aus Aktuellem Anlass: Gewitterwarnungen beim Baden in Flüssen und Canyoningtouren bitte ernst nehmen !!

  • schon den ganzen Juli über sind vor allem in den Bergen regelmässig zum Teil heftigste Gewitter zu beobachten gewesen. Bereits öfter mussten unvorsichtige Flussbader und Canyoning- Leute aus den rasend schnell ansteigenden Bächen evakuiert werden. (u.a. Restonica, Fango..)

    Heute nachmittag dann das anscheinend unvermeidliche: mindestens 3 Todesopfer, zwei weitere Personen werden noch vermisst... im Zoico-Canyon in der Nähe von Soccia. Gewitter in den Bergen, enger Canyon ohne Fluchtmöglichkeit und unvermittelt steigendes Wasser....


    https://france3-regions.france…s-crue-corse-1520968.html

    https://www.corsematin.com/art…s-dans-le-canyon-du-zoicu


    Also, für alle auf der Insel weilenden gilt: erhöhte Vorsicht !!!


    Thomas


    im Canyoningführer steht übrigens: Achtung !! den Canyon in keinem Fall bei hohem Wasserstand oder Gewitterrisiko begehen

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  • Nicht nur die, die auf Corsica sind !

    Gilt ja überall !

    Es gibt viele Wege zum Glück - einer davon ist, aufhören zu jammern !
    ( Albert Einstein ) Ein anderer : aufhören sich über Kleinigkeiten aufzuregen

  • Und wer sich unbedachterweise sogar noch in der die Wassermassen auslösenden Gewitterregion befindet sollte wissen: bei Blitzschlag ist das Wasser oder auch nur die Wassernähe Dein Lieblingsfeind! w§§§l/ng

    Eine kurze überschlägige Betrachtung zur dann möglicherweise auftretenden "Schrittspannung" versuchte ich hier darzustellen ...


    Passt also bitte nicht nur auf die von Thomas u.a.m. oben vorgebrachte Warnung auf, es kann auch noch mehr schiefgehen! c$i/ng


    Meine LG aus Teemitrum

    Ernest

  • Bereits öfter mussten unvorsichtige Flussbader und Canyoning- Leute aus den rasend schnell ansteigenden Bächen evakuiert werden

    Ja leider.

    Und es gab schon des öfteren Tote.

    In aller Regel wird bei akuter Gefahr von den Behörden gewarnt in die Berge, insbesonderens an die Flüsse zu gehen, bzw. es werden Flusstäler gespert. Oder Helikopter fliegen die Flusstäler ab und warnen vor der drohenden Gefahr (wie am Cavu schon erlebt).


    Fatal ist natürlich das man sich bei herrlichen Wetter mit ungetrübten Sonnenschein in den Gumpen erfrischt während tiefer in den Bergen heftige Gewitter mit Starkregen toben.

    Und dann kann es ganz schnell gehen. Bevor Badende überhaupt registrieren was es mit dem schnell zunehmenden Rauschen auf sich hat ist die auf dem Fluss heranrollende Sturzflut schon da.

  • Ja, man kann nicht oft genug warnen. Wir waren mit einigen Leuten vor ein Paar Jahren auf Mallorca u.a. auch zum Klettern. Anfangs war das Wetter schlecht (Gewitter mit Starkregen angesagt) und wir wurden von unserer Vermieterin eindringlich gewarnt, bei dieser Wetterlage in die Berge bzw. Schluchten zu gehen. An diesem Tag kamen 7 Meschen ums Leben. Wir haben einen Tag später gesehen, welche Wassermassen durch die Schluchten geschossen sein müssen. Seither bin ich in dem Punkt äußerst vorsichtig geworden, wobei ich durch Bergurlaube schon wusste, wie schnell aus einem Bach ein reißender Strom werden kann. Auf den "Sommerinseln" wiegt einen das gute Wetter oft in Sicherheit. Da hilft nur, immer wieder aufmerksam zu machen.

  • Inzwischen ist schon ein fünftes Opfer geborgen:|party: Wenn das ein geführte Tour mit einem Ortskundigen Führer war dann hat dieser die Gefahrenlage mit den Unwettern drastisch unterschätzt!


    Ich hoffe das da nicht noch mehr Opfer zu beklagen sind....:Sparty:


    VG Arne

  • Momentan gewittert es in den Bergen vor meiner Haustüre.

    Es ist also auch heute riskant in den Bergen. Für die Natur ist

    das ein Segen.

    (kann Spuren von Senf enthalten)

    Mark, der mit dem Holz tanzt.

  • "Wenn das ein geführte Tour mit einem Ortskundigen Führer war"


    es war eine geführte Tour mit vermutlich -die Meldungen sind da nicht ganz eindeutig- sogar zwei guides. Ob ortskundig sei mal dahingestellt, die meisten guides werden nur für die Saison angeheuert und kommen überwiegen vom Kontinent. Ein Teil der Gruppe ist unterwegs umgekehrt, darunter die Mutter der Familie deren Mann und 7-jährige Tochter unter den Opfern sind, wie auch ein guide.


    "Es ist also auch heute riskant in den Bergen. Für die Natur ist das ein Segen"


    sehe ich ganz genau so. Ehrlich gesagt habe ich die Insel Anfang August noch nie so grün gesehen wie dieses Jahr !!


    -th

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  • ... tja, was heißt schon "ortskundig" ?

    Ich kann hier von D aus nicht einschätzen wie akut ungünstig die Wetterlage auf der Insel ist. Wir hatten schon Urlaube auf der Insel da war an eine Bergtour geschweige den Flußbaden ( es gab ein Extremjahr ...???) gar nicht zu denken. Täglich wurde gewarnt. Helis flogen die Flusstäler ab.

    Eine Zeltnachbarsfamilie war damals direkt betroffen und konnten sich nur mit viel Glück in letzter Minute auf einen sicheren Standort retten. Weiß jetzt nicht mehr in welchem Flußtal das war. Und, es gab an diesem Tag leider ebenfalls Tote zu beklagen.

    Aber, um auf das "otskundige" zurückzukommen. Da steht auch gerne der Kommerz in vorderer Reihe. Das Unwetter muss sich ja nicht unbedingt in dem betreffenden Flußlauf austoben. Nennt man dies nicht russisches Roulett ???

    Ortskundig ist eine Sache. Erfahrung eine andere. Und zu sagen ... Leute wir lassen es lieber ... das ist Verantwortung.

  • Geht mir gerade noch was anderes durch den Kopf. Hat jetzt nicht direkt etwas mit Corse zu tun. Wir waren am WE bei der Bregenzerach. Wunderschön.

    Ich möchte nicht wissen ( würde ich eigentlich doch :huhparty:) wie es am Fluß nach den gestrigen Unwettern in Vorarlberg aussieht. Die Ach hat immerhin ein Einzugsgebiet von ca. 70km Flußlänge.


    Gruß Günter

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  • folgendes passiert auch immer wieder: dass sich die Leute in letzter Minute zwar aus dem Bach in eine höhere Ecke gerettet haben, aber auf der falschen Bachseite gelandet sind. So mußten sie lange für eine Rücküberquerung ausharren, um überhaupt wieder auf die richtige Bachseite mit dem Wanderweg zurück zu kommen. Dann ohne wärmere Klamotten, das wird sehr gefährlich.

    Gruß Helen

  • Im Fangotal mussten wohl "mehere hundert" Personen evakuiert werden. Quelle: Hier


    Hier ein kurzes Video aus dem Fangotal, das zumindest eine leise Ahnung davon vermittelt, wie schnell das Wasser dort ansteigt: Hier

    So schnell kann man seine Sachen gar nicht zusammenpacken.


    Grüße

    Georg

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  • die Gewitter gehen munter weiter, die Evakuierung des Fangotals ist mittlerweile tägliche Routine....

    auch jahrhundertealte Gebäude sind nicht gegen Blitzschlag gefeit: https://www.corsenetinfos.cors…par-la-foudre_a34622.html

    und eine Übersicht über die Intensität der heutigen Gewitter: https://www.corsenetinfos.cors…ntion-Orages-_a34626.html


    [IMG:https://www.corsenetinfos.corsica/photo/art/grande/24374212-26240050.jpg?v=1533650971]

    Gruss

    Thomas

  • @u liamone


    Hallo Andy,

    die letzte vermisste Teilnehmerin wurde einen Tag später tot geborgen, damit hat sich die Zahl der Todesopfer auf fünf erhöht.


    Pablo

    so schauts aus, selbst jetzt im August geht Korsika noch als "grüne Insel" durch...;)party:


    Gruss

    Thomas

  • Auch, wenn unser Erlebnis keine Bergtour betrifft - wir haben vor zwei Wochen auf Korsika ein einprägendes Erlebnis gehabt:


    Am 26.7. waren wir zu einer (eigentlich) halbtägigen Tour aufgebrochen Richtung La Porta - Morosaglia. Anschließend hatten wir die Wahl, entweder langweilige Nationalstraße über Ponte Leccia oder über Cortè zurückzufahren, wo wir schon sooo oft gewesen waren. Wir entschieden uns für Letzteres. Mühsame Parkplatzsuche, leckeres Eis essen, Besuch auf der Zitadelle - das übliche Programm in Cortè. Schon bevor wir auf dem Aussichtspunkt an der Zitadelle ankamen, sahen wir die schwarzen Wolken über den Bergen in Richtung Westen. Aber was soll`s, man kann sich ja irgendwo unterstellen.

    Wir schafften gerade noch den halben Rückweg, als das Unwetter losging. Überall stürzte das Restaurantpersonal in größter Eile zu den Freisitzen, um Tische und Stühle wegzuräumen. Teils bauten sie sogar die Überdachungen ab - das konnte nichts Gutes bedeuten. Wir retteten uns wie die zahlreichen Touristen in eines der Restaurants auf halber Höhe in Richtung Hauptstraße.

    Das Unwetter bestand fast 70 Minuten lang aus einer geschlossenen Wasserwand. Aus dem Fenster sahen wir nur noch überall sprudelnde Wasserfälle. Als es etwas nachließ, liefen wir zu unserem Auto. Die Innenstadt war gesperrt, und immer mehr Feuerwehren rückten an. Wir fanden einen Weg, um nördlich aus Cortè herauszufahren. Auf den ersten 10 Kilometern nach Aleria schoss das Wasser über die Fahrstraße, denn der Graben am Straßenrand war hoffnungslos überflutet. Wir sind nur weitergefahren, weil auch andere PKW vor uns durch die riesigen Seen gekommen waren.

    Am nächsten Tag erfuhren wir, dass die Innenstadt komplett abgesoffen war, die Geschäfte waren vollgelaufen und die Keller mussten leergepumpt werden. Da dachten auch wir an eine frühere Tour in das Tal der Restonica zurück. Was werden die Menschen wohl erlebt haben, die dort gewandert oder gar zum Lac de Melo aufgestiegen waren? So etwas hatten wir noch nie erlebt!

  • Was für schreckliche Nachrichten muss ich hier lesen. Wir sind gerade von Korsika zurück - 3 Wochen Camping nördlich von Ajaccio. Ich bekomme beim Lesen dieses Threads kalte Schauer über den Rücken, denn ich habe gemeinsam mit meiner Tochter am 31. Juli - somit einen Tag vor der Katastrophe an der besagten Canyoningtour durch den Zoico teilgenommen. Ich möchte Euch von meinen Erlebnissen und Gedanken berichten: Auch am Tag unserer Tour zog ein heftiges Gewitter auf. Es war ca. 14.00 Uhr, wir waren gerade zurück aus dem Fluss. Zu diesem Zeitpunkt war meine Frau mit meiner jüngeren Tochter noch auf der Eselwanderung vom Lac de Crenu unterwegs - ich machte mir also entsprechend Sorgen. Der Himmel über der nördlichen Bergkette wurde schwarz, Blitze zuckten und der Donner war furchterregend. Zu diesem Zeitpunkt brach unser Canyoningguide mit einer weiteren Gruppe von 12 Personen auf, um die Tour noch einmal zu gehen. Mir gingen in diesem Moment viele Gedanken durch den Kopf: Kennt der Guide bzw. die Organisation die Gewitterlage so gut, dass er weiß bzw. sie wissen, dass das Gewitter nicht an dieser Stelle über die Bergkette kommt? - So war es dann auch - es blieb hinter der Bergkette bzw. etwas Regen zog unterhalb über den Ort Guagno le Bains. Oder wird das einfach so gemacht - Zitat Günter:


    ….Aber, um auf das "otskundige" zurückzukommen. Da steht auch gerne der Kommerz in vorderer Reihe. Das Unwetter muss sich ja nicht unbedingt in dem betreffenden Flußlauf austoben. Nennt man dies nicht russisches Roulett ???

    Ortskundig ist eine Sache. Erfahrung eine andere. Und zu sagen ... Leute wir lassen es lieber ... das ist Verantwortung.

    Ich habe schon nicht verstanden, dass überhaupt eine Tour am Nachmittag angeboten worden ist. Mit etwas Bergerfahrung weiß ich, dass sich häufig gegen 14.00 Uhr das Wetter ändert und bei entsprechender Wetterlage Gewitter in den Bergen entstehen. Das Resultat dieser Handlungsweise sind nun 5 Tote! Unfassbar!

    Und ergänzend möchte ich sagen, dass unsere Gruppe aus 12 Teilnehmern und einem Guide bestand. Im Nachgang betrachtet, stand ich mit meiner Tochter einige Male relativ leichtsinnig ungesichert an einer Kante mit Strömung, an der das Wasser anschließend 18 Meter ins Tal donnerte. Wir warteten an diesen Stellen auf das Abseilen neben dem Wasserfall. Der Guide musste das Seil verlegen und konnte somit nicht auf uns achten. Als er es sah, wies er uns daraufhin, dass wir uns sichern sollten - relativ spät. Hier kann man natürlich auch sagen, dass der normale Menschenverstand auch ausreichen sollte, damit man sich an dieser Stelle anseilt. Aber in der Situation war ich so angespannt, dass ich nicht darauf geachtet habe. Meiner Meinung nach müssten mindestens immer zwei Guides dabei sein, denn man kann nicht voraussetzen, dass jeder Teilnehmer über das entsprechende Wissen verfügt. Für uns war es das erste Mal, dass wir an einer offiziell angebotenen Canyoningtour teilgenommen haben. Zusammengefasst hatte ich im Nachgang aufgrund der geschilderten Erlebnisse kein so gutes Gefühl über unsere Tour. Und einen Tag später passiert dann so eine Katastrophe. Sehr, sehr traurig!!

    Weiß jemand, ob es Qualitätsunterschiede bei den verschiedenen Canyoning-Anbietern gibt? Ich würde unseren Anbieter aufgrund dieser Erfahrung nicht weiterempfehlen. Aber vielleicht ist das auch der gängige "Standard"?!


    Traurige Grüße,


    Christian

  • hallo,

    diesem Guide gehört ganz einfach die Lizenz entzogen! Wenn er denn überhaupt eine hat. WEr so lässig Gruppen durch Gumpen führt und so wetterunkundig ist, der darf wirklich nicht auf Leute losgelassen werden. Von den meisten Unfällen in den Canyons wird vermutlich gar nicht berichtet...

    Da hat Christian Virutal : wirklich einen Schutzengel gehabt!

    Grüße

    Helen