhaupt für die Grundstücke ...

    Und jetzt kämpfen alle !

  • Tja, das große Problem besteht wohl darin, daß der Wohlstand extrem ungleichmäßig verteilt ist. Den vielen Reichen stehen die vielen Arme gegenüber und ich möchte behaupten, daß es heute extrem schwer sein dürfte von dem letzteren Lager in das erstere zu wechseln. Aus eigenem Antrieb heraus einen größeren Wohlstand zu erarbeiten, das ist heute sehr, sehr schwer.


    Der größte Teil der heute Reichen dürfte davon profitiert haben, daß bereits der Opa ein gewisses Maß an Weitsicht besessen hat oder hatte einfach Glück, daß es was zu erben gab (bevorzugt Grund), auf das man dann aufbauen konnte. Da wo ich ein bißchen Einblick habe, waren die reichen Familien schon immer irgendwie ziemlich wohlhabend und hatten es enstprechend leichter, diesen Wohlstand im Zuge des zunehmenden Tourismus weiter auszubauen.


    "Unser" Campingplatz ist wohl nur entstanden, weil in den 60ern einige Künstler und Hippies den Opa dazu gedrängt, ja nahezu überredet haben, sie doch bitte da zelten zu lassen und eventuell noch ein Plumpsklo einzurichten.


    Dem gegenüber stehen viele junge Menschen und Familien, für die es finanziell heute praktisch unmöglich ist, eine Immobilie zu erwerben.


    Die Reichen werden so noch reicher und die ärmeren haben kaum eine Chance auf einen grünen Zweig zu kommen.


    Und dann gibt es noch die Geschichte von dem Bekannten, der damals mindestens 30.000 qm Grundstück kaufen musste, weil die Gemeinde gar keine kleineren Parzellen verkauft hat. Der freut sich heute natürlich wie Bolle darüber...


    Grüße

    Georg

  • Schorschi

    Hi Georg,

    wer profitiert denn dann von den hier auch oft kritisierten schon gebauten oder geplanten Ferien- oder Apartmentsanlagen? Gehören die dafür notwendigen Grundstücke immer noch Korsen oder sind die denen u. U. für 'nen Appel und'n Ei von auswärtigen Investoren abgekauft worden? Ich nehm mal als Beispiel die ostdeutsche Ostseeküste. Dort haben zahlungskräftige Investoren die Grundstücke (wie auch immer) nach dem Mauerfall günstig erworben und dann die Preise so nach oben geschaufelt, das ein Einheimischer die fast nicht mehr zahlen kann. Glücklich dort, wer Haus und Grund sein eigen nennt.


    VG

    Mario

  • Hallo Mario L`Breizh au coeur ,


    ich kenne ja nur ein paar Fälle persönlich. Da waren/sind es schon alteingesessene, die profitieren. Vor allem deshalb, weil sie die Sache selbst in die Hand genommen haben, weitsichtiger waren und nicht nur das schnelle Geschäft sahen, das bei einem Grundstücksverkauf gewunken hätte.


    Habe aber ehrlich gesagt keinerlei Ahnung, wie sich insgesamt die Gewinne auf interne und externe Investoren verteilen. Vielleicht hat ja eine(r) der Insulaner(innen) mehr Einblick in die Geldströme. Wenn ich irgendwann mal wieder ruhigen Gewissens auf die Insel kann, werde ich mal rumfragen, wie meine Bekannten dort die Angelegenheit betrachten.


    Grüße

    Georg