Anreise ohne eigenes KFZ - wie weiter auf der Insel vom Hafen zum Ziel?

  • Oh je…


    … Hauptsache aber, es gibt überhaupt die Möglichkeit zu reservieren. Das hat mir bei der SNCF-App gut gefallen.

    Die entsprechenden Strecken mit Fahrradmitnahme werden gleich ausgespuckt, und immerhin komme ich von Straßburg nach Nizza oder Marseille schneller und günstiger als mit dem Auto.


    Innerhalb Deutschlands bis Straßburg wird’s allerdings richtig blödidoof. Fahrrad im ICE geht ja nicht, also packt man es in die Regionalbahn, steigt von Ffm bis Straßburg 4x um und hofft auf pünktliche Züge und ganz, ganz schlechtes Wetter, denn …


    … bei der DB heißt‘s im Info-Video, Fahrrad-Stellplätze im Regionalverkehr seien begrenzt, schlecht planbar, weil abhängig vom Wetter, das man bitteschön beachten, dass man ggf. später fahren oder eine andere Route wählen solle.

    (Sprich: Es besser gleich sein lassen soll…). 


    Haha!

    Sabine 



    DBhttps://www.bahn.de/service/individuelle-reise/bahn_und_fahrrad/rad-nahverkehr/fahrrad-nv-video2

  • Kalliste Sabine: es gibt mittlerweile einige ICEs, wo mit (langfristiger) Reservierung Fahrradmitnahme möglich ist, wie ich bei der DB Buchungsseite sehe, haben sie für Frankfurt/Main allerdings einige Züge, wo man eigentlich das Fahrrad mitnehmen kann, aber "Be- und Entladen von Fahrrädern nicht möglich". Das ist in 2022 ein neuer, verwirrender Trend, anscheinend liegt es daran, daß manche Züge länger sind als sonst und der Fahrradwagen dann an einem Bahnsteigende steht, das zu schmal ist. Das muß man nicht verstehen.

    Es bleiben aber noch paar ICEs, wo Fahrräder nicht nur mitgenommen werden, sondern man kann sie sogar Be- und Entladen.

    Insgesamt geht es in D passabel mit der Fahrradmitnahme, je nach Saison und Art des Zuges und Auslastung. Aber so ein klein bißchen macht es ja die Bahn mit aller Art von Fernverkehr: könnte so schön sein, wenn nur die Fahrgäste nicht wären.

    Italien ist bißchen wechselhaft, aber mit bißchen Zeitpuffer verlässlich (nur manchmal ganz schön voll). Da kenn ich aber nur Regionalzüge. Die neuen ICs dort könnten einiges einfacher machen.

    Frankreich weiß ich überhaupt nicht, würde mich aber freuen, wenn es da schön funktioniert.

    Also bleibt ein erneutes toi toi toi für eure Planung und Umsetzung.

  • Von Frankfurt nach Offenburg hast du im ICE einen Fahrradstellplatz.

    Von OG nach Kehl und von Kehl nach Straßburg kannst du ohne Probleme dein Rad mitnehmen. Eng werden kann es im Nahverkehr nur morgens in der Hauptverkehrszeit oder am Schönwetterwochenende.

    Du musst bei der DB als Ziel Kehl angeben, dann bekommst du auch die Verbindungen mit Fahrradmitnahme und dann die Fahrkarte von Kehl nach Straßburg extra lösen.

  • Ich habe den Eindruck, dass das größte Problem der Planung und Realisierung einer Reise mit dem Zug/Fahrrad ein mentales sein könnte. Scheinbar versuchen wir, eine solche Reise nach den gleichen Maßstäben zu organisieren, wie eine mit dem Auto oder dem Flugzeug. Damit setzt man sich einerseits unter Stress und verspielt zugleich möglicherweise viele der wertvollen alternativen Erfahrungen und Erlebnisse, die man auf einer Reise mit dem Zug/Fahrrad machen kann.


    Als mentalen und konzeptionellen Ansatz einer Reiseplanung mit dem Zug/Fahrrad würde ich die Formel "der Weg ist das Ziel" für nützlich und angemessener halten. Je mehr man sich in ein Korsett pressen lässt, das schon mit der Festlegung des Urlaubszeitraums ein Jahr im Voraus beginnt, desto problematischer und schwieriger dürfte eine Planung dieser derzeit noch außerhalb des Mainstreams liegenden Reiseform werden.


    Auf einer realen Reise in der analogen Welt trifft man auf sehr viel mehr Möglichkeiten als auf diejenigen, die sich in der zunehmend digitalisierten Planungswelt abbilden lassen. Digitale Planungsauskünfte spiegeln nur sehr selten die Vielfalt der vor Ort gegebenen realen Möglichkeiten wieder.


    Damit möchte ich selbstverständnlich die Zwänge durch die real existenten Verhältnisse (berufliches und persönliches bzw. familiäres Umfeld), denen jeder individell ausgesetzt ist, nicht kleinreden.

  • Durch die Schweiz kommt auch auch kurzfristig ohne reservierten Veloplatz. Der Treno Gottardo fährt im 2 Stundentakt von Basel nach Locarno. Mit einem mal Umsteigen im Tessin kommt man damit von Basel nach Chiasso. Der Treno Gottardo braucht zwar etwas länger, hat aber ganz neu Züge. Ich bin damit letzen Sommer ins Tessin zum Wandern gefahren und fand es angenehmer als im IC.

    Zum suchen der Verbindung mit der DB einfach als Zwischenziel Airolo angeben.

  • Das ist ein sehr guter Ansatz…


    Wahrscheinlich hätte ich es vor 30

    Jahren so gemacht, als wir mehr Zeit und noch mehr Mut zum Risiko hatten.


    Es erfordert tatsächlich ein mentales Umdenken, mit Gepäck auf sich alleine gestellt unterwegs zu sein.

    Jenseits der Flexibilität / Mobilität: Ein Auto ist doch ein enormer Sicherheitsfaktor - notfalls kann man darin sogar ein paar Stündchen schlafen, man ist im Trockenen, es kommt niemand ungefragt hinein…


    Sabine 


  • Sorry, aber es macht doch einen Unterschied ob ich mit "kleinen Gepäck" weil Unterkunft in Fewo oder Hotel oder ... oder auf einem Camping wo Zelt etc. schon vorbereitet sein mag und aufgebaut ist ... oder ich mein ganzes Campinggerödel mitschleifen muss plus die unsägliche Kinderschar im Gepäck ;)party::Pparty::rollparty:

    Nein, wir haben das einmal gemacht ... von Frankfurt nach Saint Marie de la Mer. Ist schon eine sehr lange Weile her. Mindestens 3 mal umsteigen. Die Züge waren gut gefüllt.

    Okay ...heute würde man es anders organisieren.

    Angekommen ... tja, der Camping war mehrere Kilometer vom Bahnhof entfernt ... also versucht ein Taxi zu organisieren ... was nach gefüllt 2-3 Stunden auch geklappt hat ... auch wieder >>> okay ... heutzutage gibt es handys . Macht es einfacher.

    Nein, kleines Gepäck mit Zug ... ja ...alles andere :fie:

    Die Rückfahrt ... ja, die war entspannter. Freunde die im Laufe des Urlaubs zu uns stießen haben den Großteil des Gepäcks im Auto mit zurück genommen.

  • Oh ja… Für mich geht das nur mit kleinem Gepäck und Waschmaschine in der Fewo.

    Unsere „unsägliche Kinderschar“ ist mittlerweile 21,21,24, darf alleine reisen und ihr Gepäck selber tragen.:appl:


    Sabine

  • Ich habe den Eindruck, dass das größte Problem der Planung und Realisierung einer Reise mit dem Zug/Fahrrad ein mentales sein könnte.

    Möglicherweise ist es auch die Blasiertheit der nicht betroffenen Person, sich unkundig und folglich abstrakt derart einzulassen.


    Philipp

  • Möglicherweise ist es auch die Blasiertheit der nicht betroffenen Person, sich unkundig und folglich abstrakt derart einzulassen.

    Möglicherweise ist die blasierte Person gar nicht so unbetroffen und unkundig!? Und wenn man nach alternativen Wegen sucht, kann eine gewisser Grad an Abstraktion doch nicht schaden?


    Ich jedenfalls habe schon internationale Reisen mit dem Fahrrad und der Bahn gemacht und dabei das Rad benützt, in der Bahn mitgenommen und auch sogar einmal vom Zielort per Bahn alleine auf die Rückreise geschickt (ohne das vorher irgendwie gebucht zu haben). Und ich persönlich bin mir ziemlich sicher, dass ich die Reisen nicht unternommen hätte, wenn ich mir im Vorfeld über einiges (nicht alles!) von dem zu viele Gedanken gemacht hätte, was hier aus der Perspektive einer Mainstream-Urlaubsplanung thematisiert wird.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,


    diverse "Ausrutscher" in einigen Formulierungen beanstande ich hier. Meine Empfehlung: bitte lest doch erneut euren Text durch und kontrolliert ihn auf eventuelle "Ausrutscher" bevor ihr ihn als Posting sendet. Danke!


    Meine LG aus Teemitrum

    Ernest


    PS: ist sicherlich auch im Interesse der mitlesenden User ...

  • Ein erneutes Hallo in die Runde,


    nach langem Hin und Her haben wir unsere Idee, die Insel mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bereisen, nun doch nach hinten verschoben.

    Vielleicht sind wir nicht wagemutig genug, aber es ist uns etwas zu riskant, Bahn und Fähre aufeinander abstimmen zu müssen, mit Fahrrädern im Schlepptau -  das alles in der knallvollen Hochsaison, auf die ich leider wegen meines Jobs noch angewiesen bin…

    Wir verschieben diese Art zu reisen auf die Zeit, in der wir mal im Mai, Juni oder September fahren können, alles etwas luftiger ist und es auf ein paar Tage mehr oder weniger nicht ankommt, falls ein Zug ausfällt oder Fähren plötzlich 100km weiter östlich oder westlich abfahren…


    Vielleicht ist’s auch die fehlende 

    Gewohnheit, nicht so flexibel zu sein und spontan am Morgen zu entscheiden, ins Auto zu steigen um ins Hinterland zu fahren, so wie wir es gewohnt sind, sein Wasser am Brunnen zu holen, vieeeeeel für zuhause einzukaufen (😋) usw. 

    In einer ohnehin noch fremden Gegend wäre das wahrscheinlich weniger ausschlaggebend. 

    Aber wir sind Gewohnheitstiere und merken, Korsika wollen wir haben wie immer…


    Nun gut:

    Für dieses Jahr haben wir also die Überfahrt mit Auto gebucht und packen die Räder hintendrauf. Außerdem kommt das Kajak mit, das wir bei Anreise mit „Öffis“ schmerzlich vermisst hätten.


    Danke nochmal für all eure hilfreichen Tipps und allen, die es planen und realisieren, mit der Bahn anzureisen, viel Erfolg!

    Ich bin gespannt auf eure Berichte.


    Viele Grüße

    Sabine

  • Auch, wenn ich ein wenig zu spät dran bin und einiges wiederhole: Ich bin die letzten zwei Jahre jeweils in der Schweiz gestartet und über die Bergpässe nach Frankreich gefahren, letztes Jahr hat es mich dabei auch nach Korsika verschlagen - und während man mit dem Rad recht problemlos in die Schweiz kommt (2021 habe ich genau 10 Stunden vor Abfahrt in München meinen Zug Richtung Interlaken gebucht) stellte sich immer die Frage nach dem "Wie zurück?"

    • Zug in Deutschland: Geht dank der neuen Anzeige bei bahn.de mittlerweile auch im Fernverkehr ganz gut. Sobald man grenzüberschreitend fährt, ist aber der Weg ins Reisezentrum nötig und man bekommt jede Menge Papier in die Hand :rollparty:
    • Zug in der CH: Das Paradies. Bestimmte Verbindungen (Gotthard, Jurasüdfuß) müssen im Sommer reserviert werden, das geht aber online. Problem an den Astoros München-Zürich: Es gibt genau zwei Stellplätze im ganzen Zug.
    • Zug in ITA: Die Achse von München (besser: Innsbruck) zum Gardasee ist kritisch, Mountainbiker allenthalben. Je weiter südlich, desto weniger Probleme. Auch im Regio habe ich schon mitbekommen, dass Leute abgewiesen wurden. Die neuen IC sind äußerst praktisch, um schnell voranzukommen.
    • Zug in Frankreich: Bin überrascht, dass du überhaupt einen Zug gefunden hast. Mein recherchierter Stand 2021 war: Die TGV Sud-Est nehmen ausnahmslos keine Fahrräder mit. Ich bin 2020 von San Sebastian nach München gefahren, auf der Südwest-Strecke nach Paris gibt es bei manchen Zügen je zwei Stellplätze, auf Paris-Strasbourg muss man jene TGV finden, die einstöckig (und immer etwas versifft) sind, dann geht es.
    • Zug in Korsika: keine Fahrradmitnahme

    Meine Lösung letztes Jahr war der Flixbus ab Florenz, auch sonst nutze ich den häufiger, weil er sich auch grenzüberschreitend bequem online buchen lässt. Grundsätzlich ist der Weg durch Italien sonst der einfachere, weshalb ich eher zu Nizza (oder besser noch Savona) als zu Marseille als Abfahrtsort raten würde. Was man dabei wissen muss: Manchmal wird das Rad zum Gepäck geladen, manchmal aber steht es auch hinter dem Bus draußen auf einem Ständer. Ist also nicht unbedingt für das 15.000€-Carbonrad ratsam ... wobei Korsika dafür imho grundsätzlich nicht ratsam ist.


    Und generell: Grundsätzlich wäre es mir in Korsika in der Hochsaison einfach zu heiß (und voll) zum radeln. Wie hoch ist der Col de Vergio? 1450m oder so? Puh, so richtig kühler wirds da ja noch nicht - und entlang der Westküste zum Beispiel möchte man ja auch fahren, bei dann entsprechenden Temperaturen. Bis Ende Mai oder ab Mitte September erscheinen mir da deutlich zielführender.


    P.S.: Sollte hier zufällig die Familie aus Rohrbach im Mühlviertel/Oberösterreich mitlesen, die mir letztes Jahr Anfang September auf der Moby Vincent ihren Stoffbeutel geschenkt hat (man möchte dann ja doch Souvenirs mitnehmen - und die Tüte des Ladens in Bastia hielt gerade so bis zum Hafen) - vielen Dank noch einmal! :hail:

  • Grenzübschreitende Fahradstellpätze gibt es nur am Schalter oder über Hotline in D/CH/IT. Nach F geht mit der DB nicht als durchgehende Fahrt buchbar.

    Für den, nicht vorgebuchten, Rückweg über Italien, Basel geht es auch gut mit dem Treno Gottardo. Da braucht es keine Reservierung.

    In Italien gibt es seit diesem Jahr sehr viele ICs die Fahrräder mitnehmen.

    Von Stassburg nach Marseille gibt es nur eine Verbindung pro Tag. Diese gibt es erst seit letztem Juli (wieder).

  • Hallo an alle und danke für die Infos.


    Genau, der TGV nimmt von Straßburg nach Marseille und nach Nizza jeweils einmal täglich Räder mit.

    Flixbus wäre für uns nicht möglich gewesen, weil mindestens ein E-Bike dabei gewesen wäre.

    Mit den Rädern hätten wir auf der Insel nicht weiterreisen wollen, sie wären kein Verkehrsmittel, sondern nur Sportgerät für hitzetaugliche (Halb-)Tagestouren gewesen.

    Und Nizza ist so eine Sache… Der Abfahrtshafen wird von CF sehr oft kurzfristig verlegt; hierzu gab’s bereits einige Infos im Forum.


    Beste Grüße


    Sabine