Cime ignoti è passaghji scurdati - wenig begangene Gipfel und vergessene Wege

  • Hallo liebe Korsika-Foristen,

    nach Jahren des Nur-Mitlesens (vielen vielen Dank für die zahlreichen Tipps) heute endlich die Anmeldung.

    Und statt einer Frage möchte ich mich in diesem Thema mit einem Beitrag vorstellen.


    Das Foto zeigt Col des Maures und Capu Tafunato, ist aber nicht etwa gespiegelt sondern von der anderen Seite aufgenommen.

    Der Standort ist der Gipfel des Monte Saltare. Der liegt inmitten eines fantastischen Felskessels umgeben von den wilden unbekannten Seite der Großen Barriere.

    Sehr einsam da, das wird wohl an den reichlich vier Wegstunden liegen, die er vom Fango-Tal entfernt liegt.


    Doch ist es möglich noch weiter zum Col des Maures aufzusteigen? Hoffentlich ergibt sich die Gelegenheit im Sommer das mal auszukundschaften!


    Viele Grüße,

    Fren

  • Hallo Fren ,

    ich freue mich, dass Du nun auch aktiv teilnimmst, und das auch noch mit einer wirklich interessanten Frage!

    Hoffentlch weiß jemand eine Antwort.


    Grüße

    wolfgang

  • Fren :


    der Übergang zum Col de Maures ist möglich : vom abri de Saltare weiter aufsteigen in Richtung Laoscella-Schlucht und zur bergerie ruinée. Ab da wirds dann richtig anspruchsvoll, in meiner Erinnerung mindestens eine Stelle mit Kletterei im III Grad, danach wieder einfacher.

    Bin gerade kurz in D und komme gerade nicht an meine Unterlagen dran, daher nur schnell der kurze Hinweis.


    Ansonsten gibts in der Ecke noch haufenweise wildes Zeug zu entdecken, Einsamkeit garantiert.


    Gruss

    Thomas


    das Bild wurde kurz vor der Laoscella Bergerie aufgenommen

  • Hallo Fren :

    auch ich bin ein Fan von dieser Ecke, Saltare - Laoscella, absolut einsam und wild. Wir sind vor 2 Jahren bis kurz vor die letzte Bergerie Laoscella gewandert. Man kann von dort aus mind. zwei Touren machen:

    über die Bocca Serra Piana ins Virutal s. hier https://corse-sauvage.com/ravi…lla-par-le-filosorma.html / die Seite von "Corse sauvage" .

    oder über die große Runde gen."Vire d' Andantone" Capu Scaffone, Capu Ghiarghiole zur Ciottuli di Mori Hütte.s.hier:http://paglia.orba.free.fr/trek/tk4anda.htm

    das sind schon anspruchsvolle Touren und verlangen einen guten Orientierungssinn.


    Grüße

    Helen

  • Vielen Dank für eure tollen Bilder!

    Dass ein Übergang ins Viru-Tal möglich sein könnte klingt sehr interessant.

    Ich bin mal vor Jahren bis zum Col de Serra Pianella aufgestiegen.

    Die Tour ging vom GR20 los bis zu einem kleinen See, der wohl Mare Paglia Orba heißt.

    Dann im Tal direkt in nördlicher Richtung aufwärts. Die Paglia Orba zeigt sich hier von einer ungewohnten Seite.

    Wo es oben dann felsiger wurde ging es links am Hang querend und unterbrochen von Rinnen rüber zu dem Sattel.

    Und von dort noch auf die nahe Spitze, die die die Pointe Lejosne sein müsste.

    Wenn jetzt der Sattel auch vom Wald von Filosorma erreichbar wäre, wäre das eine schöne Sache.


    Allerdings ist die ganze wilde Talkessel wirklich sehr sehr einsam.

    Und ich bin bis jetzt zum überwiegenden Teil allein unterwegs gewesen. (Ich weiß, soll man nicht machen.)

    Da bin ich mir unschlüssig ob eine solche Unternehmung nun sein muss oder einen Zacken zu abgelegen...


    Viele Grüße

    Swen

  • hallo Swen,

    ja der Minisee heißt "Mare de Paglia Orba" und dort geht der Weg ab, den du bis zur Serra Pianella gestiegen bist. Das war sicher auch nicht einfach zu finden. In der genannten Seite "corse sauvage" ist der Aufstieg dorthin von der Laoscella aus beschrieben. Klick mal den link an den ich genannt habe. Aber es wäre wirklich besser in diesem Gelände nicht allein unterwegs zu sein.

    Deine Bilder sind toll, mal ne ganz andere Ansicht der Paglia Orba.

    Grüße

    Helen

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  • hallo Sven Fren :

    Nachtrag: du kannst als "très sportif" Bergsteiger die Tour aber mit einem kommerziellen, korsischem Anbieter machen:

    ww.altre-cime.com/circuit/sommets-sauvages-corse/

    eine 6 Tages Tour :

    "Randonnée exclusive dans un cadre sauvage de haute montagne"

    etwas für wirklich fitte, starke Typen!


    Grüße

    Helen

  • Nachtrag: du kannst als "très sportif" Bergsteiger die Tour aber mit einem kommerziellen, korsischem Anbieter machen:

    ww.altre-cime.com/circuit/sommets-sauvages-corse/

    eine 6 Tages Tour :

    "Randonnée exclusive dans un cadre sauvage de haute montagne"

    etwas für wirklich fitte, starke Typen!

    Bei der Überschreitung des Capu Tafunatu würde ich definitiv nicht mehr von Wandern sprechen...

  • Fren :


    auch ich bin der Meinung, daß das Gebiet Filosorma/Laoscella nicht das ideale Gebiet für Alleingänger ist, vor allem wenns an die anspruchsvolleren

    Touren geht. Anderen Wanderern wirst du kaum begegnen, Handynetz eher nicht existent, und das Gelände verzeiht keinen Fehler.


    Auch eine sehr spannende "Rundwanderung" für Abenteuerlustige:


    von Barghiana zu den Ruinen des Couvent Santa Maria, von dort weglos, zunächst im Wesentlichen (die Macchia lässt grüssen) zum Tana a l'Osru (siehe IGN Karte), südlich haltend zum Punkt P.1049 und dann grob gesagt dem Verlauf der Schlucht des auf der IGN als Ruisseau di Capu di Vetta

    folgend zur Scharte in der Nähe vom P.2051 zwischen Capu Tafunatu und Capu a e Ghjarghjole -je nach Verhältnissen in der Schlucht an derem südlichen Hang in leichter bis mässig schwerer Kletterei. (wir mussten damals aufgrund einer Art "Randkluft" in der schneebedeckten Schlucht die Klettervariante wählen, im französischen läuft eine solche Tour wohl unter dem Begriff "ravinisme", zum Schluß sind wir wieder im harten Firn der

    eigentlichen Schlucht hoch bis zur Scharte , ca. 50grad steil) Von der Scharte in wenigen Minuten zum Refuge Ciottuli. Weiter über die Bocca di Guagnerola zum Refuge Puscaghja und Bocca Capronale zurück nach Barghjana. Wir waren damals insgesamt fünf Tage unterwegs:

    couvent - Tana a l'Orsu - erzwungenes Biwak in der Schlucht - Ciottuli - Puscaghja - Barghjana


    Gruss

    Thomas


    Nachtrag : mit klasssischem Wandern hat diese Tour übrigens nicht mehr viel gemein !!

  • Das capu tafonatu wird nicht überstiegen,sondern umrundet auf der sogenannten vire d'andantone. Ist aber wie du richtig sagst kein wandern sonder anspruchsvolles Bergsteigen. Grüße Helen

  • Hallo Helen,

    Das capu tafonatu wird nicht überstiegen,sondern umrundet auf der sogenannten vire d'andantone. Ist aber wie du richtig sagst kein wandern sonder anspruchsvolles Bergsteigen. Grüße Helen

    bei mir hat der Tafunato ja vorletzten Herbst leider nicht geklappt (Zeitmangel, Seil & Gurt umsonst mitgeschleppt...).

    Deswegen konnte ich die Passagen in dem Video nicht zuordnen. Hatte mich schon gewundert, da die Damen und Herren da mit Trailrunnern zugange waren und der Normalweg vom Trou zum Gipfel ja 3/3+ sein soll, die Gesamtüberschreitung sogar satt AD.


    D.h. die umrunden den ganzen Bergkamm? Ein "Andantone-Band" höre ich zum ersten Mal, magst Du die Route beschreiben? Schon mal gemacht?

  • Hallo Martin flachlandtiroler :, die Tour ist bei dem französischen Bergsteiger mit Internet Adresse http://paglia.orba.free.fr/trek/tk4anda.htm#scaffone

    und hier im Blog Corse sauvage https://corse-sauvage.fr/?tag/Andatone

    beschrieben.

    Ich habe die Tour leider noch nicht gemacht,aber mich intensiv, da sehr verlockend, damit beschäftigt.

    Grüße Helen

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  • Dolmen, ein mittelalterlicher Spähturm und eine präromanische Kapelle – Punte di  Montalbi und Punta San Sisto


    Eine Rundwanderung über die Grate der Küstenberge nördlich von Ajaccio, für alle, die sich für die megalithischen Funde auf der Insel interessieren. Eigentlich mehr eine Zeitreise als eine Wanderung. Alle megalithischen und präromanischen Fundstätten liegen völlig natürlich in der Landschaft, nichts ist touristisch aufgearbeitet worden. Ausgenommen das Stück zum „rocher de Gozzi“ ist die Wanderung sehr einsam, aber nicht für die ganz heiße Saison geeignet. Ausgangspunkt ist der Ort Appietto und dort der Parkplatz am Festplatz vor der Kapelle San Chirgu (Saint Cyr).

    Man folgt zunächst dem vielbegangenen und entsprechend deutlichen Weg zum „rocher de Gozzi“, dieser stellt einen fantastischen Belvédère über Ajaccio dar, eine Steilwand bricht über 400 Meter senkrecht nach Ajaccio ab – dort ist auch eine Kletterroute eingerichtet. Erreicht man einen Sattel mit einer weithin sichtbaren Ruine, geht man nach rechts in den felsigen Aufbau des „rocher de Gozzi“ für schwindelerregende Ausblicke.



    Danach direkt zurück zu Ruine und nach Nordosten den Hang zur Punta Pastinaka auf deutlichem Pfad aufsteigen. Im Gipfelbereich weitläufige Bergerie-Anlagen aus alter Zeit. Es geht auf halbwegs deutlichem Pfad über den Grat nach Nordwesten. Kurz bevor man wieder den Aufstiegsweg erreicht aber nach rechts abbiegen (ein gelbmarkierter Pfad) und zur Bocca Foce gehen. Von hier nordöstlich einem diskreten Pfad folgen, der direkt in Richtung der weißen Felsen der „Punte di Montalbi“ (übersetzt: die Spitzen der weißen Berge) führt. Bevor man eine kleine Ruine erreicht, auf den linken Weg abbiegen, der mehr bergauf führt. Man erreicht dann den Grat zwischen Punta San Sisto und Montalbi, dort nach rechts weitergehen, hier ist ein großer Steinmann mit Feuerstelle.


    Auf dem Grat geht es durch dichten Märchenwald, der sich wie ein Tunnel über dem Wanderer schließt.



    Man sieht bald eine „tour de guet“ (einen mittelalterlichen Spähturm, ca 15. Jh, Punkt 808 auf IGN) auf einer Felsnadel sehr versteckt vor sich. Um dort hinauf zu gehen, muss man zunächst an der Felsnadel vorbei gehen und bei einem sehr dicken Baum rechts des Wegs die Steinmänner suchen, die pfadlos durch den Wald hinaufleiten. Nur die Kanzel oben ist mit Trockenmauern gearbeitet, für den Rest hat man sich einer natürlichen, vorhandenen Felsnadel bedient.

    Die Felsnadel mit dem mittelalterlichen Spähturm von Montalbi

    Vom Spähturm Blick zur Punta San Sisto


    Geht man auf dem Grat weiter nach Osten kommt man bald zu den „Punte di Montalbi“, hierzu die Steinmänner die rechts zum Hauptgipfel und links zu einem Nebengipfel leiten. Vom Hauptgipfel kann man mit dem Fernglas sehr gut zwei Dolmen in südwestlicher Richtung in der Macchia erkennen (unzugänglich).


    Das Bild ist stark gezoomt, deshalb unscharf und zeigt einen der Dolmen von Montalbi zu denen man nicht hinlaufen kann.



    Auf dem gleichen Weg zurück zum Steinmann mit Feuerstelle, dort nach Westen auf dem Gratverlauf hinauf gehen.


    Nach 20 Minuten die kleine Abzweigung auf dem Grat nach links nicht übersehen, hier geht ein Abstecher in wenigen Minuten zum größten Dolmen Korsika. Der Dolmen ist ca. 4,50 m breit.



    Zurück zum Gratweg, weiter nach Westen, nach 5 Minuten kommt rechts Weges ein weiterer (kleinerer) Dolmen.


    Auf dem Grat weiter auf den Gipfel der „Punta San Sisto“, weiter zu einem Vorgipfel mit kleinem Kreuz, danach kommen die Überreste der „chapelle de San Sixto“.



    Es ist eine präromanische Kapelle, die genau auf der Grenze der „piève“ (kors. pievi, Diözesandistrikt) von Ajaccio und der Cinarca liegt. In der Apsis steht ein Menhir, der vermutlich zum Altartisch umfunktioniert wurde.



    Man geht weiter den Grat hinab bis bei der Abzweigung nach Calcatoggio (Metalltafel), nach links ein jetzt nur noch schmaler Pfad Richtung Appietto abzweigt, diesen zu einem kleinen Wäldchen absteigen. Bei der Einmündung auf einen breiteren Weg nach links gehen (weg vom Ort) und wenig später nach rechts einem gelb markierten Hohlweg folgen, der meist gut demachisiiert ist. Man quert den Bach bei einer Quelle und eine Sandpiste bringt zurück zum Parkplatz.

    Strecke: ca. 17 km Laufzeit: zwischen 4, 5 und 7 Stunden, einfache Wanderwege, kaum Markierungen, aber relativ deutlich. IGN-Karte Ajaccio sollte dabei sein.

    C'est pas l'homme qui prend la Corse, c'est la Corse qui prend l'homme.