Wie schwierig ist der GR 20

  • Hallo

    Wie bereits in einem anderen Thread erwähnt, plane ich den GR20 in diesem Sommer.

    Nach allem, was ich bislang gelesen habe, traue ich ihn mir mir zu, was Kondition und Schwierigkeit anbelangt. Allerdings habe ich trotz intensiverer Recherche kaum etwas "objektives" über die Schwierigkeit gefunden, sprich eine Klassifikation z.B. gemäss der SAC-Wanderskala oder ggf. der UIAA-Skala. (Und nein, ich habe noch keinen Wanderführer gekauft, aber bei dem, was auf amazon mit "Blick ins Buch" einsehbar ist, habe ich im Rother und im Outdoor nichts gefunden.)

    Kennt jemand den GR20 und die Skalen, oder sonstige Quellen bezüglich der formalen Schwierigkeit des GR20?

    Danke

    mtroja





  • Hallo mtroja


    Die anspruchsvolleren Etappen sind im T4 Bereich.

    Das betrifft:

    Ortu di u Piobbu - Carrozzu

    Carrozzu - Haut Asco

    Haut Asco -Tighettu

    Manganu - Petra Piana


    Daneben hat es noch Abschnitte im oberen T3 / T3+

    Der Rest ist T2 oder T3


    Wie immer kann man sich über die Bewertung streiten und wenn ich T4 sage, dann würde jemand anders vielleicht ein T3+ oder ein T4+ geben.


    Viel Spass und gute Tour

    Hermann

  • Hallo Hermann

    vielen Dank für die Einschätzungen. So ungefähr habe ich mir das vorgestellt.

    Nichtsdestotrotz. Ist jemand anderer Meinung?

    Viele Grüße

    mtroja

  • Hallo Michael,


    denke auch technisch schwerer als T4 dürfte das nirgends werden. Das schließt Gipfelabstecher wie Paglia Orba oder Monte Cinto bereits mit ein.


    Dazu kommen allerdings zum einen Länge der Anstiege (bspw. Haut-Asco - Tighettu auf der neuen Route) und auch der oft schlechte Wegebau; zumindest im Vergleich zu den Alpen. Gerade mit Campinggepäck auf dem Buckel ist es mitunter mühselig, immer wieder größeren Felsen auszuweichen oder auf dem gerölligen Untergrund zu lavieren.


    Grüße, Martin

  • Hallo Martin

    Danke für die Einschätzung.

    Die möglichen Abstecher und Varianten werde ich mir demnächst mal genauer anschauen und komme dann ggf. wieder auf die Schwierigkeitsfrage zurück.

    Da gibt es ja auch schon einen interessanten Thread (Gipfel zum mitnehmen).

    Viele Grüsse

    Michael


    PS: Meine obige Frage nach "anderen Meinungen" wurde "gedisliked". Ich wollte mit dieser Frage in keiner Weise Hermanns Antwort herabwürdigen oder in Frage stellen. Er hatte ja selber auf mögliche abweichende Einschätzungen hingewiesen. Ich hoffe, es gab da keine Missverständnisse.

  • mtroja Tach Martin,

    ganz sicher wolle Dir Felix nichts Böses. Diese beknackte Dislike-Funktion wird momentan auf den Prüfstand gestellt und hoffentlich gekippt. Immer wieder kommt es zu Missverständnissen.


    Bleib locker und harre der Dinge! Man konnte Deinen Beitrag wohl missverstehen, weil er irgendwie fordernd rüberkam. Alles gut!:)party:


    Grüße ohne GR20-Erfahrung

    wolfgang

  • Hallo Michael,


    auch ich kenne den GR20 nur von 3 einzelnen Abschnitten: daher kein Kommentar von mir!

    Aber eine Empfehlung: es gibt so viele Varianten für den GR20 und auch evtl. aktuelle Sperrungen/Umleitungen - lege da vielleicht ein Auge drauf! Auch was diese Varianten/Umleitungen dann an Schwierigkeiten bieten ...


    Meine LG aus Teemitrum

    Ernest

  • Ist jemand anderer Meinung?

    Nein.

    T2 bis T4 ist schon in etwa das, was einem erwartet.

    Wie überall ist aber das Wetter die große Unbekannte, so das eine T2 Etappe / Abschnitt

    schnell sehr heikel bis hin unmöglich werden kann.

    Das A und O sind die Wettervorhersagen bzw. diese zu beachten.

    Auch die Tatsache, dass Steinschlag (oft ausgelöst durch Wanderer) ein Risiko darstellt ungeachtet

    der Schwierigkeit.


    Die Gipfel "to go" sind in o.g. Einstufung nicht dabei.

    Paglia Orba bei schönem Wetter UIAA II, bei Schnee im Abstieg ohne Seil nicht zu empfehlen etc....


    Viel Erfolg

  • Eine Sache würde ich noch hinzufügen wollen:

    Das korsische Gebirge besteht ja im Bereich des GR20 im wesentlichen aus Granit (Ausnahmen bspw.: Paglia Orba, Capu Tafunatu). Die schwierigen Stellen unterscheiden sich daher von der Klettertechnik her erheblich von bspw. den nördlichen Kalkalpen.

    Es gibt über lange Passagen "Platten", also geneigte Felsen ohne jeglichen Griff oder Tritt, die "auf Reibung" begangen werden. Dieses Klettern erfordert Balance (bes. mit Gepäck!) und ein gewisses Vertrauen in die Reibung, ist also u.U. gewöhnungsbedürftig.


    Mir kommt das nochmal in den Sinn, weil in dem parallelen Thread jetzt doch auch mal der Abschnitt Asinao-Incudine erwähnt wurde, welcher aber nur einer von vielen ist.

    Weiterhin erinnere ich mich noch gut, wie schwer sich eine Bekannte an den kurzen Plattenpassagen nördlich von Haut-Asco getan hat -- runter kostete uns das gefühlt dreimal so lange wie rauf, und das obwohl alles trocken war. Wir haben sie buchstäblich an die Hand genommen...

    Bei Nässe oder Vereisung ist es dann definitiv eine ganz andere Nummer!