Wild zelten - geht das (noch)?

  • Helen,

    könntest du bitte mal einen Link zu den Regeln des PNCR einstellen. Ich finde die einfach nicht (wahrscheinlich bin ich nur zu blöd dazu).


    Aber in deinem Zitat ist wieder die Rede von "camping sauvage" und dann von "aires des bivouac".

    Das, was da an den Hütten angeboten wird, hat ja weder etwas mit wildcampen noch mit biwakieren zu tun.


    In den den anderen Parcs (Regional oder National) wird der Begriff "biwakieren" bzw. "bivouac" ganz klar definiert, zeitlich und örtlich.

    Außerdem muss man ja den PRCN und das übrige Korsika unterscheiden. Auch da müsste es ja Regeln geben, vom Departement oder zentral für ganz Frankreich.

    In der Schweiz ist es so, das der Kanton die Regeln vorgibt. In Deutschland sind es die Bundesländer. Und für Parks (Pärke) gibt dann der Park eigene Regeln aus.

    In Korsika ???


    Ein Beispiel: Mit meinem Hund kann ich in den französichen Alpen überall hin. Für die franz. Nationalparks und für bestimmte Gebiete in den Naturparks gilt ein totales Betretungsverbot für Hunde (auch nicht an der Leine). Im Mercantour kostet sowas 400,--€. Da stehen aber Tafeln herum, die darauf hinweisen. Außerdem findet man sowas auch in den Parkregeln im Internet.


    Gruß

    Hans

  • Hallo Ralf,


    falls Du Dich über die diversen Reaktionen wundern solltest, wage ich mal einen Versuch der Aufklärung. Es gibt diverse Themen bzw. Fragestellungen, die mit einer gewissen Regelmäßigkeit hier aufploppen. Darunter fallen z.B. Offroadtouren, Müll in der Landschaft oder Wildcampen. Nun zielte Deine Frage nicht genau auf das klassische Wildcampen, aber schon irgendwie grob in die Richtung. Das Ist ein Thema, das immer und immer mal wieder diskutiert wurde/wird. Über die Jahre hat sich diesbezüglich hier auch ein gewisser Konsens unter den Stammgästen entwickelt. Nun stolperst Du grad mit so einem etwas heiklen Thema und einer dem allgemeinen Konsens etwas abweichenden Haltung frisch in das Forum. Daher die eine oder andere auf den ersten Blick vielleicht etwas "allergisch" anmutende Reaktion. Wenn Du in einen FDP-Parteitag mit der Frage nach der Vermögenssteuer oder dem bedingungslosen Grundeinkommen reinstolperst, wird Dir wahrscheinlich wauch weniger Verständnis entgegen wehen, wie auf einer Veranstaltung der Linken. Soweit mal der Versuch der Erklärung.


    Im Grunde genommen sind so ziemlich alle hier ganz nett und hilfsbereit. Sogar der Felix. ;)party:


    Grüße und schöne Ostern

    Georg

  • Schorschi


    Vielen Dank für die Erklärung, allerdings habe ich wenig Lust, hier zum Zeitvertreib der Forengemeinde zu dienen. Meine gesuchten Infos finde ich auch anderswo.


    Ich habe die Administration bereits gebeten, meinen Account zu löschen. Das ist mir zu mühsam und zu feindselig hier.


    Ralf

  • WHans


    http://www.pnr.corsica/gr-20/

    dann bis zum Ende durchlesen. Im korsischen PNRC wird das eben nicht so detailliert durchdekliniert wie in anderen Parks. Aber es ist doch klar was gemeint ist, für mich jedenfalls. Naturschutz ! Eigenverantwortung, einfach alles zu unterlassen, was negative Auswirkungen auf die Natur hat oder haben könnte. Ich zähl das jetzt nicht wieder auf. Kann natürlich sein, daß es Leute gibt, die sich dessen nicht bewußt sind. Leider gibts eben überall mal Ignoranten.

    camping sauvage: wildes Camping außerhalb von ausgewiesenen Campingplätzen

    aire de bivouac: rund um die Hütten

    Grüße

    Helen

  • Hallo Wolfgang, falls du noch da bist.


    Die meisten hier haben halt (vermutlich) keine Ahnung vom biwakieren. Die vergleichen das das mit Leuten, die irgendwo strassennah übernachten und ihren Müll und Sch*e incl. Papiertaschentücher hinterlassen. Menschen auf Trekkingtouren hinterlassen in der Regel kein Müll und die Fäkalien incl. Kloopapier (keine Papeirtaschentücher) werden vergraben oder mit Steinen bedeckt. Wenn du in den korsischen Bergen in Ruhe biwakieren möchtest , solltest du das machen, wenn die Hütten und Bergerien verlassen sind. Also im Oktober oder mit Steigeisen und entsprechender Erfahrung evtl. auch im April.

  • cinto


    Vielen Dank!


    Ich möchte jetzt nicht als Erbsenzähler erscheinen (oder Korinthenkacker), aber mit der Kommunikation des Parcs und komme ich nicht klar. Ich weiß, dass ich das nicht ändern kann. Trotzdem ein paar Anmerkungen dazu.


    Bei dem von dir dankenswerterweise eingestellte Link geht es um den GR20. Wenn das die Parkvorschriften sind, ok. Mit dem Satz: "Attention le camping sauvage est strictement interdit sur toute la Corse... " kann ich nichts anfangen. Die Parkverwaltung ist nicht für toute la Corse zuständig. Für ein generelles Biwakverbot auf Korsika müsste es Quellen geben und außerdem kann das der Parc nicht bestimmen. Das muss eine Verordnung des Departements sein, zumindest nach meinem Rechtsverständnis. Aber ich lass es jetzt gut sein, zumal es mich nicht betrifft. Ich stehe nicht frei, campiere nicht wild und bin auch für freiwillige Biwaks zu alt.

    Noch eine Geschichte dazu. 2016 wurde in der Schweiz in der Adula im Kanton Graubünden und Tessin in den betroffenen Gemeinden über die Einrichtung des Nationalparcs Adula abgestimmt. Das Stimmvolk lehnte den Nationalpark mit deutlicher Mehrheit ab. Mit ein Grund waren solche Regelungen wie Biwakverbot, Skitourenverbot und auch das Verbot von Wanderungen abseits der Wege und ein Kletterverbot im Ödland (die Jäger waren auch dagegen und viele andere wollten sich von Bern, von denen da oben, nichts vorschreiben lassen).

    Aus denselben und auch anderen Gründen wurde später auch ein Nationalpark

    Locarnese (Lago Maggiore und nördliche Täler) vom Stimmvolk abgelehnt. Vielleicht sind die schwammigen Formulierung des PRNC auch deshalb so, damit niemand mit der Nase drauf gestossen wird und die Bevölkerung Widerstand leistet.

    Im Dunkeln ist schließlich gut munkeln.

    Damit verabschiede ich mich aus dem Thema und wünsche allen Frohe Ostern.

    Bleibt gesund!


    Hans

  • Hallo Wolfgang, falls du noch da bist.

    Die meisten hier haben halt (vermutlich) keine Ahnung vom biwakieren.

    Genau so isses wohl.

    Zu ihrer Entschuldigung kann man anführen, dass sie auf Korsika wahrscheinlich nicht nicht viele Bergsteiger gesehen haben oder unter Bergsteigen sowas wie den Karawanen-Tourismus am GR20 verstehen -- und meinen, die Sache damit verstanden zu haben.


    Bemerkenswerter weise äußern sich die wenigen, die wissen wovon sie reden signifikant anders.

  • Vielleicht sollten wir nochmal ganz an den Anfang zurückkehren:

    Bleiben nur die Hütten im Gebirge oder wird freistehen toleriert?

    Danach kam zum Ausdruck, daß eher eine Abneigung gegen die Refuges und die dortigen Möglichkeiten, sein Zelt aufzuschlagen, vorhanden ist, da man lieber die Ruhe und Einsamkeit genießt.


    Es ging da nicht um die Notwendigkeit (!), weil man abseits jeglicher Zivilisation/Hütten/Refuges unterwegs wäre.


    Grüße

    Georg