Welche Gipfel auf dem GR20 Nord 'mitnehmen'?

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  • Hi,


    wir gehen Anfang September den GR20 Nord bis Vizzavona und je nachdem wie anstrengend sich der normale Weg mit dem schweren Gepäck herausstellt und wie viel Power wir noch so haben, würden wir gern den ein oder anderen Gipfel 'mitnehmen'. Wir haben als Flachlandtiroler bisher nur Erfahrung durch Bergwandern (teils mit kleineren Kraxelstellen I und Teils II) in diversen Urlauben in den Alpen und auch etwas vom gesicherten Klettern in Halle und an kleineren Felsen.


    Näher in Betracht gezogen haben wir bisher Monte Cinto, A Muvrella, Paglia Orba, Capu a u Tozzu, Monte Rotondo, Monte d'Oro.


    Sehr wahrscheinlich nicht alle, aber doch ein paar davon würden wir uns gern vornehmen. Ob wir es dann vor Ort überhaupt in Angriff nehmen wird sich konditionell und wettermäßig entscheiden.


    Habt ihr Empfehlungen welche Berge besonders lohnenswert sind und welche evtl sogar nur unter besten Bedingungen (Wetter, Konditionssärke, Kletterkönnen) machbar sind? Welche Besteigungen kann man gut in den Gr20 'einbauen' als Überschreitung z.B. und was müsste man separat angehen, also einen Tag dafür 'opfern'?


    Freue mich auf eure Erfahrungen!


    Grüße,


    Marie


    :bergheil: 

  • Hi Marie,


    meine persönlichen Favoriten sind Monte Rotondo (Aufstieg von der Petre Piana Hütte aus) und Monte d'Oro ( vom Refuge de l'Onda aufsteigen und am Grat abzweigen zur Bocca Porca - M. d'Oro). Alle Wege sind durch Steinmännchen gut markiert. Beide liegen in großer Nähe zum GR und man kann sie ohne große Kletterei "mitnehmen". Natürlich ists wetterabhängig und der Aufstieg kostet schon etwas Zeit .
    A Muvrella ist auch ganz schön, aber die Aussicht habt ihr auch ohne den Gipfel.
    viel Spaß
    Helen

  • Hi Helen,


    danke für die Empfehlungen. Das hört sich schonmal gut an :)


    Lohnt der Monte Cinto? Habe gehört, dass er zwar reizvoll ist, weil der höchste Berg auf der Insel, aber eben nicht gerade der schönste/interessanteste. Paglia Orba soll da wohl reizvoller sein. ?


    Viele Grüße
    Marie

  • Hi Marie,


    der Cinto ist Geschmackssache, ist halt der höchste der Insel, aber viel Geröll etc.
    Schau mal hier, eine Beschreibung der anderen Gipfel: Haute Corse »
    Tourenberichte und Fotos
    [hikr.org]

    Paglia Orba ist super, hat aber 2er Kletterstelle - .
    Das Forumsmitglied Eric hat auch viele gute Infos: Korsika Wandern auf Korsika Wandern auf Corsica Trekking Korsika Wildniswandern Wandertouren Abenteuer Bergwandern Corsica Hiking Wanderreisen,Wanderurlaub 2013


    Aber bei aller Begeisterung, der GR wird euch schon ganz schön fordern, da braucht ihr viel zusätzliche Energie für weitere Touren.


    salute
    Helen

  • Hallo Marie, wenn ihr auf der ciottulu di i mori-Hütte Zeit habt. ist das Loch im Capu Tafunatu nur 1 Std entfernt. Ist allerdings Kraxelei und erfordert Schwindelfreiheit. Als Ziel aber etwas besonderes.
    Viel Spaß auf meiner Insel von
    Andreas aus Raeren

  • Näher in Betracht gezogen haben wir bisher Monte Cinto, A Muvrella, Paglia Orba, Capu a u Tozzu, Monte Rotondo, Monte d'Oro.
    [...]
    Habt ihr Empfehlungen welche Berge besonders lohnenswert sind und welche evtl sogar nur unter besten Bedingungen (Wetter, Konditionssärke, Kletterkönnen) machbar sind? Welche Besteigungen kann man gut in den Gr20 'einbauen' als Überschreitung z.B. und was müsste man separat angehen, also einen Tag dafür 'opfern'?


    Von der ersten Hütte im Norden (Ortu Piobbu) aus kann man leicht, aber teils weglos auf den Monte Corona mit ähnlicher Aussicht wie A Muvrella; wenn ihr Euch einen seilfreien Dreier (30m Kaminrinne) zutraut, geht auch der Capu a u Dente.


    Von der zweiten Hütte (Coruzzo) kann man mit Stellen UIAA II auf die Punta Ghialla, sind aber 4-5h retour. Dort lässt sich auch der ganze Grat bis zur Muvrella überschreiten, mit GR20-Gepäck allerdings nicht zu empfehlen...


    A Muvrella ist nur eine kleine Viertelstunde zusätzlich; die Etappe Coruzzo-Asco sowieso kurz.


    Zum Monte Cinto ist es (bei der aktuellen Wegführung: Cirq. Solitude gesperrt) eigentlich bloß eine Stunde zusätzlicher Aufstieg. Die interessanten Stellen sind sämtlich bereits auf der Ascoseite und somit ohnehin obligatorisch für den GR20. Ist von dieser Seite halt eine sehr lange Etappe, daher am besten unterwegs & nach Sicht entscheiden.


    Von Haut-Asco gibt's Tagestouren auf ein halbes Dutzend lohnender Ziele :-)


    Paglia Orba oder Capu Tafunatu würde ich auf jeden Fall machen.


    Capu a u Tozzu ist klettertechnisch eine Null-Nummer, gute Viertelstunde den Wiesenhang hinauf. Die Übersicht über das Niolo fand ich recht lohnend, aber das ist mehr ein Aussichtspunkt als ein Gipfel.


    Monte Rotondo fand ich auch toll, die Aussicht dort war m.M.n. besser als vom Cinto. 4-5h retour von der Pietra Piana.


    Am Monte d'Oro war ich noch nicht.


    Gruß, Martin

  • Wie Martin schon schrieb, Cinto eher nicht. Die Sicht vom Paglia ist bei gutem Wetter grandios, fällt nach 3 Seiten senkrecht ab. Rotundo und D'Oro sind tolle Aussichtsgipfel. Letzteren im Nordaufstieg fast umsonst, bleiben die Cascade fürs nächste Mal.


    Gesendet von meinem C6503 mit Tapatalk

  • Hallo Helen,


    die Wanderung war superschön :) Gipfel haben wir aber keine mitgenommen, da waren wir dann doch nicht fit genug. Aber evtl steht dieses Jahr mal eine Durchwanderung des ganzen GR20 an. Jetzt wissen wir ja auch noch besser, wie wir uns optimal vorbereiten ;)


    liebe Grüße
    Marie


  • Am Monte d'Oro war ich noch nicht.


    Das kann ich ja mittlerweile revidieren, allerdings ist der Erkenntnisgewinn für diesen Thread hier überschauber.
    War ein nasser, kalter Oktobertag mit Neuschnee oben und gesehen habe ich quasi nichts.
    Die Routenführung ist vielleicht bei besserer Sicht trivial, bei den Verhältnissen im letzten Herbst war's schon bisschen abenteuerlich. Vom Col Vizzavona kommend geht es, wenn ich nichts falsch gemacht habe nahezu rund um den Gipfelaufbau herum. Ein kurzer Kamin (I-II) und die plattige Querung aus demselben heraus bilden die technische Schlüsselstelle.
    Kurzbericht dazu auf odsnet


    Gruß, Martin

  • hallo Martin, flachlandtiroler :
    eigentlich wunderts mich, dass du bei diesem WEtter den M.d'Oro in Angriff genommen hast . Nach deinen Beiträgen erscheints du als geübter Bergsteiger.
    Was will man bei Nullsicht auf dem Gipfel ? Der M. d'Oro Aufstieg ist durch das Agnonetal kurz nach der Abzweigung vom GR 20 relativ schlecht markiert und kurz vor dem Gipfel ziemlich unübersichtlich und wird gefährlich. Spätestens da steigt das Risiko bei Nebel und NÄsse sich zu versteigen. Du hattest ja schon den falschen Eindruck, dass der Weg um den Berg herumführt. Der WEg geht den Grat wechselnd entlang bis zum Abzweig zum Gipfel in relativ direkter Linie.
    Außerdem ist der Handyempfang dort ganz schlecht bis Null. Jedenfalls im Juli 17.
    Sorry, wenn ich kritisiere, aber viele glauben halt immer noch sie können gegen das Wetter und den Berg gewinnen und bezahlen das im schlimmsten Fall mit dem Leben.


    Aber für kommende Touren wünsch ich dir viel Sonne und guten Weg.


    Grüße
    Helen

  • Hallo Helen,

    Sorry, wenn ich kritisiere, aber viele glauben halt immer noch sie können gegen das Wetter und den Berg gewinnen und bezahlen das im schlimmsten Fall mit dem Leben.


    Aber für kommende Touren wünsch ich dir viel Sonne und guten Weg.


    Danke ::))) 
    Ich denke auch, als allgemeine Mahnung ist Dein Einwand schon stichhaltig. Du erwähnst ja einige Punkte, die man immer bedenken sollte und ich will auch gerne kurz darauf eingehen:


    Wir haben uns das Wetter schon überlegt; der Tag war innerhalb der einen Woche, die wir im Süden verbacht hatten leider bereits einer der besseren. In den niedrigeren Lagen war das Wetter auch durchaus brauchbar, meine Begleiter haben es als schöne Wanderung empfunden. Allerdings sind sie auf meinen Rat hin auch an der Nebel-/Wolkengrenze bei etwa 2000m umgedreht.
    Ich persönlich habe die schlechte Sicht und die Nässe jetzt nicht als gefährliches Hindernis empfunden, musste aber natürlich wesentlich mehr Sorgfalt auf die Wegfindung aufwenden. Was Trittsicherheit in alpinem, weglosem Gelände angeht, darf ich mir so einen Wandergipfel wohl auch bei etwas sub-optimalen Verhältnissen zutrauen.
    Wegen Empfang usw.: Auf den Gipfeltouren ist man im Oktober sowieso nahezu immer alleine und Empfang hat es fast immer nur ganz oben. Du bist definitiv auf Dich gestellt und darfst nicht auf fremde Hilfe rechnen.


    Die Sinnfrage ("Was will man bei Nullsicht auf dem Gipfel?") wäre in der Tat einen eigenen Diskussionsfaden wert w&&((k


    Grüße, Martin

  • Die Sinnfrage ("Was will man bei Nullsicht auf dem Gipfel?") wäre in der Tat einen eigenen Diskussionsfaden wert

    Oh ja :appl: das wäre toll.


    wir überspringen Level 1 mit der Frage, warum geht man auf einen Berg
    und widmen uns gleich dem Level 2, warum geht man auf einen Berg bei Nebel?


    bei Level 1 hätte ich noch mit den Worten von Hans Kammerlander mithalten können:
    "Der Gipfel ist nur ein Umweg in die nächste Kneipe. "

    bei Level 2... h/%


    ein armer, alter Bergführer ohne Rentenversicherung führt eine Reisegruppe zum Gipfel
    wobei die Tour mit Gipfelgarantie ausgeschrieben war.


    oder:
    man wollte 100% sicher sein, dass man ganz alleine ist am Gipfel.


    oder:
    zur Option stand ein Strandausflug nach St. Giulia.... (mein Favorit)


    oder:
    man wollte die Zuverlässigkeit des amerikanischen Navigationsdienstes überprüfen.


    oder:
    mit der neuen Mode gehen und nach dem Vorbild Malen nach Zahlen,
    Wandern nach Trackpoints ausprobieren.


    oder:
    im Urlaub hat es kein schlechtes Wetter zu geben, erst recht nicht im Sommer auf Korsika
    wenn eine Bergtour geplant ist.
    Und was nicht sein kann, gibts auch nicht. Punkt.


    :bergheil: