Castagne - châtaigne - Kastanienzeit

  • Hallo an alle die auch mal gerne etwas anderes als den Wetterbericht mit Kommentaren etc. lesen möchten:

    Nachdem ich eigentlich wissen wollte, wie in diesem Jahr die Kastanienernte in Korsika ausfällt, könnte ja eine Schlechte sein und ihr alle habt dann kein Pietra mehr, habe ich gelesen, dass eine Aussage noch zu früh ist. Die Ernte beginnt im Oktober - Dezember.

    Viel Spaß beim Lesen.

    Grüße Helen

    PS. könnte Übersetzungsfehler beinhalten.

    Daher erst mal allgemeine Informationen rund um die korsische Kastanie - castagne - chataigne


    Die korsische Kastanie lebendige Tradition und sehr lebendige Branche:

    hier gefunden: https://location-gites-cap-cor…pip.php?article22&lang=fr

    Einige hier sprechen von einer Castagna (der Kastanie) als Frucht einer Zivilisation, Pasquale Paoli bekräftigte: "Solange wir Kastanien haben, werden wir Brot haben", eine Kleinregion Haut Corse heißt Castagniccia[1]..... Zweifellos hat der "Brotfruchtbaum", wie der Kastanienbaum meist genannt wird, längst einen beträchtlichen Platz im Leben der Korsen eingenommen.


    Ihre Anwesenheit auf der Insel geht auf die Zeit der letzten Quartärgletscher zurück (vor etwa 120.000 bis 10.000 Jahren). Dort entwickelte sich im Mittelalter eine Kultur, insbesondere für die Verwendung von Holz und erlebte unter dem autoritären Impuls von Genua vom 14. bis 17. Jahrhundert einen neuen Aufschwung. Die Kastanie wurde dann zum Grundnahrungsmittel der Bevölkerung und ihre Exporte waren weit fortgeschritten.

    Dieser Ausbreitung, wollte Frankreich, als sie Korsika besaßen(1768) beenden, Louis XV. sah in der Kastanie einen "unmoralischen" Baum, der "die Nahrung der Faulheit darstellt, weil seine Frucht alles ersetzt: er wird gepflückt, getrocknet, zerkleinert und zu Brot verarbeitet, ihre Pferde werden sogar damit gefüttert und das Land vernachlässigt"....[2].

    Bis Anfang des 20. Jahrhunderts blieb die Kastanie jedoch in Bezug auf Nahrung, Baustoff, Möbel und Gebrauchsgegenständen von Bedeutung.

    Der Erste Weltkrieg, die Land- und Inselflucht führten zur Aufgabe der traditionellen Waldnutzung. Für das Färben und den Handel mit Holz und Papier wurden dann viele Bäume gefällt, ohne dass eine Neubepflanzung durchgeführt wurde. Von 33.000 Hektar Kastanienwald am Ende des 19. Jahrhunderts stieg er 1936 auf 19.000 Hektar..... Der anhaltende demografische Rückgang und der Verzicht auf den Holzeinschlag für die Industrie ermöglichen eine Erholung der Wälder.

    Ab den 1970er Jahren begann sich der Kastanienanbau zu erholen. Heute werden von einem Potenzial von 30.000 Hektar 2000 Hektar von 80 Bauern geerntet und gepflegt, um 150 Tonnen korsisches Kastanienmehl (mehr als 50% in Bio) in 35 Mühlen in Betrieb zu produzieren[3]. Seit 2006 garantiert das AOC-Label Korsisches Kastanienmehl - Farina castagnina corsa hat ein einzigartiges Know-how, sowohl hinsichtlich der Herkunft der Frucht ( geografisches Gebiet) sowie durch geeignete Sorten in den Anbaugebieten (etwa vierzig wurden aufgeführt), den typischen und sehr charakteristischen Geschmack.


    Und dieser Geschmack findet sich in der korsischen Gastronomie durch viele Rezepte und verarbeitete Produkte (Cremes, Marmeladen, Maronen, Glacés, Kekse, Kuchen, Foie Gras, Alkohol, Bier, etc.). Nachfolgend finden Sie einige Seiten, die Ihnen die Kastanie in den Mund legen werden! Aber das Ideal ist, es vor Ort zu probieren. Luri gehört, wie viele Gemeinden im Cap Corse, zum Gebiet der Castanéicole. Ab Mitte Oktober müssen Sie nur noch einen Korb mitbringen und ein wenig spazieren gehen (ein paar Kastanienbäume markieren den Parkplatz des Maisons de Poghju....), um einige sehr schöne und zahlreiche Früchte zu sammeln. Sie sind auch in den örtlichen Geschäften zu finden und können "mit allen Arten von Soßen" in Restaurants gegessen werden. Das Wesentliche, die Pulenta! Ich wünsche dir eine gute Mahlzeit!



    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von cinto () aus folgendem Grund: Korrektur

  • ... in der Pfalz sind wir schon kräftig am ernten oder besser gesagt sammeln. Mein Eindruck für die Südpfalz ... Kastanien sind dieses Jahr etwas kleiner und fallen / lösen sich nicht so leicht aus ihrer Stachelhülle.

    Das mag der Trockenheit geschuldet sein.

    Die Blüte im Frühjahr war sehr üppig.


    Auf Corse hat es dieses Jahr gefühlt wieder mal mehr geregnet? Sollte für den Ertrag positiv sein wenn es mit Blüte und dem Fruchtansatz gepasst hat.


    Kranke Bäume sind vereinzelt von in D zu finden.

  • ::,,II8So einen wie Euch hatte ich bei der Bundeswehr auf der Stube. Den hab ich nach 15 Monaten noch nicht verstanden. §"!((


    Aber zurück zum Thema. In den "Landes" und im Baskenland fällt die Chataigne Ernte dieses Jahr bestimmt ganz gut aus. Im September sind die Bäume rappelvoll gehangen. Leider war es für die Ernte noch viel zu früh.


    In den Landes werden die Kastanien meistens ungeschält zusammen mit einem Bündel Fenchelkraut in Wasser gekocht. Danach sitzt die ganze Familie mit einem Messer bewaffnet gemeinsam um den Küchentisch und futtert die Kastanien. Dazu ein Gläschen neuen Wein....

  • Ond :

    Wisset ihr was

    Grombira ond Breschtling sen ??

    Es gibt viele Wege zum Glück - einer davon ist, aufhören zu jammern !
    ( Albert Einstein ) Ein anderer : aufhören sich über Kleinigkeiten aufzuregen

  • Moriani

    Hallo Franziska,

    die Erklärung ist gut:thumbsupparty:,das würde dann so direkt auch auf`s Sächsische zutreffen.


    Meine Ernte ist übrigens ganz gut ausgefallen,gehen auch gut aus dem Glas.:rofl:


    Im Ernst, ich hoffe, die Ernte auf Korsika ist auch zufriedenstellend, damit die Kastanie jedem das bieten kann, was ihm schmeckt und den Korsen, die davon leben eine gesicherte Einnahme.

  • Klasse , Birgitta island66 ,


    Es ist schon irre, was hier im Schwabenländle ein paar Kilometer ausmachen.


    Die von " oba ra " (schwäbische Alb ) reden total anders wie die Esslinger.

    Die Stuttgarter sind ein ganz spezieller Verein !

    Und wir, in der Hölderlinstadt Nürtingen sowieso :)party:


    Und im Mai, in Piana , wurde auch ordentlich geschwäbelt, gell vara330  :winke:

    Nach dem Motto :

    Und jetzt gangat mir durch da Rega hoim ......

    Es gibt viele Wege zum Glück - einer davon ist, aufhören zu jammern !
    ( Albert Einstein ) Ein anderer : aufhören sich über Kleinigkeiten aufzuregen

  • Wie werden denn die Kastanien geerntet?Ich hab mal im Netz gestöbert,aber diesbezüglich nur etwas über Südtirol und das Tessin gefunden. Dort gibt es wohl neben dem klassischen Sammeln auch Maschinen,die aber offensichtlich ziemlich teuer sind.Dann wäre auch das Arbeitskraftproblem wie überall in der Landwirtschaft akut.

    Ich stell mir bloß grad die Schwierigkeiten sowohl für die maschinelle als auch manuelle Ernte gerade in der Castagniccia vor,wenn ich an die teilweise steilen Hänge und den doch recht dichten Unterbewuchs denke. Oder gibt es auf Korsika noch so eine Art Kastanienplantagen, die dann einfacher zu beernten sind.? Wobei ich schon da vor der schieren Menge staune,die dort von Hand gesammelt werden muss.


    P.S. Eine Seite der "Südliche Weinstraße" habe ich auch besucht,da erklärt sich dann so manches hier.:winking2:

  • DAnke........ursprünglich komme ich aus der Mainzer Ecke.......man spricht es etwas anders, zum schreiben bin ich schon zu lange weg.......und dann 3 Jahre im Schwabenland um Stuttgart drumherum, Wendlingen, Leonberg, da ist doch was hängengeblieben....


    nicht jede Wohnung mit einer Bühne ist auch gleich ein Theater.......hat meinen Mann damals bei der Wohnungssuch doch sehr irritiert r4%/zumal er aus dem Norden kommt und gar nichts mit Dialekt zutun hatte.

  • guten Morgen,

    wieso eigentlich wird fast jeder Beitrag - thread von dem Dialektgeschwalle , das überhaupt nichts mit dem Thema oder Korsika zu tun hat, unterbrochen??? Könnt ihr dafür nicht ins Bistro oder einen Heimat Thread ausweichen.

    Grundsätzlich hab ich gar nichts gegen Dialekte, wenns zum Thema gehört, das muss doch nicht immer wieder ausufern.


    Helen

  • Mittlerweile werden auch in der Pfalz vermehrt die Eßkastanien für kommerzielle Zwecke gesammelt >>> Mehl oder Kastaniengerichte, Kastanienbrot, etc. ... und ... Kastanienbier (z.B. eine Brauerei aus Pirmasens)

    Aktuell laufen die Kastanienwochen mit zugehörigen diversen Festivitäten und speziellen Speiseangeboten in den Restaurants.

    Meine liebste Art der Zubereitung: Anritzen und anschließend in einer Eisenpfanne über Glut rösten.

    Jetzt hat es ja auf Corse ebenso viele Wildschweine (bzw. freilaufende Hausschweine) wie in der Pfalz.

    Es ist allerdings eine Irrglaube das Wildschweine ganz "wild" auf Kastanien sind.

    Diese stehen nicht vorrangig auf deren Speiszettel. ... wobei Wildschweinbraten mit Kastanien sehr gut schmeckt :thumbupparty:

    Wenn dann werden Maronen bevorzugt.

    Was ich nicht weiß ob auf Korsika überwiegend Maronenbäume oder die normale Esskasstanie in den Wäldern zu finden sind.

    Viele Grüße Günter


    Dieser Beitrag wurde bereits 5 Mal editiert, zuletzt von Guenter ()

  • Hab mal versucht zu recherchieren welche Esskastaniensorten auf Korsika vorwiegend angepflanzt werden.

    Oft fällt der Begriff "Maronen".

    Aber was eindeutiges hab ich noch nicht gefunden.

    Allerdings sollen sich die Wildschweine gerne die Mägen mit kastanien vollschalgen. Das würde für Maronen sprechen.


    Hier was zu den Esskastanien auf Corse

  • ...

    Allerdings sollen sich die Wildschweine gerne die Mägen mit kastanien vollschalgen. Das würde für Maronen sprechen.

    ...

    Wenn ich Wildschwein wäre und Hunger hätte, würde ich, wenn eine "Marone" neben einer Esskastanie stünde, wahrscheinlich auch die Marone nehmen, wenn ich auf "süß" stünde.

    Aber wenn in einem Gebiet nur die eine oder andere Sorte steht, dann haben die Viecher doch keine Wahl, was sie essen und man kann doch vom Fressverhalten der Schweine dann nicht auf die Sorte zurück schließen.


    Maronen sind weiter gezüchtete Esskastanien und keine eigene Art und so kann es auch sein, dass Bäume mit süßeren oder weniger süßen Früchten auch durch natürliche Kreuzung entstehen und am selben Standort vorkommen. Aber ihr Name ändert sich dadurch doch nicht.


    Gruß

    Bernd