Sehr umstrittenes "Wildcampen" auf Korsika

  • Hallo Leute,


    Ich stelle mich in diesem Zug mal kurz vor!
    Heiße Benni bin 22, Student und komme aus Tirol, Campe schon mein ganzes Leben lang seit klein auf mit meinen Eltern egal ob mit Zelt oder Camper.


    Nun zu meiner Frage:


    Ich habe schon in mehreren Beiträgen gelesen, dass dieses Thema sehr umstritten ist im Forum, deshalb hoff ich dass ihr mir trotzdem irgend etwas dazu sagen könnt. Es geht darum, dass ich und meine bessere Hälfte sehr "Outdoor Orientiert" sind und wir jedes Abenteuer lieben. Wildcampen war nun schon immer unser Traum, dass schlafen unter Sternenhimmel und abseits von lauten Straßen usw.... Mir ist bewusst dass beim Wildcampen viele Regeln eingehalten werden müssen! Wie z.B. Keinen Müll liegen lassen, kein Feuer, keine Tier stören, niemanden mit Lärm belästigen uvm... Die Frage ist nun wie dies auf Korsika aussieht mit dem umstrittenen Wildcampen? Mir ist bewusst dass es verboten ist und auch mit 400€ geahndet wird.
    Aber ist es Grundsätzlich möglich?
    Bzw. was haltet Ihr davon?
    gibt es Erfahrungsberichte?
    Bis jetz ist es nur eine wage Vorstellung von uns, sollten wir dieses Unternehmen durchführen dann nur unter strengster Einhaltung von den Regel, und auch z.B. sehr spät einen Platz suchen sehr Früh wieder abbauen das wir niemanden stören.


    Ich hoffe Ich habe euch unsere Unternehmung halbwegs schildern können! Wir respektieren die Natur und würden nie etwas machen das der Natur Schaden könnte.


    Danke schon im Vorhinein


    Lg,
    LuB

  • Mir ist bewusst dass es verboten ist und auch mit 400€ geahndet wird.


    Campen vor dem Brandenburger Tor ist verboten obwohl Du da sicher auch keine Tieren stören würdest oder gar überhaupt jemanden. Warum wohl?
    Bei Rot über die Ampel fahren ist verboten. Fährst Du drüber, auch wenn keiner da steht?


    Mir ist bewusst, dass Schwarzfahren verboten ist. Frage ich deshalb in einem Forum nach, was für Möglichkleiten ich habe?
    Hallo?
    Das disqualifiziert Dich enorm und sollte Dir Anlass geben, nochmal über Deine Gesinnung nachzudenken.


    Gruß
    wolfgang

  • Grüss dich Benni, auch wenn du schon dein ganzes Leben zeltest, hat sich in den Jahren auf Korsika einiges geändert.
    Manche Hotspots zum Nächtigen gibt es einfach nicht mehr. Selbst Biwakieren wird schwierig, warst du denn schon auf der Insel, sprich kennst du die Insel ?!
    Auch wenn der Tenor klar gegen dein Anliegen ist muss es manchmal sein aber es ist eigentlich nicht nötig, wenn du aber mal stealth camping Corsica googelst, findest du sehr viele Informationen und auch Bilder. Mir wäre die Insel dafür einfach zu klein, auch wenn du irgendwen ansprichst und um Erlaubnis frägst, kann es immer noch passieren, daß du verpfiffen wirst oder sogar angegangen.
    Mich würde allein schon die Waldbrandgefahr abhalten.
    Andererseits, wenn du direkt so einsteigst, kommt es trotz aller Anführungszeichen zu Reaktionen, wenn du nur einmal postest, wie es hier gefühlt zunimmt, ist es eh egal was geschrieben wird, sonst würde ich an deiner Stelle, solche Fragen durch stilles herumlesen, mir selber beantworten.
    Das Netz ist voller Reiseberichte, es gibt Foren die dieses Thema im Titel haben, aber Korsika musst du dir anschauen und dir selber ein Bild machen, aber es ist nicht leicht, ich meine, den Stress ist es nicht wert.
    Klar gibt es Momente, wenn ich im Kajak die Insel umrunde als Beispiel, wo äussere Umstände ein freies Übernachten erzwingen, da wird dir dann wohl auch keiner blöd kommen aber sich auf Korsika unsichtbar machen, die Zeiten sind rum. Wenn du hier mehr postest, dan meld dich wieder und erzähl von euren Erlebnissen, bis dann.
    Hans

  • Hallo Benni


    Du hast es ja schon gesagt. Es ist verboten.


    Damit sind Deine folgenden Fragen nicht so wirklich nachvollziehbar.
    Ist es grundsätzlich möglich? - Naja, ihr könntet grundsätzlich Eure Schlafsack in auf dem Trottoire ausrollen und Euch dort zum Schlafen hinlegen.
    Was haltet Ihr davon? - Du hast oben ja einen kleinen Auszug der Haltung bzw. Meinung einige Mitforenten gelesen.
    Gibt es Erfahrungsberichte? - Jede Menge, die Suchfunktion ist Dein Freund.


    Ich persönlich hätte zwei Gründe, die mich, ausser in echten Notfällen, vom Wildcampen auf Korsika abhalten würden:

    • der von Hans genannte Grund mit den Waldbränden. Hier kommen dann von den Unbelehrbaren regelmässig irgendwelche Plattitüden bzgl. "wir haben es im Griff", "wir machen das nur bei ausreichend Feuchtigkeit in den Bäumen" ...
      Was mich daran sehr stört ist die Tatsache, dass im Zweifelsfall Familienväter oder -mütter bei der Feuerwehr ihr Leben für den Leichtsinn für Leute riskieren, die keinen Respekt davor haben. Ist für mich ähnlich gelagert wie das Offpiste-Fahren bei uns in den Alpen. Wenn Du und Deine Freundin unterschreiben würdet, dass Ihr, im Falle eines Waldbrandes oder einer anderen Naturkatastrophe, auf keinen Fall gerettet werden wolltet und sich die Retter daran halten würden, könntet ihr es von mir aus machen. Geht aber nicht, da das Retten von Menschen, und sei ihr ethischer Kompass noch so verstellt, ihr Job ist.
      Konsequenz als verantwortlicher, erwachsener Mensch: bleiben lassen.
    • Wenn ihr von Einheimischen verjagt oder mit Gemüse oder Obst beworfen werdet, weil ihr schon die x-ten seid, die dieses Jahr auf ihrem Grundstück, an ihrem Privatweg, oder woanders campiert, wo ihr eigentlich nichts verloren habt, heisst es nachher gerne: die bösen Korsen.
      Sorry, aber da sind ja wohl einige Dinge ziemlich schief in der Wertelandschaft. Klar bewirft man seine Mitmenschen nicht mit Dingen, aber man macht eben auch andere Dinge nicht.


    Von daher würde ich mich klar den bisher geäusserten Meinungen anschliessen: bleiben lassen.




    Ich habe es vor zwei Jahren erlebt, dass wir am Einstieg zu einer (Offroad)Strecke durch den Wald waren, an der ein Schild stand, dass die Durchfahrt aktuell verboten wäre. Wir beschlossen daraufhin, dort noch kurz zu rasten und dann wieder umzukehren und eine alternative Strecke anzuschauen. In den 20 Minuten sind zwei andere Fahrzeuge, mit ausländischen Nummernschildern, an uns vorbei gefahren, haben kurz auf die Schilder geschaut und sind dann trotzdem weitergefahren.


    Es gibt auf Korsika genug malerische Campingplätze und schöne Spots zum rasten.


    Viel Spass auf der Insel


    Jens

  • @luß: sag mal gehts noch !?


    solltest du auf Korsika trotzdem wild campen, obwohl du weißt das es verboten ist
    hoffe ich das sie dich erwischen ( wer oder wie auch immer ) :blah:§c)?

  • Zentralschweizer (Jens):


    Ich möchte beileibe nicht dem Wildcampen in Korsika das Wort reden, diese Zeiten sind zum Wohle der Natur glücklicherweise vorbei, doch die jährlichen Waldbrände werden zu 98% nicht von irgendwelchen Wildcampern verursacht, die leichtsinnigerweise ein Feuer schüren, sondern von kriminellen Brandstiftern, was schon allein daran erkenntlich ist, dass Brände in der Regel immer mit vorhergesagtem Starkwind einhergehen.


    Ich glaube nicht, dass Grundstücksbesitzer Camper, die auf ihrem Grundstück nächtigen (falls das überhaupt vorkommt) mit Eiern oder Gemüse bombardieren. Als Grundstücksbesitzer würde man zu den Leuten gehen, sie entsprechend belehren und auffordern, das Privatgrundstück zu verlassen. Die Eier- und Obstwerfer sind meiner Meinung nach in erster Linie halbstarke Jugendliche, die meinen, ihr Mütchen kühlen zu müssen, und für die ich keinerlei Verständnis aufbringe. Wenn jemand auf öffentlichem Terrain verbotswidrig campt, ist die Polizei gefragt, sonst niemand.

  • Nur am Rande, mit 22 hab ich auch viel Quark angestellt und meine Liebe zu Korsika entdeckt.
    Froh bin ich nur, daß damals auf Korsika vieles, irgendwie noch korsischer war. Wenn der Benni keine Eintagsfliege war wäre es schön nochmal von ihm zu hören.
    Dabei steht aber immer noch die Faszination einer Nacht ausserhalb des Gesetzes, zur Not auch nur mit Tarp, loslaufen um draussen zu schlafen ist etwas Besonderes, es gibt sogar ausgewiesene Routen im Pfälzer Wald wo nach vorheriger Anmeldung im Wald übernachtet werden darf. Dann wäre noch eine Nacht am Lagerfeuer, im Herbst oder Frühjahr , auf der Alb, so ganz ohne Ungeziefer, ein Traum.
    Liebe Grüsse vom Hans.

  • Wildcampen auf Korsika ist nun mal ein heikles Thema ... so mit vollen Gerötel ... aber es wird in den seltesten Fällen jemanden den Kopf abgerissen wenn man am Strand eine Nacht verbringt oder auf einer Sandbank an einem Fluß. Sicher muß jeder den Ort und das Risiko abschätzen. Chaoten kann man überall antreffen. Und manche Korsen sind nun mal nicht zimperlich. Wir waren in den ersten Korsikajahren auch das eine oder andere mal "wild " unterwegs.
    Ich würde es gut findenwenn der Korsikatourismus dafür eine Lösung findet... siehe die Zeltcamps im Pfälzer Wald t===&.
    Ich phantasier jetzt ein bißchen. Es gibt viele die in den Bergen unterwegs sind. haben Ihren Camper dabei und stehen dann in der Nacht auf einem Parkplatz z.B. im Bavellagebiet (da gibt es einige :golly: wer mal spät abends/nachts über den Bavella gefahren ist.
    Warum nicht ein Ticket. ... zu erwerben in den Tourismusbürus, beim Bürgermeister ...das einem erlaubt auf bestimmtem Plätzen in der jeweiligen Commume (oder inselweit) des Nachts zu stehen. Dazu einen gut sichtbaren [definition=29]Aufkleber[/definition]. Und das Ganze mit einer Kaution verbunden. Das dient letztlich auch zur Kontrolle h/%
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  • Hallo, mein posting soll jetzt keine Aufforderung zum wildcampen sein. Auch das am Strand schlafen muß man etwas revidieren. Wenn ich dies z.B. an den (Stadt-)Stränden von , L'ile Rousse, Ajaccio, etc. mache kann es schon sein das man von Gendarmen mehr oder weniger unfreundlich geweckt wird.
    Zudem werden da auch gerne mal früh morgens oder spät abends die Strände "aufgefrischt". Schlecht wenn man da im Weg liegt.
    Und unsere wenige mal Wildcamping" liegt schon sehr viele Jahre zurück z.B. auf einer Wiese direkt bei der Kirche "San Michele de Murato". Das hat damals niemanden gekümmert. Es war auch nur eine Nacht. Die anderen Male z.B.bei einem Strand bei Piana. Dort waren wir aber nicht die einzigen. Und es wurde geduldet. Toilette konnte in einem nahe gelegenen Strandrestaurant genutzt werden. Hatten wir in den Anfangsjahren aus Kostengründen die billigste Überfahrt genommen so waren die nicht gerade die Zeitoptimieten Überfahrten. Man kam am Abend auf der Insel an ... dann ab in den Süden Korsikas.
    Meist war die Schranke zum bereits geschlossen. So war die Übernachtung vor dem angesagt. Das war natürlich kein Problem.

  • ... oder auf einer Sandbank an einem Fluß. ...


    Das sollte man sich reiflich überlegen, sonst könnte es sein, dass man im Nassen oder auch gar nicht mehr aufwacht, wenn es irgendwo im Hinterland ein Gewitter, verbunden mit starken Regenfällen, gibt und der vorher so harmlose Fluss innerhalb kürzester Zeit zu einem reißenden Gewässer anschwillt.

  • ... Ich phantasier jetzt ein bißchen. Es gibt viele die in den Bergen unterwegs sind. haben Ihren Camper dabei und stehen dann in der Nacht auf einem Parkplatz z.B. im Bavellagebiet (da gibt es einige :golly: wer mal spät abends/nachts über den Bavella gefahren ist.
    Warum nicht ein Ticket. ... zu erwerben in den Tourismusbürus, beim Bürgermeister ...das einem erlaubt auf bestimmtem Plätzen in der jeweiligen Commume (oder inselweit) des Nachts zu stehen. Dazu einen gut sichtbaren [definition=29]Aufkleber[/definition]. Und das Ganze mit einer Kaution verbunden. Das dient letztlich auch zur Kontrolle h/%
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    Prinzipiell keine schlechte Idee! Doch ich denke, über kurz oder lang würde sich an den ausgewiesenen Stellplätzen rasch ein Bedarf nach Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten für die Wohnmobile ergeben. Sehr schnell würden sich vermutlich dort campingplatzähnliche Zustände entwickeln. Der Gedanke, dass dann auf Parkplätzen wie z. B. am Forsthaus von Poppaghia womöglich zehn Wohnmobile stehen, gefällt mir persönlich nicht, obwohl ich auch mit einem VW-Bus unterwegs bin.

  • Noch ein paar Gedanken zum Thema: Mit „Wildcampen“ (der Begriff „freies Campen“ wäre mir lieber) ist das Gefühl von Freiheit und dem Leben in einer ursprünglichen Natur abseits der Zivilisation - möglichst alleine - verbunden. In manchen Regionen unserer Erde ist das sicherlich noch möglich, aber nicht an den touristischen Zielorten in MItteleuropa. Korsika ist zu klein, die Zahl der Camper zu groß und die touristische Erschließung zu weit fortgeschritten.


    In den 1970er und 1980er Jahren war ich, wie viel andere auch, oft wochenlang auf keinem in Korsika. Möglichkeiten zum freien Campen gab es genügend. Mit Verstand und Verantwortungsbewusstsein betrieben, nimmt die Natur keinen Schaden, wenn es nur wenige praktizieren. Anders verhält es sich, wenn die Zahl der freien Camper überhand nimmt, wie es an einigen Stellen auf Korsika der Fall war, und riesige Müllberge, Fäkalien und geschundene Bäume zurückbleiben. Vor diesem Hintergrund war es nur folgerichtig, diesem Wildwuchs Einhalt zu gebieten, ganz abgesehen davon, dass Hotel- und Ferienanlagenbesitzer ein berechtigtes Interesse daran haben, am Tourismus zu partizipieren und Geld zu verdienen.


    Wenn ich eine Wanderung in den korsischen Bergen durchführe, übernachte ich mitunter auch heute noch auf einem Parkplatz am Ausgangspunkt, um die Tour am nächsten Morgen frühzeitig zu beginnen, aber ansonsten ziehe ich inzwischen das wesentlich entspanntere Schlafen auf einem vor.