Als Fußgänger auf Fähre - Erfahrungen?

  • Hallo liebe Forengemeinschaft,


    im August geht es nach sage und schreibe 14 Jahren (!) das erste mal wieder nach Korsika! Die Vorfreude steigt.


    Diesmal reise ich allerdings per Zug nach Italien. Von Savona geht es dann mit der wunderschönen Corsica Victoria nach [definition='3','0'][/definition] (wo ein Mietauto wartet).


    Um die Fährfahrt drehen sich auch meine Fragen:


    1) Gepäck

    Wie ist das denn so als Fußgänger, ohne Auto, wo man sein Gepäck verstauen kann?

    Abends/nachts habe ich eine Kabine, da ist es kein Problem. Aber morgens wird man ja 1h vor Ankunft "geweckt und aus der Kabine geworfen".


    Wie gern würde ich dann mit Kaffee und Croissant in der Hand an der Reling stehen und das Cap Corse bewundern :thumbupparty: und übers Deck laufen und ein paar Fotos schießen. Muss ich da das gesamte Gepäck mit mir herumtragen? Gibt es auf der Corsica Victoria eine Art "Gepäckaufbewahrung" wo man die Koffer morgens zwischenlagern könnte?


    2) Ein-/Aussteigen

    Wie verhält es sich beim Ein- und Aussteigen: Werden Fußgänger vor den Autos rein- / rausgelassen? Kann man in Ruhe an Deck in [definition='3','0'][/definition] das Anlegemanöver beobachten, und sich erst später (wenn schon die ersten Autos aus dem "Bauch" fahren) nach unten begeben?


    3) Vom Bf Savona zum Fähranleger

    Und zu guter Letzt: Hat jemand Tips, wie man vom Bahnhof Savona am besten zum Corsica Ferries-Anleger gelangt?

    Wo wartet man dort als Fußgänger - gibt es eine Art Halle/Gate wie am Flughafen? Wie früh darf man aufs Schiff (planmäßige Abfahrt: 23 Uhr) ?


    Fragen über Fragen... die aufkommen, wenn man nach Jahren mit Auto plötzlich mal Fußgänger ist :)party:


    Danke im Voraus für jeden Tip.


    Viele Grüße


    Florian


    ...der in den 90ern / frühen 2000ern dank Eltern "Vielreisender" auf Korsika war, und es nun kaum erwarten kann zurückzukehren

  • Ich heiße zwar nicht Eva, kann aber vielleicht trotzdem was dazu beitragen.


    Ich bin die letzten Jahre meist ähnlich wie Du jetzt unterwegs, also per Zug und Schiff. Der Weg über Marseille und dann "[definition='7','1'][/definition]" bzw. "La Méridionale" ist in allen Belangen besser als der über Italien (Züge, Transfer zum Hafen, Ausschlafen auf dem Schiff, inzwischen auch: Servicekultur). Leider passen die Anschlüsse aber nicht immer, zumindest ab und bis München und drum kenn' ich Deine Variante auch, wenngleich nicht als Nachtfahrt ab Savona.


    ad 1) Auf der "Corsica Victoria" kann Gepäck in den Nischen aufbewahrt werden, die früher mal die Passagierausgänge waren, als Unmotorisierte noch über eine Gangway ausgeschifft wurden. Sie befinden sich bei der Rezeption. Ob Dir das sicher genug ist, musst Du entscheiden.


    ad 2) weil grundsätzlich nicht mehr über eine Gangway ausgeschifft wird, müssen alle durch die Garage. Man wird als unmotorisierter Passgier neuerdings sogar aufgefordert, solange oben zu warten, bis die Autos draußen sind und eine entsprechende Durchsage erfolgt. Du kannst also die Einfahrt ausgiebig an der Reling genießen. Man kann sich aber problemlos den Anordnungen widersetzen, gleich in die Garage gehen, und unverzüglich über die Fahrzeugrampe austeigen. Gerade bei den häufig verspäteten Tagesfahrten sollte man das tun, wenn man einen gebuchten Zug erwischen möchte.


    ad 3) anders als bis vor gut 10 Jahren gibt es in Savona leider den von [definition='11','0'][/definition] organisierten kostenlosen Zubringer vom und zum Bahnhof nicht mehr. Es gibt aber Linienbusse, die direkt am Kreisel der Hafeneinfahrt halten. Bedenke, dass es immerhin gut 6 Kilometer vom Bahnhof Savona zu Fähre sind. Denn der Fährhafen liegt eben nicht in Savona (dort legen nur die Kreuzfahrtschiffe an), sondern in der westlichen Nachbargemeinde Vado Ligure. Fahrzeit dorthin ca. 25 Minuten per Linienbus.

    Wie früh Du aufs Schiff darfst, hängt von der Ankunftszeit desselben ab. Vermutlich wird Deine Fähre erst gegen 22 Uhr ankommen (bei hoher Auslastung in der Saison oft noch später, da Verspätungen dank längerer geplanter Fahrzeiten nächtens eliminiert werden können). Ich würde eine eventuelle Wartezeit eher außerhalb des Hafens verbringen, wo es nahe der Bushaltestelle Gastronomie gibt. Im sehr übersichtlichen Hafen (außer [definition='11','0'][/definition] gibt es dort keinen Passagierverkehr) gibt es ein zentrales Gebäude, in dem das operative Zentrum der Reederei sowie eine Snackbar untergebracht ist.

    Die Abfertigung findet direkt am Schiff statt. Solltest Du reserviert haben, kannst Du direkt zum Schiff und brauchst nur Deinen Reservierungsbeleg vorzeigen. Andernfalls kaufst Du Dir vor Ort in besagtem Gebäude einen Fahrschein.


    Bezüglich Transfer zum Hafen: Schreib doch einfach per PN, wann genau Du fährst, dann kann ich evtl. beim Linienbus von Savona Bahnhof zum Hafen in Vado Ligure helfen. Grundsätzlich wäre es natürlich günstig, wenn Du des Italienischen zumndest rudimentär mächtig wärst.


    Schon mal schönen Urlaub!


    Philipp

  • Hallo Philipp, hallo Florian + vielen Dank philipp ,


    irgendwie hatte ich es im "Blut" dass da ein Kommentar von Dir philipp kommen könnte! Herzlichen Dank dafür! t&&)(


    Ich kenne da jetzt nur die Gepflogenheiten von [definition='17','0'][/definition]: dorten gibt es am Kai vom Verkehr getrennte Stiegen zum Zusteigen und einen ca. 15-minütigen Aufruf VOR der Ankunft der KFZ-Masse sich zu einem bestimmten Steg zu begeben als Fußgänger ...

    Funktioniert natürlich nicht weil alle Einsteige- bzw. Aussteigewilligen ALLE Gänge blockieren! ;(party:

    Meiner jetzt nicht repräsentativen Erfahrungen nach: ein Aufenthalt an Bord als "Fußgänger" unterliegt KEINER zeitlichen Beschränkung, musst halt nur runter sein bevor die nächste Abfahrt beginnt!


    Meine LG aus Fährenrouletteorum

    Ernest

  • philipp weiss mehr als ich:) weil ich seit letzten sommer mit corsica linea und la meridional ab marseille fahre.

    den linienbus nach porto vado könnte ich auch rausfinden, hatte 2016 den plan gefunden.

    ich les nicht mit, weil nach reiseplanen und wohnungsuchen die internetzeit meist schon abgelaufen ist. aber auf winken, :winke: huhuu ernest, reagier ich dann schon.

    hi florian, viel freude dir! ich bin 2014 nach 12 jahren pause wieder gefahren und ahne, wie du dich fühlst...

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für eure gesammelten Erfahrungen!


    philipp Die Infos zu Savona und der Corsica Victoria werden uns sehr helfen. Vielleicht machen wir es wirklich so und stellen das Gepäck morgens an Bord in den Nischen ab, alle Wertsachen ins "Handgepäck" und dann ab auf Deck! Wer klaut schon nen Koffer nur mit Klamotten... n///briid


    Wegen des Linienbusses Savona-Porto Vado melde ich mich auch gern noch (muss nur erst die Zugverbindung nochmal raussuchen). Das wäre sehr nützlich.


    Teemitrum Gut zu wissen, dass der Aufenthalt an Bord für Fußgänger keiner zeitlichen Beschränkung unterliegt :thumbsupparty: fand es als Kind immer schade, wenn wir in die Garage hetzen mussten weil unser Auto ganz vorne stand, und man den schönsten Teil - das Anlegen - verpasst hat


    piucore Jaa, die Vorfreude wächst... 6 Wochen noch :rollparty:


    Die Tips mit den anderen Fährgesellschaften behalte ich auch mal im Hinterkopf. Vielleicht beim nächsten mal dann Anreise via Frankreich und [definition='7','1'][/definition].


    Den Trip via Italien haben wir fast auch nur der "Nostalgie wegen" gebucht... sind früher immer per Auto via Schweiz und Italien angereist. Auf der Route Genua-Ajaccio (bis 1995 gab es die bei [definition='5','0'][/definition] noch, wenn mich nicht alles täuscht) kam man auch erst um 8h an und wurde nicht so früh aus der Kabine geworfen ;)party:


    Mal sehen, wie es mittlerweile so ist. Danke euch allen!

  • übrigens gibt's auf der PASCAL PAOLI einen ein-/ausgang nur für piétons (fussgänger), seitlich am schiff,

    per aufzug oder treppe, ohne stress+krach+gestank t&&)( fand ich grad morgens sehr angenehm.

  • Hallo zusammen,


    nun da unsere Korsikareise rum ist wollte ich nochmal unsere Erfahrungen als Fußgänger bei [definition='11','0']Corsica Ferries[/definition] schildern.


    Gereist sind wir:

    • Hinfahrt: Savona-Bastia (Nachtfähre)
    • Rückfahrt: Ajaccio-Toulon (Tagfähre)

    An- und Abreise zu den Häfen erfolgte jeweils per Zug. Sowohl die italienische Bahn als auch die französische SNCF haben unsere Erwartungen übertroffen, eine sehr angenehme Art zu reisen. Aber zu den Fähren:


    Savona-Bastia (Corsica Victoria)


    Es stimmt: tatsächlich gibt es bei der Corsica Victoria keine "Gangway für Fußgänger" mehr. Stattdessen wurde man von den netten CF-Mitarbeitern über die auf den Boden gepinselte "Fußgängerspur" gelotst, man drängelt sich an den Autoschlangen vorbei ganz nach vorne zum Absperrgitter. Sobald das Schiff entladen war und alle Autos raus waren, wurden wir Fußgänger aufs Schiff gescheucht, "schnell schnell" über die Laderampe ins noch leere Garagendeck und Treppenhaus. Hinter uns fuhren schon die ersten Autos ein.


    Ein genereller Hinweis: Bei dieser Art zu reisen sollte das Gepäck so leicht wie möglich sein. Wir hatten jeweils nur Rucksäcke (was wir nicht bereuten). Mit Rollkoffern o.ä. könnte es anstrengend werden.


    Eine Gepäckaufbewahrung haben wir auf der Corsica Victoria nicht gefunden. Ich weiß nicht, ob es eine gibt. Jedenfalls war es schon nach 23 Uhr, und wir wollten auch nicht mehr groß suchen.


    Am nächsten Morgen in [definition='3','0']Bastia[/definition] war es sehr entspannt. Mit Rucksack an Deck das Anlegemanöver beobachtet und die ersten Autos rausfahren sehen... man kann als Fußgänger wirklich "von Bord wann man will". Als sie irgendwann anfingen, das Deck zu säubern, sind wir dann doch mal runter. Vom Schiff ging es wieder über die Autorampe, diesmal inmitten noch fahrender Autos (etwas abenteuerlich). Im Hafen gab es aber wieder eine Fußgängerspur auf dem Boden, sodass man keine Angst haben muss plattgefahren zu werden.


    [definition='3','0']Bastia[/definition] hat mittlerweile (oder schon länger?) ein klimatisiertes Passagierterminal für "Fußgänger-Schiffsreisende". Passagiere der La Méridionale und [definition='7','']Corsica Linea[/definition] werden sogar per Bus zum und vom Schiff gebracht (was ein Service!).


    Genereller Eindruck: Die gute alte Corsica Victoria ist noch gut in Schuss. Hat Spaß gemacht mit ihr zu fahren. Einzig das Ein- und Aussteigenüber die Autorampe inmitten fahrender Autos war ein Abenteuer.


    Ajaccio-Toulon (Mega Express)


    Auch Ajaccio hat mittlerweile (oder schon länger?) ein klimatisiertes Passagierterminal. Leider lag an jenem Tag ein dickes Kreuzfahrtschiff dort, was wohl Vorrang vor [definition='5','0']CF[/definition] hat. So mussten wir CF-Fußgänger auf den Frachtschalter der [definition='7','']Corsica Linea[/definition] ausweichen. Dort gab es kaum Sitzplätze, aber immerhin Schatten.


    Das Einsteigen verlief entspannter als bei der C. Victoria. Es gab in Ajaccio zwar auch keine Fußgängergangway, allerdings gibt es bei der Mega Express eine extra Einstiegsrampe für Fußgänger, rechts neben der Autorampe. Und sogar eine Rolltreppe aufs Oberdeck. Und einen Gepäckaufbewahrungsraum (dieser wird während der Überfahrt verschlossen). Sehr praktisch bei einer Tagsüberfahrt ohne Kabine. So haben wir die Fahrt größtenteils auf Deck genossen.


    In Toulon wieder erstmal schön die Autos rausfahren lassen, und dann irgendwann entspannt über die Rolltreppe das Schiff verlassen. Der Hafen Toulon war auch sehr angenehm für Fußgänger. Die auf den Boden gepinselten Fußgängerspuren führen durch ein "Garagenkonstrukt" wo sowohl Autos als auch Fußgänger Schatten haben, bevor es durch ein klimatisiertes Gebäude mit Toiletten, Restaurant etc. nach draußen ging.


    Der Weg vom Fährhafen zum Bahnhof Toulon führt durch die schöne Altstadt, was mit leichtem Gepäck auch locker in 30min. Fußweg zu schaffen ist. Die Rückfahrt in den Zügen der SNCF via Marseille war super entspannt.


    Fazit:

    Die Häfen sind mittlerweile sehr fußgängerfreundlich. Am angenehmsten ist uns hier [definition='3','0']Bastia[/definition] aufgefallen, aber auch Toulon war top. Das Ein-/Aussteigen aufs Schiff kann etwas stressig werden. Je leichter & kompakter das Gepäck, desto entspannter. Unsere Lehre fürs nächste mal: noch weniger Kilos mitnehmen :thumbsupparty:


    In puncto Nachtfähre Savona-Bastia empfand ich die Überfahrt 23.00 Uhr bis 7.00 Uhr recht kurz und stressig (zumal das Schiff auch noch verspätet ablegte, was die Schlafzeit nochmal verkürzte). Eigentlich hatte ich die Passage auch nur gewählt, um nochmal mit der C. Victoria reisen zu können. Ein bisschen genießen konnten wir sie noch morgens beim Frühstück.


    Was Entspannung und ausreichen Schlaf angeht, kann ich mir schon vorstellen dass eine Anreise mit [definition='7','']Corsica Linea[/definition] oder La Méridionale angenehmer ist.


    Je nach Preis machen wir das vielleicht nächstes Jahr so... denn der nächste Urlaub ist schon in Planung :)party:


    Danke für alle Tips & bei Fragen zu dieser Art der An-/Abreise meldet euch jederzeit gerne!

  • Nachtfähre Savona-Bastia empfand ich die Überfahrt 23.00 Uhr bis 7.00 Uhr recht kurz

    ja, das muß man leider sagen. Wenn die Fähre Verspätung hat oder es Probleme beim Verladen gibt kann die nacht kurz werden.

    Wir hatten schon die Erfahrung machen müssen erst gegen 1 Uhr die Kabine belegen zu können.

    Deswegen fahren wir eigentlich gar nicht sogerne von Savona. Auch wenn die Anfahrt die kürzeste ist und das Rundherum (Bistro, Toiletten, ..) im Hafen ok ist.

    Wir schauen dann lieber nach Nachtfähren, auch wenn die Anfahrt etwas weiter ist welche nicht nach 21 Uhr ablegen. Da ist Nizza natürlich meist passend.

    Ob wir auf Corse dann von [definition='3','0']Bastia[/definition], [definition='18','0']PV[/definition], Ile Rousse , Ajaccio zurückfahren ist uns eigentlich egal.

    Dieses Jahr von [definition='18','0']PV[/definition] - Nizza ...ich glaube 20:30h (oder 21Uhr :hmm:)

    Sehr gerne von Ile Rousse.

    [definition='18','0']PV[/definition] ist aber auch ideal. Gemütlich am Hafen von [definition='18','0']PV[/definition] die letzten Inselstunden ausklingen lassen und dann die paar Meter zum CheckIn. Sehr entspannt.



    ... und wer sagt das es an der Ostküste keine Sonneruntergänge gibt ;)party::winke:n///briid

  • ... und wer sagt das es an der Ostküste keine Sonneruntergänge gibt

    Jo, das ist der Sonnenuntergang von Campomoro. Grins. Nun schummel nicht, Günter! ... ts ts ts , die sonnenverliebten Weinbotschafter aber auch...

    Es grüßt

    wolfgang, klein geschrieben